Erfahrungsbericht über

Volvo XC90 2.4 D5 Kinetic

Gesamtbewertung (14): Gesamtbewertung Volvo XC90 2.4 D5 Kinetic

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Eisenschwein mit Geländeambitionen! UPDATE!

5  09.04.2008 (01.12.2008)

Pro:
Riesig, hübsch, ausgereift, super -  - sicher und alltagstauglich

Kontra:
Schwächelt manchmal im Detail, ist relativ laut und etwas zu ruppig

Empfehlenswert: Ja 

ostammer

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:15

Vertrauende:1

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 37 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Moin,

nachdem man mir bei AUDI erklärt hat, was mich ein neuer A6 allroad kosten soll, habe ich mich mal bei anderen Marken umgesehen, und bin bei VOLVO fündig geworden.

Seit ca. 2 Monaten und 8.000 gefahrenen Kilometern nenne ich einen XC90 D5 mein Eigen, und bereue bis jetzt wirklich rein gar nichts.

Zugegebenermaßen hat der Wagen die optische Leichtfüssigkeit eines mittelschweren Bergungspanzers, und die reellen Ausmaße der Queen Elizabeth I, aber irgendwie will man das ja auch.

... und ich denke, bei knapp 2.000 ltr. Fassungsvermögen (bei umgeklappter Rücksitzbank) muss man nicht erklärend eingreifen, ENGE war gestern, heute ist PLATZ!

Wer also mal spontan ein Rudel Deichschafe einpacken möchte, oder Kühlschränke und Gefrierkombinationen im "Mädchenmarkt" gleich im Sechserpack kauft, der sollte sich den Wagen unbedingt anschauen.

Aber der Reihe nach:

Meiner Überzeugung nach ist der XC90 von allen "Eisenschweinen der Neuzeit" (neumodern-anglizistisch sagt man auch "SUV" oder gar GANZ sexy "SAV" dazu) das mit dem geringsten Protzfaktor, und mit der deutlich höchsten Akzeptanz (wobei der XC90 da natürlich vor allem beim Ruf des Herstellers als solchem schmarotzt). Kein anderer Wagen dieser Klasse hat so wenig negative Patina mit sich herumzuschleppen, wie der XC90 (was im Übrigen für mich auch ein echtes Kaufargument war, und weiterhin ist).

Optisch ist der Wagen eine Wucht. Er sieht ab einer Entfernung von ca. 10-15 m gar nicht mehr so riesig aus (man darf sich aber NICHT neben andere Autos stellen, sondern eine 300jährige Dorfeiche ist da optisch ein adäquates Gegengewicht), ist wirklich gut proportioniert, hat eine schmale Front, einen dicken Hintern, steht optisch ganz leicht nach vorn über gebeugt ("auf dem Sprung" wäre übertrieben, aber so etwas ähnliches könnte gemeint gewesen sein, man rutscht aber nicht gleich aus den Sitzen) und protzt nicht übermäßig mit unnötig im Sonnenlicht umherblitzenden Details.

Einmal in den XC90 eingestiegen will man da echt nicht mehr raus, auch wenn man ein kleines, niedliches Mädchen ist, und meine Freundin :-)

Ihr erster Eindruck, nachdem der Mund endlich wieder geschlossen war: "Da fühlt man sich ja sicher wie in Abrahams Schoß. Man sitzt tierisch weit oben, die Straße ist weit weg, und wenn man die Tür zumacht hört man von draußen gar nichts mehr."

So ist es.

Nachgesetzt hat sie mit der gemurmelten Randbemerkung: "Das IST wenigstens mal eine Tür."

So ist es.

Reinsetzen, wohl fühlen. Kuschelige

Bilder von Volvo XC90 2.4 D5 Kinetic
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Volvo XC90 2.4 D5 Kinetic Volvo XC90
Sieht gut aus, kann ich aber noch nicht bestätigen. Noch habe ich keinerlei Geländeerfahrungen mit dem Fahrzeug sammeln können.
Sitze, gute Ausstattung, genug Platz (ich bin mit 194 cm lichter Höhe - und obendrein breit gebaut (und ich meine NICHT die Schultern!) - wirklich nicht der einfache Kfz-Kunde) und eine gute Aufbereitung aller Bedienelemente fallen beim Ersteindruck positiv auf. Die Knöpfe, Schalter, Wippen, und Drehregler sind optisch und haptisch wertig, fassen sich also gut an, und vermitteln einen dennoch funktionell orientierten Eindruck (function meets style hat hier funktioniert).

Der Innenraum ist ohnehin sehr aufgeräumt, schön ausgestaltet, und nicht zu aufdringlich beleuchtet, sondern eher "ausreichend informativ mit Licht untermalt". Ich kenne Kfz, und bin sie auch selber gefahren, die sind im Cockpitbereich teilausgeleuchtet wie eine Großraumdisco mit Lasershow (wer will sowas?). Sehr fein ist das aus dem Armaturenbrett herausfahrende NAVI (oftmals als "Toaster" belächelt), da der wirklich große Bildschirm so nicht permanent in der Konsole rumstört, sondern eben "nur da ist, wenn man ihn auch braucht /haben /sehen will". So etwas finde ich gut, und auch das vollständig in das Fahrzeug integrierte Mobilfunktelefon weiß (nach einem Software Update) zu überzeugen, nachdem man die SIM-Karte erfolgreich in der Karosserie versenkt hat ;-). Arschwärmer, elektrisches Compfort-Ledergestühl mit Speicherfunktion und Lendenwirbelstützen runden das Gesamtbild kuschelig ab.

Deutlich verbesserungswürdig ist der Seitenhalt der Sitze, die haben nämlich keinen. Orientiert an den Sofa's der 30iger Jahre hat hier ein überzeugter Jünger des Gelsenkirchener Barocks gewütet, und eben wirklich Ohrensessel (ohne Ohren, die würden wegen der Seitenairbags stören) verbaut, statt wirklich wünschenswert strukturiertem Gestühls mit Haltefunktion.

Aber der Wagen hat ja auch nur "Geländeambitionen", und ist eben kein Geländewagen, sondern ein Cruiser mit hochgekrempelten Hosenbeinen. Ein Wattenmeer-Rand-Schleicher eben.

Was evtl. noch negativ zu bemerken wäre, ist das für einen echten Daycruiser deutlich zu ruppig reagierende Fahrwerk, was dann doch eher an die einzylindrigen Lanz Bulldog der frühen Nutzfahrzeugpionierzeiten erinnert. Der XC90 springt bei deutlich unordentlicher Fahrbahn gerne mal ein wenig undiszipliniert herum, und möchte dann auch bitte festgehalten werden. Das ist wirklich selten, aber es passiert eben doch mal. Da merkt man dann auch, das der XC90 keinen permanenten AWD hat, sondern ein Fronttriebler ist der bei Bedarf (via HALDEX-Kupplung) alle Viere in Bewegung setzen kann. Das ist auch OK so, denn wenn man sich durch wirklich schweres Gelände bewegen will, dann ist die Zeit der hübschen Autos vorbei :-) Auch starker Seitenwind will aktiv bezwungen werden, was aber bei einem cw-Wert von "IKEA-Kleiderschrankmodell DICKMÖBELEN mit geöffneten Türen" wenig verwunderlich ist. Böiger Wind ist auch gemein, und bei der Gelegenheit wird auch der Innenraum durch deutlich vernehmbare Windgeräusche geflutet. Die Windgeräusche stellen sich ab 160 km/h deutlich ein, was man aber irgendwie auch fast nie fährt (man kann aber - wenn man will - sogar fast 195 km/h schaffen. Wenn man das wirklich will, und zudem ein
Weilchen Zeit hat.).

Die Ausstattung ist üppig, und man kann eigentlich sagen, dass keinerlei Wunsch offenbleiben muss, wenn man es nicht möchte, und bezahlen mag /kann.

Sehr überzeugend ist die serienmäßig geradezu opulent ausfallende Sicherheitsausstattung. Das läßt einen dann schon fast spontan darüber nachdenken, ob so ein Hindernis-Überschlag, anstelle des normalen Werndevorgangs, nicht doch einfach mal vorzuziehen sei. Von allerlei Raffinessen im Bereich der proaktiven Fahrwerksassistenten, bis hin zu mehrfach im Dutzend vorliegenden Airbags und Seitenvorhängen, Überrollschutz und Schleudertraumaverhinderung bis zur quasi tresorähnlichen Vollschutz-Einlagerung mehrer Kinder im Rücksitzbankbereich ist man mit dem Gefühl unterwegs, in einem vollmobilen Magnetfeld zu schweben, was eigentlich nur von einer instabilen Erdrotation oder einem Meteoriteneinschlag gestört werden könnte.

Dazu kommen mehr als ausreichende Fahrleistungen (meiner hat den 163 PS Diesel mit Partikelfilter), und aus dem Alter der heißen Ampelstarts und Kurzstreckenrennen bin ich auch raus, und auch früher hätte ich so etwas ganz bestimmt nicht mit einem als großem Volvo verkleideten lkw-ähnlichen, wahrgewordenen Landmaschinenmechanikertraum gemacht.

Daher evtl. auch der extrem zahme Durchschnittsverbrauch von 10,1-10,3 ltr. /100 km. Das kann man heute wirklich noch fahren, ohne im Angesicht seiner Kinder, oder beim Blick in die Natur, dauerhaft schamesrot werden zu müssen.

Liest man sich Dinger wie "Diesel-Vor-KAT", "Partikelfilter" gefolgt vom "Diesel-Haupt-KAT" durch, dann bekommt man das Gefühl, dass man auch durchaus den besten Kumpel mal für ne Woche unter den Auspuff binden könnte, und ebendieser dann (als Nichtraucher) immer noch keine Flecken auf der Lunge hätte. Ok, er wollte nicht, evtl. teste ich das später noch.

Sören, Du Feigling ;-)

Intelligente Extras wie ein wirklich funktionierender Wagenheber, ein vollwertiges Reserverad (es gibt SUV-ähnliche Kfz mit Notrad, macht natürlich Sinn, so im "mittelscheren Gelände", issklar) eine abnehmbare Anhängerkupplung (mit der man min. 2250 kg ziehen kann (gebremst)), ein NAVI was man auch mit rein geographischen (Positions)Daten füttern kann (im Gelände hat eben nicht alles einen Namen, und zB. mitten in der Einöde Finnlands sind Dinge wie "östlich des großen, schneebedeckten Berges, der aussieht wie ein schwangeres Nilpferd" auch Formulierungen, die nicht unbedingt zum Erfolg führen, geschweige denn überhaupt zu einem Ergebnis), gute Bodenfreiheit, relativ ausreichende Böschungswinkel und eine vorhandene Wattiefe runden die Sache wirklich positiv ab.

Das ist ein schönes Auto.

Es fährt gut, es beschützt einen, und vermittelt an die direkte Umgebung einen entspannten Grundeindruck, und tut somit mehr für mich, als alle anderen Autos davor zusammengenommen.

Zuguterletzt reagiert auch die Umgebung des Kfz deutlich angemessen neidisch, so dass alle Facetten beleuchtet wären ;-)

UPDATE:

Die von anderen hier aufgeführten Qualitätsmängel habe ich zum Glück - bis auf den Einen - nicht erleiden müssen: Die Radlager der Hinterachse wurden auf Kulanz beide gwechselt, nachdem man die Rollgeräusche nicht einmal mehr durch die 12 verbauten Boxen überschreien konnte ;-)

Das von eingen bemerkte Klappern im Innenraum hatte ich im übrigen auch, dann habe ich den Innenraum mal aufgeräumt, und siehe da. Es war weg :-)

Der Verbrauch hat sich inzwischen noch niedriger eingependelt, und liegt jetzt - rein rechnerisch, und NICHT nach FIS - bei 9,88 ltr./ 100 km über eine Strecke von ca. 30.000,00 km gemessen. Das finde ich (bei den Außenabmessungen eines kleinen Einfamilienhauses) wirklich anständig, obwohl ein VW Passat Diesel, oder ein Ford Mondeo Turnier in dem Bereich bei ca. 6,0 ltr'n liegen.

Im Gelände hatte ich den Wagen jetzt auch schon, und muss sagen: RESPEKT! Was der AUDI A6 Allroad kann, das kann der VOLVO auch, und zwar verdammt gut. Man kann den ganzen verdammten Wagen von oben bis unten einschlämmen, und NICHTS passiert, fährt einfach weiter, als ob so überhaupt gar nicht passiert wäre. Fazit nach zwei Tagen Gelände:

- angerissene Stoßstange (Fahrfehler meinerseits)
- Federanriss hinten links (mein Fahrfehler von oben)
- ein Stoßdämpfer mußte raus (mein Fahrfehler von oben)
- ein Reifen war fällig (mein Fahrfehler von oben)
- ... und das war's.

Jeder, der schonmal ein Wochenende lang seine Kiste schonungslos durch leichtes und mittelschweres Gelände getrieben hat, weiß, dass das ein verdammt respektables Ergebnis für einen SUV ist. Selbst Landyfahrer und Wranglerpiloten haben zum Teil herbe Ausfälle zu beklagen als den Pitzelfrümmbie den ich da oben aufgezählt habe.

Einiziger Wehmutstropfen ist die Antritts- und Durchzugsschwäche des Automaten, also ab mittelschwerem Gelände muss man den Handschalter nehmen, das ist mal Fakt. Aber ab dann macht's auch RICHTIG Spaß, das habe ich mit dem XC90 eines Freundes direkt vor Ort ausprobiert (Schalter, D5 mit 185PS = absolute Geländesau, wenn es nicht zu hart wird).

/OLLY
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Legeartis

Legeartis

03.11.2010 12:42

Amüsanter Bericht, gratuliere!

georgp

georgp

25.10.2010 21:49

Großartige Beschreibung, sehr pointiert, vielen Dank!

Janny18

Janny18

12.04.2008 23:02

Nicht schlecht, aber warum nicht einen gebrauchten Allroad? Ich könnte mir beide nicht leisten, aber würde da eher zu einem Audi Jahreswagen tendieren als zu einem neuen Volvo...

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