Erfahrungsbericht über "Westerwald"

veröffentlicht 08.01.2005 | SabineG1959
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Über sich :
Ihr Lieben, ich wünsche Euch allen eine scholne Adventszeit frohe Weihnachten und einen guten Rutsch :)
Ausgezeichnet
Pro Natur pur bis ICE
Kontra habe noch viel zu wenig selbst gesehen ....
sehr hilfreich

"O, du schöner Westerwald"

Kloster Marienthal

Kloster Marienthal

Den Westerwald habe ich lieben gelernt, als ich mit meinen Kindern des Öfteren zu Seminaren für Alleinerziehende in und im Kloster Marienthal war. Wir sind dort von Au an der Sieg aus mit dem Schienenbus gefahren, der in Kloster Marienthal an einer Bedarfshaltestelle hält, also einem Bahnhof, bei dem man vorher dem Fahrer Bescheid sagen muss, dass man dort aussteigen möchte.

Der Bahnhof liegt ganz romantisch am Bach in einem kleinen Tal, hinauf führt nur ein Trampelpfad durch den Wald. Um zum Kloster zu gelangen, muss man dann noch ein Stück über die Straße bergauf laufen, und dann ist man da: mitten im Wald in einem Örtchen mit ca. fünf Häusern, davon eins oder zwei eine Gaststätte, und in einem weiteren befindet sich ein kleiner Kiosk, bei dem man an der Tür klingeln muss, wenn man etwas kaufen will.

Das Kloster wird heute nicht mehr als Kloster genutzt, sondern dient dem Erzbistum Köln als Seminarhaus, u.a. für die Alleinerziehenden-Seminare. Im Klostergarten befindet sich ein kleiner Spielplatz. Für die Erwachsenen gibt es ein paar Plätze an der Sonne, also ein paar Bänke am Haus. Das Haus selber ist sehr gemütlich und komfortabel wie eine Jugendherberge. Im Keller gibt es eine urige Kneipe im Kellergewölbe und einen Tischtennisraum für die Kinder und andere jung Gebliebene.

Ich beschreibe das Haus so ausführlich, weil ich gesehen habe, dass auch Wanderer dort übernachten können, die unabhängig vom Erzbistum Köln in der Gegend unterwegs sind. Zu den Preisen kann ich allerdings nichts sagen, da ich ja nur die ermäßigten Preise für unsere Veranstaltungen bezahlt habe.

Vom Kloster aus führen unendlich viele Wege in den Wald, und da habe ich zum ersten Mal die Stille erlebt, die eine wirkliche Stille ist und nicht nur einfach Hintergrundrauschen irgendwelcher Autobahnen ohne zusätzliche Geräusche. Ich stand da im Wald – mutterseelenallein – die anderen waren in eine andere Richtung losgezogen – wie gesagt: davon gab’s ja genug, also andere Richtungen mit Wald … - und genoss die überwältigende Stille. Vögel zwitscherten, Äste knackten leise, Blätter rauschten, Insekten brummten, und ab und zu hörte ich in der Ferne ein Auto, ein Flugzeug oder die Eisenbahn, aber alles geschah vor dem Hintergrund der Stille. So was hatte ich noch nie vorher erlebt! Nirgendwo in der Großstadt oder in deren Umfeld gibt es wirkliche Stille.

Wenn man aus dem Wald zur Straße geht, dann kommt man an wilden Obstbäumen vorbei. Geht man weiter die Straße in den Ort, dann ist man in fünf Minuten wieder aus dem Ort hinaus und kommt an einen Bauernhof mit Vieh auf der Weide und Apfelbäumen ohne Ende. Leider wachsen sie zu weit vom Zaun weg, dass man nicht an die Äpfel kommt ….

Gehen wir in die andere Richtung am Kloster vorbei und Richtung Bahnhof zum Ortsausgang, dann landet man beim Beginn des Kreuzwegs, den man alle Stationen lang gehen kann und von wo aus man wunderschöne Wanderungen in den dichten Wald unternehmen kann. Wald, Wald, Wald, so weit man laufen kann. Kommt man aus dem Wald hinaus zur Straße, dann braucht man nur die Straße zu überqueren und ist gleich schon wieder im Wald ….

Zum Kloster gehört eine kleine Kirche oder Kapelle mit einem wunderschönen Marienbild auf dem Altar. Im Haus selber gibt es auch noch eine kleine Kapelle, die wir bei den Seminaren genutzt haben für die kreativen Abschiedsgottesdiente mit den Kindern.

Der Höhepunkt der Seminarwoche war unser Ausflug nach Hachenburg, einem Kleinstädtchen mit historischem und malerischen Marktplatz. Zu Hachenburg gehört ein heimatkundliches Freilichtmuseum, das Landschaftsmuseum Westerwald, das ich einmal besucht habe und sehr sehenswert fand. Hier einige Infos laut http://www.landschaftsmuseum-ww.de/lsmww/site/user/index.php?page_id=7:

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag 10.00 Uhr - 17.00 Uhr
Montag geschlossen

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Eintrittspreise

Erwachsene: 3,00 Euro
Senioren: 2,00 Euro
Kinder, Schüler, Studenten: 1,00 Euro
Familien: 5,00 Euro
Gruppen: pro Person 2,00 Euro

Beherrscht wird die Stadt von einem riesigen Schloss, das heute wohl als Schule oder Internat genutzt wird, wir also nicht besichtigen konnten, Eigentümer ist laut http://www.westerwald-touristik.de/ die Deutsche Bundesbank.

Einmal haben wir einen Kinoabend gemacht. Dazu sind wir nach Neitersen gefahren und haben uns in einem uralten Plüschkino einen Film angesehen, was urgemütlich war. Im Minifoyer mit Stehcafé gab es vorher noch einen Kaffee oder was anderes zu trinken. Ich glaube, dieses Kino muss man gesehen haben, das kann man einfach nicht beschreiben!

In einer Mittagspause bin ich mit einer anderen Mutter ca. eine halbe Stunde zum Druidenstein in der Nähe von Altenkirchen gefahren. Der Druidenstein scheint eine alte Kultstätte der Germanen gewesen zu sein. Er gehört zu den bedeutendsten Naturdenkmälern im Kreis Altenkirchen und besteht aus 400 Millionen Jahre alten Basaltsäulen, die sich 450 m über NN in die Landschaft erheben.

~.~

Wo findet man denn nun den Westerwald? Der Westerwald ist etwas ganz Besonderes: er liegt in drei Bundesländern: NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz. Auf der höchsten Erhebung des Westerwaldes, dem Weißenberg in der Nähe von Herborn, treffen sich alle drei Ländergrenzen. Herborn ist bekannt durch den Tanklastzug, der dort vor ein paar Jahren in die Luft geflogen ist.

Zum Westerwald gehören: das Kannenbäcker Land, der Naturpark Nassau, der hessische Westerwald, Hoher Westerwald-Wiesensee, Kroppacher Schweiz, Erzbergland, Naturpark Rhein-Westerwald-Wiedtal, Siegtal-Wildenburger Land, Raiffeisenland.

Einige Namen deuten ja schon an, worum es geht: im Erzbergland wurde früher Eisen abgebaut, das dann ins Ruhrgebiet verkauft wurde, wo es zu Stahl verarbeitet wurde. In Herdorf-Sassenroth gibt es ein Bergbaumuseum, von denen es mehrere im Westerwald an der Erzstraße gibt, wie z.B. in Flammersfeld. (http://www.vgflammersfeld.de/main.php?menu_id=59&page_id=38&filter_id=1).

Hier liegt auch die romantische Stadt Daaden, die ich leider noch nie gesehen habe, mit den Zentscheune und der schönen Barockkirche.

In Hamm an der Sieg im Raiffeisenland wurde 1818 Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der Begründer der Raiffeisenbanken, geboren.

Die bekannteste Stadt des Westerwaldes dürfte wohl das 1.000 Jahre alte Montabaur sein. Hier bin ich schon des Öfteren mit dem ICE dran vorbei gefahren und habe von da aus das schöne Schloss hoch oben auf einem Berg thronen sehen. Montabaur liegt an der ICE-Strecke Köln-Frankfurt/Main, das ist die Strecke, die mit bis zu 300 km/h befahren werden kann.

Nun haben wir den Bogen gespannt von der Stille – Natur pur – bis zur modernsten Technik über alte und romantische historische Stadtkerne zur modernen Stadt, und alles trifft sich in Montabaur im Westerwald, das auch fast die geographische Mitte der BRD ist, jedenfalls vor der Vereinigung von Ost und West. Diese Mitte liegt ebenfalls im Westerwald: Altenkirchen, eine Kleinstadt nahe des Klosters Marienthal, dem Ausgangspunkt unserer Westerwaldreise.

Ich hoffe, ich habe Euch nun ein wenig neugierig gemacht auf den schönen Westerwald.

Alles Liebe von Sabine

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Zilina veröffentlicht 05.10.2014
    Jetzt beginnt das Umbewerten. Erstes versprochenes BH ist da. Und ich wünsche noch einen schönen Sonntag. LG Susi
  • Zilina veröffentlicht 30.09.2014
    Da ist es wirklich sehr schön. LG Zilina
  • larshermanns veröffentlicht 27.02.2005
    Schade, dass dein Themenschwerpunkt auf dem Kloster Marienthal liegt... und nicht auf dem Westerwald an sich... Zudem solltest du den Titel ändern (von wegen Rechtradikalismus...)! Liebe Grüße, Lars :o)
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Produktdaten : Westerwald

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Typ: Stadt

Ciao

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