Über sich:Wie der Spitzname schon vermuten läßt ein verrückter Filmfreak mit Schwerpunkt in phantastischen Ber...
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Dies ist ein Film von Larry Cohen.
"Na und?" werden sich jetzt einige fragen. Du auch? Dann gehörtst Du nicht unbedingt zu den Fans von Horrorfilmen, speziell der 70er und 80er Jahre. In dieser Zeit nämlich hat der Mann viele B-Filmchen auf den Markt geworfen, die zwar technisch selten spektakulär waren, aber doch immer ein besonderes Flair hatten. Dies lag an seiner Vorliebe für etwas "daneben" liegende Stoffe verquickt mit etwas Humor, die er meist auch ansehnlich umgesetzt hat. Richtig "berühmt" wurde er mit seiner Trilogie über Monsterbabies, über deren ersten Teil ich heute berichten will.
Das Ehepaar Davis sieht Elternfreuden entgegen. Das nicht mehr so ganz frische Paar hat bereits einen elfjährigen Sohn, möchte aber die Zeit der Schreihälse und vollgeschissenen Windeln gern nochmals durchleben. Die erste Viertelstunde zeigt das Ehepaar bei den Vorbereitungen, dem neuen Kinderzimmer, das auf seinen Bewohner wartet und den schließlich einsetzenden Wehen. Man bringt den Sohnemann bei einem Freund der Familie unter und fährt dann ins Hospital. Vater Frank vertreibt sich die Zeit bis zur Entbindung mit anderen werdenden Vätern mit Poker, belanglosen Diskussionen und dem beruhigen eines hypernervösen Neuvatis. Plötzlich vernimmt er aus dem Kraissaal Tumulte und eilt dorthin. Aus der Tür zu dem Raum stolpert ihm ein blutüberströmter Pfleger entgegen, der vor ihm zusammenbricht. Panisch stürmt er hinein und findet die gesamte OP-Besetzung dahingemetzelt vor. Zwischendrin liegt seine Frau, die nach ihrem Baby verlangt. Von diesem fehlt jedoch jede Spur.
Rasch stelt sich heraus, dass Mrs. Davis ein Monsterbaby zur Welt gebracht hat, welches nun fröhlich durch die Gegend meuchelt. Bald wird auch der Name des Elternpaares bekannt, und so sehr Frank Davis auch beteuert, dass er dieses Wesen nicht als seinen Sohn anerkennen will, beginnt sein Leben den Bach hinunter zu gehen. Sensationsreporter belauern ihn auf Schritt und Tritt, für seinen Arbeitgeber ist er nicht mehr tragbar geworden. Seine Ehefrau versucht verkrampft wieder Normalität in den Ehealltag zu bringen, dreht aber unter der Last, dieses Wesen zur Welt gebracht zu haben, langsam aber sicher ab.
Der Film dreht sich in erster Linie um die Figur des Frank Davis, um die Leiden die er durchmachen muß. Er ist gekränkt, dass die Umwelt ihm mit Ablehnung gegenübersteht. Das Monsterbaby hat irgendwie nur den zweiten Handlungsstrang inne. Deshalb ist der Streifen ein echter "amerikanischer" Horrorfilm.
Stephen King hat das mal in seinem Sachbuch "Danse Macabre" zu dem Geisterheuler "Amityville Horror" schön erklärt. Nicht die Umtriebe eines mysteriösen Mörders oder Unholdes jagt den Amerikanern Angst und Schrecken ein, sondern der damit zusammenhängende Verlust der Sachwerte, denen alle hinterher jagen. Schon mal aufgefallen, dass gerade in US-Streifen immer unheimlich viel zu Bruch geht wenn man sich gegen die Bösewichter stellen muß? Am Ende eines amerikanischen Horrorfilms kommt man zwar mit dem Leben davon, hat aber den Bankrott anzumelden. Denkt mal beispielsweise an "Poltergeist" - man hat zwar die Göre wiedergekriegt, steht aber vor den Ruinen des teuren Eigenheims. Nichts im Horrorfilmleben ist umsonst.
Lobenswert finde ich die Tatsache, dass die Erklärung um das Entstehen eines solchen Wesens nicht breitgetreten wird. Oft werden die hirnrissigsten Versuche unternommen, etwas Abstruses zu erklären. Das schadet den Filmen oft. Hier wird nur kurz die Möglichkeit angedeutet, dass irgendwelche Medikamente die Mutation hervorgerufen haben. Weiter verfolgt wird dies jedoch nicht. Das stärkt das Gefühl des Unheimlichen, denn im wahren Leben bekommt man auch nicht alles erklärt, sondern wird einfach mit einer Situation konfrontiert, mit der man dann fertig werden muß.
Zusammenfassend ist "Die Wiege des Bösen" ein leidlich unterhalsamer Film, wenn auch nicht gerade ein Meisterwerk. Larry Cohen läßt auch schon ab und zu schon mal ein humoristisches Augenzwinkern los, welches das doch sehr ernst daherkommende Thema für Zartbesaitete erträglicher macht. Trotzdem sollten Schwangere von dem Genuß dieses Streifens unbedingt Abstand nehmen! Was den Film daran hindert ein echter "großer Wurf" zu werden, ist die Leistung des Hauptdarstellers, der seinem Mimenspiel kaum etwas anderes als nur "verbissen dreingucken" abverlangt.
Dieser Teil Eins stammt von 1974. Vier Jahre später werden noch mehr Monsterbabies auf die Kinogänger in "Die Wiege des Satans" losgelassen, bevor "Die Wiege des Schreckens" 1987 den Schlußpunkt setzt.
Sollten sich ein paar Cohen-Fans zu diesem Beitrag verirren, möchte ich ihnen raten nach dem Streifen "God told me to" Ausschau zu halten. Für mich neben "American Monster" sein bester.
28.09.2000 17:46
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