Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
chill out zum Feierabend |
| Kontra: |
. . . will mir partout nichts einfallen |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Rømø, Sylter Sandkiste
Bei jedem Sturm leistet Sylt unfreiwillige Nachbarschaftshilfe für Dänemarks größte Nordseeinsel. Das deutsche Nobeleiland speckt immer mehr ab, während sich Rømø einen sandigen Wohlstandsgürtel anfrisst. Auf dem darf man sogar parken und samt Material bis ans Wasser fahren. Aber Achtung: Die nächste Flut kommt bestimmt.
Vielleicht ist die faszinierende Motorsportart - Traktor-Pulling ja hier oben entstanden. Jedenfalls haben die Bauern auf Rømø viel Erfahrung mit dem Ziehen von schweren Material.
Unaufgeregt wummert der Diesel des alten Fendt-Treckers, als sich das fette Abschlepptau an seinem Heck strafft. Am anderen Ende hängt ein tiefergelegtes Womo, bis zu den Achsen einbetoniert in groben Nordseesand. Die ersten Wellen der Flut klatschen gegen das Dortmunder Nummernschild.
Zentimeter für Zentimeter löst der treue Diesel den dicken Brummer aus dem Fundament.
Anfängerfehler oder wieder einmal zu faul gewesen, die Bretter zu schleppen. Egal - beides endet mit ein paar dicken Kronenscheinen in der Hand des Bauern aus dem nahen Örtchen Lakolk.
Rømøs Strand ist wohl der größte Surfparkplatz Europas. Kostenlos, so lange man keinen groben Fehler bei der Auswahl des Stellplatzes macht. Der pekuniäre Kontrast zur Nachbarinsel Sylt könnte größer nicht sein. Hat man auf Sylt schon weit über 50 € nur für Autozug, Parkplatz und Kurtaxe abgelegt, bevor man das Meer überhaupt gesehen hat, läßt einen Rømø kostenfrei bis an die Wasserlinie - den Damm zum Festland sei Dank. 1948 wurde der Steinwall zwischen Jütland und der größten Sandbank Dänemarks durchs Wattenmeer gezogen. Schnurgerade geht’s genau Richtung Westen.
Drängt es dich auf der Fahrt über den Damm an die rechte Leitplanke, wird es später auf Steuerbord-Bug gesprungen. Treibt’s dich in den Gegenverkehr, ist der rechte Fuß beim Loopen vorn. Fährt dein Auto einfach nur langsamer als sonst, wird’s schwierig. Dann ballert es nämlich direkt auflandig, und es herrscht Chaos auf dem Wasser. Doch mit dem Gemetzel, das Westwind an Sylter Stränden anrichtet, haben Bedingungen auf der Nachbarinsel wenig zu tun. Der flach abfallende Strand und die vorgelagerten Sandbänke bremsen die gröbsten Kracher schon weiter draußen aus und lassen keinen Material mordenden Shorebreak zu. Das soll allerdings nicht heißen, dass man vor Rømø sein Zeug nicht stilvoll auf einer Sandbank zerlegen kann. Die Kraft der Wellen, vor allem bei Südwest, und die Strömung sind nicht zu unterschätzen. Die heftigen Wasserbewegungen sorgen auch dafür, dass sich die Sandbänke nach jedem Sturm verschieben und die Wellen oft chaotisch in der Gegend herumbrechen. Ich habe aber festgestellt, dass es mitten im Chaos doch noch eine Regelmäßigkeit gibt.
Du mußt nicht links am Surfstrand, sondern direkt in der Verlängerung der Straße, die auf den Strand führt rausgehen. Ist zwar verboten, kümmert sich aber bei wenig Betrieb keiner drum. Wenn Du dich etwa einen Kilometer bis zur äußeren Sandbank rauskämpfst, findest du Wellen, die du bis zum Strand abreiten kannst.
Die große Zahl an Sandbänken und ihren fast unwirklich breiten Strand verdankt Rømø hauptsächlich ihrer berühmten Nachbarin Sylt. Während Sylt nach jeden Sturm etwas mehr an Magersucht leidet, mästet der dort abgetragene Sand Rømø immer weiter - die Insel wächst ohne Ende. Schon bei Schwachwind rauscht der Ebbstrom zwischen den Inseln mit zwei Knoten auf Meer hinaus.
Bei erhöhten Pegelständen und Hack ziehts hier ein reißender Fluss an der Finne. Der Verlockung eines Langschlages in den Lister Hafen zum Fischbrötchen bei ‘Gosch’ sollte man deshalb besser nicht erliegen. Gute Krabben gibt’s auch in Havneby, dem kleinen Fähr- und Fischereihafen im Süden von Rømø - und billiger sind sie dort obendrein. Man muss sie nur selber aus dem Panzer pulen.
Aber mit fangfrischem Meeresgetier zurück an den Strand zu fahren, seine Karre gen Westen auszurichten und beim Sonnenuntergang Krabben zu entkleiden und zu vernaschen, hat einen hohen Soul-Faktor. Für die Kieler und Flensburger Szene ist Rømø mehr zu einem Fast-Food-Revier für den schnellen Wellenritt zwischendurch geworden. Die langen Abende am Wochenende sind seltener geworden, da die meisten dann doch nach Klitmøller fahren.
Bei einer Stunde Anfahrt aus Flensburg lohnt sich aber sogar ein kurzer Sprint nach der Arbeit fast noch. Die Kieler kommen meistens erst, wenn sie der Südwest-Frust packt. Ballert es einige tage aus Südwesten, gibt’s auf der Ostsee keine Wellen, und die Jungs treffen einer nach dem anderen auf Rømø ein. Am Wochenende sind es dagegen vor allem Womos aus Hamburg und Bremen, die auf den bis zu zwei Kilometer breiten Strand rollen. Die festgefahrene Sandpiste lädt viele Motorsportler zu gewagten Rallye-Einlagen ein. Nicht selten enden sie im lockeren Sand, der besser brems als jedes Kiesbett neben einer Formel-1-Strecke.
Die Streckenposten bilden vor allem in den Sommermonaten kernige Burschen mit dezenter Vo-ku-hi-la-Frisur in grobbereiften Four-Wheelern. Sie bieten ihre Hilfe breit grinsend gegen ein bescheidenes Honorar an.
Weiter vorn, noch am oder gerade schon im Wasser, kann man dagegen auf Kollegenhilfe hoffen.
Ich bin einmal vom Wasser gekommen, da lief mir schon aufgeregt eine Frau entgegen. Ihr Mann stecke fest, und das Wasser käme immer höher. Ob ich sie nicht rausziehen könnte. Klar, war kein Problem. Am nächsten Wochenende kam mir wieder eine Frau entgegen, gleicher Spruch, und ich wieder genauso freundlich. Erst als ich hause fuhr, fiel mir auf, dass es die gleiche wie in der Woche zuvor war. Am dritten WE hatte ich dann das total Déjà-vu-Erlebnis. Wieder die gleiche Szene, dieselbe Frau, gleicher Mann, gleiches Auto. Ich habe sie wieder vor der Flut gerettet und ihnen dann meinen Tidenkalender geschenkt.
Aber nicht nur der Tidenkalender kann sich als äußerst nützlich beim Rømø-Trip erweisen. Auch der Blick in den Jahreskalender kann einen, wenn man will, vor einer beinharten Überraschung bewahren. Jedes Jahr zu Pfingsten bebt die Insel unter den Werners dieser Welt. Harleys, Ducatis, Suzis und was sonst noch laut und schnell auf zwei Rädern unterwegs ist, bollert auf die Insel. Aus dem fernen Kopenhagen rücken alljährlich Polizeikolonnen zu diesem ausgelassenen Fest an und feiern auf ihre Art mit. Dann herrscht Ausnahmezustand auf der Insel.
Beim traditionellen Bierdosenwerfen auf dem Parkplatz vor einem Club hätten sie mich beinahe festgenommen. Ich hätte mit Flaschen geworfen behaupteten sie. Glauben mussten sie mir letztendlich dann doch. Sichere Folge wäre eine Zelle mit zuvor angelegten Ketten zwischen dutzenden besoffener Rockern gewesen. Ein solcher Spaß kostet dann um die 120 € .
Für das Geld kann man sich dann doch lieber ein paar Mal aus dem Sand schleppen lassen.
Noch ein paar Tipps auf den Weg...
Revier: Brandung
Beste Windrichtung: Südwest
Wohnen: Camping Lakolk, direkt am Strand,aber etwa einen Kilometer bis zum Wasser.
Ferienhausvermittlung vor Ort. In der Saison (Juni bis Ende August unbedingt von Deutschland aus vorbuchen.
Nightlife: Club direkt am Strandparkplatz + direkter Unterstützung junger Däninnen
aus der Umgebung...
in diesem Sinne
...ahoi Alex
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sehr hilfreich
23.08.2000
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Bewertung für Windsurfen Dänemark von
Hotrat
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sehr hilfreich
28.09.2000
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Bewertung für Windsurfen Dänemark von
ngkite
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Gutes Revier gleich hinter Deutsch-Dänischer-Grenze liegt auf der Insel Römö. Gut mit dem PKW über einen 13 KM langen Damm zu erreichen. Strasse führt direkt zum Strand der unendlich weit erscheint. Speziell ausgewiesenes Surfrevier nicht weit von d ...
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sehr hilfreich
16.08.2000
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Ein heißer Tip, ein heißer Tip
Bewertung für Windsurfen Dänemark von
Foryou
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29.09.2000
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Bewertung für Windsurfen Dänemark von
Maikol
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Hvide Sande auf Jütland. Dieser Ort sollte eigentlich jedem begeisterten Surfer ein Begriff sein. Es ist ein kleiner Ort, der
genau auf einer Landenge zwischen Ringkoebing Fjord und der ...
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21.12.1999
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