Wie ich den 11. September 2001 erlebte (meine Gedanken)

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Wie ich den 11. September 2001 erlebte (meine Gedanken)

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Erfahrungsbericht über "Wie ich den 11. September 2001 erlebte (meine Gedanken)"

veröffentlicht 11.09.2011 | gegend1
Mitglied seit : 21.05.2011
Erfahrungsberichte : 55
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Über sich :
Nichts für mich
Pro Hier ein Pro? Ich glaub´s auch...
Kontra Kein WTC mehr, ca. 3.000 Tote, die "unsichtbare Wunde", Bushs Reaktion, einfach ausnahmslos alles!
sehr hilfreich

"A day, which will live in infamy..."

Zum Titel: Ich wählte den Satz aus der Rede Roosevelts nach dem Pearl Harbor-Angriff 1941. An diesem Tag wurde die USA, Sieger des 1. Weltkriegs, der die politische und wirtschaftl. Weltordnung veränderte wie kein Ereignis zuvor, erstmals überhaupt - und außerdem auch noch ohne jegl. Kriegserklärung - auf eigenem Boden angegriffen!

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Vorgeschichte:

Am Dienstag, den 11. Sept. 2001 war ich 16 J.a. (geb. im Juni ´85) und am Anfang der 10. der Freien Waldoofschule. Gut, ich kam am frühen Dienstagnachmittag von der Schule nach hause und hatte zunächst mal überhaupt nicht den Eindruck, dass noch heute etwas passiert, worüber im Geschichtsunterricht an Schulen und Unis noch 3 Jahrhunderte später Diskus stattfinden werden, warum auch, da gab´s doch gar keinen Anlass zu. Zumindest für mich war´s zunächst mal ein Tag wie jeder andere. (wobei ich allerdings hoffte, dass sich die Welt wirkl. mal etwas verändert..., denn 1. wusste ich, dass kommendes Jahr der € kommt, was Europa strukturell verändern wird, außerdem bezeichnete ich mich schon immer als "leicht rechts" und war zu 100% davon überzeugt, dass Rot-Grün, die BuRe, die wir damals seit gut 3 Jahren hatten, das schlimmste war, was unserem Land nach 1945 passierte; und G.W. Bush, der damals ca. ein 2/3-Jahr im Amt war mochte ich mal überhaupt nicht, denn von seinem Vater hatte ich eine ganz schlechte Meinung, seinen Amtsnachfolger Clinton hielt ich damals dagegen für den coolsten Politiker aller Zeiten und was ich vom Putin halten soll, wusste ich damals nicht so recht, seine Westenfreundlichkeit kaufte ich ihm i-wie nicht ab, ich dachte, er wird Russland wirtschaftl. nach oben bringen, dem Westen aber eher schaden, ich hielt ihn für intelligent, eiskalt, pseudefreundl. und nen guten Schauspieler und im Herzen westenhassend, also eine extrem gefährl. Kombi..., und G.W. Bush hatte vor 9/11 ja nicht wirklich viel gemacht..., auch den Begriff "Krieg" verwendete er im Wahlkampf und in seinen ersten Monaten als US-Präsident nie... aber ich dacht, Regierungen kommen und gehen, die Amis kapieren ganz sicher, was die für nen Eigenbrödtler wählten und die Democrats kommen 2004 bestimmt wieder zurück, und wir bekommen ganz sicher auch bald wieder Schwarz-Gelb, wenn über die Spendenaffäre erstmal ein wenig Gras wächst, da war ich recht optimistisch!) Ich hab ja das Glück, im vielseitigsten Vierteln meiner Stadt aufgewachsen zu sein und sah auf dem Schulweg, wie tgl., die Akademiker, die Arbeiter, Sport treibende kids etwa meines Alters, die Eigenheimbesitzer der gehobenen Mittelklasse, die Wohnungen in den Mehrfamilienhäusern der Arbeiterklasse, die "Stammkneipe", wo sich die "harten" Bewohner meines Viertels jeden Abend treffen (die auf meinem Heimweg von der Schule aber noch zu hatte, da die tgl. am Frühabend öffnet ;), etc.
Gut, ich kam in die Wohnung meiner Eltern rein und dachte, mich erwartet mal wieder ein super Dienstagnachmittag (denn ich war noch nie der Typ, der sich danach sehnt, viel Gesellschaft um sich zu haben, ganz im Gegenteil, und meine Eltern waren auf d. Arbeit, und Geschwister hatt ich nie, bin also nen richtig verwöhnter Einzeljunge ;-!), wo ich bis zum Abend absolut ungestört sein werde, was will man mehr ;)! Gut, mein Kumpel (damals 21), der im gleichen Haus wie meine Eltern eine Wohnung mietete kam immer gegen 18 Uhr von der Arbeit (oder später, da er gern mal mit seinen Kollegen seines Alters öfter mal länger i.d. Stadt rumhing), ich dacht, vllt. klingel ich heut Abend mal kurz bei ihm, vllt. auch nicht, wie´s sich ergibt ;).
Gut, als ich zu hause angekommen war, fing ich erstmal an, Play-Station zu spielen, und zockte damals natürl. mein damals absolutes Lieblingsgame "Fifa 98", später "Tony Hawk: Skateboarding", neben dem Spielen (oder während den Ladezeiten ;), las ich Zeitschriften, auf die 16jährige Jungs stehen, also Sport Bild, Bravo Sport und Bravo Screenfun! Aber man kann natürl. nicht das ganze Leben lang spielen, (das tat ich immer nach der Schule, um mich davon zu erholen ;), also setzte ich mich ca. eine Std. später an die HA, mit denen ich mich dann erstmal ca. 3 Std. lang sehr konzentriert befasste!
Gut, dacht ich, jetzt brauch ich mal ne Pause, ging ins Wohnzimmer und schaltete nochmal den Fernsehen ein! Und dann sah ich etwas, was ich noch nie zuvor sah: Ein Flugzeug war in ein Gebäude reingeflogen. (ich werd mir nie verzeihen, dass ich nicht auf die Uhr schaute...) Ich wusst zunächst nicht genau, was ich davon überhaupt halten sollte, schaltete erstmal den Ton aus und dachte so intensiv nach, was ich davon, dass ein Flugzeug ein Gebäude rammte (da ich so was einfach noch niemals sah!) halten soll und was das zu bedeuten hat, dass ich gar nicht mitbekam, dass es sich in NYC, die bekannteste und irgendwie auch coolste Stadt des Planeten, abspielte, geschweige denn, dass es das WTC (das ich damals eh nur flüchtig kannte aber Manhattan war mir natürlich gut bekannt, wobei "gut" relativ ist, da ich leider noch nie in NYC gewesen bin, und ich bin schon 26..., muss also mal flott zusehen, dass ich endl. mal hinflieg!) war. Dann dacht ich aber, hmm, vllt. ist das jetzt so ein neuer Spielfilm, hab mal auf nen anderen Kanal umgeschaltet und stellte erstaunt fest, dass dort exakt das selbe lief. Ach, soll mir doch egal sein, dacht ich damals in meiner Jugendnaivität, schaltete mal wieder die Play-Station ein und zockte noch n paar Runden Fifa 98, danach Need for Speed: Brennender Asphalt, aber beim Spielen ließ mich der Gedanke nicht los, dass ich mich mit dem, was ich vorhin im TV sah nochmal kurz befassen sollte, vllt. später, oder ich frag mal morgen meine Lehrer, was das genau zu bedeuten hat. So richtig konnte ich mich auf das Zocken dann doch nicht konzentrieren, mir gingen diese Bilder dauernd vor den Augen, denn obwohl gerade ich als einer galt, der durchaus nicht der phantasieloseste war, hätt ich mir nie im Leben vorstellen können, dass ein FLUGZEUG in ein GEBÄUDE quasi reinfliegen kann, zumindest kam es mir vor als sei es der Fall, war mir aber nicht einmal ganz sicher, dass ich die Bilder korrekt aufgefasst hab, war mir auch im Grunde (NOCH!) egal...
Gut, danach hatte ich Bock, noch etwas für die Schule zu lernen, packte also mal wieder meine Hefte von Mathe u. Fremdsprachen aus, womit ich mich ca. 1 Std. befasste. Und dann schaltete ich noch mal meinen Lieblingsradiosender (der tgl. Pop/Rockmucke spielte) ein, obwohl ich die damalige Charts total rau, eintönig und voll langweilig fand, aber ich dacht, vllt. spielen die ja trotzdem was cooles, wer weiß... Da war um die Zeit tgl. so ne Sendung, wo der Moderator, den ich total gern bei seiner Arbeit zuhörte, immer den "total-Clown" gab, also immer korrekt drauf war und zur schlechten Laune und wirkl. Ernsthaftigkeit unfähig, für solche Leute hab ich noch heute ein Fable ;). Die spielten ein, damals recht aktuelles, Lied, das für meinen Geschmack noch eins der besseren des musikalisch eher schwachen Jahres 2001 war, und nach dem Ende davon sagte der Moderator mit einer Stimme, die ihm wirkl. ÜBERHAUPT nicht ähnlich sah, ernst und bedrückt klang er, "niemand kann momentan genau sagen, wie lange es dauern wird bis es eine Annäherung an das Leben, das wir bis zum heutigen Morgen noch führten, geben wird"... "WAS GEHT DENN JETZT AB, ist der 3. WK ausgebrochen, oder was?", dacht ich mir... Kurz darauf sagte er: "Ja, wir schalten jetzt noch mal zu unserer Korrespondentin nach New York City um Ihnen weitere Infos über den verheerendsten Terroranschlag in der Geschichte der USA zu liefern...". OMG, dacht ich, darüber muss ich noch mal kurz nachdenken, schaltete also das Radio aus und rannte zum TV. Auf dem Weg ins Wohnzimmer dacht ich, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit meinte er das, was ich einige Std. zuvor im TV sah. Erstmals ÜBERHAUPT kam in mir plötzl. der Gedanke auf, dass es sich auch um einen höchst menschenverachtenden und v.a. voll beabsichtigten, Massenmord handeln konnte...
Tja, ich sah fern, diesmal mit Bild UND Ton, und natürl. liefen live-Bilder aus Manhattan, NYC auf jedem Kanal. Und nun hatte ich, mit einigen Std. Verspätung, alles verstanden... Nein, verstanden hatte ich eigentl. nichts - aber zumindest hab ich sehr genau gecheckt, WAS in NYC passierte... Etwa eine Std. lang schaute ich fassungslos auf den Bildschirm. Allerspätestens als das Feuer und die ganzen durch Manhattan rennenden Leute auf dem Boden sah, wurde mir klar: Auch wenn das aus der Ferne i-wie spektakulär aussieht, für die Menschen in NY ist das ALLES ANDERE ALS SPEKTAKULÄR, das ist alles mögliche aber kein Spaß, überhaupt ist die "Zeit des Spaßes", die so seit dem Mauerfall und dem Zusammenbruch der Sowjetunion begann, sich durch die ganzen 90er zog und auch noch die ersten anderthalb Jahre des neuen Jahrtausends mitnahm, für ne seeehr lange Zeit vorbei, das war einer meiner 1. Gedanken... und als ich die ersten Menschen springen sah, verlieh mir das noch einezusätzl. Portion Horror... Natürl. dachte ich beim Sehen dieser Horrorbilder an den Spielfilm Pearl Harbor, den ich erst ca. 2 Monate davor im Kino sah.........
Dann schaltete ich, völlig geschockt, um und hörte eine Frau sprechen: "Ja, ich wollt mit meinen Kindern ausgerechnet heut nach NY fliegen, ich selbst war schon mehrmals da und diese Stadt mit ihren unendlichen Gesichtern bereitete mir jedes Mal nen wunderbaren Auftenthalt und erstmals wollt ich, dass meine Kinder diese faszinierende Metropole kennenlernen, aber sämtl. Flüge in die USA sind gestrichen und wir sahen im TV natürl. was passierte, es ist zwar einerseits extrem unangenehm aber wegen den Ereignissen von heute verständlich!", dann schaltete ich aus und wollt einfach mal nachdenken.
Für nen 16jährigen war ich über die neuere Geschichte (das 20. Jh. mit allem, was dazugehört, interessierte mich schon immer total, alles davor kaum bis gar nicht ;) sehr, sehr ordentl. informiert! Ich wusste eine Menge über die beiden Weltkriege, über die WWK mit dem "schwarzen Freitag" 1929 als Höhepunkt, den Kalten Krieg, könnte alle Kanler Deutschlands (samt Parteien!) und fast alle Präsidenten der USA des 20. Jhs. aufzählen, über die Außenpolitik Russlands von Lenin über Chrutschjöw bis hin zu Putin war ich, für nen 16jähr. Knaben auch top informiert. Außerdem war ich schon damals auch sehr an Währungspolitik interessiert!
Plötzl. stellt ich mir ne Frage, die ich mir vorher nie stellte, oder zumindest nicht so: Was macht für mich die USA aus? Und antwortete: Es war das Land, das beide Weltkriege gewann, zwar war es nicht i.O. mit den AB-Abwürfen auf Japan, aber andere "große Nationen" wie Deutschland, Russland, etc., machten da ganz sicher nicht weniger Sch****, das sorgte es dafür, dass die rotfasch. Kommunazi-Partei KPDSU nicht in den Westen meines Landes eindringen konnte, zumindest schützte es den westl. Teil Deutschland vor Kommunazis der UdSSR, die immerhin den östl. eingenommen und ihnen zwar nicht die russ. Sprache, aber immerhin ihr "demokratisches" System aufgedrängt hatten. Ich hatte einfach ein Bild von dem Land, dass dieses a)die 1. Dem. der Neuzeit war, b) erst beide Weltkriege gewannen, dann die UdSSR, die größte Bedrohung für die Freiheit der BRD in ihrer Geschichte, sozusagen aus der Ferne besiegten und in dem es immer einflussreiche Christen, Juden, Moslems, Weiße u. Schwarze gab, nach dem Ende aller dieser drei Auseinandersetzungen, wo erst 2* Deutschl. und danach Russland das zurückbekamen, was die selbst begannen, und als dann der Weg zur alleinigen Weltherrschaft frei war, hatten die mit Clinton auch noch den coolsten Politiker a.Z. an der Spitze! Sicher war mir klar, dass die USA auch nicht frei vor Fehlern war, denn in Vietnam erlebten die eine verheerende Schlappe, aber die Sowjetunion, militärisch eigentl. das stärkste Land des 20. Jhs., machte es in Afghanistan ja nicht gerade besser. Auch unpolitisch sprach einiges fürs Amiland, war es doch das Land, das das Applenet zu dem, was für uns heute das Internet ist, entwickelte, in dem coole Leute wie Bill Gates, Bill u. Hillary Clinton, Bruce Willis, Arnold Schwarzenegger, Seann William Scott u.v.v.m. - und die alle wurden jetzt angegriffen! - behausten, dessen Währung als "Stabilitätszeichen" galt, das mit Harvard die beste Uni d. Welt bot [(wobei die 2 wichtigsten Dinge a.d. Welt selbstverständl. BWL u. VWL sind, ein 3. Fach wird für mich nie den Stellenwert dieses erreichen ;-)) und BWL kann man auch auf deutschen Unis gut studieren, was ich ja mache ;)] und in dem Leute jüdischen Glaubens als einziges mächtiges Land sicher leben konnten, außerdem war ich auch der Meinung, dass es noch nie eine Großmacht gab, die die Performance aus "fun" und "Ernsthaftigkeit" besser hinbekam als USA - und von der US-Idee des "total liberalen Wettbewerbs", das man als "totaler Sieger" und "totaler Verlierer" beenden kann, fand ich schon immer 1A, wobei jem., der polit. eher links ist das natürl. etwas anders sehen wird. Außerdem dacht ich, in Europa herrschen 60 Jahre Frieden nach 1.000 Jahre Krieg, USA hatte aber nie Probleme mit z.B. Kanada, überhaupt dacht ich, USA ist unangreifbar. Aber nun war letzteres plötzl. ganz anders...
Mein 1. Gedanke noch an diesem Tag war: Russland. Vielleicht gemeinsam mit China. Ich dachte eher: Politisch interessierte, aber keine im Parlament sitzenden, Fanatiker, nicht die Regierung. Juden schloss ich kategorisch aus, denn es gab nie in der Weltgeschichte ein reiches u. mächtiges Land, wo die so gut behandelt wurden wie i.d. USA (Kanada auch, aber die sind außenpolitisch nicht aktiv, in Afrika gibt´s auch wenig Antisemitismus, aber die sind viel ärmer als USA), so dumm, das aufs Spiel zu setzen, sind die ganz sicher nicht!
In den Medien sagten die, klipp u. klar: Osama bin Laden! Ich hab von dem zuvor nie was gehört (muss ein 16jähr. auch nicht unbedingt kennen ;), mein Vater sagte mir dann am Abend von 9/11/01, dass er ca. 3 Jahre zuvor einen Terroranschlag a.d. Botschaft der USA in Südafrika verübte. Ich hatte schon i.d. 90ern das Gefühl, dass USA und Moslems sich nicht besonders mögen, aber ich hätt nie gedacht, dass die SO verfeindet sind. Für die wichtigsten Feinde der USA hielt ich Russland, China, Nordkorea, evtl. noch Lateinamerika. Von den Moslems in Asien u. Afrika hatt ich damals (mit 16) eher das Gefühl, dass die sich in den eigenen Heimatländern ü-wiegend die Köpfe einschlagen, vom Westen zwar nicht in ihren Ländern nichts sehen wollen, sich im Gegenzug aber auch nicht in die Politik des Westens einmischen. Nun aber traten die islamischen Extremisten urplötzlich erstmals auf die Bühne der Weltpolitik...
Ich dachte, dass es vermutl. nun nen Konflikt zwischen USA und dem radikalen Islam geben wird und dass Westeuropa eine ähnl. Rolle spielen wird wie im Konflikt zw. USA u. Sowjetunion.
Ich trauerte mit Amerika und hoffte a), dass der Westen die dafür Verantwortlichen findet und gnadenlos ausräuchert, dabei aber keine Kollateralschäden verursacht (mir war aber auch klar, dass gerade das schwer wird...) und b) dass die Muslime rund um die Welt meinen Hass auf die für diese Tat teilen!

Mein wichtigster Gedanke in den nächsten Tagen war allerdings: Bush (gg. den ich von Anfang an recht kräftige Vorbehalte hatte, obwohl ich sein Land an sich hingegen sehr mochte und es überwiegend noch heut tue!) ist kein intelligenter Kerl (nett gesagt...) und für internationale Krisen UNgeeignet! Ich hoffte einfach, dass er clevere politische Berater um sich hat und dann für ihn hdie richtigen Entscheidungen treffen...
Und ca. 1 Mon. später war mir klar, dass meine Erstprognose so nicht korrekt war. Denn es kam nie zu militärischen Auseinandersetzung zu Russl. u. USA, hier aber erklärte Bush Afghanistan sehr flott d. Krieg, um das Bin Lades Talibannetzwerk zu zerschlagen.
Und anderthalb Jahre später startete Bush dann auch noch den völlig sinnlosen Krieg gg. den Irak. Das war so ein Schwachsinn, in dem Land herrscht ein Chaos wie selten zuvor, und wenn ich den Irren in Teheran seh, denk ich, es wär 1.000* besser gewesen wenn Bush die Milliarden, die ihm der Irakkrieg kostete gespart hätte und stattdessen entweder allein oder mit militärischer oder wirtschaftl. Unterstützung Israels den Iran angegriffen hätte!

WAS KANN ICH HEUTE SAGEN:

Der 11. Sept. hat v.a. eins gezeigt: Es gibt in der globalisierten Welt keine Entfernungen! Die extremen Islamisten waren mir schon immer unsympathisch aber wer hätt vor 9/11 gedacht, dass die bis zu den USA vorzudringen? Und wenn 9/11 noch was gezeigt hat, dann das: Die "totale Sicherheit" existiert nicht! Theoretisch kann es überall a.d. Welt "die Bombe platzen", seit 9/11 muss man darauf gefasst sein. Daher wird die Welt leider nie wieder so sein wie in den "coolen 90ern".
Was für die Terroristen außerdem vllt. noch viel wichtiger als der Massenmord war, war die Erzeugung dieser hollywoodreifen Bilder, was die ja leider eben auch geschafft haben...


WAS HAT ES VERÄNDERT:

Natürl. musste die USA militärisch reagieren. Schließl. war die USA nicht im Krieg, am 9/11! Bis Mitte 2002 dacht ich, das mit dem Afghanistankrieg war absolut richtig, hätt die USA nicht militärisch reagiert, hätten sich die Schweine, die dafür verantwortl. sind als Sieger gefühlt! Mit 26 bin ich aber ganz anderer Meinung: Dass die USA Afghanistan angreift, war genau das, was die Terroristen wollten. Trotzdem bin ich in der Afghanistanfrage zu 100% auf der Seite der USA, Nordallianz und der NATO! Gut find ich v.a., dass Muslime, die bin Laden hassen und auch unter der Scheiße, die die Taliban nach dem Abzug der UdSSR in Afghanistan veranstalteten,z.T. selbst litten, also die Nordallianz, mit in die Kämpfe einbezogen werden und mit dem Westen eben Seite a. Seite kämpfen, eine so intelligente Art der Kriegspolitik hätt ich Bush gar nicht zugetraut... Aber die Summen, die die USA für den Einsatz ausgab find ich reichl. beunruhigend...
Nun haben wir 2 Kriege - einen seit 10 Jahren, einen seit achteinhalb - und beide sind meilenweit von ner Lösung entfernt. Und Obama kann auch nicht einfach so sagen, wir gehen jetzt aus dem Irak, denn das Chaos, das dann entstehen würd will ich mir nicht vorstellen. Das mit dem Irakkrieg war eigentl. eine der dämlichsten Entscheidungen, die die USA je traf, echt! Jetzt muss Obama Bushs Schwachsinn i-wie halbwegs vernünftig zu nem Ende bringen... Wie gesagt, ich bin für die TOTALE Härte ggü. allen, die für 9/11 verantwortl. sind - aber: Hussein war - obwohl er Schwerstverbrecher war! - an den Anschl. weder direkt beteiligt, noch wurden die ABC-Waffen, die er angebl. haben sollte jemals gefunden, ganz toll, Mr. Bush...
Das allerschlimmste ist für mich aber ganz klar die Verschuldung! Die trieb den Dollarkurs in den Ruin. Die sorgte dafür, dass nun China USA Befehle erteilen kann, nicht mehr umgekehrt, denn wer zahlt, der wahlt nun mal...
Auch wenn der Afghanistankrieg berechtigt war und auch wenn ich für NULL Pardon für alle bin, die was mit den Anschl. zu tun haben: Die Finanzen müssen oberste Priorität haben.
Cowboy Bush hat an diese nicht gedacht und seinem Land dadurch wohl irreperablen Schaden hinzugefügt, was ich ihm als ein Freund der USA sehr übelnehme! Er wird nun auf seiner Ranch das Leben genießen, während Obama mit dem Schuldenberg klarkommen soll, ganz toll...

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Bill_Munny veröffentlicht 12.09.2011
    Hi, wenn du deinen Beitrag übersichtlicher gestaltet hast, lese ich gerne nochmal! - @Oberlehrer Bojorix, lass dem Jungen doch mal Zeit bei seiner Entwicklung - Nicht jeder 20jährige ist so allwissend, so perfekt, wie du es z.B. als 40jähriger warst!
  • bojorix veröffentlicht 12.09.2011
    Auch wenn hier zunächst reihum abgeklickt wird - mich lässt das wenig strukturierte Geschwurbel ziemlich kalt, wenn ich ehrlich sein darf (anders übrigens als die - fraglos individuelle - Erinnerung an 9/11). Konkret gegengefragt: Was sollen uns Deine Exkurse zu den "Kommunazis der UdSSR" und den USA bzw. deren "einflussreiche Christen, Juden, Moslems, Weiße u. Schwarze" an Erkenntnisgewinn bringen, bei denen Du nicht müde wirst, immer wieder Deine zeitgeschichtliche Expertise zu betonen - die, das am Rande, von den Lesarten der neueren Forschung aber ziemlich entfernt, weil auf große Mächte fixiert ist? Mir im Grunde Wurst, dieser Punkt ist nicht zentral - aber wieso Du jenseits dieser Selbstdarstellung kaum einen vernünftigen Satz zur US-Außenpolitik nach 1989/1991, zu den Wurzeln von Islamismus und Terrorismus (als Phänomen des 20. Jahrhunderts), zur Lage im Nahen Osten und in Zentralsien hinbekommst, bleibt mir völlig schleierhaft.
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