Wolke und Weide: Marcel Reich-Ranickis polnische Jahre / Gnauck, Gerhard

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Viele Bücher über diesen Menschen kreisen durch die Buchläden, hier habe ich eines gefunden, welches sich mit den polnischen Jahres dieses Menschen befasst und top recherchiert ist. Der Autor ist Jahrgang 1964 und lebt und arbeitet seit 1999 als Korrespondent für dei "Welt" in Polen. Hier ... Bericht lesen





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Wolke und Weide: Marcel Reich-Ranickis polnische Jahre - Gerhard Gnauck Wolke und Weide: Marcel Reich-Ranickis polnische Jahre - Gerhard Gnauck
Seiten: 287, Ausgabe: 1., Aufl., Gebundene Ausgabe, Klett-Cotta
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Reich Ranicki - ein Name, ein Porträt
Erfahrungsbericht von HEIDIZ über Wolke und Weide: Marcel Reich-Ranickis polnische Jahre / Gnauck, Gerhard
6. Oktober 2009


Produktbewertung des Autors:   

Niveau: anspruchsvoll 
Stil: sehr ausschmückend 
Unterhaltungswert: sehr hoch 
Wie ergreifend ist die Story? sehr ergreifend 
Informationsgehalt: sehr informativ 
Aufmachung: sehr schön 

Pro: alles
Kontra: nichts

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Viele Bücher über diesen Menschen kreisen durch die Buchläden, hier habe ich eines gefunden, welches sich mit den polnischen Jahres dieses Menschen befasst und top recherchiert ist.

Der Autor ist Jahrgang 1964 und lebt und arbeitet seit 1999 als Korrespondent für dei "Welt" in Polen. Hier kann er hautnah rescherchieren über die polnischen Jahre Marcel Reich-Ranickis.

Ich finde, dass dieses Buch sehr wichtig ist. Es liest sich sehr anregend und informativ. Der Leser erhält weseentliche wichtige Infos zum Thema auf eindringliche Weise geschildert, zu Herzen gehend und in kompakter Form. Das Buch führt ein Leben vor Augen, welches dieser Menschen führen musste, was er schreckliches erleben musste. Die Zeit von 1920 beginnend bis zum Jahr 1958 wird lebendig. Das Buch ist mit sehr zahlreichen Fotos unterlegt, die es noch besser ermöglichen das Geschriebene zu verstehen und aufzunehemen. Es sind Zeitzeugenberichte eingeflochten.

Daten zum Buch:
=============
  1. Gebundene Ausgabe: 287 Seiten
  2. Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (März 2009)
  3. Sprache: Deutsch
  4. ISBN-10: 3608941770
  5. ISBN-13: 978-3608941777
  6. Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,6 x 3,2 cm

23,90 EuroIn 13 Kapiteln wird im Buch diese Persönlichkeit und sein Leben in dieser Zeit dargestellt. Zu Beginn kann man anstatt eines Vorwortes Gedanken des Autors lesen, warum er dieses Buch geschrieben, warum er sich so intensiv mit dieser Person des "Literaturpapstes" befasst hat. Er erzählt aber auch, dass er einen polnischen Opa hatte, weiterhin kannte er Mieczyslaw, der als Jude in Warschau lebte, in die Sowjetunion flüchtete und mit der roten Armee zurückkehrte. Gnauck hat mehrere SIchtweisen genießen dürfen und kann somit unvoreingenommen an die Sache herangehen.

So beginnt das Buch ...

... mit einem polnischen Gedicht und einer Übersetzung von Hubert Witt.

"Abgerissen, abgeschlissen"

Das erste Kapitel beschäftigt sich mit der Geburt in den Kriegswirren und das "Wunder an der Weichsel" Ranicke wurde in Wloclawek geboren. Der Autor erklärt hier zu Anfang einige geschichtliche Zusammenhänge, wie er das immer wieder im Buch tut. Er schreibt in der Vergangenheitsform, so als würde er die Geschichte des Marcel Reich Ranicki erzählen.

Man lernt also im Buch nicht nur die Person kennen, sondern auch unheimlich viel über die historischen Zusammenhänge, was ich zusammenfassend sehr gut finde. Der Autor fügt geschichtliches und persönliches ideal zusammen und hat somit ein lesenswertes, lehrreiches und herzliches Buch geschrieben, welches es sich unbedingt lohnt zu lesen.

Viel lernt man auch über bestimmte Geschehnisse, über Besonderheiten einzelner Stationen im Leben Ranickis - wie z.b. Wloclawek wird deutsch Leslau genannt, hat eine lange Geschichte, eine gotische Kathedrale in der sich ein Grabmal befindet, das Veit Stoß gestaltet hat. Nikolaus Kopernikus hatte einest Lehrjahre in dieser Stadt verbracht. Das der spätere Kardinalprimas von Polen Stefan Wyszynski zu Ranickis Kindheit am Priesterseminar studierte, erfährt man auch.

Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen. Man spürt, dass der Autor sich sehr gut in die Thematik eingearbeitet hat, top recherchiert hat, und mit dem Menschen identifiziert. Aber er lässt auch dem Leser Raum, sich in den Menschen Ranicki hinein zu versetzen, er drückt dem Leser keien Meinung auf, sondern lässt das Geschriebene im Raum stehen und Wirken. Ich weiß nicht, wie ich das anders ausdrücken soll, so habe ich es empfunden während des Lesens.

Die Ranikis lebten in London, Lodz usw. Sehr ergreifend und eindringlich wird geschildert, wie es der Familie ergangen ist, wie sie emfpunden hat und erlebte, was die Geschichte in dieser Zeit ausmachte. Man erlebt aber auch mit, wie er seine spätere Frau kennenlernte, welche Schrecken erlebt werden mussten.

Auch die Zeiten nach dem Krieg z.b. das Jahr 1956 in Warschau mit Brecht, Anna Segher, Böll und Grass werden genaustens erwähnt. Sehr bewegend schildert er auch unter Zuhilfenahme von Gedanken und Gesprächsteilen, Notizen und Zitaten Ranickis und seiner Kollegen diese Zeit. Man erfährt hier, wie Ranicki zur Literatur kam, wie seine Karriere startete, und welche Menschen er kannte.


Im Anhang kann man nachlesen wo die Zitate entnommen wurden, welche Personen im Buch erwähnt sind, die Abkürzungen werden erklärt und der Bildnachweis wird aufgeführt.

Ich finde, dass dieses Buch rundum gelungen ist, es liest sich sehr flüssig, interessant und zu Herzen gehend, ist eine kompakte Recherche und stellt alles dar, was geschichtlich und persönlich zu dieser Zeit zu sagen ist. Viele noch nicht gehörte Details aus dem Leben werden eingefügt.

Zum Schluss noch eine Leseprobe:
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Auch der damalige Abiturient Wladyslaw Bartoszewski, der in Warschau auf der "arischen Seite" unter dem Decknamen "Teofil" Hilfe für die Juden organisierte, verweist auf die Umstände der Zeit: "Im Ghetto haben die Leute alle möglichen Rollen gespielt." Schon die "richtige" Mütze habe ihren Träger davor bewahren können, vom nächsten deutschen Soldaten eine übergezogen zu bekommen. Im Willkürsystem des Ghettos spielten Mützen, die farbigen Armbinden diverser Judenrats-"Behörden" und sonstige Symbole in der Tat eine wichtige Rolle ...


 

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