Erfahrungsbericht über "Wandern auf dem Jakobsweg"

veröffentlicht 09.07.2017 | sunflower76
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"Bom Caminho - von Lissabon nach Santiago de Compostela"

Wandern auf dem Jakobsweg

Wandern auf dem Jakobsweg

Hallo Leute,

leider hat Ciao meinen Produktvorschlag zu "Himmel, Herrgott, Portugal" abgelehnt, aber ich denke, dass dies hier eine Geschichte ist, die erzählt werden muss, daher nehme ich mir diese Kategorie vor, weil sie ganz wunderbar passt, bitte stört euch nicht daran!

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****HIMMEL, HERRGOTT, PORTUGAL****
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ist das zweite Reiseerlebnisbuch von Herbert Hirschler, der sich auch in diesem Band wieder auf die Suche nach dem Grab des Apostels Jakobus macht. Gut, suchen muss man nicht lange, denn mutmaßlich liegt es in Santiago de Compostela. Und in diese Stadt in Spanien führen viele Wege aus den unterschiedlichsten Himmelsrichtungen – allesamt werden sie „Jakobsweg“ genannt. In erster Linie wird der Jakobsweg mit dem Camino Francés in Verbindung gebracht, der bekannte spanische Königsstädte wie Pamplona oder León miteinander verbindet.

Doch der Camino Francés ist nicht der einzige, wenn auch durch die Aufnahme in das UNESCO Welterbe der wohl bedeutendere, Weg, der nach Santiago führt. Da gibt es unter anderem eben noch die Ruta del Norte, die der Autor bereits 2010 erobert hat und von dem sein Erstlingswerk handelt und dann eben auch einen Pilgerweg von Portugal aus. Auch durch Österreich führt eine gut markierte Route, anfangs flach und überschaubar, doch je mehr man nach Westen kommt, umso „stufiger“ wird es.

Neben Jerusalem und Rom ist Santiago de Compostela das dritte Ziel eines Christen auf Pilgerfahrt. Massentourismus auf dem Camino Francés macht es aber notwendig, sich andere Routen zu wählen, wenn man nicht um vier Uhr früh auf dem Kampf um einen freien Platz in einer Herberge losmarschieren will. Laut dem Magazin „Country Walking“ (Ausgabe July 2017) waren 1991 5.000 Pilger auf den unterschiedlichsten Jakobswegen unterwegs. 2016 war Herbert Hirschler einer von 277.000 und die Prognose für 2021 lautet: 464.000!


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****INHALT****
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Was macht ein Pilger, der von Lissabon nach Santiago de Compostela will, dort aber gar kein offizieller Jakobsweg zu finden ist? Genau, trotzdem gehen, denn „alle Wege führen nach Santiago“ nicht nur nach Rom.

Was macht ein Pilger, der lieber die Küste entlang wandern will und der bekannteste Jakobsweg, der irgendwann doch in Portugal beginnt, durch das Landesinnere führt? Genau, trotzdem an der Küste weiterpilgern.

Was macht ein Pilger, der lieber in Hotels schläft als in den Herbergen, auch wenn eingefleischte Pilger natürlich spartanisch in Albergues übernachten? Genau, trotzdem genau dort schlafen, wo er will und er es bequem hat.

Mit all diesen Fragen beschäftigte sich Herbert Hirschler auf seinem Weg durch Portugal, mangels Jakobsweg war er von Lissabon bis Porto auf dem „Trilho das Areias“ unterwegs – treuester Reisebegleiter war ein roter Fahrradweg, der nur ab und zu seine Farbe wechselte und im Grunde immer dort auftauchte, wo man ihn eigentlich gar nicht wollte. Tja und weil dies eben kein Pilgerweg ist, gibt es auch keine Mitpilger wie zum Beispiel Kathi, die Hirschler auf der Ruta del Norte den letzten Nerv gezogen hat und die er sich nun in einsamen Momenten doch wieder herbeiwünscht. Da der Autor aber nicht wirklich auf den Mund gefallen ist und „genieren“ nicht in seinem persönlichen Wörterbuch zu finden ist, quasselt er einfach wildfremde Leute auf der Straße an. So ergeben sich auch hier sowohl lustige als auch emotionale Begegnungen. Außerdem verfügt Hirschler über einen für einen Wanderer aus einem kleinen niederösterreichischen Dorf herausragenden portugiesischen Wortschatz, der ganze zwölf Wörter umfasst – im Grunde alles, was man braucht: Guten Tag, wie geht’s, Essen, Bier…viel mehr braucht ein Pilger nicht, um glücklich zu sein. „Bom dia! Tudo bem?“ waren die Worte, die das Eis zum Schmelzen bringen sollten – das klappt aber nur dann, wenn die Auserkorenen auch tatsächlich portugiesisch sprechen. Sprechen sie aber tiefstes Niederösterreichisch mit steirischem Einschlag, da sie aus einem ebenso kleinen Nest ganz in der Nähe des Autors kommen, dann kommt man damit auch in Portugal nicht weiter. Aber vielleicht wollte der liebe Gott Herbert Hirschler auch nur ein kleines Stück Heimat in der Fremde geben, wer weiß?

Mit seinem exzellenten Portugiesisch und Spanisch und ein paar mehr Brocken Englisch im Gepäck machte sich der 128 kg Mann also auf den Weg – ganz im Gottvertrauen, dass ihm sowieso nichts passieren kann, weil Wunder täglich am Jakobsweg passieren. Außerdem ist er körperlich bestens vorbereitet, weil die gefühlten drei Ausflüge in die heimische Hügelwelt waren Hochleistungstraining par excellence und Blasen sind ja ohnehin etwas, das er nur vom Hörensagen kennt – bis sich diese gleich am Anfang ihren Weg auf Sohlen und Zehen bahnen und Hirschler dadurch ermöglichten, auch seine chirurgischen Fähigkeiten drastisch zu erweitern.

Im Grunde wäre so ein Buch schnell geschrieben: Essen – Gehen – Schlafen, viel mehr macht ein Pilger von außen gesehen nicht, aber es geht ja vor allem um die emotionale Welt des Autors und in diese gewährt uns Hirschler einen Einblick. Er erzählt von der unerschütterlichen Liebe zu seiner Frau und den Kindern, vom Verlust beider Elternteile seit seinem letzten Buch und von kleinen und großen Highlights in seiner (neben-)beruflichen Laufbahn. Wir lernen den Menschen hinter dem Pilger kennen und da er frisch von der Leber weg genau so erzählt, wie „ihm der Schnabel gewachsen ist“, ist es für uns LeserInnen besonders einfach, sich mit ihm zu identifizieren und die Reise hautnah mitzuerleben. Während er Kilometer für Kilometer an der Küste entlang marschiert, erzählt uns Hirschler von seinen Gedanken, seinen Gefühlen und seinen Sehnsüchten. Vor allem die Sehnsucht nach Hause übermannt ihm bei der Hälfte des Weges und er spielt mit dem Gedanken, die Reise vorzeitig abzubrechen, als es wohl ein Zeichen Gottes ist, dass ein Wildfremder ihm genau bei diesem inneren Zweifeln begegnet und ihm zuruft, dass er jetzt auf keinen Fall aufgeben dürfe.

Hat er auch nicht und so kommen wir in den Genuss, die Küsten und die Menschen Portugals (vor allem jene hinter Hotelrezeptionen und Bars) durch andere Augen zu betrachten und sich insgeheim zu fragen, ob das nicht vielleicht etwas für einen selbst auch sein könnte….aber dann regnet’s „cats and dogs“, die Blasen vermehren sich plötzlich wie die Karnickel und der Geruch, den man selbst gar nicht mehr wahrnimmt, vertreibt auch noch die letzten Menschen, die gerade noch bereit gewesen wären, mit einem abgehalfterten Obdachlosen auf der Suche nach einer Bleibe für die Nacht zu sprechen…aber dann sind da wieder die wunderschönen Sonnenuntergänge, die wertvollen Begegnungen, Zeit mit sich selbst und Zufriedenheit und Glück am Ende des Weges, gepaart mit Stolz, es geschafft zu haben…und man beginnt wieder ein klein wenig zu träumen…eines Tages…vielleicht.


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****BEGEGNUNGEN****
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Wie auch schon in seinem ersten Werk schafft es der Autor, die Besonderheiten der einzelnen Menschen hervorzuheben und insbesondere, dass man offen und respektvoll auf andere zugehen muss um einen Blick hinter Klischees und Nachrichten erhaschen zu können. Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei einem großen Teil der Strecke nicht um den Jakobsweg handelt, mangelt es an Mitpilgern und so lernen wir andere nicht so intensiv wie beim letzten Buch kennen, aber dennoch in kurzen Sequenzen. Antonio etwa, den ehemaligen portugiesischen Staatssekretär für Finanzen, der Hirschler ein Quartier für die Nacht anbot, als es nirgends sonst eines zu finden gab. Oder Maria, die es schaffte, in einem Kurhotel abzusteigen, während unser armer Pilger in einem für seine 1,95 m Körpergröße viel zu kleinem Bett in der Herberge nächtigen musste. Oder Anne Chantal, die – obwohl im Rollstuhl sitzend und schwer sehbeeinträchtigt - ein wandelndes Lexikon rund um die portugiesischen Jakobswege ist und schon oft auf einem der Wege unterwegs war. Oder Helene, oder Aigars, oder, oder, oder

Wie sagte der französische Erzähler Guy de Maupassant so schön? „Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen“ und recht hat er.


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****AUS PÄDAGOGISCHER SICHT****
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Ich bin Sozialpädagogin aus Leib und Seele und ich finde in jedem Buch, in jedem Film und sogar in der Werbung immer etwas Lehrreiches – einerseits über das Leben im Allgemeinen und andererseits auch wirkliche Information. Neben interessanten Details, wie dass in Porto eine der ältesten Seilbahnen der Geschichte steht oder dass die Wetter Apps Regen fast auf die Minute genau voraussagen können, weiß ich jetzt bedeutend mehr über Fußball, vermutlich mehr, als ich überhaupt wissen wollte. Außerdem kenne ich mittlerweile auch fast alle zwölf portugiesischen Wörter und würde ich Bier trinken, was ich nicht tue, dann könnte ich es mittlerweile in Spanisch, Portugiesisch und Englisch bestellen – dank Herbert Hirschler.

Was aber gab es zwischen den Zeilen zu lesen? Wie beim ersten Buch bereits festgestellt, ist der Autor ein Mensch, der sich nicht scheut, seine Emotionen nicht nur zu benennen, sondern auch zu leben. Männer weinen und das ist keine Schande! Männer lieben ihre Frauen, das ist schon gar keine Schande! Männer sind nicht allwissend…ob das eine Schande ist, weiß ich nicht 😊

Bewundernswert ist meiner Meinung nach auch das Durchhaltevermögen, die Fähigkeit, sich auf Gespräche mit Fremden nicht nur einzulassen, sondern direkt zu suchen und ein gewisser Entdeckergeist. Aber noch beeindruckender ist das bedingungslose Vertrauen darauf, dass der liebe Gott schon alles richten wird. Okay, warum jetzt gerade Regen ist, wo man doch so sehr um Sonne gebetet hat, ist vielleicht weniger verwunderlich, aber dass es immer einen Platz zum Schlafen gibt, wenn man ihn braucht, oder dass genau dann, wenn man ans Aufgeben denkt, einem ein Mesner ein „Don’t stop now“ zuruft, sind dann doch zumindest kleine Wunder.

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****GESTALTUNG****
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**TEXTLICH**
Der Schreibstil und die Textqualität des Autors setzen keine Vorkenntnisse voraus, die Sätze sind einfach zu verstehen, zugegeben für ÖsterreicherInnen einfacher als für LeserInnen anderer deutschsprachiger Länder, aber Hirschler hat dafür ja sein ganz persönliches Wörterbuch ins Buch geschummelt, das „hinterfotzig“, „überwutzelt“ und „Boarischer“ ganz exzellent beschreibt.

Es sind vor allem diese Einlagen, die dieses Mal das Buch besonders auflockern und erlebbar machen. Auch, dass auf seiner Überlebensliste lediglich zwei Wörter stehen, nämlich Wasser und Schokolade, ist mehr als nachvollziehbar, wobei man bei Hirschler öfter das Gefühl hat, dass ein mit Hopfen und Gerste versetztes Wasser eher zu seinem Survival-Kit gehört.

Der Kapitelaufteilung ist Hirschler treu geblieben. Jedes Kapitel beginnt mit einer Aussage, die den Tag am treffendsten zusammenfasst oder ein besonderes Highlight bildet, danach erfahren wir, an welchem Tag und auf welcher Strecke – hier vor allem die Streckenbeschaffenheit – sich der Autor befindet. Und für Wanderer ganz wichtig: der Wetterbericht. Unter Sonstiges gibt’s Sonstiges zu lesen, vor allem aber auch etwas Aussagekräftiges zum Tag. Quartierbewertungen, die meisten davon Empfehlungen, bilden den Abschluss des oberen Viertels eines neuen Kapitels.

**ÄUSSERES**

Auch dieses „Pilgerbücherl“, wie Hirschler es selbst nennt, ist ein Taschenbuch – zugegeben mit Hochglanzeinband und qualitativ hochwertigeren Seiten – aber immer noch ein Taschenbuch, das ihr um den Preis von € 20,50 erwerben könnt. Inkludiert dabei ist ein Downloadlink für einen Titel der Gruppe „Die Ladiner“, mehr darüber könnt ihr etwas weiter unten erfahren.

Die Gestaltung erinnert an „Himmel, Herrgott, Meer, Musik“ und ist doch mit den Überschriften anders angelegt. Wir finden drei Fotos, eines von einer Stadt (ich musste erst googeln, um es als Lissabon zu erkennen, im Buch wird das nicht verraten), eines vom „path itself“ und eines von Hirschler samt typischem Jakobswegsymbol.

**INNERES**

Dieses Mal sind Pilgerpass samt Stempeln, die ein Peregrino auf seiner Reise sammeln muss, um offiziell am Ende auch als Pilger anerkannt und mit einer Urkunde geehrt zu werden, sowie der Wegverlauf ins Innere des Buches gewandert. Positiv fällt auf, dass es wesentlich mehr Bilder in Schwarzweiß gibt als beim letzten Mal – weil ja das Iphone so schöne Fotos macht.

Die einzelnen Tage markieren jeweils ein Kapitel, eingeleitet mit Kurzinfos, wie oben beschrieben. An verschiedenen Stellen finden wir dann „Hirschis Pilgerweisheiten“, die sehr unterschiedlich und vor allem amüsant sind.


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****KLAPPTEXT****
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Nach seinem Überraschungserfolg „Himmel, Herrgott, Meer, Musik“ hat Herbert Hirschler jetzt einen neuen Volltreffer gelandet. In „Himmel, Herrgott, Portugal“ erzählt er in seiner bekannt amüsanten Art von seiner Pilgerschaft über 750 Kilometer entlang der portugiesischen Atlantikküste von Lissabon über Porto bis Santiago de Compostela – ein außergewöhnliches Reisebuch, das auch Pilgermuffel begeistern wird.

Und dass während dieser Wanderung auf traumhaft schönen Wegen sogar ein eigenes Camino-Lied entstanden ist, zeigt, wie sehr der Musiktexter Herbert Hirschler auf diesem ganz besonderen Jakobsweg inspiriert wurde. Alle Leser von „Himmel, Herrgott, Portugal“ können das Lied „Schritt für Schritt am Jakobsweg“ gesungen von den „Ladinern“ aus Südtirol kostenlos downloaden.


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****SCHRITT FÜR SCHRITT AM JAKOBSWEG****
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Wer Herbert Hirschler kennt oder sein erstes Buch gelesen hat, der weiß, dass er leidenschaftlicher Liedtexter ist und schon für zahlreiche Größen aus der Volksmusik- und Schlagerbranche Melodien textlich unterlegt hat.

Auch wenn man am Jakobsweg unterwegs ist, dann kann – oder vor allem soll – man seine Leidenschaft nicht einfach beiseitelegen und so ist nach und nach ein Text entstanden, der zu Herzen geht, weil er vielen Pilgern genau aus diesem Herzen spricht. Müh, Schmerzen und Plag‘ werden besungen, aber das alles ist es wert, wenn man vor der Kathedrale steht und weiß, dass jeder Meter des Weges für immer in Erinnerung bleiben wird.

Die Ladiner, mit denen der Autor vor über zehn Jahren seine erste goldene Schallplatte erreicht hatte, haben die Musik von Hannes Marold und den Text von Herbert Hirschler vereint und zu einem für die Ladiner typischen Jakobslied eingesungen. Der Link zum Downloaden wird im Buch verraten.


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****DATEN****
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Broschiert: 336 Seiten
Verlag: Leykam; Auflage: 1., Auflage (8. Mai 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3701180458
ISBN-13: 978-3701180455
Preis. € 20,50 bei Amazon und allen gängigen Online-Verkaufsbörsen


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****FAZIT****
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Ein Reiseerlebnisbericht wie er im Buche steht – so würde ich dieses zweite Werk von Herbert Hirschler zusammenfassen. Alles, was ich mir von einem Erlebnisbericht erwarte, ist hier in diesem Buch zu finden. Es ist leicht zu lesen und die einzelnen Kapitel sind in der Länge derart gestaltet, dass man „Himmel, Herrgott, Portugal“ auch mal weglegen könnte…wenn man das überhaupt wollen würde.

Es fällt leicht, sich mit dem Autor zu identifizieren, weil ihm alltägliche Sorgen und Freuden auf einem nicht alltäglichen Erlebnis begegnen. Hirschler schafft es, sich selbst den eintönigen Fahrradweg zum Freund zu machen und kann auch dem „schiachsten“ Wetter noch etwas Schönes abgewinnen. Dass sich das eine oder andere doch öfter wiederholt, etwa die nicht mehr ganz dezenten Hinweise auf Körpergröße und -gewicht oder das Verarzten der Blasen, ist nicht wirklich störend, lässt aber ab und an ein „Ja, Herbert, wissen wir schon“ in der Großhirnrinde aufblitzen. Aber wenn man das weiterdenkt, dann ist es auch absolut logisch, denn es sind eben auch die physischen Gegebenheiten, die einem auf diesem Weg begleiten und auch die eine oder andere Sorge bereiten.

Humor, Melancholie, Sehnsucht, Chaos, Tollpatschigkeit, Gefühl, Kommunikation, Glück, Freundschaft und Herz …. dies alles hat das zweite Buch von Herbert Hirschler in meinen Augen zu bieten. Ich empfehle es nicht nur zukünftigen oder ehemaligen Jakobsweg-Pilgern, sondern allen, die gerne reisen und neben normalen Reiseführern einfach mal etwas tiefer in eine ganz besondere menschliche Seele eintauchen wollen.

Volle Punktezahl von mir und natürlich eine herzliche Empfehlung.

Herzlichen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren,
eure
Dani


P.S.: Die Biografie von Herbert Hirschler findet ihr in meinem Bericht „Buen Camino“ über „Himmel, Herrgott, Meer, Musik“ - um doppelte Abdrücke zu vermeiden, habe ich sie hier nicht extra erwähnt.

P.S.: Fotos wurden allesamt von Herbert Hirschler zur Verfügung gestellt, das Copyright liegt bei ihm.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • ltblueberry veröffentlicht 03.09.2017
    bh
  • ciaolea veröffentlicht 03.09.2017
    bh
  • Babyengel1 veröffentlicht 02.09.2017
    . .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Babyengel1 .•:*¨ ¨*:•.
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