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Weil es den Zufall gibt

3  22.11.2001 (06.12.2001)

Pro:
John Cusack

Kontra:
der Rest des Films ist kommunistisch auswechselbar

Empfehlenswert: Nein 

Dr.Ed

Über sich: Merkwürdig, irgendwie scheinen meine CIS-Abonennten keine Mitteilung darüber bekommen zu haben, dass...

Mitglied seit:02.03.2001

Erfahrungsberichte:508

Vertrauende:89

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 56 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Es gibt romantische Liebeskommödien, deren Zutaten sind derart kommunistisch auswechselbar, dass man ständig das Gefühl hat, das alles schon mal an irgendeiner anderen Stelle gesehen zu haben. Wenn man also ganz boshaft sein will, hat dieser Film eigentlich keine wirkliche Existenzberechtigung.
Andererseits: So schlecht ist er nun auch nicht und außerdem gibt es da bei mir ja noch den John-Cusack-Sonderbonus!
Aber der Reihe nach.

DIE GESCHICHTE:

Sie beginnt mit einer Rückblende. Es ist kurz vor Weihnachten in der Textilabteilung eines großen New Yorker Kaufhauses. Jon (John Cusack, zuletzt in "American Sweethearts") greift dort nach einem Paar schwarzer Cashmere-Handschuhe, dass ihm gefällt. Im gleichen Moment greift auch die Engländerin Sarah (Kate Beckinsale, bekannt aus "Pearl Harbour") nach diesem Paar. Es entwickelt sich ein witziges Gespräch, in dessen Verlauf sich Jon bereit erklärt, Sarah die Handschuhe zu überlassen. sarah ist von dieser Geste so angetan, dass sie John in ihr Lieblingscafe zu einem Eiskaffee einlädt. Beide finden sich auf Anhieb sympathisch und so kommt man sich näher. Man verbringt noch zusammen einen romantischen Abend und beschließt, Telefon-Nummern auszutauschen.

Allerdings leben beide in festen Beziehungen und deswegen tauscht man die nummern nicht einfach so aus, sondern er schreibt seine auf einen 5$-Schein, den sie dann sofort in Umlauf bringt, während sie ihre Nummer auf eine Hardcover-Ausgabe des Romans "Liebe in den Zeiten der Cholera" (Stammt der nicht von Mario Vargas Llosa?? Obwohl, der war womöglich doch von Gabriel Garcia Marquez, ich verwechsel die beiden immer. Also, nicht dass Ihr jetzt denkt ich wäre ein Kulturbanause, aber mit der lateinamerikanischen Literatur kenne ich mich einfach nicht so gut aus, wie mit der angelsächsischen...), das sie dann am nächsten Tag in einem Buch-Antiquariat verkauft.

Zeitsprung. Ein paar Jahre später steht die Hochzeit von Jon bevor. Er ist mittlerweile Produzent bei einem Sportsender und betreibt auch noch eine Driving-Range (eine Art Golfabschlag-Übungswiese in mehrstöckiger Ausführung). Heiraten soll er die hübsche Halley (Bridget Moynahan) und sein bester Freund Dean (Jeremy Piven) soll Trauzeuge sein. Aber langsam plagen Jon Zweifel, ob er überhaupt das richtige tut, zumal ihm Sarah immer noch im Kopf herumspukt.

Durch einen Zufall findet er den alten Kassenbon von den Handschuhen und das ist für ihn der Startschuss zu einer mühseligen "Schnitzeljagd" nach Sarah. Als er dann noch von Halley eine Erstausgabe von "Liebe in den Zeiten der Cholera" bekommt, ist es (schon wieder ein Zufall?) natürlich DIE Erstausgabe mit DEM Namen der alten Bekannten. Mit etwas Glück und viel Einsatz findet er eine Spur nach San Francisco und macht sich am Vorabend seiner Hochzeit mit seinem besten Freund auf den Weg dorthin.

Sarah arbeitet inzwischen als Psychotherapeutin in San Francisco und will (Zufall? - Wohl eher nicht!) auch in Kürze heiraten. Ihr Auserwählter ist der New-Age-Musiker Lars (John Corbett). Und wie es der Zufall (???) so will, wird auch sie von Zweifeln geplagt, ob Lars der richtige Mann für sie ist. Sie nimmt den Geburtstag ihrer besten Freundin Eve (Molly Shannon) zum Anlass, ihr einen Trip nach New York zu spendieren. Natürlich nicht ohne Hintergedanken, den kaum in New York angekommen, macht sie sich auch auf die Spurensuche und ist Jon dabei immer haarscharf auf den Fersen. Aber knapp daneben ist nunmal auch vorbei...

Na ja und wie es weitergeht verrate ich natürlich nicht, aber mich plagt die Befürchtung, dass man dafür auch kein(e) große(r) HellseherIn sein muss...

MEINE MEINUNG:

Wie ich schon eingangs erwähnte kommt einem vieles im Film irgendwie bekannt vor. Man nehme eine Prise "Harry&Sally", etwas "Schlaflos in Seattle", würze es noch mit etwas "Während Du schliefst" und packe noch etwas "Wedding Planner" obendrauf: Und fertig ist "die romantische Liebeskomödie, die achtunddrölfzigste".
Die Story wirkt an einigen Stellen doch etwas arg bemüht und konstruiert und vor allem vorhersehbar. O.K., das sind andere Liebeskomödien auch, aber irgendwie fehlt hier ein Element, dass diesen Film von anderen unterscheidbar und ihn vor allem origineller macht.
Die Rollen sind den DarstellerInnen förmlich auf den Leib geschneidert und sie machen ihre Sache auch ganz gut. Andererseits wird man das Gefühl nicht los,sie hätten ihre Rollen auch im Schlaf spielen können, ohne dass es irgendwem aufgefallen wäre und der Film darunter gelitten hätte.
Regisseur Peter Chelsom ,der auch schon für filmische Kleinode wie "Funny Bones" verantwortlich zeichnete, vermag der faden Drehbuchvorlage offenbar auch nicht mehr die richtige Würze verleihen. Man vermisst doch irgendwo den letzten Pep.
Ich hatte jedenfalls während des gesamten Films das Gefühl "Das ist alter Wein in neuen Schläuchen" oder filmisches Fast-Food, da fehlte ein wenig die Substanz.

FAZIT:

Wer auf romantische Liebeskomödien steht, kommt hier zwar halbwegs auf seine Kosten und man wird es auch nicht bereuen, dafür Eintritt gezahlt zu haben. Ein MUSS ist dieser Film aber nicht. Wahrscheinlich reicht es, wenn man ihn sich in einigen Monaten als Video ausleiht. Als Fan von John Cusack war ich zwar nicht enttäuscht, aber hier bleibt er doch weit hinter seinen Möglichkeiten.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Shue

Shue

27.02.2002 19:00

Ichsteh zwar auf Lovestories... aber die war eher sehr langweilig, sooo vorhersehbar... :-(

kingdanyo

kingdanyo

28.11.2001 18:34

Klar ist der Film vorhersehbar, aber mir hat er trotzdem gefallen. MfG kingdanyo

Pandoolio

Pandoolio

27.11.2001 13:14

Also ED!! Das Buch ist von Gabriel Garcia Marquez, einem der besten südamerikanischen Schriftsteller überhaupt! Wenn du immer so gute Berichte schreibst, muss ich gar nix mehr dazu sagen ;)) Grüße Pandoolio

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  1. DamarisAnklam
  2. Shue
  3. Thomas_Groh
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  1. rainy

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