Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Das Tabuthema Behinderung wird auf angenehme Weise im Kinoformat angesprochen |
| Kontra: |
- - - |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Da ich selber unmittelbar mit dem Thema Behinderung verbunden bin, durfte der vorliegenden Film "Wo ist Fred?" natürlich nicht an mir vorübergehen. Schließlich hat sich der Film das Leben als behinderter Rollstuhlfahrer zum Thema gemacht. Nachdem der Film von Anno Saul (der Mann heisst wirklich so *g*) solch gute Kritiken bekommen hat, möchte ich Euch heute meine Meinung zu dem Werk näher erläutern.
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Gliederung:
========(1) Details des Films
(2) Inhalt
(3) Persönliche Kritik
(4) Darsteller
(5) Abschließende Meinung / Fazit
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(1) Details des Films:
==============Regie: Anno Saul
Erscheinungsjahr: 2006
Länge: 96 Minuten
Publisher: Senator Film Produktion
=
(2) Inhalt:
=======Das Leben von Fred könnte im Grunde besser nicht laufen: er hat einen sicheren Job mit aktueller Beförderungsaussicht als Polier auf dem Bau, sein bester Freund Alex ist eine Wucht und seine heiß umschmachtete Ehefrau in spe erfüllt alle Schönheitsideale des 21. Jahrhunderts.
Der Haken an der Sache ist nur ihr leicht behinderter Sohn, der sich nichts mehr in der Welt wünscht als einen handsignierten Basketball seines Idols, dem Alba Berlin Spieler Mercurio Müller. Dieser Ball muss jedoch von dem Hallenpunkterekord der aktuellen Saison stammen. Dieser wird traditionell einem der in der Halle anwesenden Rollstuhlfahrern überreicht.
Die Idee von Fred mag zunächst abstoßend klingen: er setzt sich in einen Rollstuhl, mimt einen Behinderten und lässt sich von seinem besten Freund Alex auf die Behindertentribüne bringen.
Natürlich hat dies ein Nachspiel für Fred. Zwar fängt er den heißbegehrten Basketball von Mercurio Müller, jedoch wird dieser Ball für eine Woche unter Verschluss gehalten und Fred dazu gezwungen in einem Imagefilm von Alba Berlin mitzuspielen. Erst hiernach erhält er den unterschriebenen Basketball.
Dass ihm auf dem Weg dorthin einige Hürden im Weg stehen, die es gilt, zu umfahren dürfte kein Geheimnis sein. Fred lernt jedoch von Tag zu Tag die Welt mit den Augen eines Behinderten zu sehen…
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(3) Persönliche Kritik:
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Hier möchte ich auf einige Szenen des Films näher eingehen, wohlwissend, dass dies nur eine persönliche Auswahl von mir sein kann. Der Film hat viele sehenswerte Stellen, auf die ich aber in Anbetracht des begrenzten Umfanges dieses Berichtes nicht alle eingehen kann.
Natürlich darf das Thema Freundschaft in diesem Film nicht zu kurz kommen. Als wirklicher Freund von Fred (der seinen Namen während seiner simulierten Zeit als Rollstuhlfahrer von "Krüppers" zu "Krüppelmann" ändert) zeigt sich in diesem Film Alex, gespielt von Jürgen Vogel, der ohnehin zu einem meiner absoluten Lieblingsschauspieler zählt. Er windet sich genauso wie Fred von einer Notlüge in die nächste (Zitat aus dem Film: "Fred, sie ist eine Frau, es ist von Natur aus so gegeben, dass wir sie belügen müssen."), lässt seinen Freund aber niemals "hängen". Quasi eine Arbeitsehefrau von Fred, um es mit dem Wortschatz des "King of Queens" auszudrücken. Er gibt den einfachen Arbeiter vom Bau: etwas prollig, aber jederzeit überaus herzlich und verlässlich.
Nachdem er erfahren hat, dass Fred auf eine Beförderung vom Polier weg von der Baustelle spekuliert, lässt er immer wieder Spitzen im Beisein seines Freundes vom Stapel, wissend, dass Fred in seiner Rolle als Rollstuhlfahrer ihm keine Antwort geben kann. Einfach herrlich, wie die beiden so einen kleinen und ungleichen "Ehestreit" austragen.
Eine besonders heitere und hintersinnige Szene: Ein spastisch gelähmter Rollstuhlfahrer klatscht einer Bedienung in einem Bowlingcenter bei einem gemeinsamen Ausflug auf den Hintern. Eine klassische Szene, die man aus vielen Filmen Sketchen kennt. Jedoch wirkt dies in dieser Szene besonders "süß" und amüsant. Nicht nur, dass mit dieser kleinen Szene gezeigt wird, dass Körperbehinderte ebenso Spaß am Leben haben als auch als erwachsene Menschen angesehen werden sollen und möchten. Natürlich spielt der Rollstuhlfahrer seinen "Behinderten Bonus" aus (ich bin behindert und ohnehin sehen mich die meisten als nicht zurechnungsfähig und nehmen mich nicht ernst), jedoch kommt dies so herzerfrischend ehrlich und witzig rüber, so dass ich diese Szene als einer der Grundpfeiler der Aussage diese Films benennen will: Behinderte Menschen sind eben so Menschen mit Bedürfnissen, Wünschen und Ängsten wie es gesunde Menschen ebenso sind.
Auf der anderen Seite bedient sich das Pflegepersonal ebenso alle Vorurteilen gegenüber der Pflegeberufe im Allgemeinen, jedoch so überspitzt, dass diese vom Publikum nicht ernst genommen werden kann. So genießt Freds Pflegerin in einer Szene sichtlich ihn und seinen "kleinen Fred" einem morgendlichen Bad mit akkurater Reinigung zu unterziehen. Für alle, die Til Schweiger nicht kennen, möchte ich erklärend kurz die Aussage meiner Verlobten anführen "Ein Schnuckel". Auch ich muss anerkennend beifügen, dass ich ihn als deutschen Brad Pitt gelten lasse.
Nicht nur, dass in diesem Film ein realistischer Einblick in das Leben eines Körperbehinderten mit all seinen Tücken gegeben wird, sondern es werden auch nachdenklich machende Umstände in deutschen Pflegeeinrichtungen für Körperbehinderte gezeigt, die sicherlich teilweise etwas zu arg durch den Kakao gezogen werden, aber auf diese Weise erheiternd wirken, ohne die reale Situation zu beschönigen.
So werden die Bewohner Abend für Abend regelrecht an ihr Bett gefesselt ("Aus versicherungstechnischen Gründen" wie Ronnie anmerkt, damit sie "Nicht aus dem Bett fallen").
Die Machenschaften und Hintergründe des knallharten Marketing Geschäftes werden beleuchtet. Der Zuschauer merkt sofort, dass hier wahre Gefühle für Behinderte außen vor bleiben und diese nur als Zugtier für einen Imageaufbau missbraucht werden. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob dies bei den großen Sportvereinen tatsächlich so Usus ist, diese Darstellung erschreckt jedoch und macht nachdenklich.
Ein ehrlicher Film über das Leben mit einer Behinderung. Stellenweise sehr feinfühlig, doch trotzdem jederzeit urkomisch. Ein schmaler Grat, der geradezu meisterhaft in diesem Film umgesetzt wurde. Endlich gibt es einen deutschen Film mit Starbesetzung, der sich auf wunderbare Weise mit dem Leben von behinderten Menschen auseinandersetzt.
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(4) Darsteller:
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Der Hauptdarsteller Til Schweiger ist Fred:
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Til Schweiger ist inzwischen weitläufig auch außerhalb Deutschlands als Schauspieler bekannt und geschätzt. Meines Erachtens vollkommen zurecht: nachdem er als Nebendarsteller in der allbekannten "Lindenstraße" klein angefangen hat, nutzte er seine Chance auf große Rollen schnell und wusste bis dato in großen deutschen Filmen wie "Knocking on Heavens Door", "Der bewegte Mann" und "Barfuss" (ein relativ unbekannter aber überaus sehenswerter deutscher Film über das Thema geistige Behinderung) zu überzeugen.
In diesem vorliegenden Film spielt er den Polier Fred, der das Herz seiner Verlobten Mara über deren Sohn Linus gewinnen möchte. Dessen Liebe gehört dem Basketball und dem Alba Berlin Spieler Mercurio Müller.
Anja Kling ist Mara:
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Sie ist die Verlobte von Fred, wobei ihr ganzes Herz im Grunde ihrem leicht körperbehinderten Sohn Linus gehört. Um in die Heirat einzuwilligen verlangt sie für ihren Sohn einen Original unterschriebenen und selbstgefangenen Ball des Basketball Spielers Mercurio Müller.
Linus:
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Der leicht körperbehinderte Sohn von Freds Verlobten Mara. Es wird nicht genau erklärt, welche Behinderung er hat ("seine Organe sind andersrum gewachsen", was auch immer das genau bedeuten soll?), aber er kontrolliert seine Mutter und deren Beziehung zu Fred nach Belieben und spielt seine "Behinderung" jederzeit als Vorteil für sich aus. Ein richtiger kleiner Kotzbrocken.
Christoph Maria Herbst ist Ronnie:
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Dieser spielt einen leicht spastisch gelähmten Rollstuhlfahrer, der voll und ganz seiner Liebe dem Basketball verschrieben hat. Zwar wirkt es, als hätte er sein Schicksal niemals ganz akzeptiert, gibt sich jedoch niemals auf. Ziemlich prollig, aber im Grunde herzlich verbindet ihn zum Ende des Films eine Art Freundschaft mit Fred.
Jürgen Vogel ist Alex:
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Dieser ist Freds bester Kumpel und geht mit ihm nicht nur jeden Tag zum "Malochen" auf den Bau, sondern auch durch dick und dünn. Er verliert nicht viele poetische oder philsophische Worte und spricht das aus, was er denkt ("Wieso hast du sie nicht einfach flachgelegt?"). Jedoch ist auf ihn Verlass und er lässt seinen besten Freund Fred niemals im Stich.
Alexandra Maria Lara ist Denise:
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Diese überaus sensible und einfühlsame Nachwuchs Reporterin ist von Anbeginn an fasziniert von Fred in seiner Rolle als Körperbehinderter. Durch alle Wirrungen hindurch entsteht zwischen beiden nach und nach eine tiefe Verbindung und Liebe.
Sie soll einen Werbefilm über Alba Berlin drehen, der dem Verein einen Image Gewinn einbringen soll.
Pasquale Aleardi ist Benno:
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Der schmierige Marketingchef von Alba Berlin soll mithilfe eines Films über behinderte Alba Berlin Fans das Image des Vereins aufpolieren. Schon zu Beginn merkt der Zuschauer, dass es ihm eher um das Aufpolieren seines eigenen Images geht als um das Einbinden von behinderten Fans.
Als absoluter Glücksgriff erweisen sich eben Alexandra Maria Lara, die die sensible (teilweise etwas zu einfühlsam für meine Geschmack) Reporterin gibt, die sich rasch in Freds natürliche Art verliebt, auch der allzeit gehässige kleine Sohn von Freds Verlobter, der wunderbar bissig und herrlich ätzend gespielt wird.
Zum Zerreißen komisch die Szene, in der Til Schweiger Freds angeblichen Zwillingsbruder, Maras Verlobten und den Rollstuhlfahrer Fred im selben Moment geben muss. Wunderbar komisch von Til Schweiger umgesetzt.
Die Rollen wurden bis zu den Komparsen perfekt ausgesucht. Vor allem die (unbekannten) körperbehinderten Schauspieler geben dem Film eine Menge Wärme und Realismus.
Til Schweiger glänzt in der Doppelrolle des Nichtbehinderten und Rollstuhlfahrers.
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(5) Abschließende Meinung / Fazit:
======================Fred hat im Grunde keine Ahnung von dem Leben behinderter Menschen. Dies wird immer wieder auf witzige Art und Weise dargestellt, nicht zuletzt, da er immer wieder in Fettnäpfchen, die seine Rolle als Rollstuhlfahrer mit sicht bringt, tappt. Nach und nach jedoch erfährt er, was es bedeutet an den Rollstuhl gefesselt zu sein. Der Zuschauer wird jedoch niemals von emotionalen Momenten überrannt, genauso wenig wie er angehalten wird, übermäßiges Mitleid mit Körperbehinderten nachzuempfinden; der Film versteht es, den Zuschauer auf subtile Art und Weise zum Nachdenken anzuregen. Wer darüber nachdenken möchte, wird und kann es tun. Wem dies nicht zusagt, wird von der Story hierzu nicht gezwungen. Vielleicht ist dies einer der Gründe, wieso der Film einige Botschaften vermitteln kann und trotzdem amüsant und angenehm bleibt.
Der schmale Grat zwischen Humor und Ernsthaftigkeit bzw. Respekt vor behinderten Menschen wird hier in meinen Augen meisterhaft geschafft.
Man lernt, ähnlich wie Fred, das Leben mit den Augen eines Behinderten zu sehen. Eine Erfahrung, die für jeden Menschen interessant sein dürfte. Daher kann ich diesen Film wirklich nur Alt und Jung empfehlen.
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11.08.2007
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Wo ist Fred?
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(28.01.2010)
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Fred - der vermeintlich stumme Rollstuhlfahrer
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sehr hilfreich
16.07.2007
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Witziger Film mit ernstem Unterton
Bewertung für Wo ist Fred? von
andreasloy
Pro: recht unterhaltsam und teils spannend
Kontra: einige vulgäre Ausdrücke
Jürgen Vogel und Til Schweiger zählen *hust* nun ja nicht gerade zu meinen Lieblingsschauspielern, aber dafür kann der Film „Wo ist Fred?“ ja nichts. Dies ist eine wunderbare Komödie nicht nur über Behinderte, wenn auch an manchen Stellen etwas zu dick au ...
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sehr hilfreich
07.06.2009
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Gutes deutsches Kino!!!
Bewertung für Wo ist Fred? von
lfcmaus
Pro: Humor, Darsteller
Kontra: für mich als Basketballfan: nicht die richtige Mannschaft und fehlerhafte Besetzung ^_^, blöder Titel
Dieser Film ist definitiv eine Überraschung! Im positiven Sinne.
Selten kommt es vor, dass ich bei einer deutsche Komödie oder überhaupt einer Komödie im Kino lache. Noch seltener kommt es vor, dass ich deswegen überhaupt ins Kino gehe. Ich gebe zu, da ...
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hilfreich
14.12.2008
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