Erfahrungsbericht über

Yakumo Mega-Image IV

Gesamtbewertung (62): Gesamtbewertung Yakumo Mega-Image IV

 

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Wenn sie Strom kriegt ist sie top!

4  03.04.2003

Pro:
Gute Ausstattung und sehr preisgünstig

Kontra:
Gesamte Stromversorgung

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Verarbeitung

Ausstattung

Bildqualität

Akkulaufzeit

Bedienung

mehr


freestyler02

Über sich:

Mitglied seit:23.03.2003

Erfahrungsberichte:3

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 58 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Wohin nur mit dem restlichen Weihnachtsgeld? Diese Frage stellte sich mir im Januar. Eine Digitalkamera wollte ich auch schon immer haben und so konnte ich dem günstigen Preis der Yakumo Mega Image IV bei eBay (damals ca. 150 EUR) nicht widerstehen. Schließlich kann man bei diesem Preis nichts falsch machen, oder?

1. Installation und erste Schritte

Da der Lieferumfang nich allzu komplex ist, gestaltet sich die Einrichtung und Installation der Kamera absolut unproblematisch. Einfach die (mitgelieferten) Batterien einsetzen, evtl. vorhandene SD-Speicherkarte einsetzen (optional) und formatieren, Sprache einstellen - fertig. Auch die Software-Installation erweist sich als sehr einfach. Auf meinem System (Windows XP Home Edition) bereitete sie keinerlei Schwierigkeiten. Je nach Auswahl werden Treiber und Bildsoftware komplett installiert. Bei der gesamten Installation wird man von der nicht allzu umfangreichen aber zweckmäßigen, gedruckten Anleitung unterstützt. Mitgeliefert wird PhotoImpression 3.0 von ArcSoft. Ich setze diese Software zwar nicht ein, ein kurzes durchklicken vermittelt aber den Eindruck, daß sie durchaus Ihren Job als Bildbearbeitungssoftware zum schnellen und unkomplizierten Nachbearbeiten tut.

Die Yakumo Mega Image IV sieht übrigens toll aus! Sie ist sehr klein, handlich und auch relativ leicht. Die Cam macht aber vor allem bei den Abdeckungen des Batteriefachs und der Anschlüsse (USB und TV) einen nicht allzu robusten Eindruck. Bis jetzt ist aber noch alles dran.

2. Fotos schießen, Grundsätzliches zur Bildqualität, Auflösungen und Handhabung

Auf den ersten Blick sind die Tasten zur Bedienung etwas unübersichtlich, nach einem kurzen Blick in die Anleitung steigt man aber schnell durch und stellt fest, daß eigentlich alles da ist wo es sein sollte. Der Knopf zum Einschalten befindet sich neben dem großen Auslöser, ferner gibt es Tasten zum Einstellen des Blitzes, der Auflösung und des Selbstauslösers. Neben dem Display befindet sich eine Multifunktionstaste (wie bei diversen Handys -oben - unten - links - rechts) mit der man sich durch die Menüs hangeln kann. Darunter sind noch zwei Tasten mit denen man das Display ein- oder ausschalten sowie zwischen diversen Funktionen wechseln kann.

Bevor allerdings das erste Foto auf dem 1,5" TFT-Farbdisplay erscheint, sollte man sich doch etwas mit der Technik der Kamera auseinandersetzen. Wichtig ist vor allem, die richtige Auflösung zu wählen. Die Kamera unterstützt Auflösen von 1 bis 4 Megapixeln in Stufen von je 1 Megapixel. Doch Vorsicht, optisch leistet das Gerät maximal 2 Megapixel! Woher kommen dann die restlichen Pixel? Ich hab mir das von einem Bekannten erklären lassen. Bilder von über 2 Megapixeln werden interpoliert erstellt. Das heißt wohl, daß die Kamera dem Bild einfach digital zusätzliche Pixel dazurechnet, die optisch nicht erreicht werden. Diese Auflösung ist insofern nicht permanent, als sie z. B. bei einem Ausdruck nicht erhalten bleibt.

Ohne zusätzliche Speicherkarte ist die Kamera mit 8 MByte internem Speicher ausgestattet, das reicht für 4 Fotos mit höchster Auflösung bzw. 25 Fotos mit niedrigster. Bei 2 Megapixeln können 12 Fotos gespeichert werden. Ganz erstaunlich ist hierbei, daß mein Exemplar der Kamera wohl ein Konstruktionsfehler zu sein scheint. Meine Kamera hat 16 MByte internen Speicher. Da bin ich mir ganz sicher. Zunächst passen bei mir jeweils doppelt so viele Bilder in den Gerätespeicher wie oben (bzw. in der Anleitung) angegeben, außerdem erkennt auch Windows 16 MByte Speicher auf dem Gerät. Merkwürdig!

Es empfiehlt sich grundsätzlich, zusätzlich zum Gerätespeicher noch etwas Geld in eine SD-Speicherkarte zu investieren. Ich verwende eine SD-Karte mit 64 MByte Speicher, die mittlerweile schon für ca. 30 EUR zu haben ist. Die Anzahl der maximalen speicherbaren Fotos erhöht sich damit auf 168 (1 Megapixel) über 100 (2 Megapixel) bis immerhin noch 33 (bei 4 Megapixel). Das reicht für jeden normalen Urlaub, wer noch mehr Platz braucht, kann auch Karten mit mehr Speicher wählen.

Welche Auflösung ist die Beste? Nach meiner Erfahrung fährt man mit 2 Megapixeln sehr gut, höhere Auflösungen sehen vor allem auf dem PC-Bildschirm noch besser aus.

Das Gerät kann auf zwei Brennweiten für Portrait- und Landschaftsaufnahmen eingestellt werden. Vorsicht! Wer vergißt, nach einer Portraitaufnahme die Kamera zurück auf Landschaftsaufnahmen zu stellen der kann die Fotos gleich wieder löschen. Sie sind dann von sehr schlechter Qualität und furchtbar pixelig.

Schließlich sollte für Aufnahmen in dunkler Umgebung noch der Blitz zugeschaltet werden. Man kann der Kamera überlassen, ob sie den Blitz verwendet, ihn aber auch permanent zuschalten oder kompelett ausschalten. Das ist auch die Grundeinstellung. Eine Optionen gegen den Augen-Rotreflex existiert nicht. Leider muß der Blitz nach jedem Einschalten der Kamera wieder neu eingestellt werden.

Die Kamera kann mittels Menüführung exakter eingerichtet werden. Das Menü ist recht übersichtlich und größtenteils selbsterklärend. So kann man die Kopensation (Belichtung zur Beeinflussung der Bildhelligkeit) und den Weißabgleich (vorgegebene Optionen Auto, Sonne, Schatten, Wolfram-Beleuchtung, fluoreszierende Beleuchtung) anpassen um die Bildqualität zu erhöhen. Davon sollte man auch unbedingt Gebrauch machen, vor allem bei Aufnahmen in dunkler Umgebung.

Noch kurz ein Wort zum digitalen Zoom der Kamera. Das Gerät bietet kein optisches Zoom, dafür kann das Bild per digitalem Zoom vergrößert werden. Dadurch sinkt meiner Meinung nach die Qualität aber doch merklich, je größer der Faktor (bis zu vier) ist. Das liegt daran, daß das Bild ja nicht wirklich optisch vergrößert wird, sondern nur digital groß gerechnet wird. Logisch, daß bei solchen Aufnahmen schon mal Pixel gut sichtbar werden. Es wird schließlich nur ein Ausschnitt vergrößert, die Gesamtauflösung erhöht sich nicht.

Doch nun gehts endlich ans Fotografieren. Das Motiv kann mittels Display oder Sucher anvisiert werden. Das Display ist völlig ungeeignet bei direktem Sonnenlicht (der Kontrast ist zwar nicht grundsätzlich schlecht aber für solche Situationen ist das Display wohl nicht gedacht) und sehr dunklen Umgebungen. Wer in diesen Umgebungen sein Motiv nicht mit dem Sucher anvisiert, landet nur Zufallstreffer. Das Display schaltet sich übrigens nach 30 Sekunden einfach aus. Man kann es zwar mit einer eigenen Taste wieder einschalten, aber oft braucht man einfach länger als 30 Sekunden, um ein Foto zu machen. Ärgerlich... Schnell abdrücken!

Geschafft. Das Bild erscheint im Display, mehrere Bilder können bequem durchgeblättert werden. Man kann ein Bild oder alle Bilder im Speicher löschen. Dabei kann das TFT-Display aber wirklich nur ein grober Anhaltspunkt sein, oft offenbaren sich optische Mängel erst nach der Übertragung auf den PC.

Grundsätzliches zur Qualität der Bilder: Für eine Digicam in dieser Preisklasse liefert die Yakumo Mega Image IV wirklich sehr ordentliche Bilder bei Tag. Nachts ist oft ein bischen Abstimmungsarbeit z. B. beim Weißabgleich gefragt um optimale Aufnahmen zu erhalten. Der Blitz ist aber kräftig und leuchtet auch größere Räume problemlos aus. Leider gibt es doch eine kleine Schwäche. Vor allem bei Bildern, bei denen der Blitz zu Hilfe genommen wird bekommen die Bilder leicht einen geringen Grünstich. Dieser läßt sich aber wunderbar mit jeder Bildbearbeitungssoftware wegzaubern.

3. Übertragung an den PC

Die Übertragung zum PC wurde wirklich hervorragend gelöst. Die Fotos kommen per USB (Version 1.1) auf den Computer. Intelligent: Nachdem die Kamera an den USB-Bus (Kabel wird mitgeliefert) angeschlossen wurde, wird sie im Windows-Explorer einfach als zusätzliches Laufwerk aufgeführt. Das Funktioniert in etwa 4/5 aller Fälle. Sollte es nicht klappen hilft oft nur ein Rechner-Neustart.

Jetzt kann man die Bilder (als JPEG) auf die Festplatte kopieren oder verschieben, beim verschieben löscht Windows brav das Bild auf der Kamera. Sind die Bilder erst mal auf der Festplatte kann nichts mehr schiefgehen. Einfach bei Bedarf nachbearbeiten (z. B. Grünstich entfernen) und archivieren oder ausdrucken - fertig! Ich empfehle Euch übrigens Drucke in der beliebten Größe 9 x 13. Auf entsprechendem Papier und mit einem guten Drucker sieht das Ergebnis wirklich toll aus!

4. Stromversorgung

Der gesamten Stromversorgung der Kamera muß ich ein trauriges Kapitel widmen, denn hier liegt der Teufel im Detail. Die Probleme sind vielfältig und haben mich fast dazu bewegt, die Kamera wieder zu verkaufen.

Zunächst ist die Verriegelung der Abdeckung des Batteriefachs einfach unzweckmäßig weil absolut unstabil. Sie geht bisweilen schon bei leichten Berührungen auf und die sind vorprogrammiert, weil das Batteriefach genau da ist, wo man die Kamera hält, wenn man keine Fingergymnastik veranstalten will. Die Kamera schaltet sich in einem solchen Fall natürlich sofort aus.

Weiterhin ist der Stromverbrauch der Kamera enorm. Sie wird auch nur von zwei (!) normalen 1.5V-Batterien versorgt. Eigentlich praktisch weil Nachschub günstig und überall zu bekommen ist. Beachtet man allerdings, daß zwei Batterien nach maximal 50 - 60 Bildern (mit Blitz wesentlich weniger) total leer sind, überlegt man sich schnell, ob nicht Akkus die bessere Alternative wären.

Ich habe mir ein Set mit 4 1.2V AA-Akkus des bekannten Herstellers GP samt Ladegerät für ca. 20 EUR geleistet. Nach dem Einsetzen der geladenen Akkus ins Gerät passierte erst mal - nix! Laut Yakumo und diversen Anbietern kann die Cam aber durchaus auch mit Akkus betrieben werden. Die Fehlersuche wurde zur Geduldsprobe. Highlight hierbei - der "eMail-Support" von Yakumo. Auf die Anfrage wegen des Problems bekam ich eine Standard-Mail mit dem Titel "Meine Kamera verbraucht viel Strom - was kann ich tun?".

Nach einer Woche hatte ich endlich das Problem gefunden. Die Kamera bekommt den Kontakt zum Minuspol der Batterie nicht durch die Fläche des Pols sondern durch einen Ring rund um den Pol! Dummerweise reichte bei meinem Akku die Isolierung etwas zu weit in den Pol hinein. Nach Einsatz von Akkus eines anderen Herstellers funktioniert jetzt alles wunderbar. Die Akkus die ich jetzt im Einsatz habe (2000 mAh) bieten auch genug Power für mehr Bilder als die normalen Batterien (teils mit Blitz).

5. Diverses

Mit der Kamera können auch kurze Videoclips aufgenommen werden (bei meiner 64 MByte SD-Karte bis zu 4 Minuten lang). Ausreichende Belichtung vorausgesetzt ist die Qualität befriedigend (ca. 20 fps). Schließlich handelt es sich um eine Digitalkamera und nicht um einen Camcorder. Das Video kann ebenso auf den PC übertragen werden, es liegt dann im AVI-Format vor. Der Videoclip wird übrigens mit Ton aufgenommen, ein kleines Micro ist in der Kamera integriert.

Die Yakumo Mega Image IV kann auch als Webcam genutzt werden, diese Option habe ich allerdings noch nicht ausprobiert.

Mittels Videoausgang und mitgeliefertem Kabel läßt sich die Kamera auch direkt an einen Fernseher mit entsprechendem Eingang anschließen. Das ist besonders praktisch, wenn man schnell die Bilder durchsehen will ohne sie vorher extra auf den PC zu übertragen.

Schließlich kann man seine Bilder auch ohne PC direkt von der Kamera ausdrucken. Dazu benötigt man allerdings einen Drucker, der das DPO-Format unterstützt. Da ich keinen besitze, kann ich Euch da leider auch nicht weiterhelfen.

6. Wichtige Daten die noch nicht genannt wurden

- Selbstauslöser: 10 Sekunden Verzögerung
- Objektiv: feste Linse mit einstellbaren Funktionen Makro/Normal
- Farbe: 24-Bit RGB
- LCD-Display Auflösung: 228 x 220, Sichtfeld 80%

Bildgröße in Pixeln nach Auflösung:

- 2304 x 1728 Pixel (4M)
- 2048 x 1536 Pixel (3M)
- 1600 x 1200 Pixel (2M - wird optisch erreicht)
- 1280 x 960 Pixel (1M)

NICHT im Lieferumfang enthaltenes aber zweckmäßiges Zubehör:

- SD-Speicherkarte mit mindestens 64 MByte
- Akkus 1.2V AA 1900 mAh aufwärts
- Tasche

Fazit: Eine gute, preisgünstige Kamera die wegen einiger Einschränkungen wohl hauptsächlich für Einsteiger geeignet ist. Laßt Euch die Kamera von der chaotischen Stromversorgung nicht verderben denn in diesem Preissegment gibt es kaum vergleichbare Konkurenz!
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Ole91

Ole91

18.12.2004 20:38

Toller, gut gegliederter Bericht!

HAG

HAG

09.08.2004 16:56

Prima Bericht, da er auch Problemloesungen enthaelt, wie der Tip, was bei schlechten Aufnahmen bei Dunkelheit zu tun ist. Gruss, HAG

eek6smxf

eek6smxf

20.03.2004 00:26

Guter Bericht! Kann sie auch Ton/Audio aufnehmen? Grüße, eek ;-)

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