Vogelzucht - Tipps & Tricks

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Meine ersten Schritte zur Vogelzucht

5  15.10.2006

Pro:
Arterhaltung,Nachzucht,Aufzucht

Kontra:
ein teures Hobby

Empfehlenswert: Ja 

CorneliaCi-UweMy

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:83

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 142 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo liebe Leserinnen und Leser

In der letzten Zeit waren von mir Berichte über den Nymphensittich und über Futter und Leckereien
veröffentlicht wurden.In diesem Bericht möchte ich euch von meiner Vogelzucht berichten und
gleichzeitig Ratschläge geben und auch Tricks nennen wie man erfolgreich Vögel züchtet und diese
Nachzuchten am besten verkauft.So einfach wie sich die meisten das denken,ist es leider nicht.Dazu
kommt noch der Gesetzgeber mit immer neueren und schärferen Auflagen,die manchmal schon
als reine Willkür bezeichnet werden können.Der Bericht ist sehr umfangreich und beinhaltet nur das
Wichtigste.Ich kann euch leider nur die Kosten von 1996 bis 2002 nennen,da ich im April 2002 meine
Vogelzucht aus Scheidungsgründen aufgeben mußte.Ich würde auf Grund der erschwerten Auflagen
und den damit entstandenen Kosten heute nicht mehr den Neuanfang mit der Vogelzucht wagen.Dieser
Bericht soll Interessenten keinesfalls von ihrem Vorhaben abbringen,sondern nur vorab informieren,
was da auf euch zukommt.Es sind nicht nur die hohen Futterkosten und die Räumlichkeiten,die hier
eine Rolle spielen sondern auch die gesetzlichen Auflagen sowie die lieben Nachbarn,die sich über
den Lärm beschweren,da sie sich bei ihren lautstarken Grillpartys in ihrer "Ruhe" gestört fühlen.Hinzu
kommt,das bedingte Bauvorhaben genehmigungspflichtig sind und diese meist vom zuständigen
Bauamt abgelehnt werden.Als Begründung wird meist angegeben,das es sich um ein reines
Wohnungsgebiet handelt,wo Nutztierhaltung verboten ist.Da Vögel nicht unter diese Kategorie Nutz-
tiere fallen,ist diese Begründung rechtswidrig.Zwar ist ein Widerspruch möglich,aber das kann dauern
und ob man Erfolg hat ist diese 2.Frage.Man könnte auch gegen diesen Ablehnungsbescheid klagen,
aber auch hier gilt.lange Wartezeit und der Erfolg ist auch fragwürdig.Daher bei einem Bauvorhaben
das der Unterbringung den wahren Grund verschweigen.Wie ich das geregelt habe,lest ihr in meinem
Bericht.

Wie alles begann
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Anfang 1996 kauften meine damalige Ehefrau und ich ein kleines Haus in Ostfriesland,das Grundstück
hatte 1400qm und einen kleinen Schuppen.zu dieser Zeit waren wir im Besitz von 2 Wellensittichen
und 2 Nymphensittichen.Der Schuppen wurde von mir so umgebaut,das er eine Schleuse im Innenraum
erhielt und aussen eine Freiflugvoliere.Die Schleuse dient zur Sicherheit,damit keiner dieser flinken Vögel
ausbüchsen konnte.Der Schuppen wurde im Lauf der Zeit voll isoliert und der Boden gefliest sowie
mit einer zeitlich gesteuerten Beleuchtung ausgestattet.Nun hatte ich einen witterungsunabhängigen
Schutzraum und gleichzeitig eine Voliere,wo ich unsere gefiederten Freunde von der Terasse aus
beobachten konnte.Leider war da unser lieber Nachbar,der gerne feiert,der sich in seiner Ruhe gestört
fühlte,so das wir gezwungen waren,die Nymphensittiche schweren Herzens abzugeben.Ich sprach mit
einem Züchter aus dem Nachbardorf und tauschte die Nymphensittiche gegen 6 Wellensittiche ein.
Nun saßen in der Voliere 8 Wellensittiche und eines Tages verschwand ein Weib spurlos.Sämtliche
Kontrollen der Aussenvoliere sowie des Schutzraums blieben erfolglos.Eines Tages bemerkte ich beim
Füttern,das ebenfalls ein Männchen verschwunden war und wie von Geisterhand am Futternapf erschien
um zu fressen wie ich irrtümlicherweise glaubte,denn nach kurzer Zeit verschwand dieser Sittich wieder
und ich entdeckte ein Loch in der Holzdecke.Mit Hilfe eines Spiegels erkundete ich das Loch und sah
das Weibchen in der Ecke sitzend auf Futter warten.Als sich das Weibchen erhob,sah ich die
Bescherung,ein Gelege mit 5 Eiern.Was nun,überlegten wir uns?Mir blieben nur 2 Möglichkeiten,
entweder die Eier entfernen,was eh sinnlos gewesen wäre oder ich muß mir eine Zuchtgenehmigung
besorgen,damit ich die Vögel beringen kann.

Wo bekomme ich die Zuchtgenehmigung?
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Die Zuchtgenehmigung erhält man nach Ablegung einer Sachkundeprüfung und kostete damals ca 90,-DM
plus 5,-DM für eine Abschrift,die man für die Ringe braucht,dazu später mehr.Die Zuchtgenehmigung
beantragt man bei seinem zuständigen Veterinäramt in dem Landkreis wo man wohnt,bei einem Umzug
in einen anderen Landkreis benötigt man eine neue Zuchtgenehmigung,da diese nicht bundesweit gilt.
Tipp:
Man ruft beim Landkreis an und erklärt sein Anliegen,der zuständige Veterinär schickt einem die notwendigen
Unterlagen zu,diese sollte man sich genau durch lesen und vor dem Prüfungstermin müssen diese Unterlagen
wieder an den Landkreis zurückgesandt werden.Beim Prüfungstermin werden nur mündliche Fragen
gestellt,die sich hauptsächlich auf die Vogelhaltung beziehen.Die Fragen handeln über die Psittakose
(Papageienkrankheit) und Ornithose(Vogelkrankheit) sowie die Sauberkeit und das Verhalten bei Seuchen.
Bei mir hat diese Prüfung 30min gedauert und der Veterinär hat zwischendurch telefoniert und die
Zuchtgenehmigung ausgefüllt.Heute ist das nicht mehr so einfach,denn es kommt auf die Vogelart an,so ist
es möglich,das auch eine schriftliche Prüfung verlangt wird.Ich kann hier nur jedem die Empfehlung geben,
sich einem Vogelverein
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Rotflügelsittich
anzuschließen,die auf den neusten Stand der Vorschriften sind,da man ohne dem
nicht herum kommt,sich einem großen Verband anzuschließen,da man sonst nicht an geschlossene Ringe
kommt.Dazu gibt es später eine Erklärung mit Adresse.Die Zuchtgenehmigung wird dann per Post zugestellt.

Wo bekomme ich die Ringe?
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Hier stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung.Einmal bekommt man offene Ringe beim Zoologischen
Züchterverband,wobei die Abschrift der Zuchtgenehmigung bei einer Bestellung eingereicht werden muß.
Die Ringe gibt es in verschiedenen Größen und sind silberfarben.
Vorteile der offenen Ringe:
Wenn man aus zeitlichen Gründen es nicht schaffen sollte,einen geschlossenen Ring dem Vogel anzulegen,
dann kann man einen offenen Ring verwenden.Manchmal kommt es auch vor,das ein Jungvogel den
geschlossen Ring verloren hat,da die Kralle noch nicht groß genug war,was aber bei einem erfahrenen
Züchter kaum passiert.
Nachteil:Offene Ringe sind für Vogelausstellungen nicht zugelassen und neuerdings auch nicht mehr zulässig,
soweit diese Regelung schon angewandt wirdDer Vogel kann den Ring auch selber öffnen,wenn er genügend
Kraft im Schnabel hat und wenn der Züchterden Ring vorm Anlegen zu weit aufgebogen hat.Ein weiterer
Nachteil ist die Verletzungsgefahr durch einen nicht korrekt verschlossenen Ring.
Auf dem offenen Ring ist die Züchternummer,die Jahreszahl,Ringgröße und die fortlaufende Nummer eingeprägt
zum Beispiel: 000000000Züchternummer,06Jahreszahl,III-Ringgröße,001fortlaufende Ringnummer
Auf dem geschlossenen Ring:
AZ(Verband),00000(Mitgliedsnummer),06(Jahreszahl),III-Ringgröße,001(fortlaufende Nummer)
das heißt,bestelle ich 100 Ringe der Größe I,dann ist auf den Ringen 001 - 100 zu lesen,kommen dann noch
50 der Größe II dazu,dann liest man 101 - 150 und 20 Ringe der Größe III wenn man die ebenfalls braucht,
151 - 170 .

Wie sehen die Vorschriften für die Unterbringung der Vögel aus?
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Hier kommt es auf den Platz drauf an,wer wenig Platz zur Verfügung hat,kann sich für die sogenannte
Boxenzucht entscheiden,die ich aus eigener Erfahrung für nicht empfehlenswert halte.
Hier gelten ebenfalls Vorschriften für die Mindestgröße:
60 x 60 x 60cm für Wellensittiche
80 x 80 x 80cm für Agaporniden
100 x 80 x 80cm für Nymphensittiche
ich lehne diese Art von Zucht ab,da die Vögel unter Bewegungsmangel leiden und zu Fettleibigkeit neigen.
Dann gibt es die Volierenzucht:
300 x 100 x 200cm für kleine Vogelarten wie Wellensittiche,Grassittiche usw
600 x 150 x 200cm für größere Vögel wie Nymphensittiche,Rosellas usw (Angaben jeweils in L x B x H)
je größer umso besser für die Vögel.Die Maße gelten für die Freiflugvoliere,der Schutzraum unterliegt
keinen Vorschriften.
Mit dem Erhalt der Zuchtgenehmigung wird ein weiterer Prozess in Gang gesetzt,denn die Daten werden an
die "Untere Naturschutzbehörde" weitergeleitet und wird sich bei euch in regelmäßigen Abständen
unangemeldet zu einem Kontrollbesuch einfinden.In der Regel taucht diese Behörde halbjährlich bei euch
auf.Diese Behörde kontrolliert die Volieren und Schutzräume und wird euch bei jedem Besuch neue Auflagen
aufdrücken,denn die perfekte Unterbringung für Vögel gibt es in deren Augen nicht.Abweichungen von
Bundesland zu Bundesland sind möglich,da jedes Bundesland seine eigenen Gesetze und Vorschriften hat.

Was ist,wenn ich kein Platz zur Zucht habe?
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Da hilft nur eins,anbauen oder einen Neubau sich im Garten hinstellen.Wie bereits angesprochen,
braucht man für jeden An- oder Neubau eine Baugenehmigung.Ich wollte Geld sparen und nahm den Weg
durch die Terassentür und war leider so dumm und ehrlich obendrein,so wurde mein Bauvorhaben mit der
bereits erwähnten Begründung abgelehnt.Eine Baubetreuung durch einen Architekten hätte mir 2000,-DM
gekostet.Durch die Terassentür kam mir der Spaß 300,-DM für die Bauzeichnung,100,-DM für eine
Baubeschreibung,120,-DM für den Ablehnungsbescheid und 220,-DM für den Lageplan beim
Liegenschaftsamt.Also 520,-DM in den Sand gesetzt.Dann habe ich den Weg durch die Hintertür benutzt,
den kompletten Bauantrag hat mir ein Bauingenieur für 300,-DM gemacht und für mich beim Bauamt
eingereicht.Nun kommts,der 1.Vorgang hat 9 Monate gedauert,der 2.Vorgang ganze 12 Tage,Gesamtkosten
für den 2.Vorgang 420,-DM,einen Lageplan hatte ich ja bereits vom 1.Vorgang.In der Baubeschreibung darf
die Tierhaltung nicht erwähnt werden,Geräteschuppen oder Wirtschaftsgebäude als Begründung reicht aus.
Übrigens wird nur das Gebäude eingemessen,eine Bauabnahme erfolgte bei diesem Gebäude nicht.
Am Besten holt ihr euch Auskunft vor Beginn ein,denn auch hier gilt,jedes Bundesland hat seine eigenen
Vorschriften.In meinem Fall war ein 2-schaliges Mauerwerk Pflicht,das heißt,aussen verklinkert und innen
Kalksandstein oder Porenbeton,auch unter Ytong bekannt.
Für die Freiflugvoliere geht der meiste Platz drauf und hier sollte man auch auf einige Dinge achten.Zuerst
braucht die Voliere ein Fundament aus Beton,damit sich Nager und kleinere Raubtiere sich an euren Vögel
vergreifen.Das Fundament mit Bodenplatte sollte eine Dicke von 10cm haben und leicht angeschrägt sein,
damit kein Regenwasser staut,zusätzlich sollte man einen Abluß mit einbauen,damit das Wasser ablaufen
kann.Die Bodenplatte sollte so tief angelegt sein,das noch eine Sand- bzw Erdschicht von 20cm Platz hat.
Beim Draht sollte man nicht sparen und es beidseitig bespannen,10 x 10mm die Maschengröße.Als Pfosten
reichen Kanthölzer von 100 x 100mm,die Kanthölzer von der Verstrebung können halb so stark sein.Ein
Drittel der Aussenvoliere sollte überdacht sein.Eine Schleuse mit Tür wäre sehr ratsam,denn man muß
den Sand oder Erde gelegentlich austauschen,da sonst Wurmbefall bei den Vögeln anstehen könnte.

Wo nisten oder brüten die Vögel?
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Der Handel bietet reichlich Auswahl an Nistkästen,wer handwerklich geschickt ist,kann sich diese Kästen
selber bauen.Im Baumarkt gibt es meistens Abschnitte von Sperrholzplatten,wobei Spanplatten oder
anderes geleimtes Material hier nichts zu suchen hat,denn es weicht durch die Körperwärme auf,bildet
Schwitzwasser und das Material quillt auf und löst sich auf,die Folgen wären eine gescheiterte Brut.
Ich selber habe mir auf Vogelbörsen Baumstämme besorgt,sie sind zwar teurer als Niskästen,aber
dafür natürlicher und der Vogel verpulvert nicht seine ganze Energie um die die Bodenplatte mit
aufzuwärmen.Als Einstreu bzw Nistmaterial findet man im Handel ein Kleintierstreu,eine kleine Handvoll
reicht schon aus.Teilweise wird das Nistmaterial auch wieder rausgeworfen.Abzuraten wäre auch eine
Volierenzucht wo mehrere Vögel gleichzeitig in einer Voliere brüten.Meist geht die ganze Brut verloren,
da nur ein einzelner Vogel aus Neid sämtliche Gelege zerstören kann.In meinem Fall waren es
Wellensittiche,die sogar ihre Artgenossen förmlich zerfleischt haben.

Mein Vogelpärchen ist in Brutstimmung
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Wenn die Männchen ihre auserwählte Dame umwerben,dann sieht das manchmal recht komisch aus.
Ich stelle mir gerade vor,ich stelle mich vor Conny hin und quatsch sie voll,füttere sie oder mache
Kopfstand und wedel dabei mit den Armen,würde mir zwar nicht gelingen,aber es wäre der absolute Brüller.
Die Befruchtung nach dieser Zeremonie ist einfach,das Männchen steigt dabei auf das Weibchen und
man sieht wie sich der Schwanz bei beiden Vögeln leicht verdreht hat.mehr konnte ich leider nicht erkennen.

Mein Weibchen hat ein Ei gelegt
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Das Weibchen braucht nach der 1.Befruchtung ca 10 - 14 Tage bis das 1.Ei gelegt wird,die weiteren Eier
folgen im Abstand von 2 Tagen.Ein komplettes Gelege besteht je nach Erfahrung des Vogelpaares,zwischen
3 - 7 Eier,ich selber habe schon mal 12 Eier gezählt,hier heißt es,der Mensch muß eingreifen.Diese
Belastung wäre einfach zu groß für beide Vögel.Mit Hilfe einer Taschenlampe durchleuchte ich die Eier,
sollten alle 12 Eier befruchtet sein,sollte man die Hälfte entfernen und durch angewärmte Porzellaneier
ersetzen.Die 6 entnommenen Eier kann man gegebenfalls bei anderen brütenden Vögel der gleichen Art
unterschieben.Man kann Eier oder auch Nestlinge,die gerade geschlüpft sind,aber von den Eltern nicht
gefüttert werden,einem Ammenpärchen unterjubeln,hier eignen sich am besten Nymphensittiche,da
diese von Natur aus nicht agressiv auf andere Vögel reagiere.Grundsätzlich gilt hier auch wie in der
freien Natur,die Vögel sollten jetzt auf keinem Fall mehr gestört werden.Die Brutzeit ist unterschiedlich
und beträgt in der Regel zwischen 20 und 24 Tage.Im Abstand von 2 tagen schlüpft ein Winzling
nach dem anderen aus seinem Ei.Manchmal schlüpfen auch die Jungen im Abstand von einem Tag,das
ist aber eher selten.Ein Vogelpärchen sollte aus diesen Gründen nicht mehr wie max 3 Zuchten aufziehen,
das gilt besonders die Dauerbrüter wie Wellensittich und Nymphensittich.Am besten ist nach der Brut
und Aufzucht eine Brutpause von mindestens 2 Monaten

Die Jungen sind geschlüpft,was nun?
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Eins vorweg,Geburtshilfe leistet das Weibchen,wenn der nestling es aus eigener Kraft nicht schafft,meist
ist dieser Nestling zu schwach und würde bei der Futtervergabe immer zu kurz kommen,das Weibchen
entscheidet selber,ob sie eingreift oder nicht.Nach dem alle Jungen unter den wärmenden Flügeln des
Weibchen sitzen,leistet das Männchen Schwerarbeit,er muß nun die hungrigen Mäuler stopfen.Das
Männchen ist jetzt sehr gestresst und daher sehr leicht reizbar.Mich hat mal ein Ziegensittichmännchen
bei der Fütterung angegriffen,seitdem bin ich nur noch mit Mütze und Jacke in diese Voliere gegangen,
denn die Attacken sind sehr schmerzhaft und wer möchte schon mit einer klaffenden Kopfwunde beim
Arzt erscheinen und von einer Vogelattcke berichten.

Was füttere ich während der Aufzucht?
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Erstmal muß ein zweites Futtergefäß in die Voliere gestellt werden,denn der Futterbedarf steigt täglich,da
die Nestlinge von Tag zu Tag ihr Gewicht verdoppeln.Als Futter selbst wird das Standartfutter weiter gegeben,
aber wer gute Zuchterfolge erzielen möchte,wird einige andere Futtersorten zusätzlich seinen Vögeln geben.
Hier gibt es ein spezielles Aufzuchtsfutter, auch unter Eifutter bekannt.Ich habe auf Grund meiner
zahlreichen Vögel ein niederländisches Produkt verwendet,das in Eimern zu 5kg oder in Säcken mit 25kg
angeboten wird,der Preis liegt zwischen 15 und 20 Euro für 5kg und 50 bis 60 Euro bei 25kg.Das Eifutter
besteht aus Biskuitkrümeln,angereichert mit Ei und Honig sowie Negersaat.In Zooläden gibt es dieses
Futter ebenfalls und auch in kleineren Mengen zu kaufen.Das Futter wurde während der Aufzucht,der Brut
und der Mauser gefüttert.Da einige Vogelarten auch im Winter brüten wie zB Wellensittiche oder
der Nymphensittich wurde bei den Wellis zusätzlich Negersaat gefüttert und bei den Nymphen Sonnen-
blumenkerne,vorwiegend die weißen Kerne.Hier konnten sich die brütenden Tiere eine zusätzliche Energie-
reserve anfressen.Zum Frühjahr wurde das Futter langsam wieder reduziert.Nebenbei werden noch
Grünfutter,Keimfutter,Möhren,Obst und auch mal Mehlwürmer gefüttert.Mehlwürmer gibt es meistens dort,
wo man auch Würmer zum Angeln bekommt.

Wie hoch sind die Futterkosten?
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Sehr gute Frage,aber mit einem Päckchen aus der Zoohandlung ist es vorbei.Bei mir waren ca 50 Vögel
durchschnittlich im Bestand und es schwankte immer von Monat zu Monat,mal waren es 50kg im nächsten
Monat sogar 100kg von der Standartmischung,die ich aus den Niederlande von einer belgischen Futtermühle
bekam.Ich kam durchschnittlich auf ca 200DM Futterkosten pro Monat,100DM nochmal für neue Näpfe,
Badewannen,Niststämme usw.Da ich mir einen Stall für die Zeit des Neubaus angemietet hatte,nochmal
für Miete,Strom und Wasser weitere 200 DM dazu.Also 500 DM feste Kosten jeden Monat,die durch den
Verkauf der Nachzuchten nur teilweise wieder reinkamen.
Die Volierenkosten in diesem Stall betrugen ca 3000,-DM und für den Neubau die Materialkosten ca 10000 DM
da ich den Bau selber hochgezogen habe,blieb mir hier eine Ersparnis von ca 20000 DM an Arbeitslohn für
eine Baufirma.
Die Kosten für die Ringe beliefen sich auf ca 60 DM jährlich,der Jahresbeitrag für Vogelverein und Verband
zusammen auf 40 DM.

Wie beringe ich den Vogel und wo kann ich die vielen Vögel verkaufen?
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Bei der Verwendung von geschlossenen Ringen nimmt man den Nestling im Alter von 10 - 14 Tagen in die
rechte Hand und mit der linken Hand lege ich mir die linke Kralle zwischen Zeigefinger und Daumen der
rechten Hand,das bein ist dabei leicht gestreckt und ich schiebe nun den Ring über die drei Zehen,die vierte
Zehe,die nach hinten zeigt,wird dadurch hochgedrückt gegen das Bein,wenn ich den Ring etwas kippe,geht
diese Zehe wieder allein runter,sollte das nicht der Fall sein,dann hilft ein Zahnstocher oder Streichholz um
diese zehe aus dem Ring zu befreien.Anschließend wird die Beringung in einem Nachweisbuch eingetragen
und zwr mit Datum und Ringnummer sowie Vogelart.Das gleiche geschieht beim Verkauf,da wird zusätzlich
die Adresse des Käufers eingetragen,ebenso werden in diesem Buch alle Zugänge sowie Todesfälle mit
Todesursache eingetragen.Das Buch muß mindestens 5 Jahre aufbewahrt werden und nicht verfälscht
werden.
Wenn man mehrere Zuchtpaare brüten läßt,hat man irgend wann kein Platz mehr,spätestens dann stellt
sich die Frage,wohin mit meinen so liebgewonnenen Freunden.Aber erstmal müssen die kleinen
Flattermänner flügge sein,das ist meist nach 6 - 7 Wochen der Fall.Absatzmöglichkeiten gibt es genügend,
Verwandtschaft,Bekanntenkreis,Nachbarschaft oder auch Vogelbörsen und Zooläden kommen in Frage.
Ich habe in der Anfangszeit an Zooläden geliefert,war als sich hier der Preiskampf einschaltete und ich
die Vögel für ein Appel und ein Ei hergeben sollte,habe ich damit aufgehört.Mir waren die Tiere für diese
Art der Geschäftemacherei zu schade,zumal einige Zooläden es mit der Sauberkeit und Ernährung nicht
gerade sehr ernst nahmen.Für einen Wellensittich wollte man 8 DM zahlen und für den Nymphensittich
15 DM,verkauft wurden die Vögel dann mit 500% Aufschlag.Begründung:die hohen Futterkosten der
Zooläden.Die habe ich als Züchter anscheinend nicht gehabt,aber ich finanziere nicht gern andere Leute
ihre Raffgier und schon gar nicht auf Kosten von Tieren.Ich inserierte dann in der örtlichen Presse wo ich
dann die zukünftigen Vogelhalter mir gleich persönlich anschauen konnte.Es blieb dabei manchmal nicht
aus,das ich einen Vogel auch verschenkt habe.

Hierzu eine kleine Empfehlung von mir,auch wer nicht die Absicht hat,irgend wann einmal Vögel zu züchten,
dem möchte ich trotzdem einmal empfehlen,eine Vogelbörse(nicht zu verwechseln mit einer Ausstellung)zu
besuchen.Ihr findet dort nicht nur eine Artenvielfalt von Vögel,sondern auch eine reichhaltige Auswahl an
Futter und Zubehör.Zugleich sind dort genügend Vogelzüchter,die euch gerne bei Problemen mit eurem
gefiederten Krawallmacher einen Rat geben können.Die Eintrittspreise liegen meist so um 5 Euro,eher
noch darunter,ich war das letzte Mal 2001 auf einer Börse und da mußte ich 4 DM bezahlen.

Damit keine Mißverständnisse auftreten,für Finken oder Kanarien gelten andere Vorschriften und ich
kann dazu nichts berichten und auch keine Ratschläge geben,da ich diese Vogelart nie gezüchtet habe.

Weitere Kosten stehen ebenfalls im Raum,der BUND hat eine besondere Prüfung für besonders
geschützte Vögel durchsetzen können,diese Prüfung ist sehr kostenintensiv man sprach damals von
Gebühren in Höhe von ca 4000 DM,auf Vereinsebene würde das je nach Mitgliederzahl erheblich
niedriger liegen,daher auch meine Empfehlung sich einem Verein anzuschließen.Da diese Bestimmungen
zwar aktuell sind,aber es noch eine gewisse Übergangszeit gibt,sind hier von meiner Seite aus keine
genauen Angaben möglich.Bis die Behörden diese Bestimmungen umsetzen,vergeht noch einige Zeit
und ändert sich auch noch einiges.Unterlagen und sowie Fragenbogen habe ich in meinem Besitz und
ich finde,danach dürfte sich Otto Normalverbraucher keinen Vogel mehr halten dürfen.

Das war jetzt das Wichtigste zum Thema Vogelzucht mit Erfahrungen,mit Tricks und mit Tipps und
zum Abschluß noch die erwähnten Adressen.

Wirtschaftsgemeinschaft
Zoologischer Fachbetriebe GmbH
Postfach 1420
63204 Langen
Tel.06103-910724
hier bekommt man die offenen Ringe,Ringzange und Nachweisbücher

Vereinigung für Artenschutz
Vogelhaltung und Vogelzucht (AZ) e.V.
AZ-Geschäftsstelle
Postfach 1168
71501 Backnang
Telefon 07191-82439
Telefax 07191-85957
www.azvogelzucht.de

der Jahresmitgliedsbeitrag beträgt 28,-Euro und beinhaltet einen Mitgliedsausweis,eine monatliche
Zeitschrift,kostenloses Inserieren in der Zeitschrift und Erwerb der geschlossenen AZ-Ringe.Zusätzlich
gibt es ein Mitgliederverzeichnis.Die HP ist Nichtmitgliedern nur
teilweise zugänglich.

Leider kann ich euch keine Fotos von den Jungvögeln anbieten,da meine verehrte Ex sämtliche Fotos
angeblich nicht mehr finden kann.


MfG UweMy


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speedey06

speedey06

13.02.2007 15:21

Piepmätze sind nichts mehr für mich. Ich hatte früher 2 und die haben immer Krach und viel Dreck gemacht. Nichts mehr für mich! LG Doreen

AnnaHaeberle

AnnaHaeberle

23.12.2006 10:00

Spitze, wie Dir das alles gelingt. Dir ein frohes Weihnachtsfest. LG Sabine

LoloMay

LoloMay

15.11.2006 16:18

Einfach ein toller und ausführlicher Bericht, an dem nichts fehlt. Klasse!! Dafür ein dickes und verdientes BH von mir :) Liebe Grüße Romy

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