Och MENNO, wo kommt die blöde Differenz her?

4  30.10.2001

Pro:
man kann sich neben dem Beruf weiterbilden, gutes Lernmaterial, kostengünstig, kein Zeitdruck, Studienzentren im ganzen Bundesgebiet

Kontra:
man braucht viel Disziplin, manchmal geht es nicht ohne Lerngruppen, man ist auf sich allein gestellt

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Gesamteindruck der Schule:

Lehrniveau:

Qualität der Lehrkräfte:

Betreuung durch Lehrstühle:

mehr


stefbl

Über sich: Kaum schreibt man mal wieder Berichte, schon sind sie wieder da: Die unsäglichen Anfragen für Leseru...

Mitglied seit:13.03.2000

Erfahrungsberichte:604

Vertrauende:225

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 113 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Seit einigen Wochen hat meine Freizeit einen neuen Gestaltungsaspekt bekommen. Anstatt an freien Abenden völlig unmotivert auf dem Bett herumzuliegen, zu telefonieren oder Videos zu schauen, verbringe ich einen Großteil meiner Zeit an meinem Schreibtisch und arbeite mich durch riesige Papierstapel. Doch das ist noch nicht alles. Wie wild, hämmer ich auf meinen Taschenrechner ein, erstelle endlose Zahlenkolonnen, rechne mit Doppel- und Dreifachbrüchen und mache oft vor allem eins – ICH FLUCHE. Wo kommt bitte jetzt schon wieder diese blöde Differenz von 32.000 Mark her, wo ich doch alles genau richtig gebucht habe? Und warum ist das alles überhaupt gar nicht logisch, sondern genau umgekehrt, als es in meiner Wahrnehmung logisch wäre? Wieder einmal ist aller Anfang schwer – vor allem, wenn man sich im Anfangsstudium eines Teilzeit-Fernstudiums in Wirtschaftswissenschaften an der Fernuni Hagen befindet. Denn wo sonst an einer "normalen" Universität Präsenzveranstaltungen, Vorlesungen und Tutorien stattfinden, so ist man in Hagen größtenteils auf sich ganz alleine gestellt. Und das kann unter Umständen verdammt hart sein.

******* Die Fernuni Hagen ganz allgemein ********

Wie der Name "Fernuni" schon sagt, ist die Hagener Universität alles andere als eine normale Hochschule. Der Grund: Es sind einfach so gut wie keine Studenten vor Ort, die statt dessen in ihren Wohnungen sitzen und umfangreiches Studienmaterial alle paar Wochen per Post zugeschickt bekommen. Im Angebot sind jedoch ein Großteil der Studiengänge, die es an anderen Unis auch gibt – zum Beispiel Erziehungs- Sozial- und Geisteswissenschaften (z.B. Germanistik, Philosophie etc.), Elektro- und Informationstechnik, Informatik, Rechtwissenschaften, Mathematik und eben Wirtschaftswissenschaften. Da, wo an einer anderen Uni Seminararbeiten geschrieben und Referate gehalten werden, da gibt es an der Fernuni Selbstkontroll- und Einsendearbeiten, die man bis zu einem bestimmten Termin zuhause löst und dann zurück an die Uni schickt. Nur Klausuren werden auch hier "live und direkt" bewältigt. Dazu erscheint man entweder in der Zentrale in Hagen oder in einem der zahlreichen Studienzentren in ganz Deutschland, die nahezu in jeder größeren Stadt vertreten sind. Die Klausuren finden zweimal im Jahr meistens am Nachmittag statt.

Darüber hinaus kann man sich für ein Vollzeitstudium (wie an jeder normalen Uni) oder ein Teilzeit-Fernstudium entscheiden. Das Teilzeit-Fernstudium unterscheidet sich vom Vollzeitstudium aber nur dahingehend, dass man parallel noch arbeitet und deswegen entsprechend weniger Stoff pro Semester zu bewältigen hat. Daraus ergibt sich jedoch auch eine entsprechende Verlängerung der Studienzeiten.

****** Der Fernstudiengang Wirtschaftswissenschaften ********

Der Fernstudiengang Wirtschaftswissenschaften zählt zu den beliebtesten Studiengängen in Hagen. Während es im Grundstudium um die ersten Grundlagen geht (Mathematik, Buchhaltung, Jahresabschluss, Handelsbilanzen, EDV, Recht und Statistik etc.), erfolgt im Hauptstudium eine Spezialisierung z.B. auf die Bereiche Marketing, Personal oder Controlling. Hat man sich für ein Vollzeitstudium entschieden, dauert das Studium in der Regel acht bis zehn Semester, im Teilzeitstudium entsprechend länger. Sollte ich überhaupt jemals so weit kommen, sollte mein Abschluss wohl in acht bis zehn Jahren stattfinden ...

Grundsätzilch kann man sich im Bereich der Wirtschaftswissenschaften noch zwischen dem Diplom I und dem Diplom II unterscheiden. Während das Diplom II ein bisschen aufwendiger ist (man braucht ein Seminar mehr und muss auch eine längere (copyright by stefbl) Diplomarbeit schreiben und mehr Prüfungen machen) und einem vollen Universitätsabschluss entspricht, so lässt sich das Diplom I in etwa mit einem besseren FH-Abschluss gleichsetzen. Danach ist man aber in jedem Fall Diplom-Kaufmann bzw. Diplom-Kauffrau.

Ganz ohne Präsenzveranstaltungen geht es übrigens aber auch nicht: Gewisse Seminare im Hauptstudium müssen schon vor Ort im Studienzentrum besucht werden. Im Grundstudium hat man zusätzlich die Möglichkeit, einige Präsenzveranstaltungen freiwillig zu besuchen. Dazu zählen nicht nur Mentorenkurse und Klausurvorbereitungsseminare, sondern auch z.B. ein Mathe-Crashkurs (bei den meisten dringendst erforderlich).

******* Meine Erfahrungen mit dem Studium: **********

Am Anfang war eine fixe Idee – und dann bin ich tatsächlich über meinen Schatten gesprungen und habe mich für das Teilzeit-Fernstudium in WiWi eingeschrieben. Und das wirklich durch und durch freiwillig – schließlich habe ich ein erfolgreich abgeschlossenes Studium in der Tasche und noch dazu einen Job, mit dem ich wirklich voll und ganz zufrieden bin. Dass ich mich trotzdem entschieden habe, noch weiter zu lernen, hängt vor allem damit zusammen, dass ich mich irgendwann einmal gefragt habe, ob das denn jetzt schon alles gewesen sein kann – schließlich bin ich gerade mal 25 Jahre alt. Darüber hinaus erhoffe ich mir durch bessere Kenntnisse im Wirtschaftsbereich auf Dauer auch als Journalistin mal bessere berufliche Chancen – spätestens dann, wenn ich mal in Richtung Projektarbeit oder Redaktionsleitung strebe ...

Meine Erfahrungen, die ich bis jetzt mit dem Studium gemacht habe, sind bis jetzt überaus gut. Zur Zeit schlage ich mich mit den Bereichen "Mathe I" und den "Grundlagen der BWL I" herum und bin erstaunt, wie gut das Material ist. Nur in Mathe wäre ich alleine wirklich hilflos und verloren, habe zum Glück aber über den Studentenserver der Fernuni Hagen eine kleine, nette Lerngruppe gefunden, mit der ich mein Leid teilen und bewältigen kann ... In BWL I geht es da schon wesentlich besser: Die Texte sind wirklich nahezu idiotensicher, und selbst ich, die noch nie irgendetwas mit kaufmännischem Zeugs zu tun hatte, sieht allmählich Land. Dass ich trotzdem oftmals laut fluche und mich frage, warum ich mir das alles antue, hängt wohl eher damit zusammen, dass im ersten Semester noch alles neu und fremd ist. Aber ich hoffe, dass irgendwann der große AHA-Effekt kommt ...

Darüber hinaus habe ich einen Mathe-Crashkurs am Studienzentrum München besucht und es damit geschafft, meine verschollen gegangenen Schulkenntnisse wieder auf Vordermann zu bringen. Auch das sind Angebote, die man unbedingt nutzen sollte, damit man nicht gleich am Anfang völlig verzweifelt. Denn Mathe hat es schon ganz schön in sich – mit Vektoren und Matritzen und lauter anderen gemeinen Sachen ...

Und sonst? Da ist vor allem die große Überwindung zu nennen, die man wirklich braucht, wenn man sich nach einem langen Arbeitstag noch hinter den Schreibtisch klemmen will. Und die große Disziplin, das auch wirklich zu tun. Wenn man erst mal lange genug raus aus der Schule oder der Uni ist, klappt es halt mit dem Lernen nicht gleich wieder perfekt. Auf der anderen Seite schätze ich an diesem Studium, dass der Druck wirklich ziemlich gering ist. (copyright by stefbl) Ich probiere jetzt einfach aus, ob ich es schaffe, ob mir der Bereich liegt. Wenn ich bis zum Vordiplom komme, habe ich wirklich ein gutes Ziel erreicht und wenn ich vorher merke, dass mir das alles zu viel wird, breche ich das Studium halt wieder ab. Was für mich zählt ist der gute Wille und der Versuch – ohne dabei, meine Freizeit großartig einzuschränken. Ein bis zwei Abende pro Woche plus mal einen ganzen Tag am Wochenende sollte man aber doch schon aufbringen, wenn man die Sache ernst nimmt.


******** Die Kosten *********

Obwohl man mit Studienmaterial geradezu überschwemmt wird, sind die Kosten für ein Fernstudium ausgesprochen gering. Eine Semestergrundgebühr von 180 Mark beinhaltet schon zehn komplette Kurseinheiten Material, insgesamt braucht man im Semester ca. 15 bis 20. Im ersten Semester habe ich mich jetzt für das "Erstsemesterpaket" entschieden, so dass ich diesmal rund 300 Mark für das komplette Semester zahlen muss – was ich auch noch sehr, sehr günstig finde. Denn darüber hinaus bekommt man auch einen vollwertigen Studentenausweis, mit dem man ja wieder Geld sparen kann – und ein bisschen was kriegt man ja auch vom Finanzamt zurück.

***** Mein Gesamteindruck *******

Wer wirtschaftlich interessiert ist oder meint, sich wie ich nicht vorhandene Kenntnisse endlich einmal aneignen zu wollen, dem kann ich den Teilzeit-Fernstudiengang "Wirtschaftswissenschaften" an der Fernuni Hagen wirklich voll und ganz empfehlen. Denn obwohl jede Menge Disziplin und Selbstüberwindung gefordert ist, so nimmt man doch auf jeden Fall eine ganze Menge mit.

Infos im Netz: http://www.fernuni-hagen.de

Und jetzt muss ich nachher unbedingt mal schauen, wo dieser blöde Buchungsfehler liegt ..... beim Aktivkonto verbucht ... neeeee, kann nicht sein ..... und warum muss das jetzt nach links und nicht nach rechts .... neeeeee ...... soooooooon Scheiß .... ;-)

stefbl, 30. Oktober 2001

************************************
Wie schnell doch manche Leute lesen können? Nach 20 Sekunden das erste s.h. ... ;-) Na, wenn ich diese Eigenschaft für mein Studium besitzen würde ... ;-)

Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
aquarius2

aquarius2

03.12.2008 21:54

Die haben sicher einen Schnell-Lesekurs gebucht ;-)! Brauchte mindestens 10 Minuten als Schwachmathematiker wäre das echt noch was für mich....

miss_varna

miss_varna

26.02.2004 01:32

Und, bist Du noch dabei? Ich spiele naemlich derzeit auch mit dem Gedanken eines fernen 2.studiums...

pandolito

pandolito

06.01.2003 10:11

Bin auch gerade dabei mich zu bewerben. Ich probiers einfach aus, und schaue wie es klappt. Irgendwas lernt man bestimmt, und wenn man ein paar Klausuren schafft ... Warum hast Du - wenn Du ein Studium fertig hast - nicht das Aufbaustudium gewählt ? Oder gabs das 'damals' noch nicht ? Gruss, Oliver

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 9039 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"sehr hilfreich" von (99%):
  1. hspindler
  2. Moonlight85
  3. dieanke
und weiteren 109 Mitgliedern

"hilfreich" von (1%):
  1. estella11

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.