Eine Serie scheinbar sinnloser Morde sucht eine paradiesische Karibikinsel heim. Die Leichen weisen Wunden von einer Machete auf, machmal steckt sogar eines dieser Erntemesser drin.
Es gibt nur einen Zeugen für einen dieser Morde, und Peter Macdonald hat sogar die Mörder gesehen. Kein Wunder, ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von mima17 über Warte, warte nur ein Weilchen / Patterson, James 20. November 2003
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
leichte Kost
Unterhaltungswert:
hoch
Spannung:
durchschnittlich spannend
Humor:
wenig humorvoll
Aufmachung:
lieblos
Pro:
halbwegs spannend, sehr leicht lesbar, guter Showdown, zynische Kritik an US - Außenpolitik
Kontra:
sehr wenig Psychologie und Charakterdarstellung
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Eine Serie scheinbar sinnloser Morde sucht eine paradiesische Karibikinsel heim. Die Leichen weisen Wunden von einer Machete auf, machmal steckt sogar eines dieser Erntemesser drin. Es gibt nur einen Zeugen für einen dieser Morde, und Peter Macdonald hat sogar die Mörder gesehen. Kein Wunder, dass alle Welt hinter ihm her ist, die Mörder natürlich zuerst.
Der Autor °°°°°°°°°
James Patterson ist der Autor von 15 Nummer-1-Bestsellern (inklusive diesem Buch). Allerdings sind es vor allem seine Alex-Cross-Thriller, die den Leser berühren. Folglich war Alex Cross bereits zweimal im Film zu sehen: "Im Netz der Spinne" und "...denn zum Küssen sind sie da" wurden beide erfolgreich mit Morgan Freeman in der Hauptrolle verfilmt.
Patterson ist extrem fleißig. Sein neuester Solo-Roman heißt "The Lake House" und ist die Fortsetzung von "Wenn der Wind dich trägt". Im Frühjahr erschien eine Kollaboration mit dem Titel "The Jester" (Der Hofnarr), deren Story im Mittelalter spielt. Im November 2003 erscheint ein neuer Alex-Cross-Roman mit dem Titel "The Big Bad Wolf".
Nähere Infos finden sich unter www.twbookmark.com und www.jamespatterson.com. Regelmäßig wird aus dem Buch auch ein Audiobook oder E-Book gemacht: Patterson kann überall dabei sein.
Handlung °°°°°°°°°
Die CIA hat das organisierte Verbrechen à la Mafia etc. dafür engagiert, die Drecksarbeit zu erledigen, um außenpolitische Ziele zu erreichen. Wenn dieser Vorgang schon an sich empörend ist, so sind es die Mittel, zu denen die Mafia greift, noch viel mehr.
Mafiaboss Izzy Goldman, 74, engagiert ein international bekanntes, aber nie von Angesicht zu Angesicht gesehenes Killerpärchen. Carrie und Damian Rose planen ihre Arbeit äußerst penibel und zwar vom ersten Verbrechen bis zur Flucht und der Bezahlung, so auch diesmal. Denn wer weiß, ob die CIA nicht am Ende den Stecker rauszieht, um die Operation zu stoppen?
Die "Operation" dauert etwas mehr als eine Woche: die "Zeit der Machete", wie der O-Titel lautet. Zweck ist es, durch gezielte Morde an Touristen die politische Situation auf der paradiesischen Karibikinsel San Dominica - sie ist erfunden, hat aber große Ähnlichkeit mit Jamaica oder St. Lucia - derartig zu destabilieren, dass die Guerillabewegung unter einem gewissen Oberst Dassie "Monkey" Dred zuschlagen kann, um noch mehr Chaos und Terror zu verbreiten. Die Waffen liefert die CIA quasi frei Haus.
Am Schluss der "Operation" werden die Guerilleros vernichtet, das alte Regime wiederhergestellt, aber eine politische Abhängigkeit von den Rettern, den USA, etabliert. Als Gegenleistung für ihre "Hilfe" verlangen die USA lediglich, dass man das Errichten von Spielcasinos erlaube. Wie könnte man einen solch bescheidenen Wunsch abschlagen?
Es gibt nur ein einziges Problem für die Planer: Ein Einheimischer ist Zeuge eines der Morde geworden und hat Damian Rose und zwei der Machetenmörder gesehen. Peter Macdonald ist zudem noch ein Ex-Marine und versteht sich sowohl auf Waffen wie aufs Überleben im Dschungel, beides notwendige Fertigkeiten, wie sich zeigt - jede der widerstreitenden Kräfte auf dem Eiland versucht, ihn als erste in ihre Finger zu bekommen, um ihn für sich zu verwenden. Und ein paar Leute wollen ihn natürlich sechs Fuß unter der Erde sehen.
Während seiner Odyssee verliert er nicht nur seinen Job, seine Heimat, sondern auch seine Freundin Jane Cooke, die sich die Karibik auch ein wenig friedlicher vorgestellt hatte - genau wie die zehntausend Touristen, die Hals über Kopf aus dem Paradies fliehen.
Schließlich spitzen sich die Ereignisse zu einem blutigen Höhepunkt zu. Allerdings warten auf jeden der Beteiligten ein paar Überraschungen.
Mein Eindruck °°°°°°°°°°°°°
Der Plot des Thrillers hat große Ähnlichkeit mit dem späteren Patterson-Thriller "Jack & Jill" (dt. "Sonne, Mord und Sterne"): Ein Killerpärchen versetzt einen Ort - hier Washington, D.C. - in Angst und Schrecken, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der Unterschied zu "Jack & Jill" ist jedoch bedeutsam: Statt des US-Präsidenten müssen hier "lediglich" Touristen und Einheimische dran glauben. Der ganze Plan wird von der CIA in Auftrag gegeben, worüber der Präsident offensichtlich nicht informiert wurde. Die Ähnlichkeit zu "See how they run", einem frühen Patterson-Thriller, besteht wieder einmal in einer Serie anscheinend sinnloser Morde, bei denen v.a. Unschuldige ums Leben kommen. Dies ist wieder einmal Terrorismus in Reinkultur, und diesmal sind Agenten die Drahtzieher. Man könnte auch Staatsterrorismus dazu sagen.
Ein Kriegstagebuch
Eine perfide Erzählkonstruktion hat sich der Autor einfallen lassen. Die Geschehnisse auf San Dominica, in den USA und Europa werden keineswegs von einem allwissenden Erzähler berichtet, sondern stellen Auszüge aus dem "Tagebuch der Rose" (!) dar, das Carrie Rose für schlappe zwei Millionen Dollar einem New Yorker Verlag verkauft hat. Das Buch wird eröffnet mit der Szene, wie Carrie dem zuständigen Lektor ein entsprechendes Angebot macht, das er nicht ablehnen kann.
Die Geschichte von den Gräueltaten im Urlauberparadies ist also so etwas wie ein lukrativ verscherbeltes Kriegstagebuch, das Gegenstück zu den CNN-Reportagen aus dem Irak-Krieg oder anderen Brennpunkten. Diese satirisch-zynische Konstruktion nimmt dem möglichen Leservorwurf, bei "Season of the machete" handle es sich um Gewaltpornografie, die Spitze: Natürlich ist es das, scheint Patterson zu sagen, doch genauso gut könnte man CNN diesen Vorwurf machen, wenn es aus Bagdad berichtet. Patterson erspart sich den Hinweis auf die Karibikpolitik der Readin-Administration, in der zwei Invasionen (Grenada, Panama) und ein Guerillakrieg in Mittelamerika eine unrühmliche Rolle spielten.
Speed Reading (mal wieder)
Diesen Roman mit dem ulkigen deutschen Titel - der O-Titel "Season of the machete" ist wesentlich treffender - habe ich an nur einem halben Tag gelesen. Der Leser findet sich jederzeit zurecht, sowohl aufgrund der zeitlichen als auch der räumlichen Angaben. Außerdem ist das Buch säuberlich in kurze Kapitel und mehrere Groß-Abschnitte geteilt, denen jeweils ein Zitat aus dem "Tagebuch der Rose" und aus den lokalen Nachrichtenblättern vorangestellt ist.
Spannung - vielleicht
Ist das Buch aber einigermaßen spannend? Diese Frage lässt sich nicht sofort beantworten. Wie so oft bei Patterson, weiß der Leser weitaus mehr als die handelnden Figuren, so dass "suspense" entstehen kann. Wird die hauptfigur macdonald der nächste Tote sein - oder wird er noch eine besondere Rolle spielen? Das letztere ist der Fall. Ständig fragt man sich nämlich, warum ausgerechnet nicht von einer Kugel aus dem deutschen Scharfschützengewehr Damian Roses niedergestreckt, sondern am Leben gelassen wurde. Ein ganz fieser Trick.
Gegen Ende sieht die Sache schon etwas anders aus. Viele Manöver der Roses stellen sich als Tricks zur Irreführung ihrer Verfolger dar, die sie ausschalten wollen, allen voran die CIA. Und der Leser wird absichtlich im Dunkeln gelassen, wie die Sache für die Hauptfiguren ausgehen wird. Man weiß kaum wohin mit seiner Sympathie: Soll man die Cleverness der beiden Killer wirklich bewundern?
Eines steht für mich jedenfalls fest: Die zweite Hälfte des Romans ist wesentlich spannender als die erste.
Unterm Strich °°°°°°°°°°°°°
Wollte James Patterson einen Politthriller schreiben, ähnlich wie "See how they run"? Er hatte sicherlich keine Ambitionen wie Frederick Forsyth mit seinem "Schakal" und der "Akte Odessa", denn dafür ist "Warte nur..." viel zu oberflächlich in seiner Schilderung: Es ist die Fastfood-Version eines Forsyth-Thrillers. Viel Action, viel Intrige, viele Tricks, aber auch viel Blut. Ketchup auf die Bulette - das muss schon sein.
Trotz dieser leicht verdaulichen Unterhaltungszutaten enthält "Warte nur..." einen beunruhigenden Widerhaken. Dieser besteht sozusagen in der bitteren Form seiner Darreichung: Patterson weiß, dass dies Gewaltpornografie in Reinkultur ist, und genau deshalb stellt er sie als solche hin: Der New Yorker Verlag, der das "Kriegstagebuch" von Carrie Rose veröffentlicht, ist keinen Deut besser hinsichtlich seiner Moral als die CIA selbst, die die Morde auf San Dominica zunächst in Auftrag gegeben hatte.
Die Ausbeutung erstreckt sich in einer Warenwelt eben nicht nur auf die Auftraggeber und ihre Mietkiller, sondern auch auf jene, die die Geschichte vermarkten: die Medien. Ein besonders trauriges Beispiel dafür liefert zur Zeit die Vermarktung der Geschichte der US-Gefreiten Jessica Lynn, die vom Pentagon zur Heldin stilisiert wurde. Ihr New Yorker Verlag kaufte ihre Story für 1 Million, mietete einen Lohnschreiber und warf das Buch auf den Markt - zu spät, wie sich herausstellt: Die Lügen des Pentagon wurden bereits als solche entlarvt.
Wird also die "Saison der Machete" ewig weitergehen? Es sieht fast so aus.
Michael Matzer (c) 2003ff
Info: Season of the Machete, 1995; Ullstein 2002, München, Nr. 25098; 280 Seiten, EU 5,95, aus dem US-Englischen übersetzt von Dietlind Kaiser; ISBN 3-548-25098-x
...Wer einige Bücher von JamesPatterson kennt, weiß das er recht verschiedene Bücher geschrieben hat. Dieses Buch ist ein wenig im Tagebuchstil geschrieben und daher ein bißchen wie eine Erzählung. Die Spannung bleibt jedoch durchs ganze Buch hindurch erhalten. Es handelt von politischen Übergriffen auf einer Karibikinsel. Es passieren viele Morde (bei Patterson sehr üblich) und es gibt nur einen Zeugen, dieser schaltet sich dann auch tatkräftig ein um die Verbrecher zu schnappen. Wer die Bücher denn zum Küssen sind sie da und wer sich umdreht oder lacht oder wenn mäuse katzen jagen gelesen hat, wird sich bei diesem Buch etwas schwerer tun, da es nicht so flüssig zu lesen ist. Allerdings sind die Geschehnisse eher voraussagbar als in den anderen Büchern von ihm. Über vieles muß man schon etwas länger grübeln. Es werden viele...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als weniger hilfreich
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Meine Meinung:
Ich hatte vorher nur „Warte, wartenur ein Weilchen" von JamesPatterson gelesen. Eigentlich hab ich mir vorgenommen, nichts mehr von ihm zu lesen, weil es mir überhaupt nicht gefallen hat. Aber dann hat mir meine Freundin „Die Wiege des Bösen" in die Hand gedrückt. Auch wenn die Meinungen zu diesem Buch sehr auseinandergehen, ist es meiner Ansicht nach wirklich lesenswert. Von der ersten Seite an, ist man mittendrin, da Kathleen mit der ganzen Situation nicht klar kommt und versucht, sich selbst umzubringen. Auch wenn das Ende absehbar ist, hat JamesPatterson noch jede Menge Überraschungen eingebaut und es war spannend und kurzweilig bis zum Schluss: Ich habe abends angefangen zu lesen, bin dann eingeschlafen und musste es gleich am nächsten Morgen (vor dem Frühstück!) zuende lesen!
Das Buch:
Bastei Lübbe...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich
hilfreich 26.07.2001
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