BESSA-L oder bessa was??
Eine Frage? Nein, keine Frage!
Da steht sie vor mir, die BESSA-L der aktuellen „Classic-Collection“ aus dem Hause Voigtländer (Slogan: Leider nur für Könner).
Mattschwarz, und ein ebenfalls mattschwarzes Voigtländer „Super Wide Heliar 4.5/15mm“ ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von offie über Voigtländer Bessa L 6. Juni 2001
Produktbewertung des Autors:
Bildqualität:
Ausstattung:
Bedienung:
Verarbeitung:
Akkulaufzeit:
Zuverlässigkeit:
Pro:
Klein, handlich, technisch oho !
Kontra:
Schwarze Version sehr emfpindlich
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
BESSA-L oder bessa was??
Eine Frage? Nein, keine Frage! Da steht sie vor mir, die BESSA-L der aktuellen „Classic-Collection“ aus dem Hause Voigtländer (Slogan: Leider nur für Könner).
Mattschwarz, und ein ebenfalls mattschwarzes Voigtländer „Super Wide Heliar 4.5/15mm“ Objektiv blitzt den Betrachter vorwitzig an. Dort wo normalerweise Blitze Fuss fassen, ist ein wuchtiger Sucher aufgesteckt: Voigtländer 15mm steht da drauf. Der Blick hindurch ist einfach nur gigantisch!
Hoppela; was für eine Kombination; eine Sucherkamera mit Superweitwinkel!
Als NIKON Fan habe ich dieses Teil vor genau einer Woche ausgepackt – für 799,- DEM gebraucht erstanden, nun die beiden ersten Testfilme aus einem sommerlichen Maianfang sind im Kasten – und da liegen Sie vor mir die Ergebnisse.
Einfach Klasse! Was für ein Blickwinkel! Klasse belichtet!
Aber von Beginn an.
Mein erster Gedanke: Oh, ist die schnuckelig klein! Suess!!
Mit der BESSA-L ist Voigtländer wirklich ein guter Wurf gelungen. Eine durchdachte Sucherkamera, 3 Leuchtdioden geben Aufschluss über die rechte Belichtung – und zwar zuverlässig! (Lichtmessung durch das Objektiv) – man stellt die Zeit ein, führt die Blende solange nach, bis die grüne Diode in der Mitte leuchtet (oder umgekehrt die Blende vorgeben und das Zeitenrad drehen) und „Schuss“ – aber
ACHTUNG: wo sind die lieben kleinen Wurstfingerchen? Na?
(Meine waren 2x am Rande mitfotografiert, nein, nicht klobig, sieht nett aus - also aufgepasst!).
Verschlusszeiten verkraftet die BESSA-L von 1 – 1/2000stel Sekunde, also recht modern für eine Classic Serie – und erst die kürzeste Blitzsynchronisationszeit – megamoderne 1/125stel – hallo Nikon F65!! Wer Blitzen möchte – kein Problem, eine Synchronbuchse ist seitlich am Gehäuse angebracht (Blitzschiene drunter, Blitz daneben und Synchronkabel anschliessen – aber welcher Blitz leuchtet schon die weiten 15mm aus??).
Okay, alles ansonsten mechanisch, vom Film einlegen (sehr leichtgängig!) über den Filmtransport bis zur Rückspulung (man traut sich zunächst gar nicht, richtig zuzupacken und zu drehen !); oder die ISO/ASA Einstellung von 25-1600 mit Drittelstufen
Leise sollte sie laut Werbung sein – nun, das Auslösegeräusch kommt mir doch brachial vor, ansonsten aber hervorragend geräuscharm.
Nun, die Voigtländer-Fans werden sicher schon ungeduldig – genau, die Wechsel-Augen für das feine Teil – die Fachpresse hat sich bereits schier überschlagen.....
Vom 12mm bis zum 90mm bietet Voigtländer eine breite Palette für sein Schmuckstück und deren größere Schwester BESSA-R, die bereits von Geburt mit einem eingebauten Sucher gesegnet ist. Aber das ist noch nicht der Clou.
HALLO LEICA FANS – AUFWACHEN!
M39 Schraubgewinde-Objektive sagen Ihnen was? Schön!
Die Fachpresse merkt es so langsam auch; Leicafans strömen in Scharen zu den feinen Voigtländer Objektiven für Ihre alten M-Kameras – und selbst für die M6 Fans gibt’s Adapterringe – je nach Brennweite des benutzten Objektivs – für Kameras mit LEICA-M-Bajonett mit automatischer Sucherumschaltung.
Feiner Marketingzug – Voigtländer ist wieder wer!
Also ist doch was dran, am frischen Voigtländerwind – nicht nur AF-Objektive für die großen Systeme als Massenware – nein, hier ist eine eigene Serie – ein großer Wurf gelungen – denn auch ich als neuer Voigtländer Fan bin nun auf der Suche nach schönen alten Leica M39 Schraubgewinde-Objektiven – der Gebrauchtmarkt reagiert bereits. Ok, einverstanden, nicht nur wegen mir ;-)
Worauf sollten Sie achten?
Die Kamera – und die meisten Voigtländerobjektive gibt es in Silber oder Mattschwarz. Schwarz sieht für meinen Geschmack edler aus – meine Einjährige zeigt aber bereits deutliche Spuren, die an einer Silbernen sicher nicht so zu sehen wären – also – entscheiden Sie selber. Der serienmäßige Objektivdeckel schabt beispielsweise die Kanten seines schönen 15er an der eingebauten Sonnenblende bereits blank – der Unterboden des Bodys dürfte schon einige Stative gesehen haben – und sieht entsprechend aus. Bei einem silbernen Exemplar würde das sicherlich nicht so auffallen. OK, es ist keine robuste LEICA oder NIKON FM – aber den Eindruck von Billigware hat man nun wirklich nicht.
Voigtländer bietet zeitgemässe 3 Jahre (oder wahlweise 36 Monate) Garantie.
Zum System und den Preisen.
Die Objektive werden mit dem passenden Sucher geliefert, das 15mm (Aspherical!!) kostet neu ca. 1100 DEM (silber oder schwarz – inklusiv Sucher) – die Kamera selber knappe 500 Mark in silber oder schwarz. Das irre 12er Ultra Wide Heliar 5.6/12mm ist für ca. 2.300 DEM neu zu haben (Gebrauchtpreis gesehen bei EBAY: 1750 DEM) – also beim Fotografieren den Bauch einziehen! Weitere Voigtländerobjektive: 25mm, 35mm, 50mm, 75mm und ein nagelneues 90er.
Die BESSA-R für knapp 1000 DEM (also doppelt so teuer) bietet zusätzlich zur BESSA-L einen eingebauten Sucher, einen regelrechten Mittenkontaktblitzschuh auf dem Gehäuse und ISO/ASA Einstellmöglichkeiten bis 3200, ebenfalls in Drittelstufen – etwas schwerer ist sie, alles andere ist technisch gleich....