EIne Gruppe Menschen allein im Wald... und Ende.
30.05.2010
Pro:
ein wenig Tiefe, ein paar Erklärungen, rundes Ende, Wendungen
Kontra:
übertrieben, rutscht vereinzelt in die Teenie - Horror - Falle
Empfehlenswert:
Ja
 Cosmay
Über sich:
"Niemand kann mich zwingen, auf seine Art glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glück...
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Während nicht allzu wenige gestrig uns' Lena lauschten, hab ich die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und „endlich mal“ Wrong Turn geschaut. Auf Pro7 zwar, was gleichbedeutend damit ist, dass wahnsinnig viel geschnitten wurde; aber durch den Umstand, dass
Wrong Turn 2 ~ Dead end im direkten Anschluss gezeigt werden sollte, war ich wieder versöhnt. Meine Mega-Tüte „Tortilla Chips“ hab ich trotzdem nicht aufgemacht, ganz einfach aus dem Umstand heraus, dass das mehr als fragliche Machwerk eben doch leicht appetitverderbend vor sich hin plätschert. Sofern die stolzen 4 (oder gar 5?) Werbepausen mich nicht ohnehin schon aufregten.Vorab somit die Zwischeninfo, dass ich keinerlei Angaben über die DVD machen werde ~ ich kenn sie nicht, ich hab sie nicht, ich will sie nicht. Diesbezügliche Infos gibt’s also woanders; eine eigene Kategorie anlegen zu lassen betrachte ich persönlich als grenzwertig albern...demnach: lebt damit.
Zumal ich ohnehin nur wenige gute Haare an den Film lassen werde. Die Story ist im Grunde die altbackene wie fast immer in solchen Horrostreifen: eine Gruppe junger Menschen trappst durch den Wald und wird nacheinander niedergemetzelt. Und Ende. Nagut, dann eben nicht Ende: zur weiteren Überraschung aller lebt im Wald eine Familie, die vor mehreren Generationen dank diverser „Giftstoffe“ erstmalig Mutationen aufwies. Je weiter sich die Familie fortpflanzte (Inzucht....), desto abnormer wurden sie optisch. Dass die family zu Kannibalen mutierte, ist zwar nicht unbedingt nachvollziehbar; aber das macht in solcherlei Genres (laut Pro7 übrigens „Fantasy“... auch gut) ja nix.
Ein wenig (!) spektakulär immerhin die Idee, dass es sich hier um eine Gruppe junger Menschen dreht, die sich zuvor noch nie gesehen haben sollen (was im weiteren Verlauf sich ebenfalls selbst ein angeknabbertes Beinchen stellt) und gemeinsam gegeneinander an einer Reality-Show teilnehmen. Die Regeln sind so albern wie... der Film? Hm, keine Ahnung, ist ja auch egal. De facto wird einer nach dem anderen verschleppt, und ich hab die Wette gegen meine mehr oder minder imaginären Filmgucker-Freunde, wer denn hier überleben würde, mal wieder gewonnen.
Die Umsetzung brachte mich schon während der ersten Minuten zum lachen. Wenn der Spielleiter seine Werbesätze für die Survival Show „The Apocalypse“ in die Kamera blöckt, wirkt er einfach zu grotesk. Die unpassende Stimme für seinen Charakter unterstreicht diese Wirkung noch; aber immerhin war die Begleitmusik recht fetzig. Von da an wird’s eigentlich immer banaler. Selbst in dem Umstand, dass Pro7 wie gesagt Künstler darin ist, einen ganzen Mord herauszuschneiden, so dass man sich auch am gestrigen Spät-Abend fragen durfte, wann genau die bis dato sympathischste Figur abgelebt wurde... gibt es doch Szenen, die mir fast den Tee aus der Tasse schwappen ließ.
Manches war natürlich absolut voraussehbar, Schock-Effekte gabs dennoch einige ~ ein Punkt, dem man durchaus als löblich bezeichnen könnte. Wer auf „igitt“-Szenen steht, der wird hier ebenfalls bedient ~ da muss man dann eben doch sagen, dass die Macher (Regie: Joe Lynch; Drehbuch: Turi Meyer, Al Septien) sich haben etwas einfallen lassen. Irgendwie halt. Die bunte Mischung der Charaktere trägt dazu bei, dass immerhin so etwas wie zwischenmenschliche Spannung entsteht, die sich in diesem Zusammenhang eben auch auf den Zuschauer überträgt. Klar, der Schnöseltyp nervt, der Kameratyp ist ein Arsch, die Veganerin wird wie so oft im Leben veralbert, Miss Xena gibt dem Film den nötigen Schliff, um von der „dummes Weibchen wird zerhackstückelt“ Schiene herunterzukommen.
Blutrünstig ist „The wrong turn 2“ durchaus... es gibt etliche Szenen (die im Free-TV hälftig entfernt wurden), die buchstäblich unter die Haut gehen. Gespaltene Schädel, Eingeweide, abgetrennte Gliedmaßen, Pfeil- und Bogenjagd, Schusswaffengebrach, Kopf-ab-Szenarien.... all das hält der Horrorstreifen parat, gepaart mit einer nicht nur für Prüderie-geplagte Gucker unansehnliche Mutanten-Paarungszene. Kurz zuvor dachte ich zwar, ich hätte den Hinweis auf „Erotikfilm“ verpasst, aber im großen und ganzen bleibt es bei zwei Akten, von denen zumindest der zweite davon alles andere als anregend sein dürfte. Naja, je nach Fasson halt. Grundsätzlich darf man „The wrong turn 2“ ebensowenig ernst nehmen wie den ersten Teil, wobei ich nichtmal sagen könnte, welcher von beiden den größeren Mist darstellt.
An für sich hätte ich mittendrin eigentlich den Fernseher ausgemacht, doch irgendwas hielt mich dann doch fest... und sei es nur die Neugierde, ob ich mit meinem „ich wette, x und y überleben“ Gedanken Recht behalten würde. Im Gegenzug zum ersten Teil schlagen die „normalen Menschen“ hier des öfteren zurück, laufen also nicht die ganze Zeit lediglich weg bzw. verstecken sich. Was nicht heißt, dass ich nicht des öfteren am liebsten in die Szenerie gehüpft wäre, um mal vorsichtig nachzuhaken, warum die Deppen eigentlich immer so oft so lang so offensichtlich in de Gegend herumstehen. Auch der „Spielleiter“, der durchaus als Action-Reinbringer schlechthin tituliert werden darf, zögert meines Erachtens nach viel zu lange, um sich nicht darüber aufzuregen. Seine Mission ist klar, seine Sprengsatzwaffen gebastelt, das Versteck gut, die Gelegenheit ~ nein, die Gelegenheiten! ~ mehr als günstig... und doch scheint er auf irgendwas zu warten, was er selbst nicht so genau zu wissen scheint.
Tatsächlich stellt „The wrong turn“ etliche Szenen dar, in denen man sich die „Sinnfrage“ bzw. die Frage danach, ob jemand des Mitdenkens in der Lage ist, stellt. Wie im ersten Teil latscht ein Teil der Gruppe auf der Suche nach einem Telefon in ein abgelegenes Häusgen, in dem – logisch – ein paar der Menschensammler hausen. Warum auch immer sich die Gruppe dann solange im Haus aufhält, bleibt ein ewiges Geheimnis. Zwar muss hier niemand dringend Pippi, doch im Krempel durchwühlen sind die Leutchen im Fortetzungsteil ebenfalls keine Künstler. Absolut unklar auch, warum die Kannibalen anfänglich durchaus in der Lage sind, sich via „richten Dialogen“ zu unterhalten, sich den Rest des Filmes sodann jedoch nur noch in Grunzlauten unterhalten. Sowas ist nicht nur blöd, sowas ärgert mich einfach.
Dem entgegen erfreulich allemale, dass „The wrong turn 2“ - so grotesk das nun auch klingt – insgesamt bodenständiger wirkt als der erste Teil (den man getrost als Film für sich ansehen darf). Ich persönlich bevorzuge ohnehin Horrorfilme, in denen zumindest versucht wird, eine Art Erklärung oder „Drumherumthematik“ zu kredenzen; und dem ist hier der Fall. Darüber hinaus ist hier nicht wirklich alles absehbar, es gibt tatsächlich gewisse Wendungen, die ich nicht erwartet hätte ~ den filmischen Ausgang hingegen hätte man erahnen können, was jedoch nichts an dem Effekt eben jenes schmälert. Zumindest in dieser Hinsicht spricht mich der zweite Teil um einiges mehr an als der erste; zumal auch einige der Darsteller (u.a. Dale Murphy, Daniella Alonso, Steve Braun, Aleksa Palladino, Crytal Lowe, Mathew Currie Holmes und last but not least vor allem Kimberly Caldwell als Kimberley Caldwell) eher überzeugen ~ den dritten würde ich vermutlich aus reiner Neugierde heraus bei Gelegenheit ebenfalls einmal schauen. De facto ist es jedoch unumstößliche Wahrheit meinerseits, dass es mir hier vollkommen wurscht ist, wie viel aus dem Gesamtwerk herausgeschnitten wurde. Eben weil es den Machern lediglich darum ging, den willigen Zuschauer möglichst hilfreich bei dessen Diät beizustehen.
Summa summarum leidet „The wrong turn“ vorrangig darunter, wie deppert sich die Gruppenmitglieder vereinzelt verhalten und wie unglaubwürdig vielerlei Szenen sind. Dabei ist die Thematik „Kannibalen im Wald“ nicht mal so weit hergeholt, das es eben jener Realitätsfremde bedurft hätte. Sicherlich wurde hier optisch zu dick aufgetragen, in vielerlei Hinsicht, ebenso ist es Fakt, das diverse Darbietungen wirken, als wolle man auf Teufel komm raus die FSK18 Einstufung durchboxen. Und ja, jene ist durchaus angebracht; eben weil Pro7 in seiner zum FSK16-Produkt tendierenden Verhunzdümpelung einiges herausnahm, und der Schocker immer noch „hart“ genug ist. Also für Leute wie mich jedenfalls.
Die Grenze zum „so übertrieben, dass es einfach nur noch albern ist“ überborderte der erste Teil absolutigst, hier hingegen wurde eben jene grade so – bis auf wenige Ausnahmen – noch eingehalten. Und ja, es klingt nun wahrlich so, als würde ich diesem Tel den Vorzug geben. Tja, manchmal rede ich solang mit mir selbst, bis sich meine Meinung schlussendlich herauskristallisiert.
Wie dem aber auch sei ~ eine „richtige“ Empfehlung gibt’s hier von mir nicht, vielmehr würde ich sagen, dass man im Free-TV mit dem Ansehen dieses Horrorstreifens nicht unbedingt etwas falsch macht...wobei ich mich rückblickend dann doch ein wenig darüber ärgerte, somit „In & out“ verpasst zu haben.
Ergo des Ergos: für jene, die aus welchen Gründen auch immer Lust haben, sich ein möglichst grausiges Schlachtfabrikat anzusehen, sind hier definitiv gut beraten. Nicht zuletzt ist mir persönlich positiv aufgefallen, dass die Charaktere vereinzelt sogar ein wenig Tiefe erhalten, was meine abschließende Meinung noch ein wenig anhebt. Einmal gucken ist okay, ein zweites Mal muss nicht ~ somit eine Gelegenheits-Empfehlung und solide drei Sternchen.
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27.06.2010 12:28
Überrascht mich nicht, Dein Urteil. Den ersten Teil fand ich schon sooooo schlecht, ganz fürchterlich. Das konnte nicht viel besser werden.
14.06.2010 23:02
tja, siehste. das spricht mich doch gleich viel mehr an, auch ohne kettensäge. ich fand den gut, den 1.+3. auch, und ich werde auch noch den 4. gut finden, sollte denn einer kommen. ich find das funny und nett und unterhaltsam und sowieso total cool, allerdings auf dvd. also wirklich *nase rümpf* mit werbepause..... *schüttel* :D
08.06.2010 22:14
Ein paar Brocken hab ich neulich wohl vom ersten Teil mitbekommen, aber nee, neeeeeee....