Mein Schurke auf der Leiter
22.05.2010
Pro:
Riesige, dynamische Spielwelt
Kontra:
Wachsender Routineanteil . langsam veraltende Grafik, Suchtgefahr
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Grafik
Sound
Multiplayer:
Bedienung
mehr
 dahmane
Über sich:
Entwicklungshilfe ist der Transfer von Geldern von den armen Menschen in reichen Ländern zu den reic...
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1.
Als sie ihn murmeln hörte, wußte sie, daß etwas auf legendäre Weise schiefgegangen sein mußte. Sie war sich nicht einmal ganz sicher, was genau er da eben zu sagen versucht hatte – die Stimme zu einem verschwörerischen Raunen gesenkt, die Zähne nicht zusammenge-bissen, ganz bestimmt nicht, das würde er nie tun, aber es klang nach unterdrückter Wut und nach etwas anderem, das sie lieber nicht bedenken wollte. „Würdest du mir bitte mal eben helfen?“ hatte er wohl sagen wollen. Das war ihr sofort klar, als sie um die Ecke schlich. Er hatte sie nicht gesehen, das war ihr Glück. Die Kriegerin trat einen Schritt zurück, aus seinem Blickfeld, und dann versuchte sie, so leise wie möglich zu lachen. Und so schnell wie möglich. Das dauerte zwei Minuten. Erst danach war sie sich sicher, daß sie ein hinreichend mitfühlendes Gesicht machen würde. Sie trat neuerlich um die Hausecke. Der Schurke stand immer noch auf der Leiter, die sie in dem Schuppen am Waldrand ge-funden hatten, und er versuchte immer noch, in das Schlafzimmer Lord Ebrecht Funkelsteins einzubrechen. Das Fenster stand eine Handbreit offen, er war also erfolgreich gewesen. Sein linker Arm steckte bis zum Ellenbogen in dem Spalt, auf der Suche nach einem Ansatz-punkt, mit dem sich die antike Öffnungssperre aufhebeln ließ. Soweit war alles in Ordnung. Allerdings hatte sich die Leiter bewegt. Sie war nach hinten gekippt und wurde eigentlich nur von seinen muskulösen Beinen davon abgehalten, endgültig umzufallen. Gefährlich wäre das wohl kaum gewesen. Allenfalls hätte er sich den Arm verletzt – nein, korrigierte sie sich mit einem zweiten Blick, er würde sich vielleicht den Ellebogen brechen, wenn er den Arm nicht sehr schnell aus dem Fenster bekam –, und dann wäre er einen halben Meter oder so gefallen. Ärgerlich wäre nur der Lärm gewesen, den dieses Unglück unweigerlich verursacht hätte. Und dann hätten die Kernhunde des Lords angeschlagen. Sehr peinlich. „Moment!“ flüsterte sie und huschte gebückt in den schmalen Raum zwischen ihm und der Hauswand. 2.
Das Haus stand am Nordwestrand von Süderstade und war glücklicherweise dicht von Bü-schen und üppigen Nadelbäumen umgeben, aber weil es auf einer Anhöhe gebaut worden war – der Lord liebte den Blick auf das Meer –, waren alle Geräusche unten im Dorf sehr gut zu hören. Sie hatten sich gegen den Wind angeschlichen, von der Seeseite her, damit die Hunde sie nicht witterten; außerdem stand der Zwinger an der anderen Seite des Hauses, um die Hordler abzuschrecken – Untote zumeist –, die von Tirisfal oder Tarrens Mühle he-runterkamen, um sich die Langeweile zu vertreiben. Die Kriegerin spürte den warmen Granit im Rücken, der von der Nachmittagssonne be-schienen wurde. Gegen das Glitzern von der See her schloß sie für einen Moment die Augen und konzentrierte sich auf das Atmen der Welt, aber sie hörte nur das Rauschen des Windes in den Baumwipfeln, das Zwitschern der Vögel, ferne Murlocschreie und, noch weiter entfernt und mehr eine Ahnung als ein Eindruck, das Grollen der Berglöwen. Niemand kam aus dem Dorf hinauf. Die Greifen hätten ihn verraten, weil sie unweigerlich mit den Flügeln schlugen und heiser schrieen. Wenn dann nicht Geräusch mächtiger Schwingen folgte, sondern ir-gendwann das Knacken von Ästen, würden sie Besuch bekommen. Sie konzentrierte sich ganz darauf, wie diese Geräuschfolge sich anhören würde, damit sie auf jeden Fall darauf aufmerksam würde, selbst im Halbschlaf. Der Schurke verlagerte das Gewicht auf das andere Bein. „Würdest Du mir – bitte – mal – vielleicht – helfen, ja?“ „Ich könnte die Leiter wieder hinstellen und warten, bis das Fenster auf ist, oder?“ sagte sie betont harmlos. „In der Zeit kommt bestimmt niemand hier hoch. Meister Funkelstein wird noch eine Weile brauchen, die Wahrscheinlichkeitstheorie zu überprüfen, die du ihm–“ „Red’ nicht, Frau!“ knurrte er. „Tu was!“ „–eben so nett erklärt hast. Wenn das stimmt, müßte er heute nachmittag mindestens doppelt so viel Gold gewi–“ Ihr Gefährte versuchte seine Hand aus dem Fensterritz zu ziehen. „Gut“, sagte die Kriegerin heiter, „ich tu ja schon was!“ Damit begann sie, seine Hose zu öffnen. 3.
Es war eine abgewetzte, steife Lederhose, die manchen Sturz abgefangen hatte (er würde sie einige Wochen später austauschen gegen die Belohnung für eine Arbeit im Brachland, aber das ist eine andere Geschichte), also dauerte es eine Weile, bis sie damit fertig war. Der Schurke hatte aufgehört, sich zu bewegen. er achtete nur noch darauf, nicht das Gleich-gewicht zu verlieren. Sie öffnete die Hose gerade so weit, daß alles packen konnte, was sie packen wollte. „Was soll das?“ zischte er. Es klang befriedigend panisch. Sie nahm alles in ihre beiden Hände und formte die Konturen nach. „Das Übel an der Wurzel, was?“ kam es von oben. Anscheinend hatte er beschlossen, den Vorfall von der heiteren Seite zu nehmen. Sie drückte ein bißchen, damit es nicht zu heiter wurde. Streicheln und festhalten, streicheln und festhalten, bis sich die Fakten erhärte-ten. Sie wollte ihn anlächeln, aber er schaute peinlich berührt irgendwo hin, vielleicht in Rich-tung Süderstade. Sie öffnete ihren Mund.. Ihr Schurke schaffte es tatsächlich, mit der rechten Hand nach unten zu langen (wodurch er den linken Arm um so fester im Fenster verkeilte, um seinen Halt zu sichern; sie hoffte, daß sein Ellenbogen jetzt nicht mehr so gefährdet war, aber da würde er auf sich selbst auf-passen müssen…) und ihren Kopf festzuhalten. Einen kleinen Moment lang dachte sie dar-an, zuzubeißen, vorsorglich, doch dann behielt sie ihren Rhythmus bei. Irgendwann spürte sie, daß er an sicht halten mußte, um leise zu bleiben. Jetzt atmete er tatsächlich nur noch durch die Nase. Sehr bemerkenswert. Sie fühlte, daß sich da etwas vorbereitete. Sanft drängte sie ihren Pferdeschwanz gegen seine Hand und entließ ihn aus ihrem Mund. „Den Rest machen wir später“, kicherte sie leise. Jetzt halte ich Dir erst einmal die Leiter, und du siehst zu, daß du endlich das Fenster öffnest, ja? Sie trat zurück, die Leiter in ihren starken Händen. Er blieb ganz ruhig. Eine Minute spä-ter war das Fenster wirklich offen, und er schwang seine Beine über die Brüstung, eine Hand an der rutschenden Hose, die sie natürlich nicht wieder geschlossen hatte. Ihr war klar, daß heute abend allerhand passieren würde, im Gasthaus. ...
Dies ist eine Geschichte aus Azeroth, der Welt von "World of Warcraft". Die handelnden Personen existieren wirklich. Aus Gründen des Personenschutzes werden ihre Namen nicht gernannt. Sie leben auf dem Realm "Kult der Verdammten".
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01.02.2012 11:36
Ich bitte Sie, werter Herr, das ist doch kein Spielebericht. Wo sind die technischen Daten, was haben Sie über die Grafik und den Sound zu sagen und so weiter und so weiter. Und dazu noch ist das alles sowas von obszön, ich bin entsetzt!!! Das Thema ist hier wirklich mehr als verfehlt, so weit verfehlt sogar, dass ich in der Buttonreihe schon wieder oben angelangt bin und SH klicken musste. *ggg*
04.06.2010 15:16
Ich hasse dieses Spiel, das weißt du. "Streicheln und festhalten, streicheln und festhalten..." das mag ich allerdings. Du hast eine unnachahmliche Art selbst verhasste Dinge/ Umstände angenehm zu umschreiben. Ja.
24.05.2010 14:10
nice screenshot