Erfahrungsbericht über "Virus / Robin Cook"

veröffentlicht 23.01.2007 | luckyshaddow
Mitglied seit : 18.08.2006
Erfahrungsberichte : 3
Vertrauende : 0
Über sich :
Sehr gut
Pro Spannung, Stil, Story, Aufmachung...
Kontra etwas langatmiger Einstig, schnelles Ende
nicht bewertet

"Robin Cook - Virus (orig. Outbreak) Roman"

VIRUS von ROBIN COOK

Zur Aufmachung:

Das Buch ist im Taschenbuchformat (kartoniert) und hat 366 Seiten. In deutsch erschienen als Weltbild-Taschenbuch. Genehmigte Lizenzausgabe für 2006, Abmessungen: 13 x 19 cm, Preis: 4,95 Euro
Originaltitel: OUTBREAK (erschienen im Verlag Putnam's Sons, New York)

Die Aufmachung ist schlicht: schwarzer Hindergrund, der Titel ist in weiß, der Schriftsteller steht in blauen Lettern darüber. Außerdem ragt der vordere Teil einer Spritze auf das Cover.

Auf der Rückseite befindet sich in blau nochmals der Titel, in weiß eine kurze Beschreibung des Buches und die ISBN -Nr.: 3-89897-590-8


Der Autor:

Robin Cook ist Absolvent der medizinischen Fakultät der Columbia University. Als es ihm schon mit seinem ersten Roman gelang. die internationalen Bestsellerlisten zu erobern, ließ er sich von seinen Aufgaben beim "Massachusetts Eye And Ear Institute" beurlauben. Er gilt als Meister des Medizin-Thrillers; einige seiner Bestseller wurden bereits verfilmt. Heute lebt Robin Cook mit seiner Frau Barbara in Florida.


Kurze Beschreibung:

In den USA häufen sich mysteriöse Todesfälle, die Rede ist von einem aggressiven Virus, der sich im Laufe von mehreren Untersuchungen als "virales hämorragisches Fieber" vom Typ "Ebola" entpuppt. Der heimtückische Erreger läßt sich durch nichts aufhalten und scheint gegen alle Mittel resistent. Dr. Marissa Blumenthal, Mitarbeiterin im Seuchenkontrollzentrum in Atlanta, wird mit der Erforschung des Falles betraut und sieht sich in sekundenschnelle in der Verantwortung für die Sicherheit Amerikas. Sie entdeckt eigenartige Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Ausbruchsorten der Seuche. Doch plötzlich scheint ihr niemand mehr zu glauben und dann versucht man sie auch noch zu ermorden. Während sie auf der Flucht vor unbekannten Gegnern ist, versucht sie weiterhin einer landesweiten Verschwörung auf die Spur zu kommen. Sie findet erschreckende Dinge heraus und entgeht nur knapp zwei weiteren Angriffen auf ihr Leben. ...

LESEPROBE

Zaire, 7. September 1976

John Nordyke, ein einundzwanzigjähriger Biologiestudent der Universität Yale, erwachte in der Morgendämmerung am Rande eines Dorfes nördlich von Bumba im afrikanischen Staat Zaire, dem ehemaligen Belgisch-Kongo. Er wälzte sich herum in seinem schweißgetränkten Schlafsack und warf einen Blick durch das Maschenfenster seines kleinen Nylonzeltes, während er auf die Laute des tropischen Regenwaldes lauschte, die sich mit den Geräuschen des erwachenden Dorfes vermengten. Ein leichter Wind trug den durchdringenden Duft warmen, frischen Kuhdungs heran, vermischt mit dem beißenden Geruch von den Feuerstellen zur Bereitung des Frühstücks. Hoch über sich konnte er das Hin und Her der Affen wahrnehmen, die sich im üppigen Grün der Bäume tummelten, das den Himmel vor seinen Augen verbarg.

Er hatte unruhig geschlafen und stand, nachdem er sich aufgerichtet hatte, schwach und wacklig auf den Beinen. Es ging ihm eindeutig noch schlechter als am Abend zuvor, als ihn etwa eine Stunde nach dem Abendessen ein Fieber- und Schütteifrostanfall gepackt hatte. Er hatte wohl eine Malaria erwischt, obwohl er so sorgfältig auf die regelmäßige Einnahme von Resochin® als Vorsorgemaßnahme dagegen geachtet hatte. Aber das Problem dabei war, daß man den Moskitoschwärmen einfach nicht entgehen konnte, die jeden Abend aus den versteckten Tümpeln im sumpfigen Dschungel aufstiegen.

Mit schleppenden Schritten begab er sich ins Dorf und erkundigte sich nach dem nächsten Krankenhaus. Ein Wanderprediger sagte ihm, ein belgisches Missionsspital befinde sich in Yambuku, einem kleinen Städtchen ein paar Kilometer östlich. Schwach, krank und voller Besorgnis, baute John rasch sein Zelt ab, verstaute es samt seinem Schlafsack im Rucksack und machte sich auf den Weg nach Yambuku.

John hatte sich für ein halbes Jahr Urlaub vom College geben lassen, um afrikanische Tiere zu fotografieren wie den Hochland-Gorilla, der vom Aussterben bedroht war. Von Kindheit an war es sein Traum gewesen, den berühmten Entdeckern des neunzehnten Jahrhunderts nachzueifern, die einst den Schwarzen Kontinent erschlossen hatten.

Yambuku war kaum größer als das Dorf, aus dem er gerade kam, und das Missionskrankenhaus war wenig vertrauenerweckend. Es erwies sich als eine dürftige Ansammlung von Gebäuden aus Hohlblocksteinen, die dringend der Reparatur bedurften. Die Dächer waren entweder aus rostigem Wellblech oder strohgedeckt wie die Eingeborenenhütten, und es gab keinerlei Zeichen von Elektrizität.

Nach der Anmeldung bei einer nach alter Sitte gekleideten Krankenschwester, die nur französisch sprach, wurde John angewiesen, sich in einen Schwarm wartender Eingeborener mit allen Arten von Krankheiten, Verletzungen und Mängelzuständen einzuordnen. Bei einem Blick auf die übrigen Patienten fragte er sich, ob er sich hier nicht vielleicht etwas Schlimmeres holen könne als das, was er schon hatte. Schließlich erspähte ihn ein sichtlich überlasteter belgischer Arzt, der immerhin etwas Englisch sprach, wenn auch nicht viel. Die Untersuchung war kurz, und wie John schon vermutet hatte, lautete der Befund auf »einen Anflug« von Malaria. Der Arzt verordnete eine Resochinspritze und empfahl John, wieder vorbeizukommen, wenn er sich nicht nach gut einem Tag wieder besser fühle.

Nach der Untersuchung wurde John in den Behandlungsraum geschickt, um dort wegen seiner Spritze anzustehen. Bei dieser Gelegenheit fiel ihm das Fehlen ausreichender antiseptischer Maßnahmen auf. Die Krankenschwester hatte keine Einwegnadeln, sondern wechselte lediglich regelmäßig zwischen drei Spritzen ab. John war überzeugt davon, daß die kurze Zeit, in der diese jeweils in einer desinfizierenden Lösung lagen, bei weitem nicht ausreichte, um sie keimfrei zu machen. Außerdem nahm die Schwester die Spritzen mit bloßen Fingern aus der Lösung. Als er an die Reihe kam, war er versucht, etwas zu sagen, aber sein Französisch war dafür nicht gut genug, und außerdem brauchte er ja das Medikament.

Während der nächsten paar Tage war John froh, daß er nichts gesagt hatte, denn es ging ihm bald wieder besser. Er blieb in der Umgebung von Yambuku und beschäftigte sich mit Aufnahmen beim Stamm der Budza. Sie waren begeisterte Jäger und förmlich erpicht darauf, dem blonden Fremden ihre Fähigkeiten zu zeigen. Nach drei Tagen richtete sich John auf die Fortsetzung seiner Reise den Zairefluß aufwärts ein, auf den Spuren des englischen Entdeckers Henry Stanley. Doch urplötzlich verschlechterte sich sein Gesundheitszustand wieder. Als erstes verspürte er rasende Kopfschmerzen, denen rasch Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit und Durchfall folgten. In der Hoffnung, es würde vorübergehen, kroch er in sein Zelt; doch die Nacht war erfüllt von Schüttelfrostanfällen und wirren Träumen von zu Hause mit reinen Laken und einem gepflegten Badezimmer. Mehrmals mußte er sich im Dunkeln übergeben, und am Morgen fühlte er sich schwach und wie ausgetrocknet. Mit großer Mühe packte er seine Sachen zusammen und schleppte sich zum Missionskrankenhaus. Als er auf dem Gelände dort ankam, erbrach er hellrotes Blut; im Eingang fiel er in Ohnmacht.

Eine Stunde später erwachte er in einem Zimmer, in dem zwei weitere Patienten lagen, die beide an medikamentenresistenter Malaria erkrankt waren.

Der Arzt - derselbe, der John schon beim ersten Besuch untersucht hatte - zeigte sich besorgt wegen seines ernsten Zustands und stellte außerdem einige ungewöhnliche zusätzliche Symptome fest: einen merkwürdigen Ausschlag auf der Brust und winzige Blutgerinnsel in der Augenbindehaut. Obwohl seine Diagnose noch immer auf Malaria lautete, war er doch beunruhigt - es war kein typischer Fall. Als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme veranlaßte er eine Chloramphenicolbehandlung für den Fall, daß doch eine Typhuserkrankung vorliege.

16. September 1976

Dr. Lugasa, Leiter der Gesundheitsbehörde für den BumbaDistrikt, schaute durch das offene Fenster seines Dienstzimmers hinaus auf die im morgendlichen Sonnenlicht schimmernde Fläche des Zaireflusses. Er wünschte sich, daß der Fluß immer noch Kongo hieße mit all der Stimmung des Geheimnisvollen und Erregenden, die der Name heraufbeschwor. Dann zwang er seine Gedanken zur Arbeit zurück und beschäftigte sich nochmals mit dem Brief, den er gerade vom Leiter des Missionsspitals in Yambuku erhalten hatte und der den Tod eines Amerikaners namens John Nordyke und den eines Farmers betraf, der von einer Pflanzung in der Nähe des Ebolaflusses gekommen war. Der Missionsarzt vertrat die Meinung, ihr Tod müsse durch eine unbekannte Infektionskrankheit verursacht worden sein, die sich rasch ausbreite; zwei zusammen mit dem Amerikaner untergebrachte Patienten, vier Leute von der Pflanzung, die sich um den Farmer gekümmert hatten, und zehn externe Patienten der Klinik waren inzwischen ernsthaft an denselben Symptomen erkrankt.

Dr. Lugasa war sich darüber klar, daß er die Wahl zwischen zwei Entscheidungen hatte. Einerseits konnte er ganz einfach gar nichts unternehmen, was zweifellos das gescheiteste war. Es gab ja weiß Gott mancherlei Arten von bedrohlich anstekkenden Krankheiten dort draußen im Dschungel. Andererseits konnte er den ganzen erschreckenden Wust von offiziellen Formularen ausfüllen, der für die Meldung des Vorfalls nach Kinshasa nötig war; dort würde dann jemand in gleicher Funktion wie ei; aber eben ein bißchen höher in der Behördenhierarchie, vielleicht seinerseits entscheiden, daß es klüger sei, gar nichts zu tun. Natürlich bedeutete die Entscheidung für das Ausfüllen all der Formulare für Dr. Lugasa auch, daß er dann verpflichtet wäre, nach Yambuku zu reisen, eine Vorstellung, die ihm gerade jetzt in dieser Jahreszeit voll feuchter Hitze besonders widerwärtig war.

Mit einem gewissen Schuldgefühl warf Dr. Lugasa schließlich den dünnblättrigen Brief in den Papierkorb.

23. September 1976

Eine Woche später verlagerte Dr. Lugasa nervös sein Körpergewicht von einem Bein auf das andere, als die betagte DC-3 zur Landung auf dem Flugplatz vom Bumba ansetzte. Als erstes kletterte Dr. Bouchard, Dr. Lugasas Vorgesetzter aus Kinshasa, aus der Maschine. Am Tag zuvor hatte Dr. Lugasa ihm telefonisch mitteilen müssen, er haben Nachrichten über den AL bruch einer bisher unbekannten Infektionskrankheit, die sich rasch im Gebiet rund um das Missionskrankenhaus von Yambuku ausbreite. Sie befalle nicht nur die dortige Bevölkerung, sondern ebenso das Krankenhauspersonal. Den Brief, den er schon vor einer Woche erhalten hatte, hatte er nicht erwähnt.

Die beiden Ärzte begrüßten sich auf dem Rollfeld und stiegen dann in Dr. Lugasas Toyota. Dr. Bouchard fragte nach den neuesten Nachrichten aus Yambuku. Dr. Lugasa räusperte sich, noch immer bestürzt über das, was er an diesem Morgen über Funk erfahren hatte: Offenbar waren bereits elf Mitglieder des insgesamt siebzehn Leute umfassenden medizinischen Personals gestorben, außerdem einhundertvierseits konnte er den ganzen erschreckenden Wust von offiziellen Formularen ausfüllen, der für die Meldung des Vorfalls nach Kinshasa nötig war; dort würde dann jemand in gleicher Funktion wie ei; aber eben ein bißchen höher in der Behördenhierarchie, vielleicht seinerseits entscheiden, daß es klüger sei, gar nichts zu tun. Natürlich bedeutete die Entscheidung für das Ausfüllen all der Formulare für Dr. Lugasa auch, daß er dann verpflichtet wäre, nach Yambuku zu reisen, eine Vorstellung, die ihm gerade jetzt in dieser Jahreszeit voll feuchter Hitze besonders widerwärtig war.

Mit einem gewissen Schuldgefühl warf Dr. Lugasa schließlich den dünnblättrigen Brief in den Papierkorb.

23. September 1976

Eine Woche später verlagerte Dr. Lugasa nervös sein Körpergewicht von einem Bein auf das andere, als die betagte DC-3 zur Landung auf dem Flugplatz vom Bumba ansetzte. Als erstes kletterte Dr. Bouchard, Dr. Lugasas Vorgesetzter aus Kinshasa, aus der Maschine. Am Tag zuvor hatte Dr. Lugasa ihm telefonisch mitteilen müssen, er haben Nachrichten über den Ausbruch einer bisher unbekannten Infektionskrankheit, die sich rasch im Gebiet rund um das Missionskrankenhaus von Yambuku ausbreite. Sie befalle nicht nur die dortige Bevölkerung, sondern ebenso das Krankenhauspersonal. Den Brief, den er schon vor einer Woche erhalten hatte, hatte er nicht erwähnt.
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Nach einem etwas schleppenden Anfang wird das Buch von Seite zu Seite immer spannender. Schade fand ich nur das Ende. Man denkt, "wie nur noch 6/7 Seiten und immer noch kein Ende in sicht?" Und dann ruck zuck innerhalb von 3/4 Seiten kommt dann da so ein Hollywood Happy End... Da hätt ich mehr erwartet. Tut dem Buch aber keinen Abbruch.
Mir gefällt vor allem, der Schreibstil. Klare Sätze und selbst für einen Medizin-Laien gut erklärte Fremdwörter.
Alles in allem ein sehr gelungener Roman!!

Wenn sich mir die nächste Gelegenheit bietet, werde ich garantiert ein weiteres Buch von Robin Cook lesen, da dies erst das erste für mich war. :-)


So, und jetzt wünsche ich allen Thriller-Fans viel Spaß beim Schmökern! :-D

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