Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
YPS ist wieder da - zumindest ansatzweise . |
| Kontra: |
Wenn schon klassische Gimmicks neu aufgelegt werden, hätte ich mir in der Startausgabe anstelle der Geldmaschine zum Auftakt den Solar - Zeppelin oder die Urzeitkrebse gewünscht . |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Das war wohl schon immer so. Oder ist es doch wenigstens seit dem siebten Schöpfungstag. Seither wiederholt sich alles: Abends geht die Sonne wech, am nächsten Morgen kommt se wieder. Wir erinnern uns: Selbst eine Neujahrsansprache des Bundeskanzlers wurde vor Jahr und Tag wiederholt ausgestrahlt - nicht am gleichen Abend, sondern um ein Jahr versetzt. Mit anderen Worten: Was das ZDF seit Jahr und Tag planvoll und mit Absicht tut, geschah hier aus Versehen.
Der Tag wird kommen, an dem "Twix" wieder "Raider" heißen wird - und sei es nur für kurze Zeit ("Neu und nur in diesem Winter: "Twix" heißt jetzt "Raider"!) Bis es soweit ist, werde ich täglich ein Tässchen Tri Top trinken, meine Haut mit Creme 21 pflegen und, vielleicht, "Yps" lesen: Ab heute gibt es nämlich "Yps". Wieder. Prinzipiell jedenfalls, denn die Fachkraft für Tabakwaren und Printerzeugnisse im Geschäft ums Eck war heute morgen sichtlich so gar nicht im Thema. Tatsächlich sprach der Blick der Dame Bände, und der erste Satz des Vorwortes lautete: Hören Sie mal, was ist denn das für ein saudämlicher Name!? Verarschen kann ich mich alleine!
Ich habe mich deshalb beeilt, zu versichern, dass es mir durchaus ernst ist und etwas von einer Zeitschrift für Kinder erzählt, die es jetzt wieder gebe. Die freundliche Spezialistin für von Staats wegen erlaubte Suchtmittel und den Vertrieb von Altpapier-Rohstoff sicherte zu, sie wolle mal nachfragen.
Pfff! Und so was schimpft sich nun Fachhandel. Keine Sweet Afton im Sortiment, keine Players, kein Yps. Taler, Taler, du musst wandern. In ein anderes Geschäft.
Nummer Zwo hatte "Yps" zwar schnöde im untersten Regal versteckt, zeigte sich dafür aber durchaus fachkundig, als ich zwei der drei ausliegenden Exemplare aufkaufte (eines kriegt meine Chefin: Immerhin liegt der 2005er-Yps-Erstausgabe eine "Geld-Maschine" bei - vielleicht hat die Geste ja positiven Einfluss auf mein Gehalt?) und hatte auch gleich die in meinen Augen richtigen Aussagen parat: Schön, dass es "Yps" wieder gebe, unverständlich, dass man das Erscheinen überhaupt je eingestellt habe, als Kind habe er sich das immer gekauft. Ich habe geantwortet, wie sich's unter "Yps"-Agenten gehört: mit dem Kennwort "Urzeitkrebse" (die ich selbst freilich nie hatte, weil der Kauf von "Yps" von elterlicher Seite weder befürwortet noch bezuschusst wurde. Der von Ausgaben mit so fiesem Zeuch schon gar nicht. Basta!)
Danach, im Hubschrauber zur Arbeit, habe ich mein "Yps"-Exemplar aus seiner Umverpackung befreit und das Heft mal angeblättert und mich dabei an jenen fernen Tag zurückerinnert, an dem "Yps" zum ersten Mal die Bildfläche betrat. Damals hieß der Euro noch Deutschmark, war nominell in etwa halb so viel wert wie heute, hatte dabei aber doch mehr Kaufkraft und dementsprechend war das "Yps" zu Zwomarkfuffzich wohl tatsächlich teurer als die heutige Ausgabe zu € 2,99. Und natürlich war in der Ausgabe, der ein pleonastisch als "Schleuder-Katapult" bezeichneter Bausatz beilag, Yps noch ein Tier, das man "am Ende mit ,h'" schreibt: Känguruh. Heute ist das Maskottchen, dem die Zeitschrift mit Gimmick ihren Namen verdankt, ein Känguru; und seit dem Juni 2005 gibt's im Berliner Zoo sogar ein Känguru, das auf den Namen "Yps" hört: Die Redaktion hat, so steht's im Heft zu lesen, die Patenschaft übernommen.
Und was steht bzw. steckt sonst so drinnen im neuen "Yps"? Fangen wir mal mit dem an, was nicht drin ist: Werbung. Abgesehen vom kleinen, subtilen Hinweis, dass das Gehege von Känguru "Yps" natürlich nicht betreten werden könne und der Eintritt in den Zoo natürlich kostenpflichtig sei, ist "Yps" werbefrei. Falls das Blatt sich mittel- bis langfristig im Zeitschriftenmarkt behaupten können und sich am Werbeanteil etwas ändern sollte, erwarte ich natürlich, dass die Werbekunden die Motive und Texte ihrer Anzeigen entsprechend anpassen: Bitte die Frisuren, Modeausdrücke ("astschocke!") und am besten auch die Produkte von gestern - ich bin's ja schließlich auch.
Womit wir auch schon bei der Frage wären, die nicht nur für die Fans von "Yps", sondern natürlich auch für die Redaktion von "Yps" interessant ist: Wird "Yps" sich halten können? Wird "Yps" langfristig seine Käufer finden? Radio Eriwan antwortet: Im Prinzip ja.
Der "Yps"-Relaunch versucht natürlich insofern die Quadratur des Kreises, als es mehrere Gruppen potenzieller Käufer für die Zeitschrift gibt. Zum einen sind da die "Ü 30"-Party People, die mit "Yps mit Gimmick" aufgewachsen sind - sozusagen die erste Generation Yps. Leute wie mein Zeitschriftenverkäufer oder auch die Comedians Hannes Bender und Atze Schröder: Letztere begegnen uns auch im Heft, und da dürfen sie natürlich ein bisschen was zu ihren eigenen "Yps"-Erinnerungen erzählen. Dass Ulknudel Hannes Bender auf sein Programm "Generation Yps" und die passende CD dazu verweisen darf, empfinde ich übrigens nicht als Schleichwerbung, sondern als vollkommen legitimen wie logischen thematischen Brückenschlag.
Atze Schröder gibt's im neuen "Yps" sogar als Comic-Figur, und ich muss zugeben: über die Seite, auf der Schröders alter ego auftritt, habe ich schmunzeln müssen (etwas, das mir bei den Auftritten von Schröders Ey-Alter-Ego eher selten passiert). Neben Atze begegnen uns diverse andere Comic-Helden - einige waren für mich alte Bekannte (Cowboy Lucky Luke zum Beispiel, der hier noch der gute alte Lucky Luke ist, dem sogar - festhalten! - noch ganz non-pc eine Zigarette und kein Grashalm aus dem Mundwinkel hängt), andere wie z.B. den Jungen Titeuf (mein Eindruck: eine Art französischer Calvin ohne Hobbes) kannte ich bisher bestenfalls dem Namen nach.
Hier drückt auch der Kinderschuh etwas, finde ich: Die vielen zugekauften Comics machen das Blatt zwar bunt und abwechslungsreich, und vieles von dem, was ich da gesehen habe, war mir auf Anhieb sympathisch. Wo Inhalte nicht übernommen werden, sondern die Marke "Eigenbau" heißt, hapert's in meinen Augen noch - ein Problem, das schon das deutsche "MAD" hatte. Konkret heißt das zum Beispiel: die Qualität der Zeichnungen auf den eigenen redaktionellen Seiten liegt um Lichtjahre unter der der diversen Comics. Die ungelenk wirkenden Karikaturen, mit denen man den "Harry Hurtig"-Krimi zum Mitraten illustriert hat, würden im schulischen Kunstunterricht der Mittelstufe bestenfalls mit einer "3 +" abschneiden. Auch andere Inhalte sind in meinen Augen oft eher gut gemeint als gut gelungen: die kleine Zitate-Sammlung rund ums Thema "Geld" kann sich nicht ganz entscheiden, ob sie nun eher lustig oder belehrend sein möchte, unter den Witzen finden sich ein paar Klassiker, die ich neulich erst wieder in irgendeiner TV-Comedy gehört habe (auch hier: nihil novi sub sole), und ob eine "Alien-Tarn-Maske zum Ausschneiden" die Kids von heute wirklich begeistert, weiß ich auch nicht.
So ist vieles am neuen "Yps" Verlegenheitslösung, Kompromiss und erkennbares Bemühen darum, es möglichst vielen recht zu machen; unter anderem auch denen, die, wie wir dank Ede Stoibayer nun endlich wissen, durch die Bank blöd und frustriert sind - nein, hier sind natürlich nicht die smarten Freistaatler südlich des Weißwurstäquators gemeint, sondern die dummen Kälber aus Neufünfland, die "Yps" mit dem "Abrafaxe"-Strip bedient.
Mein Eindruck unterm Strich: Gute An- und Vorsätze erkenne ich allemal, und ich gebe zu, dass die Redaktion auch keine ganz leichte Aufgabe hat. Sätze wie die in der Gewinnspielaufgabe sind symptomatisch: "Wann erschien die erste Ausgabe von "Yps"? Echte Fans wissen es oder finden es heraus!" Jeder zweite Satz mit eigener redaktioneller Aussage erzeugt in meinem Ohr ein Echo, das sich mal wie "Sonst frag doch mal Papa oder Mama!", mal wie "Die Älteren unter Ihnen werden sich noch erinnern" anhört. Aber so ist das eben, wenn man nach fünf Jahren Pause neu erscheint und an alte Traditionen anknüpfen will: Man versucht nach Kräften, es allen recht zu machen - und das geschieht natürlich auf Kosten des Profils.
Das ist es, was mir an "Yps" noch fehlt, und hier muss die Redaktion m.E. noch ganz viel Energie entwickeln: "Yps" war und ist für viele Thirtysomethings sicherlich die Grande Dame unter den "Zeitschriften mit Beilage". "Yps mit Gimmick" - das war damals einmalig, und in meinen Augen ist das ein Pfund, mit dem sich auch in einer Zeit noch wuchern lässt, in der jeder zweiten Zeitschrift eine CD, eine DVD, ein Scherzartikel oder eine Produktprobe beigelegt wird. Allerdings sollte die Redaktion sich m.E. nicht allzu sehr auf den Glanz der Kultmarke "Yps" (Wo sind eigentlich die passenden Fan-Artikel? Bitte schleunigst nachbessern!) verlassen - vor allem nicht, solange die Reverenz an klassische "Yps"-Inhalte sich in einem kurzen Comic mit dem Känguru-Maskottchen erschöpft: Ich nehme an, nicht nur mir fehlen Yinni & Yan sowie ein paar andere gute alte Bekannte. Mein Tipp würde mithin lauten: Mehr Mut zu eigenem Profil - und den Stier ruhig bei den Hörnern packen! Zum Beispiel, indem man das Thema "alte und neue Yps-Fans" noch etwas offensiver angeht: Warum nicht gleich eine Seite oder eine Doppelseite unter dem Motto "Yps Classics"? "Yps" ist nicht "neu" - "Yps" ist "jetzt wieder neu" - und das darf, nein, muss seinen Niederschlag auch im Blatt finden. Das ist sicherlich auch der Redaktion klar - die muss jetzt nur noch an der Form feilen, wie man den Balanceakt zwischen altem und neuem "Yps" so gekonnt absolviert, dass das Heft nicht schnell abstürzt.
Wo ist übrigens die Rubrik, in der Leser darüber abstimmen können, welches "Classick Gimmick" in einer der nächsten Ausgaben neu aufgelegt wird? Jede Wette: der Solar-Zeppelin ist auch im neuen Jahrtausend ein Renner.
Und die Urzeitkrebse?
Die müssen natürlich auch wieder her. Allein schon für die Kinder, denen das tierische Gimmick damals von den Eltern verboten wurde ("Solange du deine Füße unter meinen Tisch streckst, kommen mir keine Urzeitkrebse ins Haus!"). Mit anderen Worten: für mich. Und wenn's die nur in einer von jährlich vier Yps-Faksimile-Sammler-Ausgaben für Abonnenten gibt, dann beziehe ich "Yps" halt im Abo.
So, liebe Red. - ist das bei euch angekommen? Falls ja: meine Adresse fürs Dankeschön-Gratisabo gibt's auf Anfrage.
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Urzeitkrebse, Marsflöhe und ein trauriges Ende
Bewertung für YPS (Zeitschrift) von
U008710
Pro: Tolle Comics, tolle Gimmicks - damals.
Kontra: Nur noch ein Schatten seiner selbst - heute.
...Noch bis Oktober 2000 soll es Yps geben, dann ist Schluss. Das Ende käme schon früher, wenn es nicht so eine lange Vorlaufzeit durch die Produktion der Gimmicks gäbe... Inzwischen wird von einem neuen Neustart in 1 bis 2 Jahren gemunkelt, den das Comicst ...
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sehr hilfreich
27.08.2000
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How To Make Love In A Solarzeppelin
Bewertung für YPS (Zeitschrift) von
diva68
Pro: Comics, Gimmicks, Kult
Kontra: Preis
Ich werde dieses Bild einfach nicht los. Seit ich acht Jahre alt bin, hat sich mir diese Zeichnung ins Gedächtnis gebrannt: Mann und Frau knien einander zugewandt im Schatten der untergehenden Sonne irgendwo in den Rocky Mountains. Die Bildunterschrif ...
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sehr hilfreich
11.02.2004
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Wo sind die kleinen Detektive geblieben
Bewertung für YPS (Zeitschrift) von
GeNeTiX
Pro: Einfach Kult! Interessante Beschäftigung!
Kontra: Naja, ein bißchen "buggy", wie das heutige Computerkiddy wohl sagen würde...
Yps ist tot? Keine Urzeitkrebse mehr, die selten größer wurden, als einige Millimeter, bevor sie das zeitliche segneten? Keine eckigen Tomaten und Ostereierbäume, keine Solarzeppeline, die meistens schon nach dem Aufblasen die ersten Löcher hatten, und ke ...
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sehr hilfreich
12.10.2000
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Das traurige Ende einer schönen Zeitschrift
Bewertung für YPS (Zeitschrift) von
Vegacom01
Pro: für Kinder war´s einfach das größte
Kontra: die Gimmicks hielten nicht sonderlich lange, zumindest bei mir
YPS... das war DIE Zeitschrift in meiner Kindheit, für die ich mein spärliches Taschengeld ausgab. Das YPS-Heft war immer in eine Folie eingeschweißt, damit das sog. "Gimmick" nicht rausfiel. Jede Woche war was anderes drin. Für Die unter Euch, die´s ...
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sehr hilfreich
10.10.2000
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Und sie waren doch KULT
Bewertung für YPS (Zeitschrift) von
knuthe
Pro: Dinge des Lebens wurden kindgerecht erklärt
Kontra: Wird wohl noch in diesem Jahr vom Markt genommen
......die Gimmiks zum Basteln und einfach herum experimentieren. Gemeint ist natürlich YPS, das (fast) geniale Kinder- und Jugendheft.
Wohl jeder, der wie ich Mitte 30 ist, wird sich wohl an YPS erinnern. Auch ich gehöre zu denjenigen, die von den paar Ma ...
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sehr hilfreich
09.10.2000
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