Ein Hauch "Meet Joe Black" - Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?
22.03.2012
Pro:
Gute Unterhaltung, liest sich leicht .
Kontra:
Eher kein Fachbuch, Interview mit dem Tod enthält zum Teil seltsame Fragen .
 bundy109
Über sich:
Orangen-Lilis's Rot-Käpperich: ♥ LaberLili und bundy109 ♥ - Verheiratet seit dem 15.05.0...
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Eigentlich sind Bücher wie das hier nicht wirklich mein Fall. Der Tod als Thema ist immer so eine Sache; kann doch keiner von uns mit absoluter Sicherheit sagen, was uns erwartet, ist unsere Zeit erst gekommen. Trotz allem fand dieses Werk dann also den Weg zu mir nach Hause und ich habe es nach einiger Bedenkzeit sogar gelesen. Es wird ja selten etwas so warm gegessen wie es gekocht wird. Zudem schien das Buch auch gut zu sein, da es bei Amazon doch recht gute Bewertungen zu verzeichnen hatte. Und man muss Bücher ja nicht zu Ende lesen, sollte das Thema dann doch etwas zu heftig werden. Jan van Helsing war mir bisher kein richtiger Begriff, obwohl er schon im zweistelligen Bereich Bücher geschrieben hat. Sein eigentliches Themengebiet ist aber auch eher im Bereich der Verschwörungstheorien; einem Gebiet das mir nicht sonderlich zusagt. Das aber nur am Rande, damit man sich schon mal ein wenig auf das nun folgende einstellen kann. Nun aber zum eigentlichen Thema.
+++ Wer hat Angst vorm schwarzen Mann...? +++ Gedacht ist dieses Buch als eine Art Führer in den Tod. Jetzt nichts im Bereich Selbstmord, sondern als Vorbereitung auf das sterben und die Welt „jenseits des Vorhanges“. Meiner Ansicht nach ein eher gewagtes Thema, da man ja nicht sagen kann was genau nach dem ableben auf jeden von uns zukommt. Andererseits aber auch spannend da es für den normalen Leser sehr nach fiktiver Literatur klingt. Der Autor will den Menschen also die Angst vor dem Tod nehmen; das finde ich eine löbliche Einstellung! Nicht nur das dem Leser die Furcht genommen werden soll, auch die Hinterbliebenen sollen mit diesem Buch etwas besser Trost finden indem sie sehen, was mit den liebgewonnenen Menschen nach deren Ableben passiert. Ja, das sind hochgestochene Ziele die sicher nicht leicht zu erreichen sind. Jan van Helsing wagt sich auf ein sehr heikles Gebiet, abseits seiner sonstigen Theorien über Freimaurer und Co.
+++ Inhalt des Buches +++ Das Buch ist in zwei Bereiche aufgeteilt, wobei der erste eher als extra langes Vorwort gelten dürfte und ein wenig in die Thematik einführt. In diesem Teil geht es um die Erscheinung eines schwarzen Mannes, dessen Erscheinen den nahen Tod von Menschen ankündigt. So erzählt van Helsing von etlichen Briefen aus seinem weiteren Umfeld, die von dieser Erscheinung gehört haben oder diesen sogar selber sahen als dieser „auf dem Weg“ zu einer anderen Person war. Und wie muss man sich das jetzt vorstellen? Also vorgestellt werden diese „Zeugenaussagen“ wie normale Leserbriefe. So zum Beispiel zwei Vorfälle aus Österreich, wo der Tod gleich zweimal im selben Haus erschien und auch gesehen wurde. IM ersten Fall wurde der Tod dabei ertappt wie er die Treppe hoch kommt und dann durch eine geschlossene Türe verschwindet. Kurz darauf stirbt dort eine Frau in eben dieser Wohnung, die der Tod widerrechtlich betreten hatte. Der zweite Fall im selben Haus wurde eher akustisch wahrgenommen. Ein Zeuge hörte Schritte die ihm etwas komisch vorkamen. Neugierig wie er war, ging er zur Türe. Von dort aus sah er in den Innenhof und dort sah er eine dunkle Gestalt stehen, die eine Wohnung fixierte. Dies jagte diesem Zeugen so einen Schreck ein das er schnell wieder in seine Wohnung ging. Zwei Tage später stirbt in der fixierten Wohnung ein älterer Mann. Beide „Opfer“ sind eines natürlichen Todes gestorben, so erzählt dies jedenfalls der Autor. Ein weiterer Bericht, den ich als sehr fragwürdig betrachte, soll van Helsing von einem sehr guten Freund „gesteckt“ bekommen haben. Dieser Freund befand sich vor einigen Jahren in einem absoluten Tief. Ärger im Job, eine Scheidung war am laufen und er galt für alle nur als Sündenbock. Man könnte sagen, der klassische Fall von mobbing! Eines Tages fasste dieser freund also den Plan, allem ein Ende zu setzen. So fuhr er mit seinem Auto zu einer Brücke. Etwa 250 Meter vor besagter Brücke stellte er sein Auto ab und begab sich, sein Plan zu vollenden, zu dieser Brücke um sich das Leben zu nehmen. Vor dem Sprung ging dem Selbstmörder sein ganzes Leben wie in einem Film vor dem inneren Auge vorbei. Und mit geschlossenen Augen sprang er dann auch in Richtung Abgrund. Von der Neugierde gepackt machte er seine Augen auf, da er sein Ende kommen sehen wollte. Doch er schwebte in der Luft! Und über ihm eine knöcherne schwarze Gestalt; Gevatter Tod! Es kommt zum Gespräch in welchem der Tod dem Freund von van Helsing die frage stellt, ob er wirklich so aus dem Leben scheiden wolle. Seine Zeit sei noch nicht gekommen, das Ziel seiner Seele noch nicht erreicht. Nach langem hin und her entschied sich dieser Freund dafür, weiter zu kämpfen und zu warten, bis sein Ziel erreicht ist und seine Zeit auf natürlichem Wege gekommen. Plötzlich wacht dieser Mann in seinem Auto auf, genau auf dem Parkplatz wo er das Auto vor weniger als einer halben Stunde hat stehen lassen! Er merkte das ihm seine Hand weh tat und das er offenbar geheult hat. Aber er wusste nicht wie er von diesem schwebenden Zustand zurück zu seinem Auto gekommen war. Diese und einige weitere Geschichte bilden also die Einleitung und dienen als Vorbereitung auf das eigentliche Thema des Buches, welches dann etwa 3/4 des Buches ausmacht und das ich jetzt mal kurz anschneiden möchte.Ausschlaggebend für das was nun kommt war ein Erlebnis van Helsings, bei dem ihm der Tod im Traum erschienen ist. Dabei sah van Helsing, wie der Tod 3 Seelen in's Jenseits begleitete und ihm dabei tief in die Augen sah. Kurze Zeit später hatte van Helsing und sein Sohn einen schweren Autounfall den sie beide nur mit viel Glück überlebten. Seither erschien der Tod öfter in van Helsings Träumen, wodurch dieser entschloss, ein Interview mit dem Tod durchzuführen. Dazu testete van Helsing einige Medien auf ihre Kompetenz mit dem Tod sprechen zu können. Schnell war das passende Medium gefunden und das Interview konnte losgehen. Zu diesem Zeitpunkt wagte ich mich ein wenig wie im falschen Film; wer macht schon ein Interview mit dem Tod?! Aber gut, meine Neugierde war geweckt! An sich war es ein Interview wie man sich das vorstellt. Fragen über die Vorgehensweise des Todes wurden gestellt, welche der Tod IMMER mit einem lächeln beantwortet hat. Dabei stellt sich mir die Frage, wie van Helsing das sehen wollte, da er das Interview ja via Medium führte. Weitere Fragen betreffen den Ort hinter dem Vorhang des Lebens; gibt es Himmel und Hölle, was passiert mit einer Seele nach deren Ableben, wieso die Menschen vor dem Tod als materialisierte Gestalt diese Angst haben und viele weitere Fragen die in diesen Bereich stossen. Und der Tod gibt sehr bereitwillig Auskunft über das und jenes, sagt van Helsing auch, weshalb er ihm öfter erscheint ohne seine Seele abzuholen und das er nicht als Figur der Angst dienen wolle sondern den Menschen erscheint, damit diese sich auf ihr nahes Ableben vorbereiten können. So dreht sich das ganze über den Rest des Buches hin und her. Ein wenig zu vergleichen mit den beiden Filmen „Interview mit einem Vampir“ und „Meet Joe Black“. Es wechseln sich wirklich gute Fragen mit total skurrilen ab, mit dem Ergebnis..... Aber das wird hier nicht verraten! :)
+++ Der Autor +++ Jan van Helsing (eigentlich Jan Udo Holey) kam am 22. März 1967 in Dinkelsbühl zu Welt. Holey wählte als Pseudonym „van Helsing“, nachdem er Bram Stokers Roman Dracula gelesen hatte, und führt zur Begründung an, die Illuminaten, gegen die sich mehrere seiner Bücher richten, seien ebenfalls Blutsauger. Nach einer Weltreise Ende der achtziger Jahre verfasste er sein erstes Buch „Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert“, das im März 1994 im Ewert-Verlag erschien und sich bereits nach wenigen Monaten zum Bestseller entwickelte. Ein Jahr später folgten Band 2 des Werks und erste Anzeigen wegen Volksverhetzung sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch in der Schweiz. Die beiden Bücher wurden beschlagnahmt. 1995 eröffnete Holey eine Buchhandlung im Zentrum Nürnbergs. Aufgedeckt wurde das Pseudonym im Juli 1996 durch die Zeitschrift „esotera“ in einem kritischen Bericht. Anfang des Jahres 2000 erwarb Holey alle Buchrechte vom Ewert-Verlag zurück. Alle Titelrechte liegen nun beim von ihm selbst gegründeten „Ama Deus Verlag“ (benannt nach seinem Sohn Amadeus), in dem er seine Werke und solche ideologisch verwandter Autoren herausgibt. Außer seiner schriftstellerischen und verlegerischen Tätigkeit betreibt Holey eine kommerzielle Webpräsenz und einzelne Projekte in anderen Medien. So produzierte er etwa einen Spieldokumentarfilm über die Cheops-Pyramide. Zu Jahresbeginn 2007 startete sein TV-Sender secret.TV, den er mit seinem Vater, Bruder und Freunden betreibt.
+++ Daten zum Buch +++ Titel: Wer hat Angst vor’m schwarzen Mann...? Autor: Jan van Helsing Art: Gebundene Ausgabe Seitenzahl: 384 Verlag: Ama Deus Verlag Erschienen: 2005 ISBN-10: 3980710653 ISBN-13: 978-3980710657 Preis: 19,70 € (Preis bei amazon.de)
+++ Meine Meinung +++ Ich habe das Buch nun also gelesen. Bis zum Ende hin sogar, obwohl ich mir ja eingangs nicht so sicher war ob ich das wirklich machen würde. Tod und Jenseits sind nun mal zwei Themen, die nicht ganz so leichte Kost sind. Aber ich betrachte nach erfolgter Lektüre dieses Werk nicht als ein Sachbuch im Bereich der Parawissenschaft, sondern eher als leichte Unterhaltung mit einem Szenario, wie es eventuell sein könnte! Unter diesem Blickwinkel ist das Buch recht unterhaltsam gelungen, und sogar eine gewisse Komik ist hin und wieder zwischen den Zeilen zu sehen.Etwas jedoch macht mir ein wenig Sorgen: die Stelle mit dem geplanten Selbstmord durch von der Brücke springen! Da dieses Buch ja als Ratgeber erschienen ist macht mir diese Stelle doch ein klein wenig Sorgen. Leser die zu einer gewissen Leichtgläubigkeit tendieren und lesen das man sich nach einem Sprung in die Tiefe nochmal überlegen kann ob man nun wirklich sterben will oder nicht, die werden dies wohl auch eher ausprobieren wollen. So ganz korrekt finde ich diese Passage nicht, obwohl ich mir da wohl doch etwas zu viel Sorgen mache. Ich finde die Art, wie van Helsing dieses Buch geschrieben hat, recht gut. Auch wenn das Interview zum Teil unsinnige Fragen enthält, so ist immer eine leichte Spannung da. Natürlich ist es jetzt nicht auf dem Level eines Terry Pratchett oder Stephen King, aber auf seine Art recht gelungen. Auch wenn dieses Buch für mich nicht im geringsten als Ratgeber oder gar als Fachbuch geeignet ist, so ist die Idee an sich recht spannend und auch einigermassen gut umgesetzt. Was ergibt sich nun daraus? Also unter dem rein wissenschaftlichen Gesichtspunkt würde ich das Buch nicht empfehlen. Das liegt aber daran das das Thema an sich in meinen Augen immer eher fiktiv ist da es keine sicheren „Zeugen“ gibt, die sagen könnten, wie es nun abläuft. Auch die ganzen Nahtoderfahrungen wurden mit natürlichen Vorgängen bereits dahingehend erläutert, dass dieser Tunnel aus Licht das „herunterfahren des menschlichen Systems“ verursacht. Aber das Buch ist trotz allem unterhaltsam, was ich in der Bewertung berücksichtigt habe.
+++ Fazit +++ So komme ich auf 3 Sterne und eine Empfehlung, die ich aber nur bedingt aussprechen kann. Man muss schon mit einer gewissen Portion Humor an das Buch gehen und sollte meiner Ansicht nach nicht alles zu ernst nehmen. Aber als durchschnittlich würde ich das Buch trotzdem bezeichnen. Für den Bücherfrühling 2012, Euer Andy (Andre)
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Seiten: 384, Ausgabe: 1., Aufl., Gebundene Ausgabe, Ama Deus Verlag
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Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? - Helsing, Jan van
Buch, gebundene Ausgabe, 375 S., Erschienen: 2005
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10.10.2012 14:18
sehr ausführlicher bericht und gibt einen tollen einblick ins buch!
13.04.2012 08:45
bh da
11.04.2012 22:43
bh folgt