Warum müssen Bilder immer schön sein?
20.06.2004
Pro:
kann auch Videos aufnehmen, Installation einfach und fehlerfrei, leichtverständliches Handbuch, erweiterbarer Speicher, integrierter Blitz, Webcamfunktion, freundlicher Kundendienst…
Kontra:
: schlechte Qualität bei Bildern – die Farbe ist schrecklich, schlechte Videoqualität, schlechte Soundqualität, 4frach digitaler Zoom, Batteriefresser, nur 16MB interner Speicher, nicht stabil, unschönes Design
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 Leutvonhier
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:55
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 51 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Guten Tag ihr lieben Leutchen, unsere Familie ist kein Haufen Amishs (Leute, die den Fortschritt ablehnen und das ALTE Leben vorziehen), denn auch wir besitzen, oder besser gesagt meine Schwester besitzt eine Digitalkamera. Warum? Nun. Sie liebt es, Bilder zu knipsen und im Zeitalter des digitalen Mediums wünscht sie sich halt keine NORMALE Kamera sondern eine digitale und zum letzten Weihnachtsabend (dolles Wort) bekam sie eine.
Die Auswahlkriterien waren folgende: a) Sie muss eine hohe Auflösung der Bilder haben – gute Qualität b) interner Speicher – damit man gleich losknipsen kann c) viele Farben – realistische Bilder d) USB – einfache Verbindung zum PC e) normale AAA-Batterien – Standardkram halt Und wie meine Eltern mit mir im Internet nach einem passenden Model zu einem vernünftigen Preis suchten, stach uns die YAKUMO Mega-Image IV ins Auge:
Man bedenke davor, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung von der digitalen Fotografie hatten… a) Auflösung bis 2304x1728 Pixel – die Standardbildschirmauflösung ist 1024x768. b) 16 MB Speicher – hm, das klingt gut! c) 24-Bit RGB – meine Grafikkarte hat 32 aber 24 ist doch auch viel, oder? d) USB hatte sie. e) Normale Batterien waren nötig und es gab sogar welche dazu!
Zusätzlich kann die Kamera noch Videos machen, jedoch ist die Auflösung 320x240 mehr als witzlos und die Klangqualität ebenso, jedoch wussten wir davon nichts. Des Weiteren waren über den Preis, der sich auf 100€ belief, begeistert, da wir zuvor nur Kameras für über 300€ gefunden hatten. Garantie und den restlichen Kram gab’s auch, also warum nicht? Die Lieferung erfolgte prompt. Nach der Bescherung wurde die Kamera noch nicht ausprobiert, des „sinnlichen Beisammenseins“ wegen.
Später probierten meine Schwester und ich die Kamera aus… ein fataler Fehler! Sofort fiel uns das lieblose Design ins Auge. Die Kamera ist ein rechteckiger Klotz, der mit verschiedenen Graufarben „bemalt“ wurde. Die „übergeordneten Knöpfe“ sind silbern schimmernd und die restlichen Knöpfe erfreuen sich einem schlichten Grauton. Die Kamera liegt nicht gut in der Hand – sie ist zu klein. Warum wird bei der Produktion immer so darauf geachtet, dass die Kameras immer KLEINER werden? Ich bin kein kleiner Mensch und möchte die Kleinwüchsigen auch nicht verurteilen oder beleidigen, jedoch ist die Kamera was für Liliputaner; man muss sich an die Knopfgröße gewöhnen und wenn man nicht die „besondere“ Handhaltung einnimmt, hat man immer einen schönen Finger auf jedem Bild. Dieses Problem haben viele Kameras. Ein Freund hatte mal eine Kamera, die man mit beiden Händen halten musste und so was ist praktischer! Glaubt mir. Also: Die Kamera ist weder sonderlich hübsch noch praktisch! Das 1,5’’ große TFT Display zeigt nur 80% des Sichtfeldes an – toll. Also guckt durch das normale „Guckloch“ einer Kamera. Ansonsten habe ich aber nichts an dem Display zu meckern!
Die Installation an unserem PC verlief fehlerfrei. Super. Genau so muss das sein; wir hatten schon Probleme mit Mäusen, Scannern und allem anderen. Wir waren frohen Mutes. Schnell bemerkten wir, dass 16MB interner Speicher keineswegs genug sind. Die Kamera verfügt über verschiedene Bildqualitäten; je höher die Qualität, desto größer das Bild. Nun ja. Dies hatte zur Folge, dass man gerade mal 4 Bilder bei bester Qualität machen kann und das ist NICHT VIEL! Wenn man aber die Qualität herunterschraubt, kann man bis zu 25 Bilder machen, was ja eigentlich eine ganze Menge ist, doch darunter leidet ja die Qualität.
Nach den ersten „extrem sinnvollen“ Fotos, die wir machten, um die Kamera „auszureizen“, was bedeutet, wir fotografierten eine weiße Wand und ein extrem buntes Bild, wurde mir schon leicht übel: Die weiße Wand hatte grüne und rote Punkte, aber nicht solche, die auf eine Fehlfunktion hinwiesen, sondern winzig kleine Pixelchen, die selbst die weiße Wand entstellten. Das bunte Bild sah einigermaßen gut aus; die Farben waren realistisch dargestellt, nur an der Helligkeit hatten wir etwas aus zusetzen. Uns kam der Gedanke: „Hey – die Kamera hat doch ein integriertes Blitzlicht!“ Wir waren überglücklich und schalteten den Blitz ein. Das Display ging aus und eine Lampe leuchtete ROT: SCHOCK! Was haben wir falsch gemacht? Nichts. Nach 10 Sekunden hatte der SENSOR den perfekten Blitz ermittelt, wir fotografierten das bunte Bild aus mehreren Winkeln – die Kamera ging aus. Hm. Gut. Nach 2 Minuten kam uns die Idee, dass der Sensor gar nichts mehr macht – die Batterien sind alle und dies nach 20 Minuten benutzen. Klasse! Aber dafür gibt es FOTOAKKUS, die extra lange halten. Nach der erfolgreichen „Schatzsuche“ nach neuen Batterien hielten wir es für angebracht, auch die mit Blitz gemachten Bilder anzuschauen: Sie waren in Ordnung. Das Komprimierungsformat der Bild ist JPEG, das Standardformat. Praktisch, denn so müssen wir nicht extra irgendwie irgendwas umwandeln.
Wir schöpften neuen Mut, als wir lasen, dass wir mit der „Megacam“ auch ZOOMEN (Vergrößern) können, 4fach digital. Zum besseren Verständnis von digitalem und optischem Zoom. Beim Digitalen werden einfach weniger Pixel gemacht, d.h. darunter leidet die Qualität, wohingegen bei der optischen Variante das Bild RICHTIG vergrößert wird. Wir hatten aber nun keinen Optischen, aber wie gesagt, wir wussten von all’ dem nichts. Wir zoomten also so vor uns her und machten noch ein paar Fotos. Sie sahen sehr, SEHR schlecht aus aufgrund des digitalen Zooms. Wisst ihr, was die Brennweite ist? Nicht? Das ist die Entfernung, von der aus man das „perfekte“ Bild bekommt, also der optimale Anwendungsbereich. Wisst ihr was? Die Kamera hat gleich 2! Einmal hat sie den MAKROMODUS für Bilder mit 55-80cm Entfernung für die NAHAUFNAHMEN und den NORMALMODUS für alles andere, der seine Wirkung ab 160cm entfalten soll. Da fragt sich der interessierte Mensch, was denn dazwischen ist: Keine Ahnung, anscheinend soll man sie da nicht nehmen. Der Makromodus ist Schwachsinn, da ich mit NAHAUFNAMEN Aufnahmen assoziiere, die so ungefähr 10cm Entfernung haben. Gut. Egal – was soll’s, vielleicht klappt es ja trotzdem mit dem MAKROMODUS: Nein, das tut es nicht. Das Bild wird extrem unscharf. Ansonsten funktionieren die beiden Brennweiten eigentlich ganz gut… soweit man da von Funktionalität sprechen darf.
Aus der Anleitung erfuhren wir, wir können auch kleine Videosequenzen machen: SUPER! Wir waren naiv und dachten an richtig gute Qualität: 320x240 ist aber alles andere als super. Auch arg komisch war der Klang, aber wir wussten sofort, wir werden dieses Teil nicht zum Aufnehmen von Videos benutzen. Aber immerhin besitzt sie diese Funktion, jedoch hätte man darauf verzichten können und stattdessen die Bildqualität verbessern können. Wie jede fortschrittliche Kamera verfügt auch unsere über einen Speicherkartenport, in den man bei uns und auch bei den meisten anderen Kameras SD-Speicherkarten reinsteckt und dadurch mehr Speicher für Bilder hat. Leider gab es damals keine SD-Karte dazu und so mussten wir ein wenig später eine kaufen: Damit haben wir keine Probleme. Sie funktioniert einwandfrei.
Achja: Man kann die Kamera übrigens auch an den Fernseher anschließen – über ein mitgeliefertes Kabel. Ich weiß nicht, was das soll, aber vielleicht ist das die Zukunft von DIAS. Wer weiß? Aber auf jeden Fall funktioniert auch dies ganz prächtig. Man könnte die Kamera auch auf einem Stativ befestigen, jedoch wurde keins mitgeliefert und deshalb blieb uns dieser Luxus vergönnt.
Zum Schluss möchte ich euch noch davon berichten, wie toll der YAKUMO-Kundendienst arbeitet. Ich übernahm die Obhut für die Kamera eine Weile und „wie Jungs nun mal sind“, gehe ich mit dem Ding nicht so sorgsam um und es bekommt ein paar Kratzer und funktioniert nicht mehr richtig. Das ist der Grund für eine Reklamation. Moment! Ich bin doch schuld, dass die Digicam nicht mehr funktioniert!? Was soll’s: Wir haben sie zurückgeschickt und binnen einer Woche hatten wir eine neue! Das ist an sich toll, jedoch auch bedenklich, denn da sehe ich, wie gut die Techniker und das Personal, das für Reklamationen arbeitet, arbeiten. Na ja. Am Ende ist das gut für mich. Ich kann vom Kauf dieser Digitalkamera nur abraten, da es für diesen Preis auch bessere Modelle gibt, die eure Interessen (Fotos, Videos…) besser bearbeiten und vor allem eine bessere Bildqualität haben!
©Leutvonhier
Bilder von Yakumo Mega-Image IV
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14.04.2005 23:14
Hi, ich habe die Kamera auch und kann das meiste bestätigen. Allerdings sind meine Bilder nicht ganz so miserabel geworden, wie deine. Lg
18.12.2004 20:27
Ein sehr schön geschriebner Bericht! Ich kann fast alles Bestätigen, eine sauschlechte Kamera!
16.12.2004 16:36
Guter Bericht! Du bisr auch sehr auf die techn. Details eingegangen.Liebe Grüsse Manuela