Es gibt viele Vorurteile, aber

5  06.09.2000

Pro:
sehr anerkanntes Studium

Kontra:
es ist enorm viel Disziplin notwendig

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Gesamteindruck der Schule:

Lehrniveau:

Qualität der Lehrkräfte:

Betreuung durch Lehrstühle:

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IQIQIQ

Über sich: Aha - hier ist also alles beim Alten! - Auf die "Politik" hab ich nach wie vor keinen Bock...

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Immer wieder wird man von anderen Studenten belächelt, wenn man sagt, daß man an der Fernuni studiert. Zu Unrecht! Und zum Glück wissen die potentiellen Arbeitgeber das inzwischen auch schon.

Das sind die Pluspunkte der Fernuni:
1.) Man beweist, daß man in der Lage ist, selbständig zu lernen und zu arbeiten, und große Disziplin aufbringt. Meiner Erfahrung nach wird einem das unheimlich positiv angerechnet - offenbar haben da Studenten an Präsenzunis keinen besonders guten Ruf (auch wenn ich mich diesem Vorurteil nicht unbedingt anschließen möchte).
2.) Die Profs an der Fernuni sind in vielen Fachbereichen angesehene Wissenschaftler. Die nehmen einen Ruf an die Fernuni nämlich gerne an, weil sie da relativ viel Zeit für die Forschung haben - mehr jedenfalls, als die meisten Profs an Präsenzunis. Außerdem bedeutet das natürlich auch, daß die Profs auf dem aktuellen Stand der Forschung sind - ihrer eigenen Forschung!
3.) Das Studienmaterial ist erstklassig. Warum? Ein Prof hat mir mal gesagt, daß er sich an der Fernuni beim Verfassen der Lehrtexte natürlich riesig Mühe geben muß, weil seine Kollegen von anderen Unis nachlesen können, was er lehrt. Fehler oder nachlässige Vorbereitung kann sich ein Fernuni-Prof deshalb nicht erlauben.
4.) Die Verständlichkeit der Lehrtexte ist meistens klasse. Zugegeben: Ein paar unrühmliche Ausnahmen gibt es auch. Aber ich habe selbst in relativ schwierigen Gebieten (VWL, Statistik ...) ganz überwiegend sehr verständlich geschriebene Kurseinheiten bekommen.
5.) Die persönliche Betreuung. Jawohl! Zumindest in den Wirtschaftswissenschaften (ebenfalls gut sollen Mathematik/Informatik sein, bei den Geisteswissenschaften ist es regional und nach Fächern sehr unterschiedlich) gibt es auch außerhalb von Nordrhein-Westfalen in den Studienzentren zu einem Großteil der Kurse regelmäßige Veranstaltungen, Klausurvorbereitungen und/oder Vertiefungsseminare. Natürlich ist die Qualität von Studienzentrum zu Studienzentrum unterschiedlich, meist habe ich aber gute Erfahrungen gemacht. Betreut werden diese Veranstaltungen häufig von Leuten aus der Praxis, was ich als sehr interessant empfunden habe.

Wie kann man an der Fernuni studieren?
Ich habe die meiste Zeit als Vollzeitstudentin studiert. Aber das machen nur die wenigsten. Empfehlen kann ich es aber gerade in den ersten Semestern Wirtschaftswissenschaften (angesichts der überlaufenen ersten Semestern an den Präsenzunis).
Zeitweise habe ich mein Studium an der Fernuni auch als „Studiengangszweithörerin“ belegt, und nebenbei an einer Präsenzuni studiert. Zugegeben, das ist mit verdammt viel Arbeit verbunden, und ich habe es auch nur drei Semester durchgehalten. Aber immerhin habe ich mir in dieser Zeit zusätzliche Sprachkenntnisse in drei Sprachen aneignen können - wer kann das an einer Präsenzuni schon neben dem Haupt-Studium!
Am häufigsten sind an der Fernuni natürlich die Teilzeitstudenten: vor allem Berufstätige, die sich weiterbilden wollen, und Mütter mit kleinen Kindern. Was ich so mitbekommen haben, ist das Studium auf diese Art natürlich sehr anstrengend und nicht alle halten durch (zumal es ja, wenn man beispielsweise mit halber Stundenzahl belegt, neun Jahre dauert, bis man etwa seinen Diplomkaufmann macht), aber diejenigen, die durchhalten, haben danach, soweit ich es mitbekommen habe, hervorragende Karrierechancen.
Was weniger bekannt ist, ist die Möglichkeit, daß Studenten von Präsenzunis als „Kurszweithörer“ einzelne Kurse an der Fernuni belegen. Das habe ich einigen Freundinnen empfohlen, und zwar erstens für bestimmte schwierige Mathekurse und für BWL-Kurse, die an Präsenzunis zu überlaufen waren, als daß man da noch viel hätte mitbekommen können. Das Feedback war toll - sie haben an der Präsenzuni dann die Prüfungen in diesen Fächern mit guten Noten bestanden!
Außerdem kann man an der Fernuni auch ohne Abitur als Gasthörer studieren - natürlich ohne Abschluß, aber als Weiterbildung ist das doch ideal, oder?

Die Kosten: Fernuni ist nicht gratis, aber man bezahlt nur einen recht geringen Beitrag zu den Kosten, derzeit 18 DM pro Kurseinheit. Wenn man sich an die Belegempfehlungen hält, muß man als Vollzeitstudent mit knapp 500 DM pro Semester rechnen, als Teilzeitstudent mit der Hälfte.

Fazit: Ich habe es nie bereut, an der Fernuni studiert zu haben. Und daß man an der Fernuni nur ein „Hausfrauen-Diplom“ macht, ist kompletter Blödsinn. Wer mir das nicht glaubt, sollte ruhig mal potentielle Arbeitgeber ansprechen und nachfragen.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
gsgflicker

gsgflicker

16.11.2000 21:51

Wirklich sehr aufbauender Beitrag. Bis heute habe ich von Bekannten eigentlich nur schlechtes zum Thema Fernstudium gehört. Da ich auch daran interessiert noch zu Studieren (Informatikbereich) ich aber bisher noch nicht wusste wie das Finaziell für mich zu realisieren ist, ist das wohl doch eine Alternative die man unbedingt näher in betracht ziehen sollte. gsgflicker

silvershadow

silvershadow

23.09.2000 05:30

Recht erfreulicher, aufbauernder Beitrag. Danke für Deine Erfahrungen. Ich wollte schon längst ein Fernstudium an der Uni Hagen antreten, aber irgendwie hat mir noch etwas gefehlt. Dein guter Zuspruch. Danke!

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