Windsurfen in der Bucht von Rosas
31.12.1999
Pro:
Super Windwahrscheinlichkeit im Hochsommer, Super Campingplätze, Super Wasserqualität, Super Wetter . . . . .
Kontra:
rechte weite Fahrt 1300km von Frankfurt/Main (hohe Mautgebüren in Frankreich) im Frühjahr und Herbst nur wenig Wind
Empfehlenswert:
Ja
 Mike01-_1
Über sich:
Mitglied seit:31.12.1999
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In der Tat, die Bucht von Rosas ist im Hochsommer ein Top-Windsurfspot in Europa. Wie eine Stierkampfarena liegt die Bucht von Rosas in der felsigen Costa-Brava. Wie ein Kampfstier fegt hier ein wilder Bergwind über den Golf und gräbt das Wasser um. Das schönste für die Surfer aber ist ein stetiger Schönwetterwind im Hochsommer. Wenn sich an der braven Küste sonst nirgends ein Blättchen bewegt, bringt die Thermik vor Rosas sogar einen Sinker ins Gleiten. Wenn die Sonnenbader mürrisch tiefe Kuhlen in den Sand buddeln, wenn sich die Sonnenschirme aufblähen wie Spinnacker, und die leeren Colaflaschen zu pfeifen beginnen, dann ist "Trami" wieder da. Aus heiterem Himmel überfällt dieser ungehobelte Bergler die Gegend, räubert wie ein wildgewordener Punk durch die Gassen, fährt den Touristinnen unter die großblumig gemusterten Röcke, reißt den Sand vom Strand und fetzt die Gischt vonden Wellenkämmen.Tramontana heißt er offiziell, und nur die Surfer konnten sich den Kosenamen Trami für den Brutalwind aus den Pyrenäen ausgedacht haben: Die Surfer sind seine einzigen Freunde. Das heißt - auch nicht alle, denn der Wind aus dem Tal des Rio Muga hat den Dampf eines spanischen Kampfstiers - er bläst zwischen 6-10 Beaufort. Aber Rosas ist natürlich kein nordspanisches Tarifa - der berüchtigte Tramontana stellt sich nur sporadisch ein. Der Golf von Rosas gilt vielmehr als moderates Gleitwindrevier, das in den Sommermonaten Juni, Juli und August mit regelmäßiger Termik versorgt wird. Der Mechanismus funktioniert ähnlich wie am Gardasee. Was dort die Alpen in Gang setzen, übernehmen für Rosas die Pyrenäen: Die Luft an den Bergflanken erwärmt sich im Laufe des Vormittags, steigt auf und zieht damit kühlere Luft vom Meer an. Frühmorgens rührt sich deshalb nichts im Golf, erst zwischen 9 und 10 Uhr kommt der erste Hauch, die Anfänger krabbeln aufs Brett. Sie haben bis gegen 12 Uhr sanften Wind zum Üben, dann aber wird's Zeit zur Rückkehr, denn jetzt kommt - planmäßige Ankunft vorausgesetzt - Garbi: "Dieser Thermikwind wird zwischen vier und sechs Beaufort stark und erst gegen 17 Uhr wieder schwächer". Doch wenn Wolken den Lift behindert, dann bleibt‘s ruhig in Luv: Auch Rosas kann keine Gleitgarantie bieten. Liegt ein diesiger Film über dem Golf, der die Berge schemenhaft einhüllt, dann kommt thermischer Garbi aus Südost. Stehen die Berge aber gestochen scharf vor dem blauen Himmel, dann kündigt sich Tramontana an. Man bleibt schön am Strand, zieht schonmal sein Sturmsegel auf und legt Brett und Rig - solide verankert - an den Strand. Denn Trami kommt wie bei einem Überfall plötzlich aus dem Hinterhalt und fegt schräg ablandig von Nordwesten her aufs Meer. Man sollte die Gunst der ersten Stunde nutzen , weil der Wind anfangs noch einigermaßen beherschbar ist. Im Lauf einer Tramontana-"Spielzeit", die einen oder Auch fünftage dauern kann (immer einen, drei oder fünf Tage, sagen die Kenner), steigert sich der Wind dann bis zu acht Beaufort. Im Frühjahr und Herbst hämmert er sogar bis zu zehn Beaufort über den Golf, und dann wird's sogar den Frachtern draußen zuviel - sie suchen Schutz in einer Bucht. Der erste Trami-Tag im Starkwind-Zyklus wird von den Surfern als "erste Sahne" hochgeschätzt: Das Wasser ist in Ufernähe so glatt, daß man mit einer Toilettentüre fahren könnte. Man sollte freilich nicht vergessen, daß der Wind schräg ablandig bläst - Sardinien ist weit, und die Felsnase am südlichen Ende der Bucht eignet sich nicht überall als Notstrand. Aber der Golf hat bei fetzigem Trami Alternativen: Bei San Pedro nimmt eine kleine, eigentlich winzige Lagune die vorsichtigen Flachwasser-Freaks auf. Und mitten im Zentrum des Ortes La Escala starten die Brandungssurfer zum Halbwindrausch in den eineinhalb bis zwei Meter hohen Wellen. Die Touristen, vom Trami aus der Strandburg vergrault, schauen aus einer Mischung aus Grausen und Bewunderung den Lokalmatadoren zu, die wie ein angestochener Toro auf die Hafenmole zurasen und kurz vor den Steinen eine Halse ins Wasser zaubern . Beste Reisezeit: Nach der privaten Windstatistik der Gercken-Surfschule bieten Juli und August je 25 Tage Thermikwind zwischen 3-5 (6) Bft, Juni und September je 20, Mai und Oktober je 15 und der April 12 Tage. Starke Tramontana-Tage je 7 im April und Oktober, je fünf im Mai und Juni, je drei im Juli und September (August 1). In der Summe dürften Juni und Juli die besten Monate sein. Wer ein paar coole action-bilder, webcam, windstatistik etc. sehen möchte, der sollte mal bei http://surf-alegre.freehosting.net vorbeischauen !!!
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 BearHug
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