Mord und Totschlag aus der Sicht der Mörder
13. Nov 2000
(16. Nov 2000)
Pro:
gut zu lesen
Kontra:
Der Inhalt ist wirklich nichts für schwache Nerven, finde ich
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Aufmachung:
Niveau:
mehr
 Marco.Mattheis
Über sich:
Leider kann ich zur Zeit keine neuen Berichte schreiben, bleibe aber auf dem Laufenden!
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Es gibt wohl nichts schlimmeres als einen Mord. Da stimmt mir wohl jeder zu und mit solchen Leuten will man ja wohl auch noch viel weniger Kontakt haben.... Aber genau das ist es, was Wolfgang Korruhn in seinem Buch macht. Er sucht den Kontakt zu inhaftierten Mördern und Mörderinnen, um sie über ihre Taten zu befragen. Wie kommt es dazu, dass ein Mensch einen anderen erschlägt ersticht oder andersartig umbringt! Andrea Schub ------------- Der erste Fall, den Korruhn in seinem Buch beschreibt handelt von einer jungen Frau, die bis zu ihrer Tat noch nie zuvor großartig aufgefallen ist. Doch eines Tages erschlägt sie eine alte Dame in ihrer Wohnung, wobei sie mit äußerster Gewalt vorgeht. Andrea Schub wird gefasst und kommt lebenslänglich ins Gefängnis. Doch die Geschichte die sie zu erzählen hat, ist nicht ohne und an so mancher Stelle, hatte ich wirklich Mitleid mit dieser Frau. Aber das ist wohl äußerst schwierig nachzuvollziehen, wenn man das Buch nicht gelesen hat. Nur eins kann ich im Vorfeld schon sagen. Es ist nicht immer alles so, wie es nach Außen hin aussieht.
Daniel ------- Ein 17 jähriger Junge ersticht in einem Blutrausch seinen Stiefvater und seine Mutter und fährt anschließend mit seinen Freunden nach Spanien in den Urlaub. Eine unvorstellbare Tat, wenn man es so liest aber während des Gesprächs mit Korruhn, das im Gefängnis geführt wird, kommt man langsam auf die Hintergründe und den Abgrund der sich hinter dieser Fassade erst offenbart. So einfach ist auch diese Geschichte nicht und sie regt mehr und mehr zum nachdenken an. Vielleicht auch über sein eigenes Leben.
Dann hab ich’s einfach gemacht ------------------------------- So der Titel des Kapitels, in dem Korruhn einen Mann interviewt, der die Tochter seiner Lebensgefährtin vergewaltigt und umgebracht hat. Es gibt Fälle, die sich leicht lesen lassen. Ein seid Kindheit gequälter Junge rächt sich für die jahrelange Unterdrückung. Bei solchen Erzählungen von Korruhn, kann man wenigstens die Gefühle des Täters „nachvollziehen“ aber bei dieser Geschichte, musste selbst ich mehrmals schlucken und in einem durchlesen, kann man dieses Kapitel beim besten Willen nicht. Aber mehr möchte ich an dieser Stelle auch nicht verraten.
Dann war es plötzlich still ---------------------------- Dies ist die letzte Geschichte, die Wolfgang Korruhn in seinem Buch erzählt und zugleich die seltsamste, wie ich finde, denn hier wird von einem Mord eines Studenten an seiner Hauswirtin erzählt und dieser Fall ist wirklich seltsam oder besser gesagt der Mörder ist sehr seltsam und der Mord steckt voller Widersprüche. Obwohl der Junge Mann angeblich nie „Blut sehen konnte“ erwürgt er das Opfer nicht nur sondern zerstückelt es sogar und damit fängt das seltsame in diese Fall erst an, doch mehr zu verraten wäre wohl unfair.
Fazit ------ Selbst lesen, sag ich da und wünsche, nun viel Spass kann man bei einem solchen Buch wohl nicht empfinden aber man bekommt durch dieses Buch einmal eine andere Sicht der Dinge vor Augen gehalten. Wenn Sie dieses Buch bereits gelesen haben sollten, dann würde ich mich darüber freuen, wenn Sie mit mitteilen würden, wie sie sich beim lesen gefühlt haben. Ich jedenfalls war beim Lesen doch schon sehr mitgenommen. Dieses Buch fällt in den Bereich: Was man nie vergisst! Daher auf jeden Fall für alle zu empfehlen, für die sich der Titel interessant anhört! Das Buch ist darüber hinaus sehr spannend aber nicht sehr kompliziert geschrieben mit so gut wie keinen Fachbegriffen. Ob dies als Vor- oder Nachteil zu werten ist, sei jedem selbst überlassen. Da es mir haupsächlich um die Geschichten ging, war es für mich ein Vorteil nicht mit Fachwörtern überschüttet zu werden. So konnte ich besser über den Inhalt des Erzählten nachdenken, was wohl auch wirklich nötig ist bei diesem Buch!
Zum Autor -------------- Wolfgang Korruhn,geb.1937 in Halle, studierte Medizin, Kunstgeschichte und Germanistik ehe er Filmkritiker wie auch Autor von 50 TV-Dokumnetationen wurde. Seine Spezialität sind provokante Kurzinterviews, wie in den Fernsehsendungen ZAK. Er schreibt die Geschichte der Leute, die er interviewt ohne gross zu manipulieren, sondern er gibt einfach weiter, was die Täter ihm erzählten, wie es bereits der Titel seines Buches verspricht. Das Buch - Fakten- Autor: Wolfgang Korruhn Titel: Täter (Was Mörder mir erzählten) Verlag: Econ Taschenbuch Verlag Preis: 14,90 DM ISBN: 9783612263872 Veröffentlicht: 1997
für ciao.com Der_Wittener
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20.04.2001 16:32
ab sofort lob ich dich nicht mehr für die qualität deiner berichte - ich trag ja auch keine eulen nach athen *g* wirklich du hast was drauf - und sobald ich meinen reichtum noch mit ein paare freundlichen ciao bonuspunkten vervollständigt hab dürfte meine mitgift stimmem *g* lieben gruss - box
27.11.2000 02:00
Habe das Buch auch gelesen.Ist schon ziemlich krass,aber auch sehr interessant.Lohnt sich auf jeden Fall mal ein Blick rein zu werfen.Oder auch zwei.Beste Grüsse Pikus
21.11.2000 18:56
Nette Lektüre, ich mein, das sollte man vielleicht nciht lesen, wenn man gerade in Depri-Stimmung ist. Aber sonst scheint es ein sehr interessantes Buch zu sein! Gruß, Redlocks