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Das nächste mal wird woanders gekauft

1  08.07.2003 (05.08.2004)

Pro:
Grosse Auswahl / Probestrecke innen

Kontra:
Service nicht vorhanden, billigste Montage

Empfehlenswert: Nein 

garfieldm

Über sich: Bin männlich, 32 Jahre alt, wohne im schönen Schwaben... und habe die Eigenschaften, die mein Userna...

Mitglied seit:16.05.2003

Erfahrungsberichte:27

Vertrauende:2

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 21 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo zusammen,

nun möchte ich Euch doch kurz von meinen Erlebnissen beim Sport und Bike Walcher bei Esslingen erzählen...

Für einen Fahrradladen ist der Laden riesig - es gibt auch andere Sportartikel, das Hauptgeschäft liegt jedoch auf dem Fahrradverkauf. Optisch macht das Geschäft einen guten Eindruck (ich erwarte von einem Fahrradladen allerdings auch kein 5-Sterne-Ambiente).
Die Beratung in der Fahrradabteilung war sehr gut und sehr freundlich - auch die kleine Indoor-Testrecke ist eine gute Idee, denn wenn es draußen regnet kann man trotzdem eine Proberunde drehen. Die Auswahl ist in meinen Augen riesig – vom ganz billigen Teil für 150 € bis „open End“ ist alles da. Auch sämtliches Zubehör ist – soweit ich das feststellen konnte – vorhanden.

Schließlich entschied ich mich für ein Trekkingrad im Preisbereich von 300 EUR - einfach für normale Fahrten im Ort und kleine Radtouren.

Der erste weniger angenehme Teil war das Bezahlen - eine mächtige Schlange an der Kasse und das abkassieren dauert dort auch recht lange. Man könnte an einem Samstag natürlich mehr als eine Kasse aufmachen...
Spätestens hier hätte ich umdrehen müssen, die Rechnung ins Eck legen und mein Fahrrad irgendwo kaufen - nur nicht hier.
Hinterher ist man immer schlauer.

Drei Tage später konnte ich das Fahrrad abholen und mußte mich an der Ausgabe für Fahrräder und Reparaturen anstellen.
Nach einer guten halben Stunde bekam ich mein Fahrrad mit einigen Kratzern von einem höchst unfreundlichen Zeitgenossen, der sicher viel wert auf seine Frisur, nicht aber auf den Kundenkontakt legt. Die Kratzer wurden dann notdürftig auf mein Nachfragen hin entfernt und mir als Entschädigung ein Fahrradschloß vermacht. Soweit so gut (man nimmt was man kriegt würde man hier sagen).

Der Fahrspaß mit dem neuen Rad wollte sich jedoch nicht so recht einstellen:
Die Gangschaltung war nicht richtig eingestellt, die Plastikgriffe am Lenker rutschten durch, das Vorderrad hätte man ruhig festschrauben dürfen, die Lenkstange wackelte und nach knappen 100 KM fiel dann der Drehgriff der Gangschaltung auseinander.

Eine solche Qualität hätte ich im Baumarkt wahrscheinlich auch bekommen.

Anruf bei Walcher und erstmal mußte ich mir sagen lassen, daß ich da auch früher hätte kommen können und das Rad ja gleich wieder hätte bringen können.
Genau: Ich liebe es das Auto auseinander zu bauen, Fahrrad im Auto spazieren zu fahren etc.
Nachdem das Gespräch nicht freundlicher wurde, ließ ich mich zum Verkaufsleiter verbinden. Ein sehr netter Mann (wirklich!) - Termin ausgemacht, da sollte dann die Schaltung eingestellt werden und der defekte Teil repariert werden.
Zurücknehmen wollte Walcher das Fahrrad (leider) nicht.

Natürlich konnte das defekte Rad nicht sofort repariert werden und der nette Verkaufsleiter versöhnte mich mit einem neuen Fahrradhelm. Schön (man nimmt...) - leider mußte ich dann noch mal los, das Fahrrad abholen.

Richtig... Ich mußte trotz Abholtermin erstmal eine drei viertel Stunde warten (warum hatten die eigentlich meine Adresse etc aufgenommen). Natürlich hatte ich nicht alleine gewartet - zig andere Kunden waren ebenso glücklich...
Dann bekam ich mein Rad mit zwei neuen Kratzern und ohne Luftpumpe. Die Reparaturen waren gemacht, dafür schabte aber der Fahrradständer am Reifen. Der "nette" Mann von der Fahrradausgabe versuchte es mit Gewalt - der Ständer brach ab - mein Rad mußte wieder in die Werkstatt.
Das Gelächter und die Kommentare der anderen Kunden kann man sich vorstellen. Nachdem dann beim nächsten der sein Fahrrad bekam auch noch Teile fehlten war das Highlight dann ein kleiner Junge, dar seinem Papa sagte, er solle bitte sein Fahrrad genau prüfen...

Schließlich nach einer guten Stunde hatte ich mein Fahrrad mit Luftpumpe, neuem Ständer und so wie es aussieht gemachten Reparaturen...

Hoffentlich muß ich da so schnell nicht wieder hin!

FAZIT:
Wenn das Personal in allen Abteilungen nur halb so gut wäre wie der Verkaufsleiter und das von mir kontaktierte Verkaufspersonal wäre das ein prima Laden.
Aber die Werkstatt und der hier angegliederte Bereich der Fahrradausgabe macht das zunichte.
Ich denke auch nicht, daß das Fahrrad wirklich schlecht ist - es war wahrscheinlich nur stümperhaft montiert.

*** Nachtrag 05. August 2004 ***

Nachdem das Fahrrad dann einige Fahrten seinen Dienst tat, begann nach kurzer Zeit wieder der Lenker etwas zu wackeln. Und jetzt im Frühjahr verzog sich ohne zuächst erfindlichen Grund das Hinterrad.

Soll heißen, es war nach einer etwas längeren Fahrt nicht mehr gerade in der Gabel sondern etwas schräg, so dass es dadurch am Fahrradständer streifte (und noch 2-3 mm mehr an der Gabel gestreift hätte).

Gut, kann passieren, vielleicht haben sich die Radmuttern gelockert? Durch Urlaub und Arbeit kam ich dann erstmal nicht dazu mich darum zu kümmern - aber letzte Woche nahm ich die Sache dann unter die Lupe. Flugs die beiden Radmuttern gelockert, das Rad korrekt ausgerichtet und dann wollte ich die Muttern wieder anziehen. Und mußte feststellen, daß eine der beiden nicht mehr anzuziehen ist, da das Gewinde "durchdreht" - und das bei relativ niedrigem Kraftaufwand.

Letzendlich hat sich bei genauerer in Augenscheinnahme der Radmutter herausgestellt, dass diese von minderer Qualität ist und sich wahrscheinlich auch aus diesem Grund das Hinterrad verzogen hat! Der Gedanke führte mich dann dazu, daß dieses Fahrrad niemals verkehrssicher war. Denn wenn diese Mutter bei der nächsten Bergabfahrt abgegangen wäre bzw sich noch weiter gelockert hätte, hätte das bös ausgehen können.

Kurz und gut, ein weiteres - langes -Telefonat und ein weiterer Besuch bei Walcher, bei dem ich das Rad zurückgegeben habe und zumindest einen fairen Rückkaufpreis erhalten habe.

Dennoch bleibt der Nachgeschmack, dass man sich mit Rädern die in dieser Werkstatt gewartet oder zusammengebastelt werden besser nicht auf die Straße wagt... und daher wohl auch besser in ein echtes Fachgeschäft geht.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
feldmaus

feldmaus

12.05.2005 22:45

Soviel zum Thema "Servicewüste Deutschland". Hier kamnn man ja jeden Glauben an die Qualtität von Fachgeschäften verlieren!

OllerTeddy

OllerTeddy

08.07.2003 19:07

So viel zum Thema "Der Kunde ist König" - bleibt nur zu hoffen, dass der Verkaufsleiter diesen Bericht liest... ;-) Allzeit "Radel gut"! Der Olle

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