Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
schnelle und effiziente Absicherung eines bestehenden Windows XP - Systems allein mit Windows - Bordmitteln |
| Kontra: |
kurze Umgewöhnung bei Änderungen von Systemeinstellungen erforderlich |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Nachfolgend findet sich eine Anleitung, mit deren Hilfe es möglich ist, ein Windows XP-System innerhalb von 20 Minuten (länger dauert es wirklich nicht) zu 95% virensicher und internetfest zu machen.
Ich hatte bereits in früheren Beiträgen dieses Thema angeschnitten und in diesem Zusammenhang mehrere Strategien genannt, wie man dies schafft.
Die nachfolgende Anleitung bezieht sich auf wieder eine differente Vorgehensweise, die von allen möglichen Windows-Absicherungsvarianten vermutlich die einfachste und zugleich wirkungsvollste ist. Sie erfordert keine besonderen vertieften Windows-Kenntnisse.
Vorweg ein Wort der Warnung: auch ein wie nachfolgend beschrieben abgesicherte Windows-System ist nicht hundertprozentig gefeit vor schädlicher Software - die Anleitung sollte daher nicht als Aufforderung zum sorglosen und gedankenlosen Klicken und Programme installieren missverstanden werden. Auch in Zukunft sollte man bei verdächtigen E-Mail-Anhängen sehr vorsichtig sein und nur Software aus vertrauenswürdigen Quellen installieren.
Ansatzpunkt der nachfolgenden Anleitung ist erneut die Trennung von Administratorprivilegien und Nutzerprivilegien unter Windows XP. Standardmäßig ist unter Windows XP jeder User ein Administrator mit vollen Systemrechten. Dies ist schlecht, da auch Viren und ähnliches Getier, das sich auf die Festplatte verirrt, mit diesen Rechten agieren und im Zweifelsfall das komplette System zerstören kann.
Die Lösung besteht im konsequenten Arbeiten mit sog. "eingeschränkten" Nutzerrechten, mit denen der Nutzer keine kritischen Systemeinstellungen ändern kann, ohne sich als Administrator zu legitimieren.
Dies wird wie folgt bewerkstelligt:
(1) Start -> Systemsteuerung -> Benutzerkonten, dort ein neues Konto erstellen und zwar als Administrator. Dieses Konto auch gleich mit einem Passwortschutz versehen.
(2) Start -> Abmelden -> Abmelden -> in neues Konto booten -> wieder in die Benutzerkonten gehen und dort das bisherige Konto umwandeln in ein eingeschränktes Konto.
--- bei XP Home Edition geht´s so weiter:
(3) Windows herunterfahren und in den abgesicherten Modus starten (F8-Taste nach dem Herstellerlogoschirm drücken). Falls eine Meldung erschient, ob Windows XP in den abgesicherten Modus gestartet werden soll, auf "Ja" klicken.
(4) Start -> Arbeitsplatz -> C: -> Rechtsklick auf Programme -> Eigenschaften -> Registerkarte Sicherheit -> Namen hinzufügen -> den Namen des auch bisher genutzten Kontos eingeben -> Namen überprüfen -> Ok -> Häkchen bei "Vollzugriff zulassen" machen, mit OK bestätigen.
(5) Einmal oben links auf "Zurück" klicken -> Dokumente und Einstellungen -> All Users -> Startmenü -> Programme -> Rechtsklick auf Autostart, wieder Namen eingeben wie unter 4. und diesmal ein Häkchen bei "Schreiben verweigern" setzen. Mit OK bestätigen.
Danach WinXP normal herunterfahren und neu starten.
--- bei XP Pro geht´s so weiter:
(3) Ordner Eigene Dateien öffnen -> oben in der Symbolleiste auf Ansicht > Extras -> Ordneroptionen klicken -> unter Ansicht das Häkchen bei "Einfache Dateifreigabe aktivieren" wegnehmen. mMit OK bestätigen.
(4) Jetzt so vorgehen wie oben unter XP Home unter Punkt 4. und 5. beschrieben, also Vollzugriff für den Programme-Ordner erlauben und schreiben in den systemweiten Autostart-Ordner unterbinden.
Fortan zum täglichen Arbeiten mit XP nur noch das alte, jetzt eingeschränkte Konto verwenden.
Zum Ändern von systemweiten Einstellungen und zum (De-) Installieren von Programmen per Windows-Taste und L das Konto wechseln -> beim Admin-Konto anmelden -> die gewünschten Systemaktionen durchführen > wieder vom Admin-Konto abmelden und zurück ins normale Nutzerkonto.
Bei der Installation von Programmen das neuinstallierte Programm einmal kurz unter Admin-Konto starten, dann wieder beenden.
Grund: viele Programme legen beim ersten Start Systemdateien an und benötigen dafür speziell Administratorrechte. Danach sind diese Administratorrechte nicht mehr erforderlich.
Zudem kann man so auch testen, ob das betreffende Program *überhaupt* anständig läuft und auch etwas taugt.
WICHTIG: das Dateisystem muss NTFS sein, nicht FAT32, sonst greifen die Zugriffsrechte unter WinXP nicht.
Falls die Festplatte mit FAT32 formatiert wurde, kann man die komfortable convert-Funktion unter WinXP nutzen. Wie das geht, steht unter dem Suchbegriff "ntfs konvertieren" im Hilfe-Center von Windows XP.
Das Arbeiten unter eingeschränktem Nutzerkonto erfordert nur relativ wenig Umgewöhnung, vor allem, wenn das System einmal komplett eingerichtet ist und läuft.
Es bietet den Vorteil, dass über 95 % aller Windows-Viren nicht mehr funktionieren, da diese unter eingeschränktem Nutzerkonto keinen Schaden anrichten können.
Durch die Freigabe des Programme-Ordners wird sichergestellt, dass installierte Programme auch ohne Adminrechte laufen.
Durch die Schreibsperre beim Autostart-Ordner wird erreicht, dass sich unter dem Nutzerkonto keine Malware in den Autostart-Ordner schreibt und anschließend auch unter dem Administratorkonto mitgestartet wird.
Ich kann o.g. Vorgehensweise aus eigener Erfahrung sehr empfehlen, es arbeitet und surft sich vor allem wesentlich entspannter als vorher, weil man weiß, dass das System nicht unter den eigenen Händen zerschossen werden kann.
Last not least: die automatischen Updates unter XP SP2 funktionieren auch unter normalem Nutzerkonto. Wichtige Updates werden automatisch von der Microsoft-Seite heruntergeladen und beim Ausschalten des Rechners installiert. Auch hier also keine Probleme.
Viel Spaß mit dem "neuen" Windows XP :-) !
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