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Erfahrungsbericht von Enneos über ViewSonic VX2255wmb 01.06.2008
Produktbewertung des Autors:
Bildqualität
sehr gut
Kontraste
ausgezeichnet
Bedienung/Ergonomie
mäßig
Verarbeitung
sehr gut
Support/Service
Stromverbrauch:
normal
Pro:
Ausstattung, Bild
Kontra:
Bedienelemente, Ton
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Tapfer hatte ich bis vor kurzem mit meinem 15 Zoll-Röhrenmonitor durchgehalten. Nun wollte ich mir das aber nicht mehr länger antun, zumal ich mich dabei beobachtete, bei der Auflösung von 1024 x 768 immer öfter die Augen zusammen zu kneifen. Also musste ein größerer Monitor her und - natürlich - nun ein Flachbildschirm. Getreu dem Motto: wenn schon, dann richtig, schmückt jetzt ein 22-Zöller-Breitbild-Monitor meinen Schreibtisch und zwar ein Viewsonic VX2255WMB. Es wird noch einige Tage brauchen, bis ich mich an das Riesending gewöhnt habe. Filme darauf schauen, macht aber Spass, soviel kann man einleitend schon sagen.
Nun der Reihe nach: Verwöhnt von meinem alten Belinea mit Lautsprechern und eingebautem Mikrofon, sollte der neue Monitor mindestens diese Ausstattung haben. Gut aussehen sollte er natürlich auch noch. TFT-Monitore mit Lautsprechern gibt es viele, bei solchen mit Mikrofon schnurrt die Auswahl aber schon mächtig zusammen. Und da wir schon dabei sind, eigentlich wäre eine eingebaute Webcam auch nicht schlecht. Nun wird's schon richtig schwierig. Und da kann Viewsonic punkten, denn der VX2255WMB hat das alles. Er ist also fast schon eine eierlegende Wollmilchsau.
Gleich noch einen Tipp: auf www.prad.de kann man seinen Wunschmonitor nach mannigfaltigen Kriterien aus der Unmenge der angebotenen Geräte auf dem Markt herausfiltern. Eigentlich war ich eher auf einen 4:3 Monitor aus, aber der einzige, der mir richtig gefiel (ein Asus LS201) hatte weder Lautsprecher, noch Mikrofon. Da mein neues Notebook auch bereits ein Breitbild hat, habe ich mich inzwischen soweit daran gewöhnt, dass die Wahl des Formats in den Hintergrund trat. Nur die Auflösung sollte ordentlich sein.
Nun ist das mit den Lautsprechern so eine Sache. Einige Leser werden eingebaute Lautsprecher nicht so toll finden, und in der Tat, um es gleich vorweg zu sagen, der Klang ist nicht berauschend, was auch nicht verwundert. Bei dem schlanken Gehäuse fragte ich mich anfangs sowieso, wo sich denn die Lautsprecher befinden. Sie sind auf der Unterseite eingebaut und strahlen nach unten ab. Bauartbedingt sind fast keine Tiefen zu hören. Der Klang ist somit nicht mehr als akzeptabel, als Filmton auch in Ordnung, aber um klassische Musik zu genießen, würde ich dann doch lieber die Kofhörer einstöpseln. Richtig, die Standard-Klinkenbuchse dafür ist unten rechts vorhanden. Die Lautstärke läßt sich am Monitor selbst - allerdings nur umständlich im Konfigurationsmenü - regeln. Es hätte etwas mehr "Bums" dahinter sein können; daher habe ich die dortige Einstellung auf Maximum gesetzt und stelle die Lautstärke lieber über die Soundkarte bzw. über den Regler des jeweilgen Programms über den Computer ein. Dafür fallen einem bei dieser Einstellung die Ohren ab, wenn man den Kopfhörer benutzt. Das liegt aber zum Teil auch am Kopfhörer selbst. Meiner hat einen so guten Wirkungsgrad, dass dessen empfundene Lautstärke bei gleicher Einstellung deutlich über der der eingebauten Lautsprecher liegt. Trotz der nicht 100-prozentigen eingebauten Audiohardware ist mir das doch lieber als extra Lautsprecher und Mikrofon auf den Tisch zu stellen. Aber das ist Geschmackssache. Wer darauf verzichten kann, hat die Einschränkungen bei der Monitorauswahl natürlich nicht.
Aber ich habe den Monitor noch gar nicht beschrieben. Gut sieht er aus in seinem schwarzen "Klavierlack" und zeigt daher stolz jeden Fingerabdruck auf Gehäuse und Fuß. Wer sich daran stört kann auch zu dem Modell in weiß greifen (*brrr*), dass es unter der Bezeichnung VX2255WMH gibt. Der Monitor liefert eine Auflösung von 1680 x 1050, also sogenanntes WSXGA, rein rechnerisch sogar ein Seitenverhältnis von 16:10. In dieser nativen Auflösung sieht das Bild auch am schärfsten aus. Naturgemäß wirken niedrigere Auflösungen bei TFT-Monitoren immer "matschig", da das Gerät dann interpolieren muss. Der Monitor weist mit einer OSD-Meldung auch darauf hin, dass man doch bitte 1680 x 1050 einstellen möge. Natürlich kann man das ignorieren und ihn mit einer niedrigeren Auflösung betreiben. Auf meinem Notebook kann man diese niedrigeren Auflösungen wahlweise ohne Interpolation fahren, so dass das Bild dann zwar kleiner und mit einem schwarzen Rand erscheint, dafür jedoch in Originalschärfe. Nicht so jedoch beim VX2255WMB. Der dehnt JEDE Auflösung bis zum Bildschirmrand. Das wird spätestens dann albern, wenn man eine 4:3-Auflösung (z.B. SXGA+: 1400 x 1050) einstellt. Dann sind Kreise nämliche keine Kreise mehr, sondern Eier. Laut Informationen anderer Eigentümer, die ich im Netz gefunden habe, soll der Monitor voll "zockertauglich" sein. Hier muss ich passen, da ich so gut wie keine "hardwarefodernden" Spiele nutze. Erstaunlich wichtig ist die eingestellte Vertikalfrequenz für die Bildschirmschärfe, die man am besten mit einem Text einstellt. Während bei Röhrenmonitoren die Bildwiederholrate für ein ruhiges Bild gar nicht hoch genug sein kann (optimal 100 Herz), sollte der VX2255wmb mit genau 60 Herz betrieben werden. Dies in Verbindung mit einem "Feinschliff" - der Feineinstellung in der Monitorkonfiguration bringt die optimale Bildschärfe. Es gibt eine direkte weitere Einstellmöglichkeit "Schärfe", die ist jedoch bei 60 Herz nicht anwählbar. Bei anderen Wiederholfrequenzen schon, bringt jedoch weniger als die andere Option "Feintuning" bei den genannten 60 Hertz. Helligkeit und Kontrast muss man für ein angenehmes Bild gar nicht auf Maximum regeln, so dass das Gerät diesbezüglich eine ausreichende Einstellreserve hat.
Der Rand um das Display ist angenehm schmal. Die silberne Leiste an der Unterkante trägt zum edlen Aussehen bei. Mittig unten befindet sich die runde, ebenfalls metallische Einschalttaste. Unter ihr in der Leiste eine rechteckige Leuchtdiode, die je nach Betriebszustand unaufdringlich und angenehm blau bzw. orange strahlt.
Was übrigens auch sehr nützlich ist: der Monitor merkt sich den Einschaltzustand, falls man ihn nicht über die Taste, sondern über die Netzspannung ein- oder ausschaltet, was bei mir die Regel ist, da ich alle Geräte gemeinsam über eine Steckdosenleiste schalte. So muss man nämlich nicht den Monitor jedesmal von Hand einschalten, sondern er besorgt das selbst. Links neben der Einschalttaste ist die winzige Mikrofonöffnung, im oberen Displayrand das Löchlein der Webcam, daneben die grüne Leuchtdiode für deren Bereitschaftsanzeige. Getestet wurde Mikro und Webcam in einer Skype-Session. Die Mikrofonempfindlichkeit muss man allerdings recht hoch einstellen, damit man nicht "vor dem Loch" sprechen muss. Hier gilt es, durch Probieren eine gute Balance mit der Lautsprecherlautstärke zu finden, um Rückkopplungen zu vermeiden. Etwas Nebengeräusch ist leider auch dabei, hier ist sogar das Mikro in meinem Notebook besser, aber für Messaging-Programme reicht das. Die 1,3 Megapixel-Webcam liefert akzeptable Bilder und war in Windows XP sofort einsatzbereit. Unter Linux funktioniert die Webcam (Chicony) ebenfalls mit dem UVC-Treiber. Ein nennenswerter Farbstich ist mir nicht aufgefallen.
Einen Bock geschossen haben die Entwickler des Monitors allerdings mit der Bezeichnung der 4 Einstelltasten (Menü aufrufen, Hoch, Runter, Bestätigen). Diese Tasten sind recht klein und an der rechten Seite unten direkt über der Kopfhörer-Buchse. Man bedient sie am besten mit den Fingerspitzen. Wo die "Gnöbsche" aber sind, muss mann erfühlen, da bei der Kennzeichnung das Prinzip der sprichwörtlichen ostfriesischen Flagge ("Weißer Adler auf weißem Grund") angewandt wurde: Die zugehörigen Symbole sind einfach nur ohne kontrastierende Farbe im rechten Bildschirmrand eingeprägt und somit kaum sichtbar.
Kommen wir zu den Anschlüssen. Es ist schon ein ganzes Kabelbündel, was man anschließen muss: einmal das Stromkabel (positiv dabei: Das Netzteil ist im Monitor eingebaut und keine separate Box unter dem Tisch), dann das Videokabel. Ich habe natürlich vergessen zu erwähnen, dass der VX2255wmb sowohl über analoges Kabel als auch über DVI angesteuert werden kann. Gravierende Unterschiede habe ich dabei noch nicht festgestellt, nur an meinem Notebook konnte ich den Monitor über beide Modi anschließen, meine PC-Grafikkarte hat nur einen analogen Ausgang. Als nächstes das Audiokabel: Kabelsparend überträgt dies sowohl die Lautsprecher- als auch das Mikrofonsignal. Dazu braucht man allerdings mindestens 4 Kontakte, so dass das Kabel auf der Monitorseite einen seltenen 4(!)-poligen Klinkenstecker hat - auf der anderen Seite teilt sich das Kabel in einen 3-poligen Klinkenstecker für den Ausgang der Soundkarte und in einen ebensolchen für den Mikrofoneingang. Das Mikrofon ist natürlich nur einmal vorhanden, daher Mono. Und schließlich muss noch das USB-Kabel angeschlossen werden, will man die Webcam betreiben. An der Rückseite des Monitorfußes befinden sich zwei Plastikspangen als Kabelführung. Einmal mit den Kabeln da drin hängen geblieben und man hat die Spangen in der Hand, fürchte ich. Mitgeliefert wid sogar noch ein zusätzliches Stromkabel mit einem Stecker, wie er in Großbritannien üblich ist.
Der Monitorfuß ist auf einer beweglichen Scheibe befestigt, so dass man das Gerät leicht schwenken kann. Außerdem kann die Neigung eingestellt werden. Höhenverstellbar ist er nicht (obwohl ich mich erinnere, irgendwo Gegenteiliges gelesen zu haben). Drehbar (Pivot-Funktion) auch nicht. Mein Gerät hat einen Pixelfehler auf 11 Uhr (ständig leuchtendes Blau), aber damit kann ich leben. Bei der Auflösung fällt er nicht auf und ist nur bei schwarzem Bild an dieser Stelle zu sehen.
Wenn der Monitor halb so lange wie meine Belinea-Röhre durchhält, bin ich zufrieden. Wer einen schicken großen Monitor mit hoher Auflösung und viel Austattung sucht und dabei nicht höchste Ansprüche an den Ton stellt (da kauft man sich am besten sowieso externe Boxen), ist mit dem Viewsonic VX2255WMB bestens bedient. Im Moment (Stand Juni 2008) kostet er so ab 240 Euro.