Erfahrungsbericht über

Wavefrontier Toroidal T55

Gesamtbewertung (1): Gesamtbewertung Wavefrontier Toroidal T55

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Sat-Antenne mit Weitblick

5  05.01.2009

Pro:
Hohe Empfangsstärke, gute Schlechtwetterreserve, kompakte Bauweise, viele mögliche Positionen

Kontra:
Änderungen an der Einstellung hinterlässt "Kampfspuren"

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Handhabung/Komfort:

Installation

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thunderbird.elite

Über sich: So langsam hab ich auch Ciao Café für mich entdeckt und hab euch dort mit zwei Anleitungen zur "...

Mitglied seit:12.06.2005

Erfahrungsberichte:78

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 29 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Heute möchte ich euch mal meine Sat-Antenne, die Toroidal T55, vorstellen.

Erst einmal vorab die kleine Info, die Antenne gibt es auch in verschiedenen Nachbauten, weshalb man darauf achten sollte, dass sie auch wirklich als Toroidal T55 oder Wavefrontier T55 verkauft wird und nicht als "Wie Toroidal T55". Die Nachbauten sind unter Umständen nicht so gut in Sachen Antennengewinn, Öffnungswinkel (nahe beieinander liegende Satelliten) und maximalem Empfangsbereich.

Die kleine T55 kann einen Orbitalbereich von bis zu +/-20° oder einen Azimuthbereich von +/-30° empfangen, jeweils die kleinere Größe. Die LNBs müssen dabei 4° auseinander liegen, weniger erlauben die Halterungen nicht. Und selbst wenn man es schafft, die LNBs noch näher aneinander zu bringen, es hilft nicht. Beispiel: Den Eutelsat W2 (16° Ost) kann man mit der Antenne empfangen, wenn auch etwas schwächer, aber beim besten Willen nicht, wenn sich daneben noch Astra (19.2° Ost) oder Hotbird (13° Ost) befinden.

Der Antennengewinn ist mit ca. 35.7dB angegeben, was einer guten 65cm-Antenne entspricht.

Dabei ist die kleine Antenne sogar recht dezent. Der elliptische Hauptreflektor mit 65cm Breite und 55cm Höhe ist dezent klein und der recht "spacig" aussehende Subreflektor versteckt die LNBs auch bei Ansicht von Vorne. Die Kabel kann man mit Kabelbinder sauber an den beiden Subreflektor-Halterungen anbinden, sodass sogar eine voll bestückte Antenne noch sauber aussieht. Und die spezielle Bauweise macht die Antenne auch noch sehr kompakt, sie ist mitsamt Subreflektor gerade mal halb so tief wie eine konventionelle 60cm-Antenne mit normalem Feedarm.

Der Hersteller gibt die Antenne mit maximal 8 LNBs an. Je nach Bereich passen aber auch mehr. In einem exemplarischen Test mit drei LNBs habe ich nun ausgemacht, dass man im Bereich zwischen 8° West (Atlantic Bird 2) und 28.2° Ost (Eurobird 1 und Astra 2) folgende Satelliten gleichzeitig empfangen kann:
- 28.2° Ost: Astra 2 und Eurobird 1 (je nach Lage eingeschränkt: Astra 2D ist nicht überall in Deutschland empfangbar)
- 23.5° Ost: Astra 3 (ehemalige Position DFS-Kopernikus)
- 19.2° Ost: Astra
- 13° Ost: Hotbird
- 9° Ost: Eurobird 9
- 4.8° Ost: Sirius 4 und Thor 2 (eingeschränkt, für den Europabeam von Sirius 4 empfehle ich einen High-Gain LNB, andere Beams gehen nicht)
- 0.8° West: Thor 3 und Thor 5 (eingeschränkt, nur Thor 5)
- 5° West: Atlantic Bird 3
- 8° West: Atlantic Bird 2
Bestückt habe ich derzeit nur Astra, Astra2/EB1 und Hotbird. Der Rest wird später nachgerüstet.
Kann man auf die West-Positionen verzichten, ist auch der Türksat oder der Hellassat kein Problem.

Natürlich ist pro Position ein LNB fällig und pro LNB auch eine Halterung (5 Halterungen liegen bei, weitere kann man nachkaufen). Zudem benötigt man spezielle Multischalter (wenn man mit Quattro-LNBs arbeitet, z.B. 17-auf-x Schalter, wobei X die Anzahl der Ausgänge ist und 17 bedeutet alle 4 Ebenen von insgesamt 4 Satelliten plus terrestrische Einspeisung - mehr gibt es als Multischalter nicht) oder z.B. die Kombination aus Single, Twin- oder Quad-LNBs (je nach Anzahl der Teilnehmer, von Octo-LNBs muss ich abraten, die verbraten schon zu viel Strom für manche Receiver, von den DiSEqC-Schaltern will ich da garnicht reden) plus DiSEqC-Schalter nach Profil 1.1 (benötigt spezielle Receiver die das können) oder 1.2 (eigentlich für Drehmotoren, emuliert das Drehen nach erfolgter Programmierung, benötigt ebenfalls einen Receiver der das kann, ist aber häufiger anzutreffen als 1.1) oder bei bis zu 4 Positionen auch nach Profil 1.0 (geht mit jedem Digitalreceiver und sogar manchen analogen).

Der Empfang im C-Band, der sich häufig auf auch hier empfangbaren Satelliten im Raum Afrika und Asien findet, ist mit dieser Antenne nicht möglich. Die Antenne ist zu klein und schwach und die großen Feeds und LNBs würden nicht passen. Aber alle oben genannten Satelliten arbeiten im hier gängigen KU-Band, für das die Antenne gebaut wurde.

Der Aufbau:
Der Antenne liegt eine gute englischsprachige und voll bebilderte Anleitung bei. Damit ist sie schnell aufgebaut. Wahlweise mit der mitgelieferten Wandhalterung, oder einem zugekauften Mast mit 50mm Durchmesser. Ich hab mich für den eigenen Mast entschieden.
Der Aufbau war schnell gemacht, nur die Ausrichtung ist anspruchsvoll. Die Antenne bietet Unmengen Freiheitsgrade. Azimuth (also Drehung nach links und rechts), Elevation (Neigung nach oben und unten), Drehung (Antenne schräg legen - bei einem so weiten Bereich von 40° Orbitalposition garnicht mal unwichtig), Verschieben der LNBs auf der LNB-Schiene, Winkel der LNBs zur LNB-Schiene und Drehung der LNBs in der Halterung (Crosspol, das heißt ein Übersprechen zwischen horizontaler und vertikaler Polarisation die man durch Drehung des LNBs verringern kann). Gerade bei schwachen Satelliten wie dem Sirius oder dem W2 bedeutet das viel Feinarbeit.
Außerdem wird es manchmal etwas eng. Je nach Ausrichtung liegen die LNBs nämlich genau über einem der Haltearme des Subreflektors. Das war in meiner Ur-Ausrichtung (Astra recht mittig) beim Hotbird so. Der verbaute Inverto Silver Quad-LNB (Quattro-Switch-LNB) passte zwar wunderbar, nur an Kabel darunter war kaum mehr zu denken, ich hab mir in diesem Fall mit Winkeladaptern für die F-Stecker beholfen.
Ist die Antenne einmal aufgebaut, mutet sie hochwertig an. Einziges Manko: Das "LNB-Schubsen" hinterlässt Kampfspuren. Die Schrauben, mit denen man die LNB-Halterungen an der Schiene fixiert, fessen sich in den Lack, sodass man in diesem blanke Flecken hat, wenn man den LNB mal wo anders hinschiebt. Gleiches gilt für die Fixierschrauben der Elevations- und Winkeleinstellung.
Die Antenne ist in anthrazit und grau zu haben, fügt sich also dezent an die meisten Häuser an.

Empfangsstärke:
Hier trumpft die Antenne auf. Die Empfangswerte sind hervorragend und auch das Verhalten bei schlechtem Wetter ist erstaunlich gut. Derzeit hat es nur eine "handelsübliche Sintflut" (das heißt von 2 Sekunden Aufenthalt vor der Türe ist man schon bis auf die Knochen durchnässt) es geschafft, mir das Vernsehvergnügen zu verhageln (fast wörtlich sogar, nur ohne Hagel). Normalerweise sind selbst heftigste Regenfälle kein Problem.
Das trifft hier im Raum Köln auch auf den problemlos empfangbaren Astra 2D zu, dessen Spotbeam normalerweise nur Großbritannien mit BBC und ITV versorgen soll. Der kommt hier einwandfrei und genauso stark wie die anderen Astra2, der EB1 oder Hotbird und Astra 1 rein und bricht auch bei schlechtem Wetter nicht weg. Ein Bekannter berichtete mir, mit einer direkt auf Astra2 ausgerichteten 40cm-Antenne (reicht hier in Köln auch) wäre bei ihm der 2D beim kleinsten Anflug von Regen weg, während die anderen noch da sind.
Natürlich ist es müßig, wie in den Ciao-Kriterien angegeben die Bild- und Tonqualität anzugeben, da diese primär vom Receiver abhängt. Beim Digitalempfang sowieso, denn hier gibt es nur "Empfang da" und "Empfang weg". Aber ich sag dann einfach mal wie es sich beim Analog-Empfang von Astra verhält: Auf zwei getesteten Receivern (beides welche der hochwertigen Sorte, Pace MSS-500 und Grundig STR-7100) liefert die Paarung aus T55-Antenne und Inverto Silver Quad-LNB ein absolut störungsfreies Bild, das nur bei extrem schlechten Wetter leichte Fische zeigt.

Zur Zuverlässigkeit kann man eigentlich auch nicht viel sagen, es handelt sich ja nur um pures Blech. Die Antenne, die auf 200km/h maximale Windlast beziffert wird, hat es mir jedenfalls im letzten Jahr nicht verdreht.

Alternativen:
In dieser Größenordnung keine. Eine Nummer größer nur die große Wavefrontier T90. Das Ungetüm mit 110x90cm großen Hauptreflektor muss man erst mal montieren können. Die Maximum E85 ist für mich keine Alternative, da die offen liegenden LNBs ziemlich hässlich aussehen, im Vergleich zur Wavefrontier, wo sich die LNBs verstecken. Die T90 belohnt das Plus an Platzbedarf mit noch mehr Empfangsstärke (entspricht einer 1,20m Antenne), einem weiteren Bereich an Orbitalpositionen und mehr Abstand zwischen den Positionen (sodass auch noch der W2 zwischen Hotbird und Astra passt). Je nach Wohnort in Deutschland braucht es zudem eine T90, um den Astra 2D und somit BBC sehen zu können. In manchen Gegenden hilft allerdings auch keine T90 mehr.

Fazit:
Wer Spaß an internationalem Fernsehen oder exotischen Dingen wie Feeds (Live-Zuführungen) hat, findet hier eine interessante Alternative zur Drehantenne, die zudem auch noch etwas "vermieter-kompatibler" ist, als andere Antennen, da sie doch recht dezent ist. An die Vielzahl der Positionen kommt man im Gegensatz zur Drehantenne natürlich nur dran, wenn man alle Positionen bestückt, oder regelmäßig "LNB-schubsen" spielt. Empfangsstärke ud Wetterreserve sind bei den Mainstream-Satelliten exzellent, somit ist die Antenne aufgrund ihrer kompakten Bauweise und trotzdem hoher Effizienz auch für eine oder wenige Positionen interessant.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Magistix

Magistix

05.01.2009 09:17

Überaus hilfreich. Danke für die Mühe!!

Sexy_Pussy_Deluxe

Sexy_Pussy_Deluxe

05.01.2009 01:36

ach herrje,mit sowas kenn ich mich ja nu ma garnet aus.^^

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