ein ABSOLVENT berichtet
05.03.2001
Pro:
Vorlesung zu Hause, gut aufbereitetes Material
Kontra:
erschwerte Motivationsbedingungen, Isolation
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Gesamteindruck der Schule:
Lehrniveau:
Qualität der Lehrkräfte:
Betreuung durch Lehrstühle:
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 Michael_JAHN
Über sich:
Mitglied seit:05.03.2001
Erfahrungsberichte:3
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 31 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo hallo, schön, so viele Berichte zu lesen von (überwiegend) jungen dynamischen Erst- bis Viertsemestern. In der Tat war das auch die Zeit, als ich von der FernUni begeistert war. Doch wie das so ist bei den Dingen, die man mit viel Schwung beginnt (ich selber ließ mir als erstes eine dreifache Ration von Kurseinheiten kommen, musste dann feststellen, dass ich mich überforderte) - wie das so ist bei diesen Dingen, läßt irgendwann der Schwung nach.
Und dann wird es hart. Die Gerüchte kann ich bestätigen: Ja, die Durchfallquoten bei den Klausuren liegen plus minus so um die 50%, und von 100 Leuten, die anfangen, machen am Ende vielleicht 5 das Diplom an der FernUni. Das sollte man sich alles bewusst machen, bevor und während man an der FernUni studiert. Es WIRD motivationale Tiefs geben. Es WIRD Situationen geben, in denen man sich zuviel vorgenommen hat. Es WIRD auch Situationen geben, in denen man das Gefühl hat, dass man nie wieder den roten Faden finden wird.
Und anders als bei Präsenzunis, wird es nicht eine Menge von anderen Studierenden geben, die man kennt und die einem sagen 'Ja, mir geht es genau so.' Deswegen gebe ich, der ich zu den 5 von 100 zähle, folgende Tipps, rückblickend. 1. Mach dir keine Vorwürfe, wenn du dir zuviel vorgenommen hast. Mach dir besser einen Plan. 2. Es ist normal, dass es zwischendurch Motivationstiefs gibt. Der Gang durch die Uni ist kein Spaziergang durch einen Garten, und falls doch, dann wachsen bei der FernUni Kakteen. 3. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Versuche, in Kontakt zu kommen mit anderen Fernstudenten. Der fachliche Austausch offenbart Wissenslücken und kann diese schließen, und die gegenseitige Unterstützung wirkt Wunder, was die Motivation betrifft. 4. Es reicht für die Klausuren gerade mal aus, die Skripte durchzuarbeiten, aber nur wenn man sie beinahe auswendig kann. Der sichere Weg ist es, den Literaturangaben zu folgen und das eine oder andere auch mal zusätzlich zu lesen. Das, was im Skript vielleicht unverständlich war, klärt sich dann vielleicht auf. 5. Die Skripte der FernUni sind überwiegend gut. Sie sind aber nicht das Amen in der Kirche, und manche sind auch einfach unglaublich schlecht geschrieben. Du darfst dich über diese Texte ärgern, und da du die Skripte bezahlt hast, darfst du sie auch in die Ecke schleudern oder zerreissen, wenn du sie nachher wieder zusammenklebst. Studenten an 'echten' Universitäten verlassen auch die Vorlesung mittendrin oder boykottieren ganze Veranstaltungen. Ärger und Wut gehören zum Standard-Repertoire eines Studenten. Dasselbe gilt für Studentinnen.
Zusammenfassend: Ich habe neben einem kompletten Fernstudium auch ein komplettes Präsenzstudium absolviert und erlaube mir daher einen Vergleich. Ich komme zu dem Schluss, dass irgendwo in der Mitte zwischen Fern- und Präsenzstudium das Gelbe vom Ei zu finden ist: Daher meine Empfehlung, das Beste aus dem Präsenzstudium (Durchwühlen von Literatur, Austausch mit anderen, manchmal ein bisschen schlusen) zu kombinieren mit dem Gang der Dinge, den ein Fernstudium so von Natur aus nimmt. In diesem Sinne: Nur zu!
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01.09.2001 00:17
Hallo, irgendwie macht mir Dein Bericht Mut - aber bestätigt auch meine Zweifel. Ich bin zum Wintersemester 2001/2002 neu eingeschrieben und frage mich ständig, ob die Motivation nicht irgendwann nachläßt (ob sie überhaupt kommt, wenn´s dann losgeht). Was sagt uns das? Optimistisch bleiben! Alles Gute Lillymae.
13.07.2001 12:01
Sehr gut beschrieben, wie man rangehen sollte. Aber komplett fehlt, an was eigentlich ...
09.07.2001 14:47
Durchfallquoten von 50% und mehr entsprechen nicht der Realität. Wenn man die Statistiken der Klausurergebnisse, auch über die Jahre verteilt, genauer anschaut, pendeln sich die üblichen Quoten, von gelegentlichen Ausreißern abgesehen bei 30 bis 35% ein.