Windpocken

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Dieses Mal geht es um die Windpocken. Hier kann ich euch nun leider einiges an persönlicher Erfahrung liefern. Trotzdem habe ich mich auch darüber im Internet kundig gemacht unter anderem unter www.gesundes-kind.de. Obwohl es schon seit 1974 einen Impfstoff gegen Windpocken gibt, wird diese ... Bericht lesen





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spätestens vor Beginn der Pupertät impfen!
Erfahrungsbericht von petra64 über Windpocken
15.03.2004


Produktbewertung des Autors:   


Pro: schwere Folgen für Ungeborene, deren Mütter die Krankheit bekommen, Hautprobleme und Gürtelrose in späteren Jahren, bei Schwangerschaften wird einfach nicht danach gefragt, so wie bei Röteln
Kontra: werd die Krankheit im Kindesalter kriegt, der ist fein raus .  Durch die hohe Ansteckung hatten sie die meisten

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Dieses Mal geht es um die Windpocken. Hier kann ich euch nun leider einiges an persönlicher Erfahrung liefern. Trotzdem habe ich mich auch darüber im Internet kundig gemacht unter anderem unter www.gesundes-kind.de. Obwohl es schon seit 1974 einen Impfstoff gegen Windpocken gibt, wird diese Impfung nicht von der ständigen Impfkommission empfohlen. Ich wollte mich und meinen Sohn schon vor Jahren impfen lassen, aber das hieß es das ginge nicht und wäre auch nicht unbedingt nötig. Bei den Amerikanern wird er schon lange geimpft.

Inzwischen, seit ca. 2 Jahren wird diese Impfung nun auch bei uns angeboten. Für uns kam dies leider zu spät. Der Hauptgrund, warum nicht geimpft wurde ist wohl, dass man davon ausgeht, dass fast jeder Erwachsene dagegen immun ist. Aber ich finde es schon vermessen, aus diesem Grund die anderen einfach nicht impfen zu lassen. Denn auch diese haben doch wohl auch ein Anrecht auf gesunde Kinder. Während bei Röteln in der Schwangerschaft so ein Geschrei gemacht wird, wird nach Windpocken erst gar nicht gefragt, obwohl die Schädigungen für das Kind genauso schlimm sein können. Aber darüber wird man nicht in Kenntnis gesetzt.

Inzwischen ist diese Einsicht ja wohl doch etwas gewachsen und auch die Einsicht, dass nicht jeder Erwachsene es schon mal gehabt hat, ich kenne zumindest 2, die es nicht hatten und damit auch 4 Kinder für die es hätte den Tod oder schwere Erkrankungen bedeuten können, denn Windpocken lauern überall.

Die Krankheit

Die Krankheit tritt nach 7 – 21 Tagen Inkubationszeit auf und ist bereits 2 Tage vorher ansteckend. Es kann zu Fieber kommen. In der Schwangerschaft kann die Erkrankung insbesondere zu Beginn und gegen Ende zu schlimmen Folgen und Schädigungen für das Ungeborenen kommen. Die Krankheit ist recht leicht zu erkennen. Es treten überall am Körper kleine, mit Wasser gefüllte Bläschen auf, die innerhalb von Stunden wachsen.

Sie sind auch auf der Kopfhaut, im Scheiden-und Afterbereich, sowie auf den Schleimhäuten im Mund zu finden. Nach 1 – 2 Wochen trocknen sie aus und verkrusten sie, dann fallen sie ab. Die Bläschen jucken ziemlich und wenn man sie aufkratzt, dann bleiben tiefe Narben (Löcher) zurück.

Wenn man die Krankheit einmal gehabt hat, ist man immun, es sei denn, die Erkrankung fand in den ersten Lebensmonaten statt, dann verliert man die Immunität mit dem Nestschutz wieder. Eine Folgeerkrankung ist die Gürtelrose, die durch in den Nervenenden abgelagerte Vieren immer wieder entstehen können im Erwachsenenalter. Auslöser der Krankheit ist ein Herpesvirus. Spätfolgen können auch eine Hirnhautentzündung sein oder Lungenentzündung sein.

Ansonsten verläuft die Krankheit an sich bei Kindern eher harmlos, was auch ein Grund ist, dagegen nicht zu impfen. Bisher konnten nur Kinder mit Hautproblemen, z.B. Neurodermitis geimpft werden, aber jetzt ist diese Impfung für alle möglich.

Die Gürtelrose

Sie tritt eigentlich nur im Erwachsenenalter auf, ausgelöst wird dieser durch die Herpes Viren, die sich in den Nervenenden festsetzen. Diese Krankheit tritt vermehrt auf, wenn man die Windpocken recht spät gehabt hat, aber letztenendes kann sie jeder bekommen, der früher mal Windpocken hatte.

Diese Erkrankung tritt Gürtelähnlich auf und legt sich dann im Gürtelbereich um den Körper herum. Das sind dunkelrote Flecken mit einigen Wasserbläschen, manchmal auch ohne. Diese Flecken jucken ein wenig und können ziemlich schmerzen. Nach 4 – 6 Wochen verschwindet er wieder. Kann aber auch jederzeit wieder auftreten.

Er tritt aber nicht nur im Gürtelbereich auf, sondern kann an jedem Körperteil auftreten. Ich kenne von der Arbeit eine ältere Frau, die hat ihn dauernd im Gesicht, was ziemlich unangenehm und schmerzhaft ist. Sie ist deshalb in Behandlung in einer sogenannten Schmerzklinik, die versucht, chronische Schmerzen zu mildern.

Und ich habe auch eine Freundin, die hatte die Windpocken kurz vor ihrer 2. Schwangerschaft und zu Beginn der 2. Schwangerschaft hatte sie Gürtelrose. Da man um die Schwangerschaft fürchtete, musste sie spezielle Spritzen bekommen, die erst bestellt und geliefert werden mussten und über 1000 DM kosteten (für die Krankenkasse). Ihr Kind ist zum Glück gesund.

Man geht davon aus, dass man wohl auch mit Gürtelrose andere mit Windpocken infizieren könnte. Aber da man mit Gürtelrose ja nicht jeweils 6 Wochen zu Hause bleiben kann, sollte man damit rechnen, dass man ungeimpft immer in Gefahr ist, sich überall was einzufangen.

Übertragung

Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion wie beim Schnupfen, als durch Ausscheidungen beim Husten, Niesen und Sprechen. Windpocken heißen sie bei uns, weil die Ansteckung so schnell von statten geht, dass man dachte, sie Viren fliegen mit dem Wind. Das stimmt zwar so nicht, aber ein Vorbeilaufen genügt bereits.

Die Behandlung

Die Behandlung erfolgt in der Hauptsache nur durch das Eincremen von Lotionen, die das Austrocknen der Bläschen fördern und durch leichte Betäubung den Juckreiz etwas verhindern. Ansonsten gibt es noch Fenistil, das die allergische Reaktion etwas verhindern soll. Ansonsten gibt es bei schweren Verläufen und vor allem für die Gürtelrose noch Medikamente, die den Verlauf und die Vermehrung der Viren etwas hemmen sollen.

Die Krankheit weltweit

Die Krankheit ist weltweit verbreitet.

Impfschutz in Deutschland

Man geht davon aus, dass die meisten Erwachsenen die Krankheit schon hatten, da sie sehr weit verbreitet ist. Deshalb besteht kein Impfschutz in Deutschland. Die, die es noch nicht hatten, die haben einfach Pech gehabt. Erst seit neustem wird diese Impfung angeboten. Nach der Impfung beträgt der Impfschutz zwischen 95 und 98 %. Ich kenne 2 amerikanische Kinder (Zwillinge) im Alter meines Sohnes (3 Jahre).

Diese waren geimpft (bei Amerikanern wird das schon immer angeboten) und steckten sich im Kindergarten mit Windpocken trotzdem an. Der Krankheitsverlauf war aber wesentlich kürzer und verträglicher als bei ihren Kindergartengenossen. Sie bekamen lediglich vereinzelt ein paar Pickelchen und es ging ihnen auch nicht schlecht in der Zeit.

Die Impfung

Geimpft wird ein abgeschwächter ungefährlicher Windpockenvirus. Geimpft werden können Kinder ab 9 Monaten, besser ist es aber bis mindestens 11 Monate zu warten, da durch den Abbau des Nestschutzes in dieser Zeit auch der Schutz durch die Impfung verloren gehen könnte. Bei kleinen Kindern reicht bereits eine Impfung, Kinder ab 14 Jahren und Erwachsenen müssen 2 mal im Abstand von 6 Wochen geimpft werden.

Nebenwirkungen der Impfung:

Es kann zu leichtem Fieber und kurzzeitigem Hautausschlag kommen. Bei Menschen, die eine schlechte Immunabwehr haben, kann die Impfung zu einem leichten Ausbruch der Krankheit kommen. Auch ist es möglich, dass frisch geimpfte die Krankheit auf andere übertragen können. Als wenn, dann gleich die ganze Familie impfen. Eine Ansteckung durch frisch geimpfte Personen kam aber weltweit recht selten vor, sodass man davon ausgehen kann, dass sich wenn, dann höchstens geschwächte Menschen daran anstecken können.


Eigene Erfahrungen:

Eigene Erfahrungen habe ich damit genügend gesammelt. Vor knapp 2 Jahren, im August 2002 wurde mein Sohn Samstags morgens wach und bemerkte einen Pickel auf dem Rücken. Da er ja 11 Jahre alt ist und sich der eine oder andere vorpubertäre Pickel zeigt, ist das ja nichts besonderes.

Als er dann runter kam und ich ihn ansah, wusste ich gleich, dass es sich nicht um Pickel handelte, es handelte sich dabei definitiv um Windpocken. Also gleich zum Kinderarzt (unserer hat fast immer am Wochenende Notsprechstunden) und das ganze bescheinigen lassen. Wir bekamen was zu Einreiben. Meinem Sohn hing es bald wieder besser, er hatte nur hier und da ein paar Bläschen. 5 Tage später waren sie bereits ziemlich vertrocknet und er wurde gesund geschrieben. Nur im Gesicht sah es noch ein paar Tage nicht so toll aus.


Er war früher bei einer Tagesmutter, deren Tochter hatte damals die Windpocken und auch im Kindergarten kamen sie recht häufig vor, er hatte sich aber nie angesteckt. Angesteckt hat er sich in den Ferien, als er bis auf seinen Freund (der sie schon hatte) nicht mit Kindern in Berührung kam. Wahrscheinlich hat er sich bei einem Besuch der Gartenschau vielleicht auf dem Spielplatz angesteckt.

Ich las im Internet viel und wusste, dass der Kleine und ich dann in ca. 14 Tagen mit dem Ausbruch der Krankheit bei uns rechnen könnten. Nach genau 15 Tagen zeigten sich dann auch die ersten Anzeichen bei meinem 2. jährigen Sohn und am nächsten Tag dann auch bei mir. Auch mein Kleiner hat die Krankheit gut überstanden, beim Arzt war ich bei ihm nicht, ich hatte wusste ja, was es war und hatte auch noch Lotion von meinem älteren Sohn.

Ich musste mich ja krank schreiben lassen und meinte, mit einer Woche wäre das getan, der Arzt schüttelte gleich den Kopf und schrieb mich 3 Wochen krank. Und das war auch bitter nötig. Ich habe mit ihm auch darüber gesprochen, dass ich ja 2 Jahre davor schwanger war und nachgelesen hatte, wie schlimm das für die Schwangerschaft wäre. Er meinte, er sehe in dieser Krankheit auf alle Fälle eine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch gegeben.

Während der Betreuung der Schwangerschaften bin ich nie auf Windpocken angesprochen worden. Nach Röteln wurde dauernd gefragt und ich wurde auch darauf untersucht. Die nächsten Tage ging es mir nicht gerade gut. Erstens musste ich mich ja um ein krankes Kind kümmern und mir war es auch öfter ziemlich schlecht.

Bei mir waren es auch keine einzelnen Pickel, wie bei meinen Kindern, sondern die ganze Haut war flächendeckend damit überzogen, inklusive dem Mundraum (unter der Zunge, auf der Zunge, an den Mandeln und der Mundschleimhaut), der kompletten Kopfraum, dem Scheidenbereich und dem After. Ich hatte große Schmerzen beim Essen und Trinken und auch, wenn es wieder raus kam. Groß einreiben mit dem bisschen Lotion war auch nicht drin, da hätte ich mich ja reinlegen und drin baden müssen.

Als meine Mutter vorbeikam und mich in der Hochphase sah, wurde sie kreidebleich im Gesicht. Mein Gesicht war von ca. 100 dicken Bläschen bedeckt, worunter sich nachher auch noch Eiter bildete (weil ich es zu Pickeln neige und die Dinger verstopften ja die Poren). Nach einer Woche bis 10 Tagen ging es mir zwar wieder besser, aber bis ich wieder einigermaßen normal aussah, vergingen ca. 3 ½ Wochen.

Ich habe heute vor allem im Gesicht einige tiefe Löcher (Narben), die mich schon sehr stören. Zudem ist meine Haut um mindestens 10 Jahre gealtert. Ich hatte niemals Allergien und empfindliche Haut und seit ich Windpocken hatte, vertrage ich keinerlei Cremes mehr im Gesicht und vor kurzem fingen auch meine Hände an, sich zu röten, zu jucken und sich zu schälen, wie im Gesicht auch. Im Gesicht sieht das kann auch wie Sonnenbrand.

Außerdem hatte ich seitdem bereits 4 Mal Gürtelrose an den Oberschenkel, das ganze heilt dann nach ca. 4 Wochen wieder ab. Ich bin ja noch froh, dass es nur an den Oberschenkeln auftritt (zumindest bis jetzt), aber es schmerzt halt schon, insbesondere beim Kleidertragen und vor allem kann man nicht überall hin gehen. Im Schwimmbad sieht das halt nicht so toll aus, wenn man solche Flecken an den Beinen hat. Aber damit werde ich wohl leben müssen.

Natürlich könnte ich wohl auch immer andere anstecken. Während meiner Windpockenerkrankung habe ich mir große Sorgen gemacht, weil ich 2 Tage vor Ausbruch auch Kontakt mit einigen Schwangeren insbesondere auf der Arbeit hatte. Zum Glück hat sich niemand angesteckt, was wohl auch daran lag, dass es amerikanische Soldaten waren, die sind meist geimpft.

Aber heute denke ich, es gibt schließlich eine Impfung dagegen und wer sie nicht nutzt, dem kann ich auch nicht helfen. Ich kann mich schließlich nicht 4 mal im Jahr für 4 Wochen verstecken, deswegen.

Mein Sohn hat auch nicht nur mich angesteckt, das die Hauptansteckungszeit ja 2 Tage vor dem Auftreten der Bläschen ist, hat es auch 3 Klassenkameraden erwischt und noch einige aus dem Schulbus. Er hat sogar 2 Mädchen angesteckt, mit denen er gar nichts zu tun hatte(Mädchen waren zu der Zeit absolut eklig, von denen hielt man sich meterweit fern). Es genügte, zusammen im Klassensaal zu sein. Die beiden Mädchen waren schon 12 und 13 Jahre alt und bei Mädchen fängt die Pubertät ja eh etwas früher an, den beiden ging es auch 2 Wochen lang ziemlich schlecht, wie ich von den Eltern weiß.

Wer sollte geimpft werden?

Man sollte seine Kinder schon im Kleinkindalter impfen lassen, wenn sie z.B. an Neurodermitis oder anderen Hautkrankheiten leiden. Diese würden durch eine Windpockenerkrankung wesentlich verschlimmert. Auch Blutkrebspatienten und wenn eine Behandlung ansteht, die das Immunsystem schwächt sollten rechtzeitige geimpft werden.

Im Erwachsenenalter, spätestens ab Beginn der Pubertät sollten alle Personen sich impfen lassen, die die Krankheit noch nicht hatten und auch nicht geimpft sind. Insbesondere gilt das natürlich für Personen, die einen Kinderwunsch haben und Personen, die beruflich viel mit Kindern und Kranken zu tun haben. Schwangere selbst sollten nicht mehr geimpft werden.


Fazit:

Wenn man die Windpocken als Kind bekommt, dann ist das nicht ganz so schlimm. Aber ich denke, spätestens wenn man die Krankheit bis zur Pubertät nicht gehabt hat, sollte man sich impfen lassen. Insbesondere bei Frauen, die noch Kinder haben wollen, gilt dies. Diese sollten sich auch impfen, wenn sie nicht ganz sicher sein können, die Krankheit gehabt zu haben. Ich kenne einige Menschen, die es einfach nicht wissen und deren Mütter sich nicht mehr sicher sind, welche Kinderkrankheiten sie gehabt haben.

Ich habe die Erkrankung deshalb auf dem Impfpass meiner Kinder mit Datum vermerkt. Ich finde es schlimm, dass um Röteln so ein Tam Tam in der Schwangerschaft gemacht wird während der Vorsorge. Bei mir ist das Thema Windpocken bei meinen beiden Schwangerschaften nicht mal erwähnt worden. Und ich bin auch nie danach gefragt worden, ob ich die Erkrankung hatte. Auch von deren Gefährlichkeit wusste ich nichts. Auf der anderen Seite wäre es ja auch schwierig gewesen, überhaupt einen Arzt zu finden, der einem impft und selbst bezahlen hätte man es sicher auch müssen. Denn die Impfung wurde von der STIKO (ständige Impfkommission ja nicht empfohlen)


Meine volle Empfehlung für die Impfung und 5 Punkte.
   
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