Auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres 2003 stand auch ein kleines, aber feines Kartenspiel, das leider viel zu wenig Beachtung fand und daher möchte ich es euch nun vorstellen. Wer früher auf Kindergeburtstagen "Mord im Dunkeln" gespielt hat, wird in diesem Spiel einige Elemente des berühmtesten ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von Linnie1978 über Pro Ludo - Werwölfe von Düsterwald 11.05.2004
Produktbewertung des Autors:
Spaßfaktor
Langzeitspielspaß
Pro:
sehr kurzweilig, wird nie langweilig, kann süchtig machen, großer Spielspaß bei diskussionsfreudigen Mitspielern
Kontra:
man braucht mindestens 8 Leute, nichts für introvertierte Spieler, kann süchtig machen
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres 2003 stand auch ein kleines, aber feines Kartenspiel, das leider viel zu wenig Beachtung fand und daher möchte ich es euch nun vorstellen. Wer früher auf Kindergeburtstagen "Mord im Dunkeln" gespielt hat, wird in diesem Spiel einige Elemente des berühmtesten Spiels von Kindergeburtstagen wiederfinden.
** Allgemeines zum Spiel Hersteller: Asmodee Autor: Philippe des Pallieres/Herve Marly Spielerzahl: 8 - 18 Alter: ab 10 Jahre Dauer: 30 Minuten Preis: etwa 8 Euro
** Ich bin ein Wolf, ich bring dich um Eine Spielvorbereitung gibt es im Prinzip nicht, es werden je nach Spieleranzahl Rollenkarten ausgewählt und verdeckt ausgeteilt. Jeder Spieler sieht sich nun seine Karte an und legt sie verdeckt zurück auf den Tisch. Nun übernimmt der Spielleiter den weiteren Verlauf des Spieles, denn nun müssen alle Mitspieler ihre Augen schließen, da die Nacht beginnt. Während der Nacht werden verschiedene Personen vom Spielleiter geweckt, um ihre Rollen zu erfüllen. Die wesentliche Aktion ist dabei das Erwachen der Werwölfe, die sich mit Blickkontakt auf ein Opfer verständigen müssen, dieses Opfer erwacht am nächsten Tag nicht mehr, es ist aus dem Spiel ausgeschieden, da die Werwölfe es umgebracht haben.
Wenn der Tag beginnt, können alle Mitspieler wieder ihre Augen öffnen, nun erfahren sie, wer das Opfer der Werwölfe geworden ist (dieses dreht seine Rollenkarte um) und können mit der Diskussion beginnen. Im Wesentlichen sind die Spieler nämlich in zwei Gruppen aufgeteilt, in die Bürger ("gut") und die Werwölfe ("böse"). Während der Diskussionen am Tage müssen die Bürger versuchen herauszufinden, wer die Werwölfe sind. Dies können sie schaffen, indem sie auffälliges Verhalten eines Mitspielers bemerken oder auch mit Hilfe von verschiedenen Rollen (s.u.). Am Ende des Tages wird abgestimmt, wer das Opfer der Bürger wird, jeder Mitspieler zeigt dabei auf einen anderen Mitspieler und es scheidet derjenige aus, auf den die meisten zeigen. Gibt es Gleichstand, scheidet kein Mitspieler aus, wird ein Opfer gefunden, muss es seine Rollenkarte aufdecken und ist aus dem Spiel ausgeschieden.
Das Spiel endet, wenn entweder alle Werwölfe eliminiert wurden oder alle Bürger Opfer der Werwölfe geworden sind.
** Ich bin das Mädchen, lass mich blinzeln Da die Bürger wenig Anhaltspunkte haben, was die Identität der Werwölfe betrifft, gibt es verschiedene Rollen, die den Bürgern bei der Aufdeckung der Bösen behilflich sein können:
* Mädchen: Da wäre einmal das Mädchen, das während der Wachphase der Werwölfe blinzeln darf. Kann sie dabei einen oder mehrere Werwölfe identifizieren, so kann sie während der Diskussionen versuchen, die Werwölfe unauffällig zu verdächtigen. Doch Achtung: Wird das Mädchen beim Blinzeln entdeckt, so wird es sicherlich noch in der gleichen Nacht als Opfer auserwählt und weist das Mädchen zu auffällig auf einen Werwolf hin, dürfte sie schnell Opfer der Werwölfe werden, damit diese des nachts unentdeckt bleiben.
* Seherin: Die Seherin erwacht in der Nacht noch vor den Werwölfen und darf sich jede Nacht eine Rollenkarte eines Mitspielers ansehen. Auch die Seherin kann in den Diskussionen versuchen, unschuldige Bürger in Schutz zu nehmen oder entdeckte Werwölfe anzuschuldigen. Auch hier ist Vorsicht geboten, denn wenn die Seherin sich outet, werden die Werwölfe sie sicherlich schnell opfern.
* Jäger: Stirbt er, darf er einen anderen mit in den Tod reißen.
* Hexe: Sie hat zwei Zaubertränke. Sie erwacht in der Nacht, nachdem die Werwölfe ihr Opfer auserwählt haben. Nun kann die Hexe entscheiden, ob sie das Opfer mit einem Heiltrank ins Leben zurückrufen möchte oder sie entscheidet sich, gegen einen anderen Mitspieler ein Gift einzusetzen. Beide Zaubertränke kann die Hexe nur einmal einsetzen. Setzt sie den Heiltrunk ein, stirbt in einer Nacht niemand, setzt sie das Gift ein, sterben gleich zwei. Die Hexe darf sich auch selbst heilen, allerdings funktioniert dies nur nachts, wenn sie tagsüber als Opfer ausgewählt wird, sind die Zaubertränke machtlos.
* Amor: Amor bestimmt während der ersten Nacht zwei Liebende, die sich tagsüber nicht gegenseitig beschuldigen dürfen und die bei der Abstimmung des Tagesopfers auch nicht auf sich zeigen dürfen. Stirbt einer der beiden, so stirbt der andere aus Gram mit. Ziel der Liebenden ist es, alle anderen Mitspieler auszuschalten, denn bleiben am Ende die Liebenden übrig, so haben sie gewonnen.
* Hauptmann: Zu Beginn des Spieles wird ein Hauptmann ausgewählt, der bei der Tagesabstimmung zwei Stimmen hat. Natürlich ist nicht klar, ob er Bürger oder Werwolf ist.
* Dieb: Spielt der Dieb mit, so werden mehr Rollenkarten ausgeteilt, es bleiben zwei Rollenkarten in der Mitte liegen, von denen der Dieb sich eine nehmen und gegen seine eigene Karte austauschen kann.
** Und das soll Spaß machen? Das habe ich mich anfangs auch gefragt, denn ich kann mich noch ganz gut daran erinnern, dass ich "Mord im Dunkeln" früher nicht sonderlich interessant fand und es nur gespielt habe, weil es im Dunkeln so schön gruselig war. Aber die Werwölfe von Düsterwald ist anders. Durch den Einsatz der verschiedenen Rollenkarten und die zentralen Diskussionen wird das Spiel unheimlich interessant. Selbstverständlich ist das Spiel nicht für introvertierte Personen geeignet, die sich an solchen Debatten nicht beteiligen mögen und die auch keinen Spaß daran haben, bei einem "Redespiel" mitzumachen. Empfehlen kann ich das Spiel eher für Leute, die Spaß daran haben zu bluffen oder andere Spieler zu täuschen und anzulügen. Basis des Spieles sind die Diskussionen, die an jedem Tag stattfinden und bei denen jeder Spieler sich als braver Bürger ausgeben und andere beschuldigen muss. Hier wird geblufft, verdächtigt und angeklagt und jede Gestik und jede Mimik kann für oder gegen einen ausgelegt werden. Manchmal findet man sich unerwartet schnell im Kreuzfeuer wieder und wird an den Pranger gestellt, ohne dass man eigentlich schuldig ist. Und nun muss man sich da wieder herausreden, ob das gelingt?
Ich kann guten Gewissens behaupten, dass die Werwölfe vom Düsterwald süchtig machen können, denn es wird garantiert nicht bei einer Partie bleiben. Interessant wird das Spiel auch dadurch, dass es völlig anders ist, wenn man es mit anderen Leuten spielt und dass man immer wieder in neue Rollen schlüpfen und die Diskussionen von einem anderen Standpunkt aus erleben kann. Mal täuscht man den braven Bürger vor und bringt des nachts als Werwolf seine Mitspieler um und mal verteidigt man sich mit Händen und Füßen und wird doch fälschlicherweise als Werwolf verdächtigt. Im Grunde genommen ist wirklich jedes Spiel anders, da man immer neue Argumente für seine Unschuld bringen und sich stattdessen neue Anklagepunkte gegen Mitspieler ausdenken kann. Und auch wenn man vorzeitig als Opfer aus dem Spiel ausscheidet, wird es nicht langweilig, denn nun kann man die Mitspieler während der Diskussionen beobachten, wenn man ihre wahre Gesinnung kennt. Allerdings darf man sich un nicht mehr aktiv an den Diskussionen beteiligen.
Je nach eingesetzten Rollen kommen immer neue Aspekte ins Spiel. Vor Spielbeginn sollte man sich jedesmal gut überlegen, welche Rollen man ins Spiel nehmen möchte. Im Spiel zu neunt (mit einem Spieleleiter) hatten wir zwei Werwölfe und das Mädchen und die Seherin. Dennoch hatten die Werwölfe kaum eine Chance, man darf also auch nicht zu viele helfende Rollen ins Spiel nehmen, um das Spiel nicht zu einseitig zu gestalten.
Zu der Rollenauswahl möchte ich noch einige Tipps geben, da gerade die eingesetzten Rollen das Spiel entscheidend beeinflussen können. Wenn man das Spiel noch nicht kennt, sollten zunächst nur "einfache" Rollen wie Seherin, Mädchen oder Dieb eingesetzt werden. Kommt der Amor ins Spiel, wird die Partie um einiges abwechslungsreicher, denn nun verbünden sich zwei Spieler gegen die anderen. Die Liebenden können auch dann das Spiel gewinnen, wenn sie Bürger und Werwolf sind, in dem Fall müssen sie gegen ihre eigenen "Landsleute" spielen, da der Liebespartner wichtiger ist. Amor eröffnet einige neue taktische Möglichkeiten, die das Spiel interessanter, aber auch komplizierter machen, sodass ich Amor erst nach einigen Runden "Werwölfe von Düsterwald" empfehlen kann. Das Gleiche gilt für die Hexe, die unglaublich mächtig und oft spielentscheidend ist, da sie einen Guten retten und einen Bösen töten kann, wenn sie es geschickt anstellt. Die Möglichkeiten, die sich einem mit dieser Rolle erschließen, erkannt man noch nicht bei der ersten Partie "Werwölfe", wenn man das Spiel aber erstmal gut kennt, sollte man auf diese Rollen nicht mehr verzichten. Etwas enttäuscht bin ich vom Jäger und vom Dieb, die zwar ganz nett gedacht sind, aber das Spiel nicht entscheidend beeinflussen. So kann der Jäger ebenso gut einen anderen Bürger töten, wenn er auf die Werwölfe hereinfällt. Mit den Rollen sind also manchmal auch Risiken verbunden, obwohl sie eigentlich den Bürgern helfen sollten. Wem welche Rollen im Spielverlauf am besten gefallen, muss sicherlich jeder selbst für sich herausfinden, ich persönlich favorisiere das Mädchen, die Seherin, den Amor und die Hexe.
Grundvoraussetzung für das Spiel ist natürlich Ehrlichkeit, des nachts muss man wirklich die Augen geschlossen halten und nicht versuchen zu blinzeln (es sei denn, man ist das Mädchen), denn sonst ist allen Spekulationen ein Ende gesetzt. Außerdem finde ich das Spiel interessanter, wenn Mädchen und Seherin sich nicht outen und nur verdeckt versuchen, die Werwölfe anzuklagen. Natürlich können sie sich auch nacheinander zu erkennen geben und offen ihre Verdächtigungen äußern, aber mir persönlich macht es mehr Spaß, darüber nachzugrübeln, wer Mädchen oder Seherin sein könnte.
Wichtig ist unter anderem, dass der Spielleiter das Spiel möglichst gut kennt, da er während der Nacht oftmals unbeabsichtigt Tipps geben kann, wenn er zum Beispiel statt der Seherin den "Seher" aufruft, was darauf hindeutet, dass ein männlicher Mitspieler Seherin ist. Auch muss der Spielleiter darauf achten, dass er in eine andere Richtung spricht und nicht direkt zu Seherin oder Hexe, da man bei geschlossenen Augen oftmals gut erkennen kann, aus welchen Richtungen Geräusche zu hören sind und wen der Spielleiter anspricht. Solche Kleinigkeiten können schnell dazu führen, dass Rollen aufgedeckt werden.
Negativ fällt am Spiel eigentlich nur auf, dass es schwierig ist, genug Leute für eine interessante Partie zusammen zu bekommen, denn man sollte schon etwa zu zehnt sein, damit das Spiel abwechslungsreich wird. Erst dann macht es nämlich Sinn, Sonderrollen neben Mädchen und Seherin ins Spiel zu nehmen. Ganz ehrlich zugeben muss ich, dass das Spiel langweilig wird mit introvertierten Menschen, die sich an den Diskussionen nicht beteiligen oder sich womöglich schon beim ersten gesprochenen Satz so verdächtig machen, dass man sofort ihre Rolle erraten kann. Dennoch habe ich bisher noch niemanden getroffen, dem das Spiel nicht auch gefallen hat, wenn er denn einmal mitgespielt hat. Leider ist der Preis für das Kartenspiel recht hoch. Kennt man die Spielregeln, kann man sich das Spiel im Prinzip auch selbst zusammenbasteln, allerdings finde ich, dass einem diese geniale Spieleidee auch 8 Euro wert sein sollte.
** Fazit In lustiger und geselliger Runde mit diskussionsfreudigen Mitspielern ist dieses Spiel genau das Richtige. Die Spieldauer variiert sehr stark, da die Diskussionen auch gut ausufern können, eine halbe Stunde ist ein guter Anhaltspunkt, aber eine Runde kann auch gut und gerne eine Stunde lang dauern. Die Werwölfe von Düsterwald sind leicht erklärt und schnell verstanden, sodass man sofort mit dem Spiel beginnen kann und auch Hobbyspieler ihren Spaß haben dürften. Voller Überzeugung kann ich nur volle fünf Sterne geben, da die Spielidee zwar einfach, aber doch grandios ist.
Ein Spiel, das den Titel "Spiel des Jahres 2003" absolut verdient gehabt hätte!
Pro: Spiel für viele Mitspieler, preiswert Kontra: einer darf nicht mitspielern (Spielleiter) :-)
...dann kommen sie um das einst kleine und friedliche Dorf von Düsterwald unsicher zu machen. Sie schleichen durch die engen Gassen und durch finstere Winkel und suchen sich ihr nächstes Opfer aus und nur das fahle Mondlicht wird ihr Zeuge sein oder etwa ...
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Pro: Fördert Kommunikation und strategisches Verhalten, ist unglaublich spannend und kurzweilig Kontra: kann süchtig machen :-)
Ich sag es dir lieber gleich: Wenn du es nicht schaffst, 8 Personen ab etwa 10 Jahren zusammen zu trommeln, kannst du gleich einpacken, das Spiel ist nicht spielbar mit weniger Spielern. Das ist die einzige Restriktion neben der Altersbegrenzung na ...
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Pro: viel Spass, gerade in größeren Gruppen Kontra: zunächst etwas schwer zu verstehn
Hey ihr Lieben!
Hier ein weiterer Bericht zu einem Spiel was bei mir, meinen Freunden und meiner Familie schon länger Begeisterung findet.
Das Spiel stammt ursprünglich aus Frankreich, ist aber seit einiger zeit auch in Deutschland erhältlich. Meine C ...
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Pro: Spannendes Spiel für mittelgroße bis große Gruppen Kontra: ---
Gesellschaftsspiele in ihren unterschiedlichsten Formen haben es mir schon seit vielen Jahren angetan. Meine eigene Sammlung ist zwar nicht allzu groß, aber dennoch gut sortiert. Gerade bei den Brettspielen besitze ich alle meine Lieblingsspiele. Heute ab ...
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Pro: Spannend, mitreißend, voller Action und Unterhaltung Kontra: macht sehr süchtig, man braucht leider mehr als acht Spieler
Eigentlich wollten wir eine Testrunde spielen und kamen vier Stunden nicht mehr davon los... Das hört man immer öfter von Anfängern, die noch nicht das Vergnügen hatten, an einer Runde teilzunehmen. Das Spielprinzip ist so einfach wie genial und nutzt sic ...
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Pro: Einfach, Schnell, zum immer wiederspielen, liebevolles schönes Design, kurze Anleitung Kontra: Nichts siehe Bericht
...Das Spiel ?Jamaica? hat es auf die Empfehlungsliste ?Spiel des Jahres 2008? geschafft und bekam sogar eine Auszeichnung für das schöne Design der Spielanleitung. Das war einer der Gründe für mich dieses Spiel auf der Spielemesse 2008 auszuprobieren und weil es mir gut gefallen hat, hab ich es auch dort gekauft.
Der Verlag Pro Ludo ist mittlerweile ein Tochterunternehmen der französischen Firma Asmodee und hat jetzt auch deren Name angenommen. Pro Ludo wurde durch die Spiele ?Zug um Zug? und ?Werwölfe von Düsterwald? bekannt. Der Verlag wird auch dafür geschätzt, dass keine Kosten und Mühen gescheut werden um besonders schönes und robustes Spielmaterial zu liefern.
Zum Spiel:
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Spielidee und -ziel:
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Nach einer langjährigen Karriere als Pirat gelingt es Henry Morgan, sich im Februar 1678 zum...
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