Vietnam, Allgemeines

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Erfahrungsbericht über "Vietnam, Allgemeines"

veröffentlicht 14.04.2017 | hubbie
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Erfahrungsberichte : 245
Vertrauende : 214
Über sich :
........bon voyage - das war einmal.......
Sehr gut
Pro siehe Bericht
Kontra siehe Bericht
besonders hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

"Nordvietnam von Hanoi bis Hoi An"

Hue, Bonsais im Buddhistenkloster

Hue, Bonsais im Buddhistenkloster


Hanoi

Wir sind mit Qatar Airways im Direktflug über BKK angereist, die befürchteten Probleme bei der Visaerteilung und Einreise wurden von einer lokalen Agentin unseres bayrischen Veranstalters RTC mit einem VIP Programm äußerst effizient gelöst:

Da werden nach freundlicher Begrüßung mit Namensschild Pass, Foto und US$ 25 Einreisegebühr pro Person abgenommen und zum Hinsetzen aufgefordert, nach etwa fünf Minuten kommt die Frau mit einem auf einer ganzen Passseite eingeklebten Visum für 28 Tage zurück, führt uns an den wartenden Massen vor der Immigration vorbei zu einem Sonderschalter, wo nur mehr kurz Pass und Visum kontrolliert werden, dann geht es eine Rolltreppe runter, wo schon Guide Hoang und sein Fahrer mit einem weiteren Namensschild warten. Nachdem unser Koffer - wir haben noch immer VIP Service - von einer Assistentin mit dem Gepäcksabschnitt des Boarding Passes vom Band geholt vom Fahrer verstaut ist, tauchen wir in die beginnende Rush Hour Hanois ein und werden nach einer Dreiviertelstunde an unserem zentral gelegenen Kolonialhotel Metropole abgeliefert.

Hotel Metropole

Das weiße Haus gehört zur französischen Accorgruppe unter der Marke Sofitel und ist eine Legende in Fernost wie die vergleichbaren Traditionshäuser Raffles in Singapur oder Peninsula in Hongkong. Unzählige Schriftsteller wie Maugham, Diplomaten, Filmstars wie Chaplin und Politiker haben hier residiert, Jane Fonda hat sogar aus Solidarität zu den Viet Cong mehrere Bombennächte im Luftschutzkeller verbracht – kurz: das Haus atmet Geschichte...

Schon auf den Fluren wandelt man auf dicken Teppichen, die Wände sind mit Spiegeln und schwarz-weiß gestreiften Stofftapeten dekoriert. In der De Luxe Executive Suite 444 selbst setzt sich diese Note mit Qualitätsmobiliar, einer frei auf edelstahlenen Löwenfüßen stehenden Wanne, getrennter Dusche und getrenntem WC fort, das Doppelbett hat eine ausgezeichnete Matratze, ebensolches Linnen und zwei in roter Seide steckende Kaprizpölsterchen. Den 40“ Flachbild TV haben wir ebenso wie den Ipod, die Philips Soundanlagen und das 32“ Zweit TV im Wohnzimmer der Suite nie benützt, dafür haben wir von den vorhandenen Makronen und Pralinés nach einem Gratisimbiss in der Club Lounge im siebenten Stock tüchtig Gebrauch gemacht...
Zum Frühstück am nächsten Morgen finden wir uns wieder in der privilegierten Lounge ein und nehmen Mangosaft, „overeasy“ Eier, Sashimi vom Tun, Brie de Meaux mit frischen Baguettes, später noch Croissants und Danishes zu unseren üblichen Cappuccini und schließen mit Litchi, Wassermelone und Ananasstückchen.

Sightseeing

Auf diese Weise gestärkt stürzen wir uns für eine fünfstündige Halbtagstour ins Hanoier Getümmel. Der Verkehr ist ebenso atemberaubend wie in Delhi, Kairo und Colombo, nicht nur wegen der miserablen Luftqualität, sondern auch wegen der Art der Einheimischen, jede sich auftuende Lücke zu nutzen, um mit ihren Rollern, Mofas und Cyclos – den traditionellen Dreirädern – gegen jeden europäischen Vertrauensgrundsatz, aber dafür zügig weiter zu kommen, wichtig dabei ist der Blick nach vorn, jeder Teilnehmer scheint gelassen, perfekt zu antizipieren und dabei jeden Zentimeter der Straße auszunützen........wir haben in diesen Stunden jedenfalls keine einzige kritische Situation erlebt, selbst als Fußgänger abends beim Straßenqueren zum nahe gelegenen Ly Restaurant umkurvten uns die Zweiradler und Autos äußerst geschickt und ohne Huperei oder sonstige aggressive Fingerzeige, die uns aus der ersten Welt so vertraut sind.

An Highlights haben wir das Ho Chi Minh Mausoleum, sein schlichtes hölzernes Stelzenhaus am Fischteich, die Garage mit russischen ZIS und Pobeda Limousinen sowie einem 404er Peugeot gesehen, letzterer hat beim liebend Weib besondere Emotionen erweckt, da es anno 1961 ihr Maturageschenk war, sogar die beige Farbe passte genau. Danach ging es zum Präsidentenpalast und zur „Ein-Säulen-Pagode“. Ein Besuch beim „Literaturtempel“ und beim „Ngong Soc“ Tempel im Hoan Kiem See folgten, dann wollte uns der Guide noch ein Kriegs- und ein Technologiemuseum zumuten, wir entschieden uns aber für den Dong Xuan Markt, der in seiner Lebendigkeit, Exotik und Buntheit schwer beeindruckte.
Anschließend folgte eine ruhige, einstündige Cyclo-Rundfahrt durch die Altstadt, wo wir den am Straßenrand lunchenden Einheimischen in Schalen und Teller schauen durften.
Im oben erwähnten Ly Restaurant haben wir auf Einladung des Veranstalters gratis ein mehrgängiges vietnamesisches Menü mit Gingkosuppe, Bananensprossensalat, gedünstetem Red Snapper, Beef in der Bambusröhre und Créme Caramel genossen, jedoch für zwei Bier und eine Flasche chilenischen Shiraz von Montes zahlten wir fast zwei Millionen - Dong.

Weltnaturerbe Halong Bay

„Adieu Metropole, adieu Hanoi“ heißt es sehr früh, denn der 160 km lange Transfer zur zweitägigen Dschunkenkreuzfahrt im Weltnaturerbe der Halong Bay dauert geschlagene vier Stunden, dann dürfen wir eine von nur sechs Suiten auf der exklusiven „Violet“ beziehen, deren Crewanzahl verhält sich zu den insgesamt 9 Gästen fast 1:1. Nach der Sicherheitsbesprechung folgt ein Mittagessen, das wie alle Mahlzeiten im Kreuzfahrtpreis inkludiert ist, die zwei lokalen Biere „Tiger“ und „333“ kosten weniger als einen US$ pro Dose.
Neben uns starten zur selben Mittagszeit unzählige Dschunken in den Nationalpark Cat Ba, den wir erst am nächsten Tag sehen werden, wir steuern mit unserem Tenderboot ein auf Pontons schwimmendes Fischerdorf mit nur 200 Bewohnern und einer erklecklichen Zahl an Hunden an, letztere haben die Aufgabe, die Fischtanks zu bewachen, während die Fischer auf Fang weilen. Hier werden wir in kleinen Booten durch die Siedlung gerudert und später zeigt man uns die Fischbecken und die einfachen Wohnhütten.
Die 1600 Karstturminseln weisen auch einige Höhlen auf, viele davon haben schöne Stalagmiten und -titen sowie Grabungsfelder, in denen Archäologen Knochen und Primitivwerkzeuge einer frühsteinzeitlichen Kultur gefunden haben.

Zum Sonnenuntergang herrscht eine grandiose Stimmung in diesem Naturparadies, das vor fünf Jahren in eine moderne Liste der „Sieben Weltwunder“ gewählt wurde - und das trotz einer Hundertschaft an Schiffen, die sich aber im weiten Inselgewirr verlieren. Ein Untergang einer Dschunke in einer abgelegenen Bucht vor ein paar Jahren führte dazu, dass allen über Nacht im Nationalparkgewässer ankernden Schiffen täglich neue fixe Plätze zugewiesen werden, wobei es dann auch immer in Sichtweite andere Boote gibt.

Abends speisen wir á la carte Lamm, Scampo und Tintenfisch, der begleitende Wein ist diesmal ein weißer Torrontes aus der Mendozaregion Argentiniens.

Das Programm des nächsten Tages sieht Besichtigungen von zwei weiteren Höhlen vor, die wir uns zugunsten von entspanntem Relaxen auf dem Oberdeck der „Violet“ ersparen, während wir Meer wie einzigartige Insellandschaft rund um uns bewundern. Wir erinnern uns später daran, dass uns bei der Einweisung am Vortag ein Festplattenstreamer mit berühmten Spielfilmen mit Vietnambezug aufgefallen war, der wird auch angeworfen und während unser Schiff an der berühmten Kulisse live vorbeizieht, bewundern wir eine grandiose Catherine Deneuve im preisgekrönten Opus Magnum über die französische Kolonialzeit, „Indochine“. Am Nachmittag ziehen wir uns noch „Good Morning, Vietnaaaam!“ mit dem unlängst traurig aus dem Leben geschiedenen Robin Williams rein.

Abends wird uns Mangohuhn und ein weiterer Seafoodteller serviert, diesmal wählen wir einen roten Koonunga von Penfolds als Weinbegleitung, nach dem Essen gönnen wir uns noch einen 360° Rundblick auf dem Oberdeck und staunen über die Vielzahl der beleuchteten Dschunken rund um uns.

Morgens wird sehr früh Tai Chi am Oberdeck angeboten, anschließend erklimmen nur die Wagemutigsten einen 150 Meter hohen, steilen Felsen, auf den gezählte 427 Stufen führen, später schmeißen sich nur ein, zwei Schotten aus der Fyfe Region an einem der raren Sandstrände in die knapp 20° kühlen Fluten. Wir stellen unsere Koffer vor die Kabine, bezahlen die Getränke mit Kreditkarte und werden nach kurzer Fahrt an der Mole unserem Guide Hoang übergeben, der uns noch auf den Inlandsflughafen von Hanoi begleitet, wo wir die Nachmittagsmaschine der Vietnam Airlines nach Hue, der alten Kaiserstadt im Süden des ehemaligen Nordvietnam, nehmen.
Hue

Wir kommen in einer ehemaligen feudalen Gouverneursvilla unter, dem „La Residence“. Wenn wir auf den 100 m² großen, um die gesamte Suite führenden Balkon treten, sehen wir auf den Parfumfluss hinab, den wir nach einem ausgiebigen Frühstück mit einem Drachenboot befahren um zum buddhistischen Kloster mit der Thien Mu Pagode zu gelangen, deren siebenstöckiger Turm der höchste in ganz Vietnam ist. Man kann die diensthabenden Mönche bei der Zubereitung ihrer ausschließlich vegetarischen Kost beobachten, eine umfangreiche Selektion von Bonsais bestaunen und möchte angesichts der der Jahreszeit entsprechenden blattlosen Frangipanibäume zu deren Blütezeit wiederkommen...

Nun steht der Besuch der Imperial City hinter den Mauern der gewaltige Zitadelle an: wegen des ausgedehnten Areals marschieren wir gut sechs, sieben Kilometer, bis wir ins Innerste - der dem Pekinger Vorbild nachempfundenen „Verbotenen Stadt“ der Nguyen Dynastie – gelangen. Anschließend steht noch bei zartem Nieselregen, der sich ob seiner feinen Tropfen wie ein Seidentuch auf der Haut anfühlt, der Besuch des Thu Doc Mausoleums an, wir genießen dann ziemlich erschöpft einen vietnamesischen Lunch auf Kosten des Veranstalters, wobei wir über ein kunstvoll errichtetes Arrangement eines Vogels staunen, der mit kleinen Nem-Rollen gespickt ist, er hat den Körper einer Ananas mit einem Gefieder aus kunstvoll geschnittenen Karottenstreifen...

Abends genehmige ich mir eine einstündige entspannende Massage im Spa unseres Hotels, wobei der Masseur spezielle Problemzonen an den Schulter- und Rückenmuskeln perfekt behandelt.
Danach schmecken eine halbe Languste und Jakobsmuscheln zu einem Sauvignon Blanc aus der neuseeländischen Hawkes Bay, bevor wir ermattet in die feinen Federn fallen.

Hoi An

Heute ist ein Transfer über den Wolkenpass bei Da Nang weiter nach Hoi An angesagt, dabei nehmen wir zuerst noch das Weltkulturerbe My Son in Augenschein, eine Tempelanlage, die zwischen dem 4. und 13. Jahrhundert ihre Hochblüte hatte.

Die seit dem Mittelalter bedeutende Hafenstadt Hoi An – dessen Altstadthäuser ebenfalls unter UNESCO Schutz stehen – durchwandern wir und sind etwas enttäuscht, dass auch hier neben unsäglichem Souvenirkrempel und Maßschneidereien Tür an Tür ein touristischer Massenauftrieb das Vergnügen schmälert.

Wohltuend ist später das grandiose Four Seasons Resort Nam Hoi, wo wir im absoluten Luxus relaxen dürfen, leider nur für zwei Nächte, denn an dieses tropische und jüngst edel renovierte Paradies mit eigenem Butler, der wegen unserer Schluckbeschwerden sogleich einen kräftigen Ingwertee braut, auch noch effiziente Pastillen gegen die Halsschmerzen besorgt und abends auf der eigenen Terrasse ein privates Dinner ermöglicht, könnte man sich durchaus gewöhnen. Beim Frühstück kommen wir mit dem jungen Chefkoch Alessandro ins Gespräch, dem unser Italiano basico so imponiert, dass er uns seinen signature dish, Sepianudeln aus dem Wok, aufs Zimmer servieren lässt, respektive in den Nebenraum, der eine komplette Bar und eine Essgruppe für sechs Personen aufweist, der Butler hat acht Kerzen rundum drapiert und zieht sich nach einem „Enjoy your dinner!“ diskret zurück.

Kurzfazit: Vietnam ist sehr gastfreundlich, wegen seiner Natur- und Kulturwunder unbedingt bereisenswert und wer sich in ehemaliger französischer Kolonialatmosphäre beherbergen lässt, taucht tief in die Mysterien Indochinas ein. Leider werden wir durch den eine Woche später erlittenen Schlaganfall meiner Frau im laotischen Luang Prabang keine weiteren Südostasienreisen unternehmen können, dadurch werden wir den Süden Vietnams nicht mehr sehen, diesmal hat es nur zum Norden und zum Zentrum des langgezogenen Landes am Südchinesischen Meer gereicht.

Tipps

bei der Einreise lässt sich durch ein VIP Package viel Anstehzeit bei der Immigration vermeiden, Deutsche dürfen im Gegensatz zu Österreichern bis zu 15 Tage visumfrei einreisen, allerdings befristet bis 30.6.2017.

US$ - bar und in kleinen Scheinen, dazu Kreditkarte mitnehmen, sie werden fast überall akzeptiert, der Dong als heimische Währung macht einen im Nu zum Millionär: der Kurs im Dezember 2016 stand bei 22000 für einen US$. Wenn man mit Dollars zahlt, gibt es oft stapelweise Restgeld in Dong.

Bei den Binnenflügen der Vietnam Airlines steht zwar modernstes Gerät (A 321) zur Verfügung, Verspätungen sind leider die Regel als die Ausnahme, während unserer Wartezeit am Gate waren alle zwölf Abflüge mehr oder weniger "delayed", unser Flug von HAN nach HUI hatte fast zwei Stunden Verspätung, aber dafür wurde wenigstens ein Essensbon zur Verfügung gestellt.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • jurstud veröffentlicht 08.08.2017
    Toller Bericht, Bh!
  • Ciaochsi veröffentlicht 11.07.2017
    bh nun da
  • PeterPan2 veröffentlicht 02.07.2017
    Ein sehr schöner und inspirierender Bericht, auch wenn derzeit die Fotos leider nicht angezeigt werden.....
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Kontinent: Asien

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