Weites Land (1958)

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Weites Land (1958)

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So klappts nicht mit dem Nachbarn ;o)

5  22.08.2003

Pro:
tolle Darsteller, spannend, interessantes Thema, Kult

Kontra:
nichts

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Anspruch

Action:

Romantik:

mehr


BigManu

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 86 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ein weiterer Western, den ich nicht nur wegen Gregory Peck sehr gerne ansehe ist „Weites Land“ von 1958. Vor nicht all zu langer Zeit kam er gerade mal wieder im Fernsehen, allerdings habe ich von diesem Film auch eine Videokassette. Die hatte ich mir günstig für 9,99 Euro bei amazon.de gekauft. Jetzt kann ich mir den Film ansehen wann ich möchte, was ich gestern auch gemacht habe :o)


Um Gewalt geht es in diesem Film, und darum, diese vielleicht auch zu vermeiden. Gregory Peck spielt hier wieder einmal den „Guten“, und die Rolle ist ihm wie auf den Leib geschnitten. Seine Gegenspieler wie Charlton Heston und Chuck Connors wirken gegen ihn wirklich primitiv, und das stellen sie auch in diesem Film dar.


Als Greenhorn aus dem Osten kommt James McCay (Gregory Peck) aus Boston in eine kleine Stadt in der Prärie, um seine Braut die blonde Patricia Terrill genannt Pat (Caroll Baker) zu heiraten. Schon bei seiner Ankunft gerät er mitten in eine Familienfehde, als nämlich die Hannassey Söhne sich einen kleinen Spaß mit ihm erlauben. Auf der Ranch von Major Henry Terrill (Charles Bickford) angekommen, erfährt er die scheinbaren Hintergründe der Fehde. Es geht um Wasser für die Rinder, und darum wer es bekommt, und wer nicht. Major Terrill streitet sich mit dem Clan von Rufus Hannassey (Burl Ives) darum, wer die Rinder zur Tränke an einem Fluss führen darf, der zur einer Ranch mit Namen Big Muddy gehört. Der ehemalige Besitzer hatte es beiden erlaubt, doch dieser ist verstorben. Die Ranch ist verlassen, und die Erbin, die Lehrerin Julie Maragon (Jean Simmons) will sie weder an die Hannasseys noch an den Major verkaufen. Dadurch will sie weiteren Streit vermeiden, doch das gelingt ihr leider nicht.

Die Söhne von Rufus Hannassey, allen voran sein ältester Buck (Chuck Connors) sind nicht gerade beliebt. Und Major Terrill bläst auch gleich zur Racheaktion gegen sie, weil sie seinen zukünftigen Schwiegersohn angegriffen haben. Trotz des Protestes von James McCay, ziehen sie los um die Hannasseys ordentlich durchzuprügeln. Zum Unwillen von Patricia will sich James nicht in den Streit hineinziehen lassen. Auch ansonsten erregt sein Verhalten ihren Zorn. Er weigert sich, als man ihn aus Spaß, der mit jedem Neuen veranstaltet wird, auf ein wildes Pferd setzen will. Als er allein losreitet, um die Umgebung zu erkunden, wird eine große Suchaktion eingeleitet. Auf den Gedanken, das ein Kapitän zur See (sein Beruf) mit einem Kompass ausgestattet wohl auch keine Schwierigkeiten hat sich in der Prärie zurechtzufinden, kommen die Terrills nicht. Und als er auf die Provokationen von Steve Leech (Charlton Heston) der rechten Hand des Majors nicht eingeht, ist er in Pats Augen endgültig zum Feigling geworden.

James dagegen hat andere Pläne. Auf seinem Ausflug begegnet er Julie Maragon und überredet sie, die Big Muddy an ihn zu verkaufen. Er möchte sie Pat zur Hochzeit schenken und damit den Krieg zwischen den beiden Familien beenden. Bevor er dazu kommt, gibt Pat ihm den Laufpass und er verlässt die Ranch. Doch vorher liefert er sich noch, allein im Dunkeln, eine Schlägerei mit Steve Leech. James hält nichts von Gewalt, es sei den er will sich selber etwas beweisen. Deshalb hat er auch heimlich das wilde Pferd geritten, ohne das einer von den Terrills es erfährt.

Als Pat von Julie davon erfährt, auch von dem Kauf der Big Muddy, will sie James zurückhaben. Doch dieser erkennt ihre Beweggründe, und weißt sie ab. Inzwischen eskaliert auch der Streit um die Big Muddy. Der Major hindert die Hannasseys mit Gewalt daran, die Rinder zu tränken. Auch ein gewaltsames Eindringen von Rufus auf einer Feier der Terrill trägt nicht gerade zur Versöhnung bei. Als letzte Maßnahme lässt Rufus von seinen Söhnen Julie entführen um sie entweder mit Buck zu verheiraten oder zum Verkauf der Big Muddy zu zwingen.

Es kommt zur großen Finale, als sich einmal der Major mit seinen Männern aufmacht, angeblich um Julie zu befreien, und James ebenfalls losreitet, um die Sache ohne Gewalt zu regeln. Letztendlich geht es nicht ohne Gewalt ab, aber am Schluss reiten James und Julie unversehrt zurück, wobei sie ihre Liebe zueinander entdeckt haben.


Ganze 166 Minuten läuft dieser Film, und auch nach mehrmaligem Ansehen zieht er mich immer noch in seinen Bann. Freigegeben ist er ab einem Alter von 16 Jahren, obwohl er so brutal eigentlich gar nicht ist. Regie führt hier William Wyler, der auch ein paar Jahre später „Ben Hur“ gedreht hat. Das Drehbuch ist von Donald Hamilton, die grandiose Musik von Jerome Moross. Die Musik wurde auch für einen Oskar nominiert, hat ihn aber nicht erhalten. Den einzigen Oskar, den dieser Film erhielt ging an Burl Ives der den Rufus gespielt hat.


Von der Thematik her ist „Weites Land“ wirklich sehr interessant. Der gebildete Mann aus dem Osten, der sich mit der Gewalt im Westen auseinandersetzen muss. Die Gegensätze zwischen ihm und dem Vorarbeiter des Majors könnten nicht größer sein. Man bemerkt im Film auch gleich, das Steve Leech (Charlton Heston) auch an der Verlobten von James, der Tochter seines Bosses interessiert ist. Es gibt überhaupt viele kleine Zwischentöne in diesem Film. Der Konflikt zwischen James und Steve, wobei Steve hier der Angreifer ist. Dann das Verhalten von Pat ihrem Verlobten gegenüber. Caroll Baker spielt die verwöhnte zickige Rancherstochter wirklich sehr gut. Man sieht als Zuschauer sofort, das sie und James nicht zusammen passen. Und dann ist da noch das Verhalten, das Pat gegenüber Julie an den Tag legt. Eigentlich sind sie Freundinnen, aber Pat fühlt sich der Freundin eindeutig überlegen. Das Julie und James sich mögen merkt man von Anfang an. Und es ist eindeutig, das die beiden am Schluss zusammen gehören. Interessant sind auch die Spannungen, die zwischen Rufus und seinem ältesten Sohn Buck herrschen. Buck ist eine Enttäuschung für seinen Vater, ein großmäuliger Feigling und Weiberheld, der auch nicht davor zurückschreckt auf seinen Vater loszugehen. Am Schluss bleibt Rufus nichts anders übrig, als ihn zu erschießen. Und dann das Verhältnis der beiden allen Männer zueinander. Sie hassen sich wie die Pest, da bleibt der Streit um das Wasser für die Rinder eher nebensächlich. All diese Spannungen und Gefühle werden von den Darstellers sehr gut ausgedrückt und dargestellt. Gerade Chuck Connors als feiger primitiver Sohn von Rufus macht seine Sache sehr gut. Man kann nachfühlen, wie Julie von ihm angewidert wird, und ihren Ekel, als er über sie herfällt. Solch einen widerlichen Kerl darzustellen ist sicherlich auch nicht so einfach, aber Chuck Connors macht seine Sache perfekt.

Sehr schön an diesem Film sind auch die Außenaufnahmen. William Wyler und seinem Kameramann gelingt es hier perfekt, die ganze Weite und auch die Schönheit des Landes einzufangen. Vor allem als Gregory Peck allein durch die Gegend reitet kann man das bewundern. Der Titel des Filmes „Weites Land“ passt wirklich perfekt. Toll ist meiner Meinung nach auch die Szene, in der sich Gregory Peck und Charlton Heston in der Dämmerung prügeln. Das dauert einige Minuten lang, ist aber meiner Meinung nach eine der besten Szenen im Film. Erst fühlt sich Heston als der Überlegene, bis ihm langsam dämmert, das auch Peck zulangen kann. Und als ihn Peck am Ende fragt „und was haben wir jetzt damit erreicht“, weiß auch er keine Antwort darauf. Hier sieht man einmal mehr, wie sinnlos Gewalt eigentlich ist.

Mein Fazit:
„Weites Land“ ist meiner Meinung nach einer der besten Filme, in denen Gregory Peck eine Hauptrolle gespielt hat. Er verkörpert den „Guten“ einfach perfekt, es passt einfach zu ihm. Alle Darsteller machen ihre Sache sehr gut, die Geschichte ist interessant und spannend, die Landschaftsaufnahmen einfach grandios. Auch die Musik passt hervorragend zum Film, was will man mehr. Ich vergebe deshalb auch alle fünf Sterne und empfehle den Film zu hundert Prozent an euch weiter. Und wer nicht auf die nächste Ausstrahlung im Fernsehen warten will, der kann sich ja so wie ich, das Video kaufen. Meiner Meinung nach gehört dieser Film zu jeder Western- oder Gregory Peck-Sammlung dazu.

Gruss von Eurer BigManu


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Urska

Urska

26.08.2003 13:10

Ein wunderschöner Film und ein Klasse Bericht man merkt richtig wie gut dir der Film gefallen hat, lieben gruß Uschi

snoppy1969

snoppy1969

23.08.2003 22:38

HI, ich kenne den Film zwar niht aber ich denk da habe ich echt was verpasst. Werde mir mal den Film angucken.SH. LG

winterspiegel

winterspiegel

23.08.2003 12:07

gregory peck ist einer der alten leinwandhelden, die ich mir immer wieder gern anschaue - schade , dass er erst vor kurzen verstorben ist...mfg thomas

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