Ich bin positiv überrascht!
27.08.2004 (08.09.2004)
Pro:
Rahmen
Kontra:
Bremsen
Empfehlenswert:
Ja
 blacksteel
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:13
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 49 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Kurzbeschreibung: Hubraum 600 ccm Motor mit elektron. geregelter Benzineinspritzung Leistung 72 kW / 98 PS bei 12.000/min Drehmoment 63,1 Nm bei 10.00 /min Reifen 120/70 ZR 17 - 180/70 ZR 17 Tankinhalt 19,4 l davon Reserve 3,4 l Sitzhöhe 795 mm Trockengewicht 187 kg Gesamtgewicht voll getankt ca. 209 kg Höchstgeschwindigkeit 230 km/h (lt. Tacho) Beschleunigung 0 – 100 km/h 3,4 s Serviceintervall alle 10.000 km Ausstattung: Aluminium-Druckgussrahmen (Rahmen ohne Schweissnähte) ungeregelter Katalysator 4-in-2-in-1-Auspuffanlage mit hoch verlegten Auspuffendrohren Wegfahrsperre Mittelständer!
Preis 8400,- € lt. Liste (in Österreich) Ich habe dieses Motorrad Anfang Juli 2004 nach langem Überlegen und Vergleichen gekauft. Vorher wurde noch gefeilscht. Der Listenpreis hat dabei bis zum endgültigen Kaufpreis von 7500.- Euro nachgegeben. Seither bin ich damit ca. 3000km gefahren und traue mir jetzt ein Urteil über dieses Bike abzugeben: Ich bin positiv überrascht!
Von 1997 bis heuer war ich stolzer Besitzer einer 600er Bandit. Nach 35000km wollte ich ein anderes Bike und habe zu suchen begonnen. Auf meiner Checkliste stand: ca. 600 - 800ccm, ca. 100 PS, Alltagstauglichkeit, geeignet für Touren und sportliche Fahrweise, geeignet für die Montage von Koffersystemen vorzugsweise GIVI, Beifahrerfreundlich. In die Endausscheidung kamen dann letztlich 2 Motorräder die Z750 von Kawasaki und die fz6 Fazer (fz6 sind die Nackerten, fz6 fazer sind die mit Halbschale). Ausschlaggebend für den Kauf war dann, abgesehen von allem anderen, die Koffertauglichkeit der Yamaha. Auf der Z750 lässt sich nur ein Top-Case montieren und das nur mit der Gewichtsbeschränkung von 6 kg. Alle anderen Punkte erfüllt die fz6 fazer. Meine fz6 fazer: Schon die Probefahrt war eine Überraschung. Kein Choke! Zündschlüssel reinstecken, Starten – Fertig! Der Einspritzer macht´s möglich. Der Motor springt sofort an und schnurrt leise brabbelnd dahin. Aus dem Standgas heraus beschleunigt die fz6 ohne Murren und Ruckeln. Der Sound der Auspuffanlage ist zwar nicht selig machend, kann aber als akzeptabel durchgehen. Man sitzt bequem und aufrecht. Die Frontscheibe schützt vor Wind und teilw. Auch vor Wetter. Im Laufe der Zeit – nach der Einfahrzeit von 1500km - habe ich ihr dann so richtig die Sporen gegeben. Da geht was ab. Für eine 600er beschleunigt sie ganz ordentlich. Vor allem der Durchzug von 60 auf 160 ist eine Freude. Und hier kommt leider auch die erste Kritik: Das Drehzahlband hat ab 6000 Touren einen Durchhänger. Dort wo andere Geräte so richtig zu fauchen beginnen lässt die Fazer erst mal ein bisschen nach. Es ist für Normalos unter den Bikern kein Grund zu zetern. Es ist noch genug Power da. Apropos Power: Jeder Dreh am Gasgriff schiebt das Gerät zielstrebig zur 200km/h – Marke ohne dass zu irgendeinem Zeitpunkt ein Gefühl der Unsicherheit aufkäme. In der fz6 fazer ist ein Rahmen eingebaut der „alle Stückeln spielt“. Der hält was er verspricht und noch mehr. Kein Winden und Wackeln. Keine Unruhe im Fahrwerk. Bei JEDEM Tempo. Wer kennt nicht das lästige „Aufstellen“ des Motorrades, wenn es notwendig ist in der Kurve zu bremsen? So was gibt es bei der fz6 nicht (innerhalb der physikalischen Grenzen). Die fazer macht alles mit und verzeiht alles. Fast alles! Gemeinsam mit der Serienbereifung (Dunlop Sportmax 252) wird jede Kurve zum reinen Vergnügen. Während z.B. die Bandit nach etwas Nachdruck verlangt hat, gibt sich fazer zahm und willig. Schräglagenänderung in der Kurve? Bitte sehr! Gerne! Ein Vergnügen!! Wer allerdings gerne die Drehzahl im Auge behält, muss sich an das LCD-Instrument gewöhnen. Das Instrument gibt zwar jede erdenkliche Auskunft: Tempo, Drehtahl, Tankinhalt, Tageskilomter, Uhrzeit bis hin zur Lufteinlasstemperatur (Wer braucht die eigentlich?). Der Drehzahlmesser ist ebenfalls nur als LCD-Anzeige sichtbar oder auch nicht sichtbar. Bei Sonnenschein ist das schmale Band, das das restliche Instrument umläuft oft nur schwer oder gar nicht ablesbar. Vor allem bei kurvenreichen Stecken und einer Geschwindigkeit jenseits der 150km/h eher lästig. Mit der Zeit weiß der Fazer-Fahrer aber welches Motorgeräusch zu welcher Drehzahl gehört. Ein Überdrehen verhindert der Drehzahlbegrenzer, der das wilde Treiben ziemlich energisch stoppt. Die Sozia sollte gut gepolstert sein, denn die fazer ist straff gefedert. Ein Ritt über unebene Straßen ist nicht wirklich bequem. Die Federung der Fazer lässt sich nur am hinteren Federbein einstellen (Federvorspannung), die Gabel gar nicht. Sonst hat die Sozia einen angenehmen Platz. Die Fußrasten sind einigermaßen gut positioniert, könnten aber eigentlich tiefer liegen, denn der Auspuff ist ja unter dem Sitz verschwunden und stört dort nicht. Aber leider … Die Bremsen sind ausreichend. Das war´s aber auch schon. Da gäbe es noch Gelegenheit nachzubessern.
Übrigens: Ein Goodie, das ich persönlich wirklich sehr schätze ist der Mittelständer. FAZIT: Optik? Geil! Alltagstauglichkeit? JA! Sportlichkeit? JA! Kaufen? JA!
Nachtrag: So sehr ich die Arbeit des Designers schätze und ihn dafür verehre, so sehr hasse ich ihn abgrundtief, wenn ich das Bike wasche und anschließend trocknen möchte. Die Verkleidung besteht aus mehreren Teilen. Die Frontscheibe ist dabei bis tief zwischen die Scheiwerfer herunter gezogen und endet in einem schmalen Spitz. Dieses Kunststoffteil sitzt ganz knapp über der restlichen Verkleidung. In dieses Fach fällt alles was so rumfliegen kann: Föhrennadeln, Papier usw. Da kommt man nur noch durch Demontage der Frontscheibe ran, denn der Zwischenraum ist gerafe mal einen Zentimeter hoch und sehr tief. Wer, bitte hat solche Finger und kann damit auch noch Motorrad fahren??? Schätze mal: Niemand. Sonst ist an meiner Bewertung auch nach 3500km nicht zu rütteln: Geiles Bike! Noch was: Top speed lt. Tacho 230km/h stimmt!
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19.02.2008 18:09
Schöner Bericht und nettes Motorrad, obwohl ich die Naked Version schöner finde! LG HerrDr
02.08.2006 13:17
Der Bericht entspricht genau meinen Erfahrungen. Einfach nur ein geiles Motorrad, welches man mal gefahren haben muss... Auch ich als Neueinsteiger kam auf anhieb klar und fand es super! An alle die über einen Kauf nachdenken... nicht mehr grübeln - KAUFEN! Die Maschine ist es wert!
28.01.2005 12:42
Im Grunde ein recht guter Bericht, aber mir fehlen noch einige Details, z.B. kurze Vergleiche mit anderen Mopeds der Klasse. Zudem Fotos! Zu behaupten, dass es mit der Standardbereifung praktisch kein Aufstellmoment geben würde, ist schon sehr gewagt! (ich bin das Motorrad selbst Probegefahren) Die Leistungslücke in höheren Drehzahlen ist zudem wirklich ein unangenehmes Manko. Ich selbst habe mich (da ich keine sonderlichen Sozius-Qualitäten benötige) für die Triumph Speed Four entschieden. VG, Mac