Weihnachten im Neuseenland - Part 3
18.11.2011
Pro:
Ein schöner Brauch, der wenig kostet
Kontra:
- - -
Empfehlenswert:
Ja
 ditho1911
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Eigentlich sollte ja eine reine Naschereiserie werden. Aber im Hinblick auf das Thema, das ich mit für meinen 400. Bericht ausgewählt habe, denke ich, dass auch weihnachtliche Bräuche in dieser Reihe nicht fehl am Platz sind. Da meine vor langer Zeit hier vorgestellte japanische Zierkirsche nicht nur im Frühling blüht, erinnerte ich mich an eine alten Brauch zum St. Barbaratag, der nicht nur in Deutschland gepflegt wird. In vielen Regionen Deutschland ist heute immer noch der Brauch verbreitet, am 4. Dezember, dem Tag der "Heiligen Barbara" die so genannten Barbarazweige zu schneiden und in einer Vase im Warmen aufzustellen. Wenn die Zweige am Weihnachtsfest zu Blühen beginnen, dann soll dies Glück und Zufriedenheit für das kommende Jahr bringen.
Wer war die heilige Barbara?Die heilige Barbara lebte lebte im 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung als Tochter eines reichen Kaufmanns in Nikomedia in der Nähe des heutigen Istanbuls. Trotz ihrer Herkunft entschied sie sich gegen den Willen ihres Vaters für den christlichen Glauben und wurde dafür zum Tod verurteilt. Eine Legende besagt, dass Barbara auf dem Weg zum Gefängnis mit ihrem Kleid an einem Kirschbaumzweig hängen geblieben sei. Sie nahm diesen Zweig mit und stellte ihn ins Wasser. Mit ihrer Verurteilung zum Tode soll der Zweig erblüht sein. Eine andere Legende wieder erzählt, dass die Jungfrau Barbara am 4. Dezember ihrem Martyrium erlegen sei. Am Weihnachtstag sollen dann, den Überlieferungen zufolge, Blumen auf ihrem Grab die Blüten geöffnet haben. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Wahl dieses Tages eher praktische Gründe hatte, weil Kirschzweige in einem warmen Zimmer genau die Zeitspanne vom Barbaratag bis zum Heiligen Abend benötigen, um aufzublühen. Im 18. Jahrhundert war dieser Brauch, blühende Zweige auf den Weihnachtstisch zu stellen, so verbreitet, dass in solchem Mass Zweige aus Gärten und Höfen gestohlen wurden, dass ein polizeiliches Verbot erlassen wurde, solche Zweige oder Bäume aufzustellen. Nicht nur Kirschzweige wurden geplündert, auch Apfelbaum-, Birnbaum-, Pflaumenbaum-, Flieder- oder Lindenzweige mussten daran glauben. An vielen Bergbauorten und in vielen Bergbauberufen wird der Barbaratag bis heute besonders gefeiert. Der Bezug zum Bergbau ergab sich der Legende nach durch einen Felsen, der sich auftat, um Barbara vor ihren Verfolgern zu verbergen. In fast jedem Bergwerk gibt es unter Tage Altäre und Schreine für die heilige Barbara. In vielen auch ehemaligen Bergbauorten gibt es am Gedenktag Prozessionen und Umzüge.
Der weitverbreitete BrauchIn vielen Familien ist es heute noch üblich, nicht nur einen Strauß aufzustellen, sondern jedes Familienmitglied bekommt einen eigenen Zweig. Der, dessen Zweig am schönsten aufblüht, soll im kommenden Jahr das größte Glück haben. In Niederösterreich hängt man dazu an den Strauß Zettelchen mit den Namen der Familienmitglieder. Hier hat der, dessen Zweig zuerst blüht, das meiste Glück. In Böhmen gab es den Brauch, die Zweige nur mit einem Hemd bekleidet und mit dem Rücken zu ihnen stehend zu schneiden.Nicht nur in Böhmen und Niederösterreich konnte man anhand der Blüten in die Zukunft schauen. Gingen die Knospen am Weihnachtsfest auf, dann sollten Wünsche in Erfüllung gehen. Anderenfalls verhieß das im kommenden Jahr Unglück. Auch auf die Fruchtbarkeit des nächsten Jahres wurden Schlüsse gezogen. Viele und üppige Blüten bedeuteten hohe Fruchtbarkeit. Um hohen Fruchtsegen zu erhalten, umwickelte man am Barbaratag früher in manchen ländlichen Gegenden die Obstbäume mit Stroh. Das Stroh sollte die Bäume vor dunklem Zauber schützen. In Schlesien hielt sich lange der Brauch, dass heiratslustige Mädels mehrere Zweige mit den Namen ihrer Verehrer versehen in eine Vase stellten. Voller Erwartung wurde beobachtete, welcher Zweig als erster seine Blüten öffnete. Der Mann, nach dessen Name dieser Zweig benannt war, sollte dann der Auserwählte für die Zukunft sein. Diese Tradition geht vermutlich auf die germanischen "Lebensruten" zurück. Es finden sich sogar Auslegungen, nach denen der Brauch des Weihnachtsbaumes auf den Barbarabaum zurückzuführen ist.
Einige praktische Tipps für heuteViele Baumarten eignen sich für das Vortreiben in der Vase möglichst in der Nähe des warmen Ofens. Neben Kirsche eigen sich Zierkirsche, Zierpflaumen, Mandelbäumchen sowie Forsythien besonders gut. Aber auch japanische Quitte, Goldregen, Ginster, Zierjohannisbeere, Hasel, Weide, Schlehe und Kornelkirsche können auf diese Weise angetrieben werden. Es müssen aber nicht nur Blütengehölze sein, auch Birkenzweige sehen wunderschön aus, wenn die lichtgrünen Blättchen hervorsprießen. Damit die Zweige sich lange halten, ist es wichtig, sie lang anzuschneiden oder das Holz mit einem Hammer leicht breit zu klopfen, damit die Wasseraufnahme verbessert wird.Bei der Auswahl der Zweige sollte man darauf achten, dass es möglichst zuvor schon gefroren hat und man nur Zweige mit gut ausgereiften Knospen wählt. Sollte es noch nicht gefroren haben, kann man die Zweige auch ersatzweise ein paar Tage in die Tiefkühltruhe legen. Dem Wasser in der Vase etwas Holzkohle und je 1 Liter Wasser einen Würfelzucker beifügen. Erst ins Fenster stellen, wenn die Zweige blühen. Gut ist, wenn die Zweige immer mal mit warmem Wasser besprüht werden. So sollten sie sich lange halten. Versucht es doch einfach mal.
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17.01.2012 14:51
Der Bericht macht mich auf die anderen neugierig.
31.12.2011 09:07
Diesen - mir jedenfalls - bekannten Brauch gut näher gebracht.
25.11.2011 11:44
Auch mir ist der Brauch unbekannt. Aber ein sehr schöner und andächtiger, wenn ich mir die Zweige so betrachte...lg. von rosi