Welches WoMo passt zu mir

5  02.09.2001

Pro:
Unabhängiger Urlaub

Kontra:
Gibt's nicht

Empfehlenswert: Ja 

Migohh

Über sich:

Mitglied seit:17.10.2000

Erfahrungsberichte:28

Vertrauende:4

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 36 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Wer sich ein WoMo kaufen möchte hat die Qual der Wahl. Es gibt unglaublich viele Variationen eines Wohnmobils. Hier beschreiben wir mal was uns auf unserer Ferienreise alles wichtig oder unwichtig erschien. Dieser Erfahrungsbericht ist für alle die jenigen gedacht, die mit dem Gedanken spielen sich ein WoMo zu kaufen und sich noch nicht ganz sicher sind welche Ausführung für sie die richtige ist. Schließlich ist es eine Entscheidung für viele Jahre die auch nicht ganz billig ist und gut überlegt sein will.

Wir waren mit einem LMC (Lord Münsterland Caravan) auf Fiat Ducato Basis in den Ferien 2001 unterwegs (2 Erwachsene, 2 Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren). Unsere Tour ging quer durch Norddeutschland, weiter über die Alpen nach Italien an die Adria, dann langsam zurück, quer durch Österreich sowie einige Stationen in Deutschland. Insgesamt etwa 4000 Kilometer. Unser LMC ist 5,90 Meter lang, hat einen Alkoven, eine kleine Küche, Kühlschrank, einen Waschraum mit Dusche und WC. 2 Schlafplätze im Alkoven und 2 Schlafplätze unten. Weiterhin eine Solaranlage auf dem Dach, die uns vom Stromanschluß oder gar einem Stromausfall auf Stell- und Campingplätzen unabhängig macht.

1. Der Alkoven hat seine Vor- und Nachteile. Wir würden uns allerdings immer wieder für ein WoMo mit Alkoven entscheiden.
Der Alkoven bietet nämlich wie eine Schirmmütze, einen sehr guten Sonnenschutz. Das WoMo ist sehr viel kühler als ein WoMo ohne Alkoven. Das Fahrerhaus ist stets im Schatten des Alkovens. Eine Klimaanlage haben wir auf diese Weise nicht vermisst. Der Nachteil ist, das man z.B. im Gebirge eine etwas eingeschränkte Sicht nach oben hat. Ein weiterer Nachteil ist, das die Schlafplätze im Alkoven im heißem Sommer wärmer sind als die unteren Schlafplätze und nur langsam abkühlen, wenn man mal keinen Schattenplatz erwischt hat. Ein Alkoven sollte also mindestens eine Dachlüftungsklappe und ein Seitenfenster haben das sich öffnen läßt. Ein weiterer Nachteil ist der Windwiederstand. Aerodynamischere Modelle haben zwar weniger Luftwiederstand, sprich geringeren Spritverbrauch, dafür bieten sie aber entweder weniger Platz im Alkoven oder aber es geht der Schirmmützen-Effekt verloren, der wiederum durch eine teure Klimanalage wett gemacht werden muß. Wer also sinnig fährt, dem sollte die Aerodynamik "Wurscht" sein.

2. Die länge des WoMo's. Unser LMC ist ganz bewußt nur 5,90 Meter lang. Einerseits ist es eine Preisfrage, und auf Autofähren z.B. oder auf manchen Campingplätzen zahlt man mit WoMo's über 6 Meter Länge einen Aufpreis. WoMo's über 6 Meter Länge passen auf kleineren Campingplätzen (die wir bevorzugen) nicht in jede Lücke, der Wendekreis ist zu groß. Schattenplätze sind meist nur für WoMos unter 6 Meter Länge erreichbar. Dann ist ein Kriterium für uns die Wendigkeit gewesen und der Abstellplatz für die Zeit wo das WoMo nicht genutzt werden kann, also im Winter. Es lassen sich knappe 6 Meter schon eher unterbringen als ein Linienbus Der Nachteil bei einem 5,90 WoMo liegt klar auf der Hand. Der Wohnraum ist natürlich kleiner. Mit 2 Erwachsenen ist es aber völlig ausreichend, da unsere Kinder liebend gerne in ihrem Iglu-Zelt schlafen. Bei schlechtem Wetter bietet das 5,90 WoMo aber genügend Platz um auch mit 2 Kindern gut leben zu können. Für 4 Erwachsene wäre das natürlich zu eng.

3. Der Motor. Klar, auf alle Fälle einen Diesel. Aber welchen? Es kommt darauf an welche Ansprüche man an sein WoMo stellt und wo man hinfahren möchte. Wir fahren eher Richtung Süden, also auch mal durch die Alpen nach Italien z.B. Unterwegs sind wir einigen älteren Modellen begegnet die sich schon in den Kasseler Bergen sehr gequält haben, währen wir zügig an ihnen vorbei zogen. Schlimmer wurde es dann in den Alpen wo wir den Silvrettapass völlig Problemlos überquerten. Einige untermotorisierte WoMo's hielten den aufsteigenden Verkehr gefährlich auf. Das hat nichts mit Angeberei, raserei oder PS-Prahlerei zu tun sondern einfach mit Entspannterem Reisen. Unser WoMö läuft mit einen 2,8 ltr i.e.TD. Und der Turbo bringt es wirklich. Leer wiegt das WoMo ca. 3,5 Tonnen, beladen und mit 4 Personen dementsprechend mehr, ein konventioneller Diesel reicht da eigentlich nur für ebenes Gelände. Der Verbrauch liegt im Gebirge bei ca. 10 ltr und im normalem Verkehr (ca. 80-90 Kmh) bei ca. 7-8 ltr. Wir fahren allerdings auch sehr selten schneller als 100 Kmh.

4. Stützen. Unser WoMo hat leider keine Stützen. Das werden wir auf jeden Fall vor der nächsten großen Fahrt ändern. Auf dem Campingplatz ist es wirklich lästig, wenn das WoMo bei jedem ein- und aussteigen schaukelt. Besonders Nachts wenn Jemnad seine Radler-Halben entsorgen muß ist es vorprogrammiert das der Mitschläfer aufwacht oder Seekrank wird. Also, es müssen Stützen her, unbedingt.

5. Die Solaranlage. Das ist wirklich der Knüller. Damit sind wir völlig unabhängig vom Stromnetz und könnten sogar in der entlegendsten Gegend Campen. Der Akku, der tagsüber automatisch aufgeladen wird liefert genügend Strom für abendliche Festbeleuchtung, Fernsehen (12 Volt), Handy aufladen und viele andere Dinge. Wir haben es nicht geschafft den Akku über Nacht auch nur zur Hälfte leer zu saugen. Mit einem Stromwandler kann man dann sogar wieder Strom für 220 Volt erzeugen. Die Solaranlage funktioniert vollkommen automatisch, braucht also nicht bedient zu werden und ist praktisch wartungsfrei.

6. Das WC. Erst dachten wir das wir darauf verzichten, weil's ja doch irgendwie eklig ist. Man muß den Schweiskram ja auch entsorgen...iiiihgitt. Außerdem kann man ja auf jedem Stell- oder Campingplatz aufs Klo gehen. Gott sei Dank haben wir dann doch unser eigenes Klo benutzt, denn gerade Stellplätze glänzen nicht gerade mit hygienischen Toletten. Das ist manchmal noch viel mehr iiihgitt als das eigene Klo entsorgen zu müssen. Besonders bei den Kindern hat sich die Entscheidung als richtig erwiesen, denn die können durch ihre geringere Körpergröße nicht einfach mal Freischwebend ohne die Brille anzufassen auf versaute Klo's gehen. Also gehen sie doch lieber im WoMo auf den Pott. Das Entsorgen funktioniert nach kurzer Eingewöhnungszeit ziemlich Reibungslos und verliert bald seinen anfänglichen Ekel. Auch Gerüche sind im WoMo durch eine gefüllte Toilette nicht festzustellen, sofern er Entlüftungsschlauch richtig angeschlossen ist.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Leonielorch

Leonielorch

16.09.2009 18:58

klasse Bericht, wir haben zur Zeit einen Kastenwagen mit Stckbetten also nur was für 2 Personen. Damit sind wir abwechselnd der Sohn das ganze Jahr auf Fahrt*G*Leonie

wiiilma

wiiilma

21.03.2002 11:52

ausgesprochen interessanter bericht. hast du vielleicht auch irgendwas über die solaranlage extra berichtet? bzw. wenn du über sie schreibst, dann sag mir bitte bescheid. lg wilma

heidifischer

heidifischer

22.12.2001 19:03

Hi ! Leider kann aufgrund von WWW-Problemen den anderen Kommentar nicht lesen. Mir gefällt der Bericht sehr gut. Wieviel Frischwasser wird denn für Euer WC verbraucht ? Ansonsten leben wir auch mit unserem 12Jahre-alten Womo sehr gut - ich schlafe auch als Erwachsene im Alkoven sehr gut und das auch im Winter, da wir unser Womo nicht abmelden und irgendwo unterstellen. Grüße Heidi

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