Effekte, Action und Gefühle ...
02.05.2003
Pro:
Spezial - Effekte, Kostüme, Charaktere entwickeln sich
Kontra:
Zu viele Figuren, Sound unter den Erwartungen
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Action:
Romantik:
mehr
 moritzman
Über sich:
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... eigentlich eine unvereinbare Mischung in einem solchen Fantasy- und Science Fiction- Spektakel wie "X-Men", erst recht, wenn es sich wie hier um die Fortsetzung dreht.
..:: Vorwort ::.. Vielen dürfte der Film "X- Men" noch ein Begriff sein, in dem Professor Xavier mit seinen sogenannten X- Men gegen den Bösewicht Magneto ins Feld zieht. Nachdem ich den Film vor einigen Wochen im Fernsehen sah, konnte ich mir die Fortsetzung nicht entgehen lassen.
..:: X- Men 2 ::..
Im ersten Teil – in einer nicht fernen Zukunft – wird die Truppe der X- Men rund um ihren Anführer Professor Xavier (Patrick Stewart) aufgebaut und trainiert. Ihre Mission ist es, einen ehemaligen Schüler Xavier’s, den Mutanten Magneto, aus dem Verkehr zu ziehen, für den Seinesgleichen die einzig legitime Lebensform sind, um auf dem Planeten Erde zu herrschen, dementsprechend will er das Kräfteverhältnis umkehren. Den X- Men gelingt es jedoch, diesen Plan zu vereiteln und Magneto ins Gefängnis zu stecken. Um ihm eine Flucht unmöglich zu machen, besteht das Gefängnis komplett aus Kunststoff, gegen das Magneto mit seiner Fähigkeit, Metall zu verformen, machtlos ist. Auch wenn Magneto (Sir Ian McKellen) in diesem gläsernen Käfig gefangen ist, so ist er nicht etwa hilflos, sondern nutzt im nun daran anschließen-den zweiten Teil seine bescheidenen Möglichkeiten, um sich zu rächen und seinem telepathisch sehr mächtigen Erzfeind Professor Xavier (Patrick Stewart) das Leben schwer zu machen. Dabei kommt ihm der reiche Ex- General namens William Stryker (Brian Cox) gerade recht, der sich – bedingt durch einen von Mutanten ausgeführten Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten - der erbitterten Jagd auf die Mutanten verschrieben hat.
Doch dieser Hass, der nicht von Machtgier, religiösem Fanatismus oder Neid genährt wird, hat viel tiefere Wurzeln, als auf den ersten Blick deutlich wird. Und so lässt er sich bereitwillig von Magneto benutzen, der ihm alles erzählt, was er vorher von Xavier über die Mutanten erfahren hat und Stryker somit genug Material gibt, um auf höchster staatlicher Ebene gegen diese 'Bedrohung der Menschheit' vorzugehen. Unterdessen haben sich die Mutanten um Professor Xavier kontinuierlich weiterentwickelt und nicht nur ihre Kräfte und Fähigkeiten verbessert, sondern auch die zwischenmenschlichen Beziehungen zueinander vertieft. Im Kampf gegen eben jenen Stryker treffen Storm (Halle Berry), Cyclops (James Marsden), Wolverine (Hugh Jackman) und Rogue (Anna Paquin) zusammen mit den anderen Mutanten auf neue und nicht minder gefähr-liche Gegner, die ihnen stückweise ihre eigenen Grenzen aufzeigen.
..:: Umsetzung ::..
Das Geschäft mit den Filmversionen verschiedener Comics boomt. Von Batman über Superman und Spiderman bis hin zum Daredevil wurden inzwischen einige dieser Helden benutzt, um ihre Abenteuer nicht mehr nur auf das Papier zu beschränken, sondern sie auch im Massenmedium Film zu präsentieren. Doch vor allem die neueren Verfilmungen orientieren sich dabei an Regisseur Bryan Singer und seinen X-Men. Erst nachdem diese die Kinos erobert hatten, wollten auch Spiderman und der Daredevil nicht mehr dahinter zurück stehen.
Die "X-Men" sind eine sehr erfolgreiche Comic- Reihe aus dem Hause Marvel Comics, die sich nach anfänglichen Umsatzschwierigkeiten in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts zu einer der erfolgreichsten Comicserien gemausert hat, mit etwa 30 Millionen verkaufter Hefte pro Jahr. Nach dem grandiosen Erfolg des ersten Kinofilms – immerhin belief sich schon das weltweite Einspielergebnis am Startwochenende nahezu auf Produktions-kostenniveau - war es für Regisseur Bryan Singer ("Die üblichen Verdächtigen") natürlich unabdingbar, sich erst einmal mit seiner Crew zurückzuziehen, um ganz in Ruhe an einem noch spektakuläreren zweiten Teil zu arbeiten. Letztendlich hat es über 2 Jahre gedauert, aber das Ziel zu erreichen ist ihm, wie ich finde, voll und ganz gelungen.
Ein wichtiger Aspekt war auch, einen eigenständigen Film zu schaffen, der vom Publikum nicht verlangt, den vorherigen Teil gesehen zu haben. So wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, um dem selbst gesetzten Schaffenshorizont Stück für Stück näher zu kommen. Nach einem Budget von 75 Millionen Dollar, das für den ersten Teil zur Verfügung stand, konnte man diesen Betrag dank überzeugter Geldgeber nun auf über 100 Millionen Dollar aufstocken und "aus den Vollen schöpfen", wie Bryan Singer sagt. Als erstes mietete man eine riesige Lagerhalle in Vancouver in Kanada und auf einer Fläche von mehr als 320000 Quadratmetern wurde der größte Studiobau Nordamerikas verwirklicht, wie das Team nicht ohne Stolz zugibt. Hier schuf man in einem halben Jahr mit über 300 Technikern und Schreinern die Welt der X-Men. Durch diese sich eröffnenden Möglich-keiten wird der Zuschauer mit eigens dafür entwickelten Spezial- Effekten bombardiert und einer Story konfrontiert, die viel komplexer ist, als man dies noch im ersten Film vorfand. Man kann sagen, daß im ersten Teil nur geprobt wurde, um jetzt die Kür abzuliefern.
Alles ist etwas größer und beeindruckender im zweiten Teil dieses Spekta-kels: war "X-Men" noch 100 Minuten lang, so ist "X-Men 2" schon um über eine halbe Stunde erweitert wurden, um noch mehr Spielraum zu haben; es gibt von Anfang an viel mehr Action und auch innovative und noch faszinierendere Effekte, was nicht zuletzt dem schon für Jennifer Lopez' Psychothriller "The Cell" verantwortlich zeichnenden Guy Hendrix Dyas und seinem Produktionsdesign sowie der zur Verfügung stehenden Computer-technik zu verdanken ist, mit der viel von dem realisiert werden kann, was in der Realität, mit herkömmlichen Mitteln nicht möglich ist. Aber auch Gefühle kommen in diesem Film nicht zu kurz, denn es wird viel intensiver auf die Charaktere an sich eingegangen. Im ersten Teil nur vorgestellt und wie sie zur Truppe der X-Men kamen, erfahren wir nun etwas über ihre individuelle Geschichte und ihren Lebensweg, ihre Suche nach Antworten, nach sich selbst. Ihren Namen haben die X-Men übrigens von ihrer Besonderheit, dem manipulierten bzw. mutierten X-Gen.
Jean Grey (Famke Janssen), die über telepathische und telekinetische Kräfte verfügt, muß sich nicht nur über ihre Emotionen klar werden, sondern sich auch einer neuen Herausforderung stellen. Dann wäre da noch Storm; auch sie, die sich hier im X-Craft, dem Flugzeug der X-Men, einen heißen Kampf mit zwei Kampfjets liefert, hat sich wesentlich weiterentwickelt und ihre Fähigkeiten verbessert. Das Gleiche gilt auch für Cyclops und Wolverine, der sich auf die Suche nach seinen Wurzeln und dem Geheimnis seiner auf einem Adamantium- Körperskelett beruhenden Mutation begibt. Rogue dagegen, die im ersten Teil noch sehr verstört und ängstlich war – schließlich ist sie eine Mutantin, die durch Wände gehen und durch ein-fache Körperberührung töten kann, was ihrer sozialen Entwicklung nicht gerade zuträglich ist – hat sich zu einer selbstbewußten jungen Frau entwickelt, die nicht mehr mit ihrem Schicksal hadert. Durch eine uner-wartete Begegnung mit einem anderen Mutanten lernt sie ganz neue Seiten an sich kennen.
Doch es gibt auch einige charakterliche Neuzugänge, welche die Ge-schichte mit ihren verschiedenen Facetten würzen. Da wäre zum einen Lady Deathstrike (Kelly Hu), die in gewisser Weise eine weiterentwickelte und verbesserte Version von Wolverine und seinen Scherenhänden darstellt. Das Prinzip der Teleportation, sprich: das Auflösen von Materie mit anschließender Rekonstruktion an einem anderen Ort, wurde in diesem Fortsetzungswerk ebenfalls verarbeitet, und zwar in Gestalt des Mutanten Nightcrawler (Alan Cumming), der sich nach Belieben von einem Ort zum anderen teleportieren kann und dabei am Ursprung nur eine schwarze Wolke hinterläßt.
Letztendlich wird auch dem Nachwuchs mehr Aufmerksamkeit geschenkt. So kommt in "X- Men 2" mehreren jugendlichen Mutanten größere Be-deutung zu, da auch ihre Zukunft sehr vielversprechend ist. Auf der einen Seite wäre da der Iceman (Shawn Ashmore), der Materie verfestigen bzw. in Eis verwandeln kann. Davon profitiert nicht nur die Katze der Familie. Auf der anderen Seite spielt Pyro (Aaron Stanford) – wie der Name schon sagt – gerne mit Feuer und manövriert sich damit in manch prekäre Lage. Doch wer in "X- Men 2" nur den Kampf zwischen Gut und Böse oder zwi-schen Mutanten und Menschen sieht, der schabt lediglich an der Ober-fläche und läßt sich zu sehr von Action und Effekten blenden. Vielmehr geht es in "X- Men 2" auch um den ewigen Konflikt des humanen Mit-einanders, die Überwindung von Vorurteilen, Rassismus und Intoleranz gegenüber dem Anderen. Jeder sollte als Lebewesen eine Gleichbehand-lung erfahren, die unabhängig von Herkunft oder genetischer Abstammung ist.
Diese Einstellung wollen auch die X-Men der Öffentlichkeit nahe bringen und ihr zeigen, daß eben nicht alle Mutanten bösartig sind, sondern daß es wie auch bei den Menschen die berühmten Ausnahmen von der Regel gibt. Sie sind vielmehr der Ansicht, daß Mutanten die notwendige und obendrein natürliche nächste Stufe auf der Leiter der menschlichen Evolution sind und nicht nur Monster, deren Existenz um jeden Preis beendet werden muß. Sie bemühen sich um eine friedliche Koexistenz mit den Menschen. Doch sie müssen feststellen, daß dies nicht so einfach ist. Im Gegenteil, durch den Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten sehen sich sämtliche Mutanten plötzlich der Gefahr ausgesetzt, völlig vom Planeten getilgt zu werden, dementsprechend müssen sie darauf reagieren. So kommt es unter anderem zu einer unfreiwilligen Allianz zwischen den X-Men und ihrem Erzfeind Magneto und dessen rechter Hand Mystique (Rebecca Romijn-Stamos), die aber auch eigene Ziele verfolgt.
Daß das Spektakel "X-Men 2" nicht nur ein weiterer mit visuellen und technischen Effekten und einer politischen Botschaft ausgestatteter Blockbuster ist, dafür sorgen wie schon im ersten Teil Schauspielgrößen wie die Golden Globe- Gewinner Patrick Stewart und Sir Ian McKellen mit ihrer langjährigen und vielfältigen Theatererfahrung sowie die Oscar- Preisträgerinnen Halle Berry und Anna Paquin. Man hat teilweise den Eindruck, daß gerade Patrick Stewart und Sir Ian McKellen durch ihre jahrzehntelange Erfahrung am Theater geradezu prädestiniert sind, der Story durch ihr Spiel den entsprechenden Tiefgang zu geben.
Aber auch im Körper ihrer Charaktere liefern alle Beteiligten das passende Gegengewicht zu der sehr effektlastigen Umgebung. Manche Zuschauer mögen die Lösungen einiger Geheimnisse vermissen, die man noch in den Film mit hätte einbauen können, doch kann getrost darauf verwiesen werden, daß dies dann sehr wahrscheinlich im dritten, auch schon geplanten Teil gelüftet wird – schließlich haben Patrick Stewart und andere schon vor Drehbeginn von "X-Men" für drei Filme unterschrieben.
..:: Die Darsteller ::.. Patrick Stewart, hauptsächlich als Captain Picard im Raumschiff Enterprise unterwegs oder um "Excalibur" kämpfend, fühlt sich eigentlich mehr auf den Theaterbühnen dieser Welt zu Hause. Als genetisch mutierter Mensch Professor Xavier sorgt er unter dem Deckmantel einer Begabtenschule für die Förderung der Fähigkeiten junger Mutanten. Hier zeigt er wieder einmal seine Vielfältigkeit und Wandlungsfähigkeit – vom Shakespearedarsteller zum Mutantenlehrer. Dies gelingt Patrick Stewart vor allem deswegen so glaubhaft, weil er die Charaktere, die er verkörpert, immer wieder auch insofern manipuliert, als daß sich in ihnen seine eigenen Ideale und Weltanschauungen manifestieren.
An seiner Seite spielt das holländische Ex-Model Famke Janssen die Telepathin Jean Grey, die gleichzeitig seine rechte Hand ist. Bekannt geworden durch ihre Rolle der im wörtlichen Sinne männermordenden Gegenspielerin von James Bond in "Golden Eye", arbeitete sie mit Patrick Stewart auch schon bei "Raumschiff Enterprise – Die nächste Generation" zusammen. Als Jean Grey scheint sie sich ihrer wahren Fähigkeiten noch nicht ganz klar zu sein und bringt dies auch entsprechend zum Ausdruck. Zudem wird sie immer mehr emotional in Anspruch genommen, da sie gleich von zwei Männern, sowohl von Cyclops als auch von Wolverine begehrt wird. Ich finde, daß sie hier einen sehr souveränen und vielschichtigen Auftritt hinlegt. Die Herrschaft über Wind und Wetter hat Storm inne, die als ägyptisches Waisenkind von Professor Xavier aufgenommen und von Oscar- Preis-trägerin Halle Berry ("Monster's Ball") verkörpert wird. Die Ex- 'Miss Ohio', die vorher schon dem "Last Boyscout" Bruce Willis zur Seite stand, unter-stützt in "X-Men 2" mit ihrer Macht über die Elemente vornehmlich ihre Mitstreiter, wie das auch schon im ersten Teil der Fall war, entwickelt sich aber auch selbst weiter. Für mich immer noch etwas gewöhnungsbedürftig ist auch hier die Tatsache, daß sie mit einer schneeweißen Haarpracht gesegnet ist, die aber noch einmal unterstreichen soll, in welche Richtung sie mutiert ist.
Wolverine ist sicher eine der faszinierendsten Figuren, die sich im Kreise der X-Men tummeln. Er zeigt Gefühle, empfindet aber auch Schmerzen, nämlich jedes Mal, wenn seine Krallen zum Einsatz kommen. Zudem verfügt er über außergewöhnliche Selbstheilungskräfte, was ihn letztend-lich praktisch unverwundbar macht. Darüber hinaus ist er auf der Suche nach sich selbst. Er kann sich nicht im Geringsten daran erinnern, was früher mit ihm geschah bzw. wie er zu dieser keineswegs natürlich entstandenen Mutation gekommen ist. Der Australier Hugh Jackman, der schon zusammen mit John Travolta versuchte, das "Password: Swordfish" zu knacken, ist meiner Meinung nach die ideale Besetzung für die Rolle dieses animalischen Mutanten. Anna Paquin ist nach Shirley Temple die zweitjüngste Oscar- Preisträ-gerin. 1993 erhielt sie diesen Preis für die Beste Nebendarstellerin in ihrem ersten Film "Das Piano". Auch ihr Bemühen, als "Amy und die Wildgänse" eben jenen mittels eines Ultraleichtflugzeugs das Fliegen beizubringen, ist mir noch sehr gut in Erinnerung. Als Rogue kam sie eher durch Zufall zu den X-Men, nachdem sie eine beängstigende Entdeckung über sich selbst machte. Im ersten Teil noch ziemlich unbeholfen und manipulierbar, hat sie sich nun um Einiges weiterentwickelt, was der Figur sehr zu Gute kommt.
James Marsden ("Dich kriegen wir auch noch!") spielt wieder den Cyclops, einen Mutanten, der mit Hilfe seiner Augen Laserstrahlen verschießen und Wände sprengen kann. Um diese Fähigkeit nur im Kampf einzusetzen, ist er gezwungen, über die gesamte Zeit eine entsprechende Schutzbrille zu tragen. Er versteht sich nicht besonders gut mit Wolverine, da er das Gefühl hat, daß dieser ihm die Freundin ausspannen will. Trotzdem hält ihn dies nicht davon ab, seinen Teil im Team der X-Men zu erledigen. Für James Marsden, der bisher vor allem in diversen Sitcoms mitgewirkt hat und auch schon auf der "Interstate 60" unterwegs war, ist diese Rolle zweifellos die bisherige Krönung seiner Karriere. Für Aaron Stanford ist der Part des Pyro seine dritte Filmrolle, nachdem er bisher neben Sigourney Weaver oder Woody Allen vor der Kamera stand. Pyro ist ein junger, ungestümer Mutant, der seinem Verhalten nach wohl eher für Magneto’s Zwecke in Frage käme. Schließlich prahlt er gerne mit seinen Fähigkeiten und ist aufsässig, denn er sieht sich in gewisser Weise auch als etwas Besseres. Durch das Einwirken von Professor Xavier und den X-Men kann er jedoch vom falschen Pfad abgehalten werden. Für mich ist er als Filmfigur weniger gelungen.
Neben ihm verkörpert Shawn Ashmore, der bisher vor allem in "Katts and Dogs" und "Smallville" zu sehen war, den zweiten jugendlichen Mutanten namens Iceman, der Rogue schon im ersten Teil mit seinen Kräften beein-drucken wollte. Für sie wird er im Verlauf des Films noch eine nachhaltige Rolle spielen. Doch auch die Gegner der X-Men sollten nicht vernachlässigt werden, allen voran Magneto, der von Sir Ian McKellen verkörpert wird. Wie auch sein Widersacher Patrick Stewart gehört Sir Ian McKellen zur Riege der renommierten Shakespeare- Darsteller. Daß er neben dem Theater auch zu ganz anderen Leistungen fähig ist, bewies der Golden- Globe- Gewinner zum Beispiel in "Shadow und der Fluch des Khan" oder als schrulliger Zauberer Gandalf in der "Herr der Ringe"- Trilogie. Als Mutant Magneto, der das Vernichtungslager Auschwitz überlebt hat, verkörpert er den fehlgeschlagenen Versuch von Professor Xavier, dessen Fähigkeiten für positive Zwecke nutzbar zu machen, was ihm auf eine sehr beängstigende Weise gelingt.
An seiner Seite kämpft Brian de Palma's "Femme Fatale" – Rebecca Romijn-Stamos. Sie haucht der Figur Mystique Leben ein, der wandlungs-fähigsten aller Mutanten, die jedwede Gestalt annehmen kann. Daß sie diese Fähigkeit erst recht für die Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse einsetzt, bekommt vor allem Wolverine sehr deutlich zu spüren. War die Metamorphose schon im ersten Teil ausgefeilt, so sucht sie nun ihres-gleichen, wodurch ihr Auftritt umso faszinierender wird. Der schottische Schauspieler Alan Cumming dagegen mimt den deutschen, in einem Wanderzirkus aufgewachsenen Mutanten und Terroristen Night-crawler, der den Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten verübt. Nach "Eyes Wide Shut" und "James Bond – Golden Eye" dürfte dies das bisher aufwendigste Engagement für ihn sein, denn seine Rolle ist meiner Meinung nach sowohl charakterlich als auch visuell sehr beeindruckend. Immer-hin verbrachte er allein in der Maske täglich mehrere Stunden, damit man ihm die aufwendigen Tattoos und die Körperfarbe auftragen konnte.
Brian Cox spielt den Mutantenhasser Gen. William Stryker, der von Magne-to benutzt wird, um die Mutanten um Professor Xavier aus der Reserve zu locken. Dabei geht Stryker sehr brutal und rücksichtslos vor. Hier gelingt es Brian Cox wieder einmal, den Zuschauer von der abgrundtiefen Bösar-tigkeit seiner Figur zu überzeugen. Übung genug hat er ja, nachdem ihm schon in Blockbustern wie "Rob Roy", "Braveheart" und "The Bourne Identity" sowie "The Ring" tragende Rollen zukamen. Kelly Hu letztendlich zeigt als Lady Deathstrike, daß Wolverine nur eine Art Prototyp war, der für ihre Fähigkeiten Pate stand. Groteskerweise ist die Mutantin auch noch Gen. Strykers Assistentin. Wenn auch bei uns bisher eher unbekannt, kann Kelly Hu doch schon auf eine bemerkens-werte Karriere zurückblicken. So stand sie in "The Doors" vor der Kamera, spielte an der Seite von "Harley Davidson und der Marlboro Man" oder entführte uns zusammen mit dem "Scorpion King" nach Äqypten. Für "X-Men 2" erlernte sie sogar einen neuen Kampfstil, der eine Mischung verschiedener Kampfsportarten ist.
..:: Fazit ::..
Wie schon am Anfang erwähnt, bin ich der Meinung, daß es Bryan Singer mit "X-Men 2" voll und ganz gelungen ist, einen würdigen und sogar noch besseren Nachfolger zu drehen. Mit wesentlich mehr Möglichkeiten zeigt er den Kampf der Mutanten gegen das Böse auf, aber auch die Entwick-lung der einzelnen Charaktere wird weiter vorangetrieben. Daß dies aufgrund der Fülle von Personen nur in beschränktem Maße mög-lich ist und durchaus auch intensiver hätte geschehen können, ist ein Punkt, den sich der Film trotz Allem negativ anlasten lassen muß. Aber ich vermute, daß es sich hierbei um ein Kalkül handelt, das den Erfolg eines geplanten dritten Teils schon jetzt implizieren soll. Was den Sound an-geht, so hätte ich von einem solchen Film ein bißchen mehr erwartet. Dieser bleibt stattdessen hinter den Erwartungen zurück.
Auch wer vorher nichts mit Mutanten und/oder Comic- Figuren zu tun hatte, wird mit "X-Men 2" mehr als zufrieden stellend bedient, denn es handelt sich hierbei um einen eigenständigen Film, der keinerlei Vorkennt-nisse erwartet. Die zu Beginn des Films auftauchenden Überleitungen werden erklärt und Wissenslücken somit vermieden. Nichtsdestotrotz handelt es sich hier um einen wirklich sehenswerten ***** - Film, der nicht nur für Comic- Fans, sondern auch für Liebhaber eines unterhaltsamen Filmabends geeignet ist ...
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23.02.2005 13:17
Ich fand den klasse - besonders Hugh Jackman *seufz* Liebe Grüße, Elena
12.08.2003 14:40
Auf deine Filmkritik kann man sich wirklich verlassen. Ich brauche nicht mehr und nicht weniger dazu zu sagen.
08.06.2003 15:56
woooow, wieder so nen megabericht..ich hab den film leider noch nicht gesehen aber werde das bald nachholen, soll ja wirklich bessser sein als der erste, gruss plinke