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ACHTUNG ! SPOILER !
Geburt, Liebe, Sexualität, Tod – man könnte meinen, David Lynchs „Wild at Heart” handelt von diesen „anthropologischen Konstanten”, spezifiziert auf die Moderne. Die überdeutlich in den Film hinein gepflanzten Zitate aus „Der Zauberer von Oz” (die böse Hexe des ... Bericht lesen
Wild at Heart
Ein erotisches, brutales, beunruhigendes Roadmovie voll schwarzem Humor, das einmal mehr ... mehr
David Lynchs Status als faszinierendsten und originellsten Filmemacher seiner Generation bestätigt. Die exzentrische Hommage an den \"Zauberer von Oz\"" entführt Nicolas Cage (Sailor) und Laura Dern (Lula) bei ihrem Versuch, den Fängen von Lulas böser Mutter (der Oscar®-nominierten Diane Ladd) zu entkommen, auf eine der bizarrsten Reisen aller Zeiten.FSK: ab 16 JahreSprache: Deutsch, Englisch, FranzösischUntertitel: Deutsch, Französisch, Arabisch, Dänisch, Niederländisch, Finnisch, Griechisch (nach 1453), Hebräisch, Italienisch, Norwegisch, Portugiesisch, Spanisch, Schwedisch, TürkischRegie: David Lynch. Mit Nicolas Cage, Laura Dern u. a."
Wild at Heart (DVD)
Als David Lynchs Wild at Heart im Mai 1990 seine Weltpremiere im Rahmen der Filmfestspiele ... mehr
von Cannes erlebte und wenige Tage später dann auch noch mit der Goldenen Palme, dem Hauptpreis des Festivals, ausgezeichnet wurde, hatten die 90er-Jahre im Kino unwiderruflich begonnen. Das Streichholz, das im ersten Bild dieser wilden Höllenvision aufflammt, entfacht ein Feuer, das zwar nicht alles auslöscht, was vorher einmal war, aber dafür von dem kündet, was nun in den nächsten Jahren kommen sollte. Lynchs Albtraum von einer Welt, die aus allen Fugen geraten ist, in der aber trotz allem die Liebe zweier naiver Seelen nicht chancenlos ist, hat das Kino seines Jahrzehnts mehr geprägt als jeder andere Film dieser Zeit. Seine damals noch unglaublich erscheinenden Exzesse, sein überaus radikales Sounddesign, aber auch seine seltsame lyrische Schönheit haben den Weg für eine neue Generation von Filmemachern geebnet. Mit der Verfilmung von Barry Giffords Roman Wild at Heart: Die Geschichte von Sailor und Lula hat sich David Lynch zum ersten Mal an ein klassisches Roadmovie gewagt und damit seinen eigenen Kosmos noch einmal entscheidend erweitert. Die Flucht der beiden Liebenden Sailor (Nicolas Cage) und Lula (Laura Dern) vor mehreren Killern, die von Lulas Mutter (Diane Ladd) beauftragt wurden, Sailor zu töten und Lula zurückzubringen, ist kaum mehr als ein roter Faden, auf dem Lynch eine ganze Serie von kleineren Geschichten und einzelnen Szenen gleich Perlen aufgereiht hat. Sie alle fügen sich zu einem beispiellosen Trip zusammen, der einer Fahrt durch eine besonders höllische Geisterbahn gleicht und zugleich an Dorothys Reise durch das Land hinter dem Regenbogen in Der Zauberer von Oz erinnert. Der Kontrast zwischen der märchenhaften Liebe von Sailor und Lula, die in ihren Äußerlichkeiten, aber auch in ihrer Naivität an Figuren aus den Rebellen- und Teenagerfilmen der 50er-Jahre angelehnt sind, und dem von Gewalt und Tod, Feuer und Zerstörung geprägten Treiben um sie herum könnte kaum größer sein. In ihm liegt eine wahrhaft explosive Kraft, die einen im tiefsten Innern verstört und zugleich wie Strudel in die dunkelsten Tiefen von David Lynchs Fantasie mitreißt. Einige Szenen wie die an dem Schauplatz eines schrecklichen Autounfalls werden einen genauso wie etwa Willem Dafoes fast zahnloser Bobby Peru und Isabella Rossellinis Perdita Durango gleich Geistern auf ewig verfolgen. --Sascha Westphal
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Erfahrungsbericht von Posdole über Wild at heart 12.07.2004
Produktbewertung des Autors:
Humor
ziemlich humorvoll
Spannung
ziemlich spannend
Anspruch
sehr anspruchsvoll
Action:
geht so
Romantik:
geht so
Pro:
Kult
Kontra:
Nichts
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
„Die Fassade verhüllt nicht mehr [...] den Wahn, sie ist bereits ‘Sprache’ des neurotischen Systems. [...] Die Gesellschaft ist nicht mehr Sinn, [...] sondern eine Agentur geworden, die mit Sinn handelt wie mit anderen Waren.” (1)
ACHTUNG ! SPOILER !
Geburt, Liebe, Sexualität, Tod – man könnte meinen, David Lynchs „Wild at Heart” handelt von diesen „anthropologischen Konstanten”, spezifiziert auf die Moderne. Die überdeutlich in den Film hinein gepflanzten Zitate aus „Der Zauberer von Oz” (die böse Hexe des Ostens, das Land hinter dem Regenbogen u.a.) scheinen auf die märchenhafte Hoffnung eines Paares zu verweisen, das sich durch seine Liebe der Skrupellosigkeit der Welt zu entziehen sucht. Die ebenso überdeutliche Präsentation des Feuers als Symbol des gewaltsamen Todes hier, im Anzünden einer Zigarette dann aber wieder als Kennzeichen eines bewussten, glückerfüllten Lebens vor dem Tod dort scheinen dem weiteren Vorschub zu leisten: ein Paar begibt sich auf den Weg in die Glückseligkeit.
Doch „Wild at Heart” ist weit davon entfernt, eine „realistische” Geschichte im üblichen Wortsinn zu erzählen. Genau betrachtet erzählt David Lynch überhaupt keine Geschichte, obwohl (!) die Beziehungen zwischen den handelnden Personen äußerst eng geknüpft sind und obwohl (!) sich aus den Ereignissen, die im Film in der Vergangenheit spielen, logische Erklärungen für den Fortgang der geschilderten Handlung ableiten lassen – so deutlich, dass der Zweifel keine Chancen zu haben scheint.
Und trotz alledem: „Wild at Heart” ist von vorne bis hinten und in jeder Einzelheit nichts weiter als – Pop.
„Love me tender, love me sweet, never let me go. You have made my life complete and I love you so. Love me tender, love me true, all my dreams fulfill. For, my darlin', I love you and I always will.”
Da wollen zwei zusammen kommen und zusammen bleiben. Sailor (Nicolas Cage), der Ganove mit Herz, der kein Ganove mehr sein will, und Lula (Laura Dern), die Schöne, die endlich dem Einfluss ihrer Mutter Marietta (Diane Ladd, Mutter von Laura Dern) entfliehen will. Doch Marietta hasst Sailor und lockt ihn in eine Falle. Sie engagiert einen gewissen Lemon (Gregg Dandridge), der Sailor erstechen soll. Aber Sailor tötet Lemon vor den Augen etlicher Zeugen und muss 22 Monate ins Gefängnis.
Lula holt ihn ab, und beide entschließen sich, Richtung Kalifornien zu fahren, um ihr Glück zu suchen. Marietta aber, die „böse Hexe aus dem Osten”, schickt ihnen Johnnie Farragut (Harry Dean Stanton), der Marietta abgöttisch, ja devot liebt, hinterher, um die beiden zu trennen. Um sicher zu gehen, beauftragt sie aber zusätzlich den Killer Santos (J. E. Freeman), der sich mit dem Mordauftrag einverstanden erklärt – unter einer Bedingung: auch Farragut soll dran glauben. Santos fürchtet, dass Farragut hinter die dunklen Geschäfte mit dem Obergangster Reindeer (William Morgan) kommen könnte. Marietta stimmt nach anfänglichem Zögern zu.
Sailor und Lula sind inzwischen in New Orleans angekommen. Lula erfährt von Sailor, dass er nie elterliche Fürsorge gekannt habe. Seine Eltern seien an Tabak und Alkohol zugrunde gegangen. Später erzählt Sailor Lula auch, dass er, bevor sie sich kennen gelernt hatten, für Santos gearbeitet und Lulas Vater gekannt habe. Er habe Santos an jenem Tag zum Haus von Marietta gefahren, als Lulas Vater in Flammen umgekommen sei. Jetzt weiß Lula, dass sich ihr Vater nicht selbst umgebracht hatte, sondern ermordet worden war: von Santos und ihrer Mutter, deren Lachen sie immer für das Lachen der bösen Hexe des Ostens gehalten hatte. Und Lula erzählt Sailor, dass sie als 13jährige von Onkel Pooch (Marvin Kaplan) vergewaltigt worden war. Kurz darauf sei Pooch angeblich bei einem Autounfall ums Leben gekommen.
Lula und Sailor versuchen, ihr Glück zu genießen, schlafen oft miteinander – und ziehen weiter, während Farragut in New Orleans vergeblich nach beiden sucht. Marietta, die ein schlechtes Gewissen hat, fliegt nach New Orleans, um Farragut zurückzuholen. Doch kurz bevor die beiden die Rückreise antreten wollen, wird Farragut entführt. Santos, der Reindeer um Unterstützung gebeten hat, schwört Marietta, er habe mit dem Verschwinden Farraguts nichts zu tun.
Als Lula und Sailor in Big Tuna ankommen, lernen sie ein paar äußerst skurrile Typen kennen, u.a. Bobby Peru (Willem Dafoe), einen schmierigen Kerl, der stolz darauf zu sein scheint, in Vietnam an einem Massaker teilgenommen zu haben. Sailor hatte Big Tuna nicht umsonst angefahren, denn dort lebt eine alte Bekannte, Perdita (Isabella Rossellini), von der er wissen will, ob irgend jemand ihn und Lula verfolgt. Doch Perdita lügt ihn an: sie wisse von nichts ...
VORSICHT: SPOILER !
Im Hotelzimmer, in dem sich Lula erbrochen hatte, gesteht sie Sailor, dass sie schwanger ist. Sie kann es ihm nicht sagen, schreibt es auf einen Zettel. Sailor sagt nur: „Für mich ist das O.K.”
Nachdem Bobby Peru Lula in ihrem Hotelzimmer belästigt hat, während Sailor mit seinem Auto beschäftigt ist, überredet er Sailor, an einem Banküberfall teilzunehmen. Sailor willigt ein, denn er und Lula haben fast kein Geld mehr. Zu spät merkt Sailor, dass Bobby Peru ihn in eine Falle gelockt hat. Während Perdita vor der Bank im Auto auf die beiden wartet, erscheint ein Polizeiwagen. Bobby Peru schießt auf die beiden Bankangestellten und bedroht dann Sailor, dem er eine Waffe gegeben hatte, die nicht funktioniert. Als Bobby einen Moment lang abgelenkt wird, kann Sailor auf die Straße fliehen. Als Bobby hinter ihm her rennt, wird er von einem Polizisten erschossen. Sailor muss für sechs Jahre ins Gefängnis.
Gegen den Willen ihrer Mutter bekommt Lula ihr Kind, einen Sohn, den sie Pace (Glenn Walker Harris Jr.) nennt. Gegen den Willen ihrer Mutter holt Lula sechs Jahre später Sailor vom Bahnhof ab. Lula ist erschüttert, verzweifelt, und Sailor, der seinen Sohn zum ersten Mal sieht, glaubt, er störe nur, sie komme ja wohl auch allein zurecht. Er verlässt Lula wieder. Als er von ein paar Typen bedroht wird und sie provoziert, wird Sailor zusammengeschlagen. Besinnungslos am Boden liegend erscheint ihm die gute Fee, die ihm sagt, er solle zu Lula zurückkehren. Lula habe Sailor alles verziehen und liebe ihn. Genau das tut er. Beide stehen auf dem Auto, und nun singt Sailor seiner Lula endlich das Elvis-Lied, das er ihr erst vorsingen wollte, wenn sie Mann und Frau sind: Love me tender.
SPOILER ENDE !
„Love me tender, love me long, take me to your heart. For it's there that I belong and we'll never part. Love me tender, love me true, all my dreams fulfill. For, my darlin', I love you and I always will.”
„Wild at Heart” ist Pop, hatte ich gesagt. Denn der Film besteht letztlich „nur” aus Zitaten, Zitaten der Filmgeschichte, Stereotypen und Klischees einer medial und visuell überformten Moderne, in der alles, alles, was gesagt und getan, gedacht und gefolgert wird, zum artifiziellen Muster verkommen ist. Auch Lula und Sailor nehmen sich hierbei keineswegs aus. Sailor selbst definiert sich – schon zu Anfang des Films – dadurch, dass ihm seine Schlangenlederjacke Identität und Freiheit bedeute. Diese Selbstdefinition über ein Produkt der Warenwelt ist aber kein Zufall, kein singuläres unbedeutendes Ereignis. Sailor und Lula definieren sich permanent durch die nicht mehr hinterfragten Klischees einer Welt, in der Bedeutung, Sinn, Sinnstiftung, Individualität nicht Ergebnis eines realen Prozesses zwischen Individuum und Welt sind, sondern wie aus den Regalen eines Supermarktes gezogen werden, um sich ein Äußeres, vor allem aber ein Inneres zu geben.
Das, was in Peter Weirs „Die Truman Show” (1998) als satirisch verkleidete Schreckensvision für einen den Medien seit Geburt ausgelieferten Menschen erschien, ist in „Wild at Heart” acht Jahre früher bereits zur Wirklichkeit geworden – einer Wirklichkeit, in der zwischen (lebensweltlicher) Realität und (medialer) Fiktion keine Differenz mehr besteht. Truman Burbank beschlich ein unangenehmes Gefühl, eine zunächst unbestimmte Ahnung, das in seiner Welt „etwas nicht stimmen” könne. Er konnte sich befreien und den Unterschied zwischen Realität und Fiktion noch entdecken. Am Ende steht dabei die mehr als deutliche Differenz zwischen Individuum und Welt, zwischen Fiktion und Realität, zwischen Konstruktion und Subjektivierung. Selbst Laura Linney doppelte sich in Trumans Frau und ihre wirkliche Existenz als Angestellte eines medialen Konzerns.
Bei Sailor und Lula doppelt sich nichts. Sie tragen keine Masken, sie sind nicht auf dem Weg der Befreiung im Sinne eines Zu-Sich-Selbst-Findens mehr oder weniger gelungener Sozialisation. Ihre Gespräche verharren in dem, was der eine vom anderen eh schon weiß. Lula selbst bringt es auf den Punkt, wenn Lynch ihr die entsprechenden Kommentare in den Mund legt. Als sie während der Autofahrt Radio hört, quellen aus verschiedenen Sendern nur Schreckensmeldungen über Missbrauch, Katastrophen, Morde usw., und Lula kommentiert: „Ist das ‘Die Nacht der lebenden Toten” hier?” Ja, könnte man meinen. Kurz darauf begegnet ihnen eine Art „Untote”, als beide am Straßenrand ein Unfallauto, einen Toten und ein junges Mädchen finden, das wirr spricht, geschockt ist, kurz darauf stirbt.
Doch die beiden zitieren vor allem sämtliche Stereotype dessen, was (romantische) Liebe angeblich ausmacht, genauer, was Beziehung angeblich definiert. Lynch unterstreicht dies beispielsweise durch den Blick der Kamera von oben auf ein Bett, in dem die beiden nebeneinander in harmonischer Symmetrie liegen. Und durch die Farbe Rot, die im Film immer wieder (nicht nur als Symbol für Feuer und Blut, d.h. Zerstörung und Tod) als Zeichen dieses Klischees auftaucht. Das, was sich Lula und Sailor noch zu sagen haben, die Geheimnisse beider Vergangenheit (Tod des Vaters, Vergewaltigung, Sailors Arbeit für Santos), ist für den Handlungsablauf wichtig, nicht jedoch für die Beziehung der beiden Liebenden.
Nicht nur die Kommunikation der beiden (und im übrigen aller anderen Personen) ist begrenzt auf eine Art warenästhetische Kunstsprache, hinter der sich nichts weiter verbirgt. Auch das Verständnis der Welt, in der die Personen sich bewegen, ist entsprechend limitiert. Lynch unterstreicht dies durch die Charakterisierung und das Outfit der Handelnden. So gleicht Lula ihrer Mutter fast bis aufs Haar: blonde Haare, rote oder orangenfarbene Fingernägel, rote Lippen, lange Wimpern, blauer Lidschatten – Lula ist eine „gute” Kopie der „schlechten” Marietta, aber beide sind Kopien einer konsumbestimmten Ästhetik. Ihre Beziehung zueinander bleibt seltsam äußerlich. Zwar identifiziert Lula zusehends ihre Mutter mit der bösen Hexe des Ostens, weil Marietta den Vater, möglicherweise auch Onkel Pooch ermorden ließ und auch Santos und Farragut auf Sailor angesetzt hat. Aber daraus folgert nicht wirklich etwas, außer das sozusagen eine Schublade geschlossen wird. Marietta verschwindet am Schluss des Films: Sie weint, während ihr Foto verblasst und nur noch der leere Rahmen übrig bleibt – wie eine Ware, deren Zweckbestimmung sich erledigt hat, weil sie unbrauchbar geworden ist.
„Love me tender, love me dear, tell me you are mine. I'll be yours through all the years till the end of time. Love me tender, love me true, all my dreams fulfill. For, my darlin', I love you and I always will.”
Lynch sammelt sozusagen die Utensilien und den Müll einer Gesellschaft, in der nicht nur Sachen und Menschen käuflich geworden sind, sondern auch Identität, Subjektivität, Sinn und Bedeutung. Er ordnet diese Utensilien und diesen Müll und wirft ihn uns – ohne wirklichen Zusammenhang zu erzeugen – vor die Augen. Geschichte bestimmt sich nicht mehr durch die Abfolge von Erfahrungshorizonten, die auf die jeweils nächste Generation nachwirken und aus denen die Spannung aus Tradition und Eigensinn der Individuen resultiert und somit die Antwort auf die Frage, wie sich eine Generation definiert. Die Beziehungen zwischen den Personen im Film erzeugen keinen wirklichen und wirkenden, kulturell wie historisch bedingten Zusammenhang. Eigensinn ist selbst zur Ware geworden, Geschichte sozusagen „verstorben”. Wahrnehmung und Erfahrung sind selbstreferentiell geworden.
Lynch durchbricht diese Logik des Gezeigten nicht wirklich; aber es gibt Momente in „Wild at Heart”, in denen nicht nur Zeichen, sondern auch ein spezieller Sarkasmus von anderem deutet. Etwa als die beiden verletzten Bankangestellten am Boden liegend blutüberströmt nach der abgeschossenen Hand des einen suchen und sich zu beruhigen versuchen, im Krankenhaus werde das schon wieder in Ordnung gebracht. Kurz darauf sieht man einen Hund aus der Bank laufen mit der Hand im Maul. Auch die Analogien zu „Der Zauberer von Oz” sind paradoxerweise eher solche zur Realität, obwohl es sich um ein Märchen handelt – aber eben um eines, an dessen Ende eine Art Reinigung steht, ein Glücksgefühl, Lebenslust, Hoffnung, „positives Denken”. Der Schluss von „Wild at Heart” hingegen ist nur äußerlich positiv. Das Schöne an diesem Ende der Geschichte ist das Schöne der Warenwelt. Dass es uns fasziniert, liegt bei uns.
Wertung: 10 von 10 Punkten. Prädikat: Besonders wertvoll.
(1) Georg Seeßlen: David Lynch und seine Filme, Marburg 1994, S. 11, 132.
Wild at Heart (Wild at Heart) USA 1990, 124 Minuten Regie: David Lynch
Drehbuch: David Lynch, nach einem Roman von Barry Gifford Musik: Angelo Badalamenti Director of Photography: Frederick Elmes Schnitt: Duwayne Dunham Produktionsdesign: Patricia Norris Darsteller: Nicolas Cage (Sailor), Laura Dern (Lula), Willem Dafoe (Bobby Peru), Diane Ladd (Marietta Fortune), J. E. Freeman (Santos), Crispin Glover (Dell), Isabella Rossellini (Perdita), Harry Dean, Stanton (Johnnie Farragut), Calvin Lockhart (Perdita), Grace Zabriskie (Juana), Sherilyn Fenn (Mädchen bei Autounfall), Marvin Kaplan (Onkel Pooch), William Morgan (Mr. Reindeer), Morgan Sheppard (W. Morgan Sheppard), David Patrick Kelly (Dropshadow), Freddie Jones (George Kovich), John Lurie (Sparky), Glenn Walker Harris Jr. (Pace), Greg Dandridge (Bob Ray Lemon)
Internet Movie Database: http://german.imdb.com/title/tt0100935
Weitere Filmkritik(en): „Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert) (2,5 von 4 Punkten): http://www.suntimes.com/ebert/ebert_reviews/1990/08/562608.html
Culture-Clash Bewertung für Wild at heartvon
Athomzombie
Pro: --- Kontra: ---
Wild At Heart
In Dreams
Beides ist ein Traum: „Der Zauberer von Oz“ von 1939 und David Lynchs „Wild At Heart“ von 1999. Beides ein amerikanischer Traum vom Weggehen, in „Der Zauberer von Oz“ eine Flucht vor einem grauen (schwarzweißen) Zuhause in ei ...
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Pro: bizarre Bilder,tolle Schauspieler, David Lynch eben Kontra: nichts für Zartbesaitete Hollywoodjünger
David Lynch gehört nun schon seit ewigen Zeiten zu den Regisseuren, die die Welt spalten. Manche feiern ihn als einen der größten Filmemacher unserer Zeit, ander wiederum können mit seinen Machwerken so gar nichts anfangen. Meine erste Begegnung mit David ...
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Keine zehn Minuten vergehen bis zum ersten brutalen Totschlag, und kurz danach sitzt Hauptfigur Sailor (Nicolas Cage) auch schon in einer Zelle, weil er seine Notwehr gegenüber einem gedungenen Killer, den die eifersüchtige Mutter seiner Freundin Lula auf ...
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Pro: zeitlose Dialoge, eine Story wie ein griechisches Drama Kontra: man kann den Film nur 11 mal an einem Tag ansehen
Dieser Film hat mich geprägt, und auch eine Reihe meiner Freunde. Einfach ist es nicht, zu erklären, was seine Faszination ausmacht. Es ist kurz gesagt eine Romanze und ein Abenteuer, versetzt mit etlichen Abstrusitäten und schrägen Szenen. Natuerlich typ ...
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Wild at Heart, ein Film - ein Roadmovie der besonderen Art. Wir schreiben das Jahr 1990. David Lynch provoziert und schockiert mit diesem und dieser Art Film. Schon die Anfangsszene hat es in sich. Ein Streichholz setzt die Leinwand in Flammen, der Soundt ...
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...Extrem mystischer Thriller von David Lynch ('Twin Peaks', 'Wild at heart') um Persönlichkeitstransformation, Inhaltsangabe zwecklos. Atmosphärisch oftmals faszinierend dicht und zeitweise wirklich schaurig, doch nichts für Leute, die auch gerne verstehen wollen, was sie da gerade sehen....
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Pro: Super Film und super Extras Kontra: wie fast alle DVDs noch etwas teuer
...mechanische Puppen sind, kann man dies doch kaum glauben.
Steven Spielberg dürfte jedem Kinogänger ein Begriff sein. Zu seinen Erfolgen zählen sehr unterschiedliche Filme. Einerseits bedient er das Massenpublikum mit sogenanntem "Mainstream"-Kino (z.B.: Indiana Jones 1-3, Jurassic Park) andererseits will er aber auch Geschichte zeigen (z.B.: Schindler's Liste, Der Soldat James Ryan).
Jeff Goldblum sieht man immer wieder gerne und er bewies, dass er sowohl ernst als auch witzig sein kann. Ein paar Filme mit ihm sind z.B. "Die Fliege", "Powder" und "Das lange Elend".
Laura Dern sieht man in letzter Zeit leider viel zu selten. Ihr Talent bewies sie aber beispielsweise in "Wild At Heart" und "Perfect World".
Sir Richard Attenborough ist wie sein Titel schon sagt ein echter englischer Gentleman, den es aber auch mal nach Hollywood...
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