Von Liebe, Tod und Freiheit - Santiano

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Von Liebe, Tod und Freiheit - Santiano

Volkstümliche Musik - 1 - CD - Label: We Love Mu - Vertrieb: Universal - Veröffentlicht am: 29. Mai 2015 - EAN: 602547140500

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Erfahrungsbericht über "Von Liebe, Tod und Freiheit - Santiano"

veröffentlicht 01.07.2015 | Katzimoto
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Über sich :
NEU: 3* Hotel am Fjord ... Klicker werden ignoriert, Kommentare u. konstruktive Kritik sind immer willkommen ... Gegenlesungen erledigt :o)
Ausgezeichnet
Pro Eindrucksvolle CD mit neuen Impulsen
Kontra Wo ist die im Titel versprochen Liebe?
besonders hilfreich
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:

"Nur die Liebe fehlt …"

Die CD mit Autogrammen, der größte Fan hat natürlich schon das passende Shirt an :o)

Die CD mit Autogrammen, der größte Fan hat natürlich schon das passende Shirt an :o)

UPDATE - Seit dem 23. Oktober gibt es die Special Editon mit 5 zusätzlichen Songs, also nicht versehentlich jetzt noch diese kaufen!!!

In eigener Sache:

Da dies ein CD- und kein Konzertbericht ist, gehe ich davon aus, dass ich hier auch einen anderen Kreis anspreche – wenn ich zum Konzert gehe, will ich ALLES über die Band wissen (naja, fast alles – über Axels Vorliebe für dänisches Plundergebäck steht selbst in meinen Konzertberichten nichts), für den Kauf der CD muss ich nur wissen, ob mir die Musik gefallen könnte. Daher habe ich die Infos zur Band erheblich gekürzt.

Fotos (update):

Personenfotos der Band dürfen nur mit Genehmigung des Managements veröffentlicht werden. Das Management scheint zurzeit durch die Veröffentlichung dieser CD „LAND UNTER“ zu haben, denn ich habe auf meine Anfragen weder für die Fotos für den Konzertbericht Bad Segeberg noch für die Fotos von der Autogrammstunde bisher eine Reaktion erhalten. Sobald diese kommt, ergänze ich die beiden Fotos gerne.
update 06.07.15: Die Genehmigungen für die Autogrammstundenfotos wie auch für die Fotos vom Konzert in Bad Segeberg sind jetzt da; ich habe die beiden Bilder gleich ergänzt.
Inhaltsverzeichnis
  1. Warum habe ich mir die neue Santiano-CD gekauft?
  2. Wer ist Santiano?
  3. Kauf
  4. Was ist im CD-Schuber enthalten?
  5. Hersteller
  6. Der Titel der CD und die Trackliste
  7. Die einzelnen Songs der CD
  8. Probehören
  9. Autogrammstunde zur Vorstellung der CD (Berlin und Hamburg)
  10. Fazit

1. Warum habe ich mir die neue Santiano-CD gekauft?

Wer meine Berichte schon länger liest, weiß, dass ich schon diverse Konzerte von Santiano besucht habe und natürlich besitze ich auch alle bereits veröffentlichten CDs (außer der Schweiz-Edition, die Songs habe ich nur als mp3). So wäre es verwunderlich gewesen, wenn ich mir diese CD nicht gleich am Erscheinungstag (29.05.2015) gegönnt hätte.

2. Wer ist Santiano?

Auf der Geburtstagsfeier des Produzenten Hartmut Krech von Elephant Music formierte sich 2011 spontan eine Band, die ihn so begeisterte, dass er die Musiker gleich am nächsten Tag ins Studio bestellte und kurz darauf gab es das erste Album. Bei Santiano finden sich „Anleihen von traditionellen, internationalen Volksliedern, Popmusik, Rock’n’Roll wie auch im besonderen Maße Referenzen zum Irish Folk“( http://www.santiano-music.de/index.php/bio).
Für ihre erste CD „Bis ans Ende der Welt“ erhielten sie Fünffach-Platin, für die zweite CD „Mit den Gezeiten“ den Diamond (Stand Februar 2015). Diese neue CD wurde nur zwei Wochen nach der Veröffentlichung mit Gold ausgezeichnet.Die Bandmitglieder sind 48 bis 65 Jahre alt und alle verheiratet oder zumindest in festen Händen und haben Kinder und betonen in Interviews regelmäßig, dass Groupies nach der Show bei ihnen keine Chance auf mehr als ein Autogramm und ggf. ein Selfie haben.

Björn Both:
Den Frontmann der Band hören wir auf dem Album mit Gesang, Bass und Didgeridoo. Er hat 2011 ein Soloalbum als „SANGIT“ veröffentlicht und im Frühjahr 2015 die Band SANGIT reaktiviert und fünf Konzerte in Heide, Flensburg, Hamburg, Husum und Kiel gegeben, die überwiegend blitzschnell ausverkauft waren, weil viele alte Fans auf eine Rückkehr gewartet hatten (Die Herausgabe einer neuen CD ist in Arbeit.

Peter David Sage (Pete):
Der „Fiddler“ (hier: Gesang, Geige Akkordeon) war mit vielen großen Künstlern unterwegs, u. a. mit M.-M. Westernhagen, Mike Oldfield und Achim Reichel.

Hans-Timm Hinrichsen (Timsen):
Timsen (Gesang und Gitarren) spielte in den 90er Jahren in der Bluesband „Jack McTiger and the new Deal“, später ist er ins Plattdeutsche gewechselt und hat mit „Timsen und sien Lüüd“ sowie „Timsen und Lui“ (sein Bruder Klaus) diverse CDs veröffentlicht.

Axel Stosberg:
Der 48jährige singt und spielt Percussion. Er war Uhrmacher, Masseur und Fitnesstrainer, bevor er als Schauspieler insbesondere am Ohnsorg-Theater in Hamburg Erfolge feierte. Er ist auch in einigen TV-Produktionen zu sehen (u. a. Großstadtrevier, Da kommt Kalle).

Andreas Fahnert (Fahni):
Fahni steuert neben seinen Gitarren die ganz tiefe Stimme bei. Aus gesundheitlichen Gründen (7 Hörstürze) kann er bei Liveauftritten nicht mehr dabei sein, singt aber bei dieser Plattenaufnahme mit und hat auch einige der Songs für Santiano geschrieben. Auch wer die Band nicht kennt, wird im Schlussteil von „Joho und ne Buddel voll Rum“ unzweifelhaft seine Stimme erkennen.

Dirk Schlag:
Seit Andreas nicht mehr an den Konzerten teilnehmen kann, hat Dirk (Gesang, Gitarre, Mandoline) dort einen Teil seiner musikalischen Aufgaben übernommen – natürlich nicht die unnachahmlich tiefe Stimme. Auf dieser CD war aber Fahni dabei, Dirk wird auf der CD-Hülle unter „zusätzliche Gitarren“ aufgeführt und hat an der Musik von Johnny Boy mitgewirkt.


Die Namen von Marco Möller (drums) und Arne Wiegand (Keyboard und Akkordeon), die bei allen Live-Konzerte an Bord sind, werden auf dem CD-Cover nicht genannt. Stattdessen werden Billy King (zusätzliche Chöre), Jörn Heilbutt (zusätzliche Gitarren) und Sandro Friedrich (alle Flöten und Dudelsäcke) aufgeführt.

3. Kauf:

Die meisten werden die CD bei google unter „Santiano – Von Liebe, Tod und Freiheit“ suchen, alternativ findet ihr sie unter CD 06025 4714050.

Bei Amazon kostet die CD 12,90 Euro zuzüglich Versand (i. d. R. 3,- Euro), der Download einer MP3-Version ist inclusive (d. h. man kann schon Minuten nach dem Kauf die Musik herunterladen, mit Glück spendiert Amazon später auch die elektronische Version der Second Edition). Wer auf den Silberling verzichtet, zahlt nur 10,99 Euro.
Weltbild verkauft sie als Sonderedition für 14,99 Euro und legt noch ein (kleines) Poster dazu, dafür aber keine MP3-Version.
Wer richtig viel ausgeben will, kauft die CD online in der Buecheroase München, diese verlangt 24,83 Euro zzgl. 3,- Euro Versandkosten.

Die CD ist natürlich nicht nur online, sondern auch in vielen Technikmärkten und Supermärkten zu haben, z. B. bei Saturn (12,99 Euro) oder real (14,99 Euro).

4. Was ist im CD-Schuber enthalten:

Neben der hübsch bedruckten CD (vgl. Foto) befindet sich auch noch ein Songbook in der Hülle, in der nicht nur technische Informationen über die Musik enthalten sind, sondern auch alle Texte und das Ganze mit vielen bunten Fotos (alle in Südafrika aufgenommen) von den Bandmitgliedern dekoriert.
Im Schuber der von Amazon und bei Saturn verkauften CDs befindet sich zusätzlich noch Werbung für neue Artikel des Fanshops, die anlässlich der CD veröffentlicht werden, diese fehlten im Schuber von Weltbild (woher ich den Inhalt der verschiedenen Schuber kenne? Natürlich von der Autogrammstunde, wo wir untereinander verglichen haben).

Wer auf youtube gucken will, wie das ganze Songbook einmal durchgeblättert wird („Unboxing“), kann dies unter https://www.youtube.com/watch?v=yY5O-G2eKUE.

5. Hersteller:

Die CD wurde 2015 von WE LOVE MUSIK produziert, DISTRIBUTED BY ELKTROLA, A DIVISION OF UNIVERSAL MUSIK GMBH, Ganghofestraße 66, 80339 München, (www.santiano.de, www.universal-music.de) und sie erhält die üblichen Hinweise zu Urheber- und Leistungsschutzrechten bezüglich Verleih, Vervielfältigung, etc. Sie wurde in der EU gefertigt – wo genau, wird nicht erwähnt.

6. Der Titel der CD und die Trackliste:

Björn erklärte auf dem Live-Konzert in Bad Segeberg, dass sie lange über den Titel nachgedacht hätten. „Wir haben lange überlegt, wie es wohl heißen soll und haben allerhand Container und Schüsseln gehabt und irgendwann haben wir gesagt, nennen wir die Dinge einfach beim Namen. Was singen wir, wir singen von der Liebe, wir singen vom Tod und wir singen von der Freiheit“.

Santiano hat in der Vergangenheit tatsächlich ganz viel über die Liebe, den Tod und die Freiheit gesungen. Auch diesmal spielen der Tod und die Freiheit eine ganz große Rolle, die Liebe habe ich aber nur ganz spärlich gefunden in den Kindern des Kolumbus („wenn das Schicksal es will, eine Liebe zerbricht“) und im englischen Text von „Rolling the woodpile“ (siehe dort). Insofern warte ich voller Spannung, ob es wie bei den beiden letzten CDs nach einer Weile eine Second Edition geben wird und ob sich Santiano wieder auf die Liebe besinnt und ob sie vielleicht auch wieder mit einer Sängerin zusammen arbeiten.

Lieder der Freiheit (To France) 3:38
Rolling the woodpile 3:11
Die letzte Fahrt 4:11
Johnny Boy 3:32
Seine Heimat war die See 4:12
Fresenhof 2:54
Joho und ne Buddel voll Rum 3:02
Under Jolly Roger 3:32
Der Alte und das Meer 3:43
Sturmgeboren 3:25
Richtung Freiheit 3:39
Rungholt 3:44
Kinder des Kolumbus 3:34

7. Die einzelnen Songs der CD:

Die Band hat vor der Veröffentlichung ihrer CD mehrfach „Appetithäppchen“ für die Fans ins Netz gestellt, u. a. auch Videos, auf denen sie persönliche Statements zu den Songs geben, wörtliche Zitate stammen überwiegend aus diesen Videos, teils vom Konzert in Bad Segeberg.
Lieder der Freiheit (To France)
(Musik und Text Michael Gordon Oldfield)
„Lieder der Freiheit“ ist eine Coverversion von Mike Oldfields legendärem „To France“, gesungen 1984 von Maggie Reilly (aus dem Album „Discovery“) – es ist sicher auch kein Zufall, dass Pete in der Vergangenheit mit Mike Oldfield gefiedelt hat. Was mich irritierte war allerdings, dass auch für den Text dieses deutschen Songs auf der CD Mike Oldfield angegeben wurde – ob das nicht ein Irrtum ist?

Ein eingängiger Sound, den ich schon im Original gut fand (er war daher schon vorher im Ohr) mit einem ebenso eingängigen Text, der gut die Seefahrerromantik vom freiheitsliebenden Seemann, der sich keinem Herrn als Wind, Wellen und Meer beugen will. Björn erklärt dazu, dass „die Freiheit eine verdammt störrische Angelegenheit“ sei und dass „Freiheit auch immer etwas mit Verantwortung zu tun hat, d. h. wer sich Freiheit nimmt, muss automatisch immer auf die anderen gucken“.

Den Refrain kann eigentlich jeder gleich mitsingen, wenn er den Song das erste Mal hört:
„Wir singen die Lieder, die Lieder der Freiheit, die Welt soll uns hören, wir sind nicht allein.
Wir singen die Lieder, die Lieder der Freiheit, die Welt soll uns hören, komm stimm´ mit uns ein.“

Dies ist der einzige Song der CD, der schon Wochen vor der Veröffentlichung der CD im Radio gespielt wurde und zu dem es seit dem 16.05.2015 auch ein offizielles Video gibt, dass in Südafrika gedreht wurde (http://www.universal-music.de/santiano/videos/detail/video:366179/lieder-der-freiheit). Da solltet ihr mal reingucken, es ist wirklich originell gemacht – die Bandmitglieder ziehen mit viel Show und großer Kraft ein Boot durch Dschungel und Wüste bis an die Küste, erinnerte mich gleich an Klaus Kinskis legendären Film „Fitzcarraldo“ von 1982 – und aus Äußerungen der Band kann ich schließen, dass diese Ähnlichkeit auch kein Zufall ist.

Diesen Song kannte ich nicht nur aus dem Radio und von dem offiziellen Video, sondern hatte ihn in auf dem Konzert in Bad Segeberg im Mai auch schon live gehört und mitgesungen (mein Konzertbericht ist schon fertig getippt, aber die Genehmigung zur Veröffentlichung der Fotos hat sich verzögert – beim Start der neuen CD hatte das Management vermutlich dringlicheres zu tun). Live ist natürlich IMMER besser (jedenfalls bei Santiano), aber auch die Studioversion gefällt mir ausgezeichnet und nach den Reaktionen im Netz auf den Fanseiten hat dieser Song schon in wenigen Tagen das Herz der meisten Fans erobert.
Rolling the woodpile
(Traditionell, bearbeitet von Hartmut Krech, Mark Nissen, Lukas Hainer)
Pete erklärt, ein woodpile sei eigentlich ein Haufen Holz. „Und dieses Haufen Holz war früher das Transportmittel, worin sich die Sklaven in den Südstaaten versteckt haben, um in den Nordstaaten der Sklaverei zu entkommen“. Der Song wurde zunächst von Flussschiffern gesungen und später auf die größeren Schiffe als See-Shanty übernommen.

Rolling the woodpile wurde in der Vergangenheit auch schon von “The Dreadnoughts” und „Bellowhead“ gesungen. Ich weiß nicht, welches der Originaltext ist, der von Santiano verwendete Text stimmt mit beiden Versionen in Teilen überein, verwendet aber teils auch andere Strophen.

Ein flotter Song mit englischem Text, der dessen Refrain sich recht schnell mitsingen lässt:
“Rollin! Rollin! Rollin the whole world round,
That fine gal of mine's on the Georgia line!
And we'll roll the woodpile down!”

Und mit einem bisschen guten Willen finde ich hier auch die angekündigte Liebe (naja, nicht die romantische, aber zumindest die leichten Mädels, von denen der Seemann als junger Mann noch zwei pro Tag beglücken konnte).

Die letzte Fahrt:
(Musik und Text Hartmut Krech, Mark Nissen, Lukas Hainer)
Björn erklärt zu diesem Song, dass „in der Band und auch bei mir persönlich im letzten Jahr schon der Sensenmann … herumgewütet hat“ und sie sich hier mit dem Thema Abschied auseinander gesetzt haben – was gar nicht so einfach sei. Die Band habe versucht, „ein Ritual zu finden, das einem dabei hilft, diesen [Abschied] zu bewältigen“.

Dieser Song ist sehr einfühlsam geschrieben und gesungen und wird sicher in Zukunft nicht nur bei Konzerten gespielt werden, sondern auch bei mehr als einer Trauerfeier. Häufigster Kommentar in allen Foren: „Gänsehaut pur“.

„Wir sind bei dir, übergeben dich der See,
sie nimmt dich auf und begleitet deinen Weg.
Wir sind dankbar für die Jahre, die du uns gegeben hast,
bei den Ahnen nimmst du heute deinen Platz.“

Johnny Boy
(Musik: Hartmut Krech, Mark Nissen, Dirk Schlag; Text Lukas Hainer)
Timmsen erklärt, dies sei ein „total schmissiger Hammer“ und für ihn der stärkste Titel auf der CD. Björn ergänzt, dass wir alle das Ritual vom Kind sein zum Erwachsenwerden durchlaufen müssten und bei Johnny sei das „ein bisschen schief gegangen“.

Timmsens Formulierung passt wirklich wie die Faust aufs Auge, der Song ist schmissig. Bei diesem Song wechselt Santiano zwischen deutschen Text und englischem Refrain.
Ein Junge, der schon lange von der Seefahrt träumt, darf endlich mit auf große Fahrt. Ein Sturm kommt auf und er sichert sich am Mast. Ich war ja schon durch Björns Bemerkung vorbereitet, so dass mich die angekündigte nahende Rettung nicht mehr aufs Glatteis führen konnte – denn dann kommt der (deutsche) Schluss „Nur ein Mast ragt auf, an dem Felsenriff, Johnny regt sich nimmermehr. Er wird heimgebracht, für den Rest der Crew sind die Särge leer“.

Im englischen Text wird die Dramatik jedes Mal etwas gesteigert. Im ersten heißt es nur „Oh Johnny, we are leaving tonight, Johnny, say goodbye“, im zweiten schon „Oh Johnny my, it is live an let die, Johnny, say goodbye“ und nach der Todesnachricht im deutschen Text „You hat to die, only heaven knows why, John, my boy, goodbye“.

Seine Heimat war die See
(Musik und Text Hartmut Krech, Mark Nissen, Lukas Hainer, Justin Balk)
Björn erklärt zu diesem Song: „Während wir unsere Santiano gebaut haben, haben wir natürlich oft gesprochen, dass wir jeder irgendwann in unserem Leben unter so einem Teufelskerl gesegelt sind, der mittlerweile den alten Gang der Seemänner gegangen ist – seine Heimat war die See“.

Ein rockiger Song mit einem eingängigen Refrain zum Mitsingen:
„Denn seine Heimat war die See, seine Heimat war die See,
in der weiten Ferne unterm Licht der Sterne
sah man ihn auf der Brücke stehn.“
Fresenhof
(Traditionell, Bearbeitung Hartmut Krech, Mark Nissen)
Santiano wurde von Fans immer wieder aufgefordert, doch auch mal einen Song in Plattdeutsch zu veröffentlichen und dies haben sie hier erstmalig getan. Der Fresenhof (Friesenhof) ist ein traditionelles Herbstlied im norddeutschen Platt, dass auch Knut Kiesewetter schon gesungen hat (https://www.youtube.com/watch?v=ZHgUF04dyxU&list=PL82E77F5C56071729).

Timmsen erklärt dazu, die plattdeutsche Sprache gehöre zum Leben aller Bandmitglieder und der Fresenhof sei „ein wunderschönes Lied … und letztendlich auch von uns eine Liebeserklärung an unsere Heimat Schleswig-Holstein“. Hach ja, ein wirklich schönes Lied, dass mir von Santiano noch besser als von Knut Kiesewetter gefällt. Und bei dem Wetter dieses Jahr (ich habe Ende Juni einen PULLOVER angezogen, weil mir kalt war) passt er auch schon im Frühsommer.

Da nicht jeder Platt kann, übersetze ich mal den Inhalt in Kurzform:

Wenn der Wind durch die Bäume weht, der Sturm über die Felder geht, die Tage kürzer und die Nächte länger werden und die Nachbarskinder im Dunkeln Angst bekommen, dann kommt die Zeit. Schlauerweise bleibt die Katze bei so einem Sauwetter im Haus („denn snurrt bin'n de Kat“ – meine Lieblingsstelle *grins*). Wenn der Wind vom Norden kommt und der Regen gegens Fenster haut, dann wird der Kamin angezündet und die Nachbarn treffen sich beim Teepunsch zur Herbstzeit im Friesenhof.

Joho und ne Buddel voll Rum
(Musik und Text Hartmut Krech, Mark Nissen, Lukas Hainer)
Fahni erklärt, „Joho und ne Buddel voll Rum ist ein affengeiles Abgeh-Mitmach-Mitsinglied und handelt davon, dass wie bei den zehn kleinen Jägermeistern aus 10 Piraten peu à peu immer weniger werden, bis keiner mehr über ist und das Schiff ein Geisterschiff ist“.

Stimmt, den Song kann man wirklich gut mitsingen, auch wenn es – bis auf den kurzen Refrain „Joho, joho, joho und ne Buddel voll Rum“ keine Wiederholungen gibt und es nicht zehn Mal einen Piraten weniger gibt, sondern mal einen (Der Rum war stark, einer soff sich tot / Im Jähzorn knüpften sie einen auf), mal zwei (an den Galgen, alle Mann / einer machte das Beiboot klar, für ‘n Rest war keins mehr da) oder auch drei (Sechs Piraten hatten den Käpten satt) und in der zweiten Runde gar zehn Piraten dahinrafft (Einer brachte die Pest mit sich).

Genial besonders das Ende mit der extrem tiefen Stimme von Andreas – ich bin mal gespannt, wie die Band das löst, wenn sie im Herbst auf ihrer Hallentour den Song ohne Andreas spielt.

Under Jolly Roger
(Musik und Text Hannes Braun, Hartmut Krech, Mark Nissen, Lukas Hainer)
Wer es noch nicht wusste – „Jolly Roger“ ist die Piratenflagge und wer unter ihr segelt ist – genau – ein Pirat.

Peter und Björn sind sich einig: „Eine geile Nummer“. Björn ergänzt, sie seien ja eigentlich keine Piraten, „ne, für alle die das immer denken, aber für den Song sind wir das schon mal, wie zwischendurch immer mal“. Die Bandmitglieder sind auf allen Konzerten (nein, ich spreche nicht von den Auftritten bei Carmen Nebel, bei denen das Tattoo dezent unter einem weißen langärmligen Hemd versteckt wird) immer „dunkelbunt“, also pechschwarz, angezogen und mehr als ein Fan-Accessoire wird von der Piratenflagge geziert (z. B. Becher, Tücher, T-Shirts, Flaggen).

Der Text ist in Englisch, der Refrain wieder zum Thema Freiheit:
„Under Jolly Roger, we sail the seven seas,
Under Jolly Roger, our hearts are wild and free …“.

Der Alte und das Meer
(Musik Björn Both, Hartmut Krech, Mark Nissen; Text Lukas Hainer, Hartmut Krech, Mark Nissen)
Björn erklärt, hier hätten sie ein Thema aufgegriffen, „dass sich der alte Hemingway auch schon mal geschnappt hat“. Man solle von Zeit zu Zeit seine Zielsetzungen überdenken, bevor man „wie der Mann in unserem Lied nach Hause kommt und auf diesem ganzen langen Weg … letztendlich nichts hat als den Rest von einer Beute, von der nichts mehr übrig ist.“

„Doch als du den Strand erreicht hast, von der Beute ist nichts mehr da
und so schleppst du dich nach Hause, auf dem Rücken der schwere Mast …“.
Sturmgeboren
(Musik und Text Hartmut Krech, Mark Nissen, Lukas Hainer)
Björns Kommentar dazu: „Sturmgeboren, was sollen wir mehr dazu sagen als Sturmgeboren, das sind wir.“

Denn wir sind sturmgeboren, sturmgeboren,
wir sind eins mit dem Meer, gemacht aus Wellen und Wind
Denn wir sind sturmgeboren, sturmgeboren,
Freiheit im Blut, bis uns die See zu sich nimmt
Wir sind eins mit dem Meer, gemacht aus Wellen und Wind

Noch ein schwungvoller Song zum Thema Freiheit und Tod.
Richtung Freiheit
(Musik Hartmut Krech, Mark Nissen, Lukas Hainer; Text Hartmut Krech, Mark Nissen, Lukas Hainer, Andreas Fahnert)

Alte Seemänner an Land erinnern sich an ihre Seefahrtszeit, als es für sie nur den Kurs „Richtung Freiheit geradeaus“ gab und stoßen darauf an, dass jetzt eine neue Generation mit ihrem Schiff in Richtung Freiheit ausläuft.

„Ob das Richtung Freiheit immer geradeaus geht“, weiß Björn selber nicht so genau, insofern sei der Text „so ein bisschen augenzwinkernd zu sehen. Wie sagte der gute alte Laotse mal – wenn du es eilig hast, mache einen Umweg“.

Die Tochter einer Freundin musste bei dem Bild „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ von Caspar-David-Friedrich sofort an diesen Song denken – wer das Bild nicht im Original in der Hamburger Kunsthalle bewundern kann, findet es schnell im Internet. Der Maler hat zwar die sächsische Schweiz gemalt, aber wer das nicht weiß (Wissen behindert die Fantasie) oder in der Lage ist, dieses Wissen auszublenden, wird hier tatsächlich einen guten Eindruck für die Stimmung des Songs finden.

Rungholt
Musik und Text Björn Both, Hartmut Krech, Mark Nissen)
„Rungholt“, jener legendenumwobene, im 13.Jahrhundert von einer Flut verschlungene Ort, greift Motive aus Detlev von Liliencrons Ballade „Trutz, blanke Hans“ aus dem Jahr 1882 auf.
Während Achim Reichel in seiner Ballade „Trutz, blanke Hans“ den vollständigen Text verwendet hat, suchte sich Santiano die markantesten Stellen heraus, um sie mit einem eigenen Refrain zu ergänzen.

Für Axel ist dies das stärkste Stück auf dem Album mit einem „wunderbaren, kraftvollen Text“. Björn sieht in diesem Stück „eines der stärkeren Stücke auf der Platte … und das neue Walhalla“.

Dieses Stück finde ich auch besonders gelungen und es gehört zu meinen Lieblingsstücken.
Achtet hier mal auf auf das Intro, hier kann Björn endlich auch mal auf einer Studioaufnahme sein geliebtes Didgeridoo einsetzen (auf Live-Konzerten ist es ja ohnehin immer im Einsatz).

Kinder des Kolumbus
(Musik und Text Peter Reber, Bern)
Dieser Song ist eine Coverversion von „D´Chinder vom Kolumbus“ vom „Schweizer Seefahrer“ Peter Reber (https://www.youtube.com/watch?v=Otzu2swaOH4).
Schweizer kennen diesen Song nicht nur in dieser Originalversion, sondern auch von den gemeinsamen Auftritten von Santiano und Peter Reber in der Schweiz, er wurde 2013 auf der „Sonderedition CH - Mit den Gezeiten“ veröffentlicht – schon mit hochdeutschem Text. In Deutschland ist diese Version seit der Veröffentlichung der neuen Santiano-CD bei YouTube gesperrt – Schweizer und Österreicher können ihn vermutlich weiterhin sehen (vgl. https://www.youtube.com/watch?v=A6Fk5HROMYI&list=PLtmO7fz0u1EpoACgUatabCo2FZxZWS8Zv&index=4). Ich kenne ihn natürlich auch, schließlich war er bis vor 14 Tagen noch unter YouTube zu hören.

Björn erklärt zu dem Song „Wir waren immer ein bisschen neidisch, den [Song] hätten wir gerne geschrieben. Peter, danke schön“. Axel ergänzt „Jetzt haben wir ihn gekapert“ (genau, denn Santiano ist eben doch eine Piratenband *lach*).

Den Text eines Abschnitts hat Peter Reber gegenüber dem gemeinsamen Song ausgetauscht – anstelle einer Wiederholung der Strophe „Wir haben alles gewagt im Sturm um Kap Horn …“ aus der gemeinsamen Version wurde für Santiano ein neuer Text eingefügt („Wir sind alle bereit, wenn die Glocke erklingt …“), die letzte Strophe ist dann wieder mit der gemeinsamen Version identisch.

Wahrscheinlich geht es mir genauso wie den Fans von Peter Reber – die Version, die nicht zusammen gesungen wurde, gefällt mir besser als die gemeinsame. Es ist rockiger als die gemeinsame Version und der Text gefällt mir gut, aber es ist nicht mein Lieblingslied, weil es mir musikalisch doch noch einen Tick zu sehr in Richtung Schlager geht. Aber mit dieser Meinung stehe ich eher alleine da, mein Mann findet den Song gut und auch eine Freundin nebst Kindern (alle drei glühende Fans) finden ihn prima.

Hier ist der einzige deutsche Text, in dem das Wort „Liebe“ auftaucht - “Wenn das Schicksal es will, eine Liebe zerbricht“ kommt am Anfang und am Ende des Songs je einmal vor.

8. Probehören:

Vorab in die einzelne Stück hineinhören könnt ihr u. a. unter dem Link http://bit.ly/1GcKmYr

9. Autogrammstunde zur Vorstellung der CD (Berlin und Hamburg):

Die Veröffentlichung der CD war für den Mai 2015 angekündigt und mit dem 29.05.15 hat die Plattenfirma da termintechnisch gerade noch mal die Kurve gekriegt.

Am gleichen Tag gab es im Saturn in Berlin eine Autogrammstunde, für den Saturn in der Hamburger Innenstadt war eine Autogrammstunde für den folgenden Montag angekündigt.

Auf dem Plakat vor Saturn Hamburg stand „Autogrammstunde SANTIANO am 01.06.2015, 17:00 Uhr bis 19:30 Uhr. Da der HSV am gleichen Abend seine allerletzte Chance hatte, den Abstieg in die zweite Liga zu verhindern, war die Veranstaltung erfreulicherweise nicht so stark besucht, wie ich zunächst befürchtet hatte.

Ich war um 16:30 im Saturn in der 4. Etage und natürlich gab es schon eine lange Schlange einmal quer durch den Laden, alles sehr gut und ordentlich organisiert. Auf einem kleinen Podium war ein langer Tisch mit Stühlen aufgebaut, rechts davon eine lebensgroße Piraten-der-Karibik-Figur, dahinter beleuchtet das Coverfoto der CD und ab 17:00 Uhr lief natürlich die CD für alle gut hörbar im Laden. Um 17:05 erschienen Axel, Timsen, Björn und Pete und nahmen am Tisch Platz. Nach kurzer Zeit der Begrüßung (und damit Gelegenheit zum Fotografieren) nahmen die vier die Autogrammstifte in die Hand und es wurde alles unterschrieben, was ihnen unter die Finger kam – am häufigsten natürlich die Autogrammkarten und die Inletts der neuen CD (Achtung, wer eine CD schon vorher gekauft hatte, musste diese natürlich am Eingang von Saturn registrieren lassen, damit sie nicht noch mal bezahlen werden muss), aber auch Fotos, Poster, Musikinstrumente …
Gegen 18:30 Uhr endete das Schreiben der Autogramme, jetzt konnten wir uns anstellen für ein gemeinsames Fanfoto. Die Tische und Stühle wurden weggeräumt, die Musiker standen auf dem Podest und die Fans durften sich einzeln oder in kleinen Gruppen dazu stellen und konnten selber fotografieren oder erhielten Assistenz von einem Mitarbeiter der Security, wenn sie alleine waren (oder eben alle zusammen aufs Foto wollten). Gegen 19:00 Uhr war die Schlange abgebaut, die Bandmitglieder packten zusammen, winkten noch einmal zum Abschied und verschwanden.

Für uns, die rechtzeitig da waren, eine rundum tolle Veranstaltung. Wer allerdings lange arbeiten musste und nach 18:30 Uhr kam, erhielt kein Autogramm mehr und nach 19:00 Uhr war die Veranstaltung zu Ende, obwohl bis 19:30 Uhr angekündigt.

Wer noch kein Autogramm der Band hat, kann eines unter folgender Adresse bestellen (nicht vergessen, einen frankierten Rückumschlag beizulegen):
SANTIANO
c/o Kathrin u. A. Lück
Ostlandring 15
24955 Harrislee

10. Fazit:

Die CD gefällt mir ausgezeichnet und ich bin froh, dass ich sie mir gleich am Erscheinungstag gegönnt habe, ich habe nicht gezählt, wie oft ich sie mir schon angehört habe.

Es gibt wieder eine ausgewogene Mischung aus besinnlichen / ruhigen und fröhlichen, ausgelassenen Stücken, diesmal sogar einen Song mit einem plattdeutschen Text.

Die CD ist sicherlich mit viel Liebe zusammengestellt worden und die Liebe zur See ist ausreichend thematisiert. Was diesmal allerdings fast völlig fehlt ist die Komponente der Liebe zu den Mädels, für mich angesichts des Titels, der mit „Liebe“ beginnt, etwas überraschend. Die Band hat in der Vergangenheit sehr viele Songs über die Liebe gesungen (guckt mal in meine beiden Konzertberichte aus 2014), aber diesmal muss ich schon das Wort schon suchen und finde es in Deutsch nur im letzten Song, wo in einem Satz „wenn das Schicksal es will, eine Liebe zerbricht“ erwähnt wird; im englischen Text wird zumindest das Thema der käuflichen Liebe im zweiten Song thematisiert. Da Santiano bisher IMMER eine Second Edition auf den Markt gebracht hat, hoffe ich, dass sie diese Lücke noch füllen.

Für alle echten Fans hat sich die Frage nach einem Kauf ohnehin nie gestellt (nicht umsonst gab es schon zwei Wochen nach dem Kauf Gold für die CD), aber ich kann sie auch allen anderen empfehlen, die eine Mischung aus Seemannsmusik und Folk mögen – hört einfach mal rein, ob ihr meinen Geschmack teilt.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Ina71 veröffentlicht 31.12.2016
    Da spricht ein großer Fan, bh und lg
  • kleineresel77 veröffentlicht 15.06.2016
    Guten Morgen. Hier kommt das versprochene Bh. LG :)
  • kleineresel77 veröffentlicht 13.06.2016
    Damit sich der andere Bericht nicht so alleine fühlt, kommt dieser auch auf die Bh Liste. :)
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Produktdaten : Von Liebe, Tod und Freiheit - Santiano

Produktbeschreibung des Herstellers

Volkstümliche Musik - 1 - CD - Label: We Love Mu - Vertrieb: Universal - Veröffentlicht am: 29. Mai 2015 - EAN: 602547140500

Haupteigenschaften

Titel: Von Liebe, Tod und Freiheit

Künstler: Santiano

Komponist: .

Genre: Volkstümliche Musik

Schlagworte: Deutsch-Pop; Pop international; Pop deutschsprachig

Medium: CD

Set-Inhalt: 1

Veröffentlichungsdatum: 29. Mai 2015

Label: We Love Mu

Vertrieb: Universal

EAN: 602547140500

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