Für das Diplom zwischendurch... (korrigiert)
16.07.2001 (04.10.2001)
Pro:
Ansehen des Abschlusses, freie zeitliche Einteilung, günstig
Kontra:
manche Profs sind einfach faul
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Gesamteindruck der Schule:
Lehrniveau:
Qualität der Lehrkräfte:
Betreuung durch Lehrstühle:
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 Qno
Über sich:
Meine Mailadresse: Christian.Kuhn@QNo.de. Immer noch interessiert mich hauptsächlich ausgewählte Tec...
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Fächerwahl korrigiert (Dank an Kay) Liebe Leserschaft,
Seit 1995 bin ich eingeschriebener Student an der Fernuniversität Hagen. Da ich mir aufgrund meiner verschiedenen Tätigkeiten mit dem Chemiestudium etwas Zeit gelassen hatte und der Arbeitsmarkt damals nicht gerade nach Chemikern schrie, brauchte ich eine Zusatzqualifikation. Und da meine Eltern langsam meinten, ich solle mal einen anderen Beruf als Sohn ergreifen, ging nur eine Qualifikation, die berufsbegleitend möglich war. Nach längerer Prüfung entschied ich mich dann für ein Fernstudium der Betriebswirtschaft an der FU Hagen. Berufsbegleitend ist ein solches Studium möglich, weil 99% der Arbeit zu Hause oder mit flexibler Zeiteinteilung möglich ist. Lediglich für Klausuren und Seminare (dazu weiter unten mehr) sind Termin und Ort vorgegeben.
Wie läuft ein Fernstudium ab? Zuerst überwinde man die bürokratischen Hürden der Einschreibung. Man bestellt sich die notwendigen Unterlagen, besorgt sich, was noch fehlt (beglaubigte Kopie vom Abitur, Bescheinigung der Krankenversicherung, bisherige Universitätsabschlüsse etc. pp., steht alles in den FU-Infos) und schickt das ganze fristgerecht ein. Halt stop, man muß auch gleich die Kursbelegung fürs erste Semester angeben. Man muß nämlich für jedes Semester Kurse belegen, die nicht verbindlich vorgegeben sind. Jeder Kurs besteht aus einer oder mehreren Kurseinheiten, die die Vorlesung an einer normalen Uni ersetzen. Hier wird der Stoff präsentiert (oft sehr gut, obwohl einzelne Profs sich vor zwanzig Jahren zum letzten Mal bemüht haben) und weiterführende Literatur empfohlen.
Außerdem gehören zu einem Kurs Selbstkontroll- und Einsendearbeiten. Diese Arbeiten sollen bis zu einem vorgegebenen Termin bearbeitet und eingeschickt werden. Sie werden dann korrigiert und zurückgeschickt. Die Selbstkontrollarbeiten dienen nur dem Test: Hab ichs verstanden? Zu den Einsendearbeiten weiter unten mehr. Natürlich ist man in der Wahl und Reihenfolge der Kurse frei, auch wenn es sinnvolle und weniger sinnvolle Varianten gibt. Will man aber zu akademischen Weihen gelangen, sprich ein Vordiploms- oder Diplomszeugnis erwerben, muß man Prüfungen ablegen. Und um zu Prüfungen zugelassen zu werden, ist der Nachweis bestimmter Studienleistungen sprich Kurse erforderlich.
Diesen Nachweis von Studienleistungen erbringt man durch die Einsendearbeiten. Zu jedem Prüfungsfach gehören ein oder mehrere Kurse mit insgesamt mindestens zwei, aber auch bis zu acht Einsendearbeiten. Um zur Prüfung zugelassen zu werden, muß mindestens die Hälfte der Einsendearbeiten erfolgreich bearbeitet worden sein. Zum Vordiplom gehören zehn Prüfungen, die alle in Form einer Klausur abgelegt werden. Fünfzehn Prüfungsorte in Deutschland stehen zur Auswahl, im Ausland ist die Dichte naturgemäß geringer. Oft wird die Klausur nur im Goethe-Institut oder in der Botschaft abgenommen. Die zehn Prüfungsfächer: Mathematik, Statistik, BWL I (Buchführung, Jahresabschluß), II (Grundlagen zu allem möglichen) und III (Kostenrechnung, Investition), Mikro- und Makroökonomik, Recht I (BGB) und II (HGB, Wettbewerbsrecht) sowie Einführung in die Informatik.
Während die Fächer und damit die Kurse für das Grundstudium damit weitgehend vorgegeben sind, sind die Gestaltungsmöglichkeiten für das Hauptstudium schon weitaus größer. Pflichtfächer für das Diplom sind Allgemeine BWL und Allgemeine VWL mit jeweils sechs Kursen. In ABWL werden in der Klausur aus den sechs Themen zufällig zwei Tripel gebildet und zur Auswahl angeboten. In AVWL kann man sich den Prüfer und damit die Schwerpunkte der Prüfung auswählen. Außer den Pflichtfächern sind zwei Wahlfächer mit je 12 Semesterwochenstunden zu wählen. Wer sich für das (umfangreichere) Diplom II entscheidet, muß ein zusätzliches Schwerpunktfach mit 16 Semesterwochenstunden belegen. Sechzehn Fächer stehen zur Auswahl, der Kanon reicht von Wirtschaftsinformatik über Investitionstheorie und Ökonometrie bis zu Philosophie.
Die Diplomklausuren werden in Deutschland nur in Dortmund/Hagen/Bochum angeboten, manche auch in Berlin und München. Pflichtleistung für das Diplom ist auch ein Seminar (Diplom II: zwei Seminare in verschiedenen Fächern). Hierbei muß zu einem Thema eine Ausarbeitung von ca. 20 Seiten erstellt werden. (Dieser Bericht ist von QNo_). Zum eigentlichen Seminartermin ist dann ein 25minütiger Vortrag über diese Arbeit zu halten und die anschliessende Diskussion zu bestehen.
Schließlich ist eine Diplomarbeit anzufertigen. Wenn man sich mit einem Prüfer auf ein Thema geeinigt hat, läuft die Uhr: die zur Verfügung stehende Zeit hängt vom Status (Voll- oder Teilzeitstudent) und vom angestrebten Abschluß (Diplom I oder II) ab und beträgt längstens achtzehn Wochen. Am Ende reicht man die Nachweise aller Leistungen ein und erhält ein Zeugnis. Und schon kann man sein Briefpapier mit einem neuen akademischen Grad schmücken.
Der Aufwand für solch ein Studium ist natürlich kein geringer. Der große Vorteil liegt darin, daß man sich nahezu frei einteilen kann. Habe ich keine Zeit, belege ich nur einen Kurs. Habe ich viel Zeit, belege ich zwölf Kurse. Habe ich mich verschätzt, belege ich die Kurse im nächsten Semester wieder - kostenlos. Mit acht Wochenstunden im Grund- und zehn Wochenstunden im Hauptstudium sollte man aber gut durchkommen. Das gilt natürlich nur für Zweitstudenten, die schon gelernt haben, wie man effektiv lernt und wie man Bibliotheken benutzt. Erststudenten fehlt der Kontakt mit Studenten und der Zugriff auf die Universitäts-"Hardware" von Bibliothek über Rechenzentrum bis Mensa und Wohnheim. Daher gibts in vielen deutschen Universitäten Studienzentren für Fernstudenten, die Kontakt und Austausch ermöglichen. Wer nichts in der Nähe hat oder zu den Terminen keine Zeit hat, findet auf dem FU-eigenen Newsserver Diskussionsgruppen zu allen Kursen.
Umsonst ist der Tod, und auch ein Fernstudium kostet Geld. Jede Kurseinheit kostet 18,- DM, und zehn KE pro Semester sind Pflicht, die bezahlt man, auch wenn man sie nicht bezieht. Dazu kommen die Beiträge zum Studentenwerk, so daß der Mindesteinsatz pro Semester sich auf ca. 210,- DM beläuft. Das kann natürlich beliebig nach oben gesteigert werden ;-) Da die Zeit zur Bearbeitung aber begrenzt ist, sollte die durchschnittliche monatliche Belastung einschließlich aller Fahrten zu Klausuren und Seminaren nicht über 70,- liegen und ist somit weitaus eher erschwinglich als ein Präsenzstudium, das zwar weniger kostet, aber an einer Erwerbstätigkeit hindert. Fazit: Das Diplom für zwischendurch gibts auch hier nicht, aber einen qualifizierten und anerkannten Abschluß, der so auch neben einer Berufs- oder Haushaltstätigkeit erlangt werden kann.
Dies ist mein silberner (=25.) Beitrag *jubel* *mit Sekt anstoß* und widerlegt gleichzeitig die, die meinen 24. so auslegten, als sei ich nur auf die Kohle aus ... UPDATE: Bevors jemand anderes merkt: Natürlich ist die FU auch im Web vertreten. http://www.fernuni-hagen.de
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06.01.2004 18:53
Hast Du den Abschluß inzwischen in der Tasche? Gruss, cestra
06.11.2001 00:22
Schöner Bericht! Gibt es dort denn auch Fristen, wie schnell man Grund- oder Hauptstudium absolviert haben muß? (z.B. Grundstudium 4 bis max 6 Semester) Liebe Grüße, digitop
25.09.2001 11:06
Hab deinen Bericht schon im Juli gelesen. Bei nochmaliger Lektüre fiel mir eben ein kleiner Fehler auf. Fürs Diplom I sind im Hauptstudium 2 Wahlpflichtfächer (12 SWS) und fürs Diplom II zusätzlich ein Schwerpunktfach (16 SWS) zu belegen. Gruß Kay P.S. Was hast du eigentlich gewählt, kann mich grad nicht zwischen OR und Pers & Org. entscheiden?