Mega-Schrott statt Mega-Image
08.09.2005
Pro:
Unschlagbar günstig, eingebaute Spiele
Kontra:
Laaaange Auslöseverzögerung, oft schlechte Bildqualität, kein optischer Zoom
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 Jo1988
Über sich:
Wer mich liest und kommentiert wird auch gelesen. Wenn nicht: ein dezenter Hinweis und ich tus.
Sc...
Mitglied seit:05.04.2005
Erfahrungsberichte:19
Vertrauende:6
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 45 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo liebe Ciaoler! Heute schreibe ich über die Yakumo Mega-Image VI. Wie der Titel schon vermuten lässt bin ich nicht sonderlich von der Kamera begeistert. Aber zu den Details später. Ich habe die Kamera äußerst günstig bei E-bay ersteigert. Ich habe nur knapp 60 € bezahlt und dachte, der fehlende optische Zoom würde schon keinen so großen Unterschied machen. Weit gefehlt… Doch zunächst mal zum…
~ZUBEHÖR~ Im Lieferumfang befinden sich, neben der Kamera, 2 Batterien, ein TV-Verbindungskabel, ein USB-Verbindungskabel, eine 3 Cent Kameratasche aus billigstem Material, eine Treiber-CD und die Bedienungsanleitung. Die Qualität des Zubehörs verhält sich wie der Preis: Billig. Das TV-Kabel ist so dünn, dass es eigentlich nicht möglich ist, Fotos auf einem Fernseher anzuschauen, solange man sich nicht in einem absolut abgeschirmten Raum befindet. Die Fotos variieren in der Farbe und sind alle andere als scharf. Das Kabel ist also eigentlich komplett nutzlos. Das USB-Kabel ist das einzige Zubehörteil, das überzeugt. Es ist ausreichend lang (~ 1m) und die Datenübertragung geht schnell von Statten. Die Kameratasche ist aus irgendeinem billigen Kunststoff gefertigt. Das billige Material und die billige Verarbeitung ist deutlich spür- und sichtbar, aber zumindest ist sie äußerst stabil. Die Treiber-CD und die Bedienungsanleitung sind in Ordnung. Die CD benötigt man unter Windows XP nur, wenn man die PC-Cam Funktion der Kamera benutzen möchte. Allerdings versteckt sich sowohl im Menü der CD als auch in der Anleitung manch grammatikalisch richtige aber abenteuerlich klingende Satzkonstruktion. Das belustigt aber eher als zu behindern. Nach dem Zubehör wende ich mich jetzt den Funktionen der Kamera zu.
~FUNKTIONEN DER KAMERA~ Die Yakumo Mega-Image VI bietet den Funktionsumfang, den jede marktübliche Digitalkamera bietet. Man kann Videos, Fotos und Sprachnotizen aufnehmen, die Kamera als Web- oder PC-Cam benutzen und natürlich die gemachten Aufnahmen aller Art gleich auf der Kamera abspielen. Eine Funktion, die nicht viele Kameras bieten ist, dass man 2 Spiele auf der Kamera spielen kann. Ja, die Entwickler haben tatsächlich einen Snake- und einen Tetrisklon auf die Kamera gepackt. Der Spielspaß hält sich aber in Grenzen. Erstens muss man die Kamera zum spielen die ganze Zeit hochkant halten, was nach einiger Zeit schon gewaltig auf die Nerven geht und zweitens ist die Steuerung mit Hilfe des Wackeligen Navigationskreuzes eher Glückssache als Können. Immerhin ist das ein netter Zeitvertreib für Zwischendurch. Jetzt aber zum Wichtigsten bei einer Kamera, dem…
~FOTOGRAFIEREN~ Ein Foto zu machen ist mit der Yakumo Mega-Image VI eigentlich kein Problem. Einfach mittels des Navigationsrads in den Foto-Modus gehen und dann den Auslöser drücken. Fertig. Aber wie gesagt, es ist eigentlich kein Problem. Den nach dem Drücken des Auslösers kommt nicht das "Fertig" sondern das "Abwarten, Kamera ruhig halten und einen Tee aufbrühen und trinken, Fertig". Die Auslöseverzögerung der Kamera ist so lang, dass man ein echt ruhiges Händchen braucht um gute Fotos hinzubekommen. Es dauert, je nachdem wie voll die Batterien sind, schon mal bis zu 2 Sekunden bis ein Foto tatsächlich gemacht ist. Schnappschüsse haben mit der Yakumo Mega-Image VI also eher Seltenheitswert. Auch der Zoom ist ein Witz. Optischer ist nicht vorhanden und der vierfache Digitalzoom kommt dem vergrößern am Computer gleich. Das heißt, wenn man näher ran möchte lässt die Schärfe und Auflösung der Fotos stark nach. Aber es gibt nicht nur Schlechtes. Man hat auch die Möglichkeit diverse Einstellungen vorzunehmen um die Kamera so gut wie möglich an die Umgebung und die Wünsche des Fotografen anzupassen. So kann man die Auflösung und die Bildqualität entsprechend dem vorhandenen Speicherplatz einstellen; je höher die Qualität und die Auflösung desto höher der benötigte Platz. Der Weißabgleich und der Belichtungswert können auch entsprechend der Umgebungsbeleuchtung und -helligkeit automatisch oder manuell geregelt werden. Außerdem ist noch ein Rote-Augen-Blitz eingebaut, der im Normalfall verhindern sollte, dass die Augen fotografierter Menschen rot leuchten. In der Praxis funktioniert das aber eher selten richtig gut. Außerdem muss man diesen, sowie den normalen Blitz immer manuell einschalten. Sonst werden alle Fotos ohne Blitz geschossen. Eine Funktion, die auch eigentlich selbstverständlich ist, ist der Selbstauslöser. Ich denke, dass dieser keiner näheren Beschreibung bedürft. Alles in allem ist die Yakumo Mega-Image VI zum allgemeinen Fotografieren nicht geeignet. Die Bildqualität ist wirklich miserabel. Oft sind, nicht aber im Schwarz-Weiß Modus, grüne oder blaue Bildstörungen in den Bildern. Ich denke, das liegt daran, dass der Chip, wie die gesamte Kamera, auch sehr billig ist. Und sollte man mal auf die hirnrissige Idee kommen, in einem Raum oder gar draußen nach Einbruch der Dämmerung zu fotografieren quittiert die Kamera das mit Bildern à la "schwarze Katze vor schwarzer Wand". Alle Gegenstände oder gar Farben sind nur noch schemenhaft zu erkennen. Als Kamera für gelegentliche E-Bay Fotos o.ä. ist sie allerdings, wegen des Preises, nicht ganz verkehrt. Jetzt noch kurz zu den…
~ZUSATZFUNKTIONEN~ Die Videoaufnahmen sind in Ordnung. Zumindest im Vergleich mit den Fotos. Die Auflösung ist natürlich nicht sehr hoch, ist aber sowohl für kurze Fun-Videos oder als Web-Cam ausreichend. Die Sprachaufnahmen können natürlich nicht mit einem Diktiergerät mithalten sind aber ganz nützlich, wenn man grade nichts zum Schreiben dabei hat und sich dringend etwas merken muss. Zu den Spielen habe ich mich ja bereits etwas weiter oben geäußert. Nur noch so viel: Wirklich brauchen tut sie niemand. Die Einrichtung der Kamera als Webcam ist durch die Treibe recht einfach. Allerdings muss man, übrigens auch wenn man Daten übertragen möchte, immer Batterien eingelegt haben. Ob die voll sind oder nicht spielt keine Rolle. Ein weiterer Designfehler ist, dass man die Kamera im Menü in den PC-Cam Modus umschalten muss. Wenn man also keine geladen Akkus oder Batterien zur Hand hat kann man auch das vergessen. Kurz vor Schluss noch mal die…
~FAKTEN~ Auflösung: 3,3 Megapixel Farbe: Silber Gehäuse. Plastik Zubehör: Kameratasche, TV-Verbindungskabel, USB-Kabel, 2 Batterien Batterien: 2 mal AA Interner Speicher: 16 Mb Speicherkartentyp: SD/MMC Preis: ~ 60€ bei E-bay
~FAZIT~ Die Yakumo Mega-Image VI ist eigentlich eine Kamera für niemanden. Die Verarbeitung ist schlecht, die Fotos sind nicht wirklich berauschend, das Zubehör ist zum Teil Mist und die Auslöseverzögerung langsamer als Rüdiger Hoffmann. Aber trotzdem, wenn man nur eine Kamera sucht, um ein Paar E-bay Fotos zu machen und sie ab und zu als Web-Cam zu benutzen könnte (ACHTUNG: KÖNNTE!) die Yakumo Mega-Image VI die richtige sein. Denn zu dem Preis gibt's wenige Alternativen. Für alle anderen gilt: Lieber die Finger weg lassen und einmal viel aber dafür richtig investieren. Mit freundlichen Grüßen Der Jo
EDIT 9.9.05: Hab jetzt noch 2 Bilder angehängt die die Qualität der Fotos gut zeigen
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13.09.2005 16:10
SUPER BERICHT! lg shadow858
12.09.2005 15:59
Deine Bilder belegen besonders hilfreich Deine wichtigen und fundierten Hinweise. So wird sehr schnell deutlich, was Du kritisierst.
11.09.2005 02:58
schön beschrieben