05.07.2004
Pro:
günstig, immer noch modern, viele günste Ersatzteile
Kontra:
zu weiche Federung, hakeliges Getriebe
Empfehlenswert:
Ja
 megadeath
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:30
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und zwar meine! Nach nun über einem Jahr freudigem Kurvenfetzen wollte ich einmal niederschreiben, was ich mit meiner FZR 600 in diesem Jahr, im wahrsten Sinne des Wortes "erfahren" habe! ;-) Inhalt: 1.) Fakten 2.) Finanziell 2.1) Anschaffung 2.2) Unterhalt 2.3) Ersatzteile 3.) Optik 4.) Fahrspaß 5.) Zuverlässigkeit / Macken 6.) Sonstiges 7.) Alternativen 8.) Fazit
~~1~~Fakten~~ Die FZR 600 wurde 1989 das erstmals gebaut. Die Leistungsausbeute aus den 600 Kubik war mit 91 PS (Modell 3HE) grandios. Diese 91 PS kombiniert mit einem relativ leichten Fahrzeug (200 kg Leergewicht) bescheren ihr eine Beschleunigung von 4 Sekunden von 0 auf 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von respektablen 230 km/h. 1991 hat Yamaha die FZR 600 überarbeitet und ihr (u.a.) eine neue, modernere Front spendiert. Die neue FZR hat nun anstatt zwei runden Scheinwerfern einen Trapezscheinwerfer, die neben der optischen Änderung auch eine deutlich bessere Lichtausbeute bringen. Weiterhin wurde die Schwinge verbessert, so dass auch breitere Hinterreifen ihren Platz finden. Die vordere 2 Kolbenbremse ist bei dem neueren Modell durch eine 4 Kolbenbremse ersetzt worden und sollte noch bessere Dienste leisten. ~~2~~Finanziell~~ ~~2.1~~Anschaffung~~ Der Preis schwankt je nach Alter, Zustand, Laufleistung. Jedoch sollte man (in der passenden Jahreszeit) für 1500 Euro eine anständige Maschine bekommen. Für mich wären 2500 Euro die aller oberste Schmerzensgrenze für eine FZR 600, dann sollte sie aber auch schon anstandslos sein! Man sollte beachten, dass man eine alte Dame erwirbt, die anders als ein Neufahrzeug noch die ein oder anderen Mängel haben wird, die es gilt zu beheben (anders beim Kauf vom Händler) und noch mit einigen Euros ins Gewicht schlagen können. Generell kann ich nur raten sich die Maschine im Herbst/Winter zuzulegen, da in diesem Zeitrahmen die Motorradpreise Saison bedingt erstaunlich niedrig sind im Gegensatz zu Hauptsaison Zeiten, wenn viele Motorradfahrer neues Material suchen.
~~2.2~~Unterhalt~~ Im Unterhalt ist die FZR erstaunlich günstig. So kostet sie gerade einmal 44 Euro an Steuern und gedrosselt auf 34 PS bezahlt man als Fahranfänger ungefähr 140 Euro jährlich für Haftpflicht inkl. Teilkaskoversicherung. Einfach unvergleichlich mit einem Auto! An laufenden Kosten hat man primär natürlich erstmal die Spritkosten. Die FZR zieht sich auf 100 km im Schnitt 7 Liter aus dem Tank, was in Verbindung mit dem 18 Liter fassenden
Bilder von Yamaha FZR 600 R
Tank eine Reichweite von 250 km macht. Weitere Kosten verursachen die Verschleißteile Reifen, Kette und Bremsbeläge. Wer bislang nur Auto gefahren ist. Muss sich daran gewöhnen seine Reifen nicht mehr alle 50.000 km sondern alle 5.000 km zu wechseln (je nach Fahrweise und Reifen unterschiedlich). Nur bei den Preisen haben sie es wieder leicht. 2 Motorradreifen kosten in etwa genauso viel wie 4 Puschen fürs Auto (um die 300 Euro). Die Kette hält je nach Pflege 20 - 30.000 km und schlägt mit etwa 150 Euro zu buche. ~~2.3~~Ersatzteile~~ den Ersatzteilmarkt führe ich extra als eigenen Punkt auf, da sich die FZR starker Beliebtheit erfreute und immer noch erfreut und die FZR relativ lange unverändert verkauft wurde. Dies führt dazu, dass das Angebot gerade bei Onlineauktionen sehr groß ist und man quasi ständig passende Ersatzteile zu erschwinglichen Konditionen findet. Dies ist z.B. bei der CBR 600, dem Gegenstück zur FZR ganz anders!
~~3.~~Optik~~ optisch macht die FZR immer noch ordentlich was her. Was mir nicht gefällt ist, dass die Front und das Heck so schmal wirken. Bei der Front tragen die original verbauten "Mickey Mouse" Spiegel dazu bei, dass sie in der Frontansicht ein eher komisches Bild abgibt. Der Rest ist allerdings makellos. Anders als die damals modernen Supersportler verfügt die FZR nicht über die typischen Plastikrundumbauten, die nicht viel mehr freigaben als die beiden Reifen (siehe CBR). optische Eingriffe die ich als unumgänglich sehe: als erstes würde ich die "Mickey Mouse" Spiegel ersetzen. Hier bieten sich am besten die Spiegel der FZR 600 R an (Nachbau kostet ~ 20 Euro / Stück), diese sind rechteckig und wirken viel besser an der schmalen FZR. Alternativ kann man auch auf einige Spiegel der CBR 600 oder 900 zurückgreifen (aber Vorsicht: der Lochabstand muss stimmen!). Nebenbei hat dies den positiven Effekt, dass man wieder etwas in den Spiegel sieht (die originalen sind zu eng an der Verkleidung!). Andere Blinker: Die originalen sind sehr weit ausgelegt und bewirken besonders hinten, dass das Bike noch einen ganzen deut schmaler wirkt!
~~4.~~Fahrspaß~~ Das Fahrwerk der FZR ist relativ optimal und kann selbst mit modernen Supersportlern mithalten. Kurvenfahrten gehen relativ leicht von der Hand; mit der passenden Bereifung (z.B. BT010, Dunlop Sportmax, etc.) fällt die FZR nur so in die Kurve. Was man beachten muss ist die für Supersportler typische gebückte Haltung. Auch hier war Yamaha seinen Konkurrenten einen Schritt voraus, daher ist diese gebückte Haltung bei der FZR um einiges ausgeprägter als bei CBRs älteren Datums. Zu dieser gebückten Haltung kann man nun stehen wie man möchte. Vorteil liegt darin, dass schnelle Fahrten (besonders auf der Autobahn) erträglich werden, da man vom Winddruck sehr gut verschont wird. Wer dennoch gerne bequem auf seinem Supersportler sitzen möchte kann sich natürlich auch einen Superbikelenker an seine FZR schrauben (wird u.a. von LSL angeboten). Dies bedeutet bei der FZR jedoch ein wenig Arbeit (Geweih + Scheibe kürzen). Was ich allerdings sehr störend finde ist die weiche Federung der FZR! Geht man hart in die Eisen und nimmt dabei noch ein Schlagloch ist man am Ende des Gabelfederwegs, was nicht angenehm ist. Hiergegen kann man (mit dem nötigen Kleingeld) gegen angehen, indem man sich neue progressive Federn für die Gabel kauft. Das Getriebe ist eher als "hakelig" einzustufen, hierbei hat Yamaha nicht die beste Arbeit geleistet. Dies lässt sich jedoch mit der passenden Vorsicht beim Schalten umgehen. Was man auch beachten muss ist, dass die 600er FZR gerne auch Drehorgel genannt wird. Dies geschieht nicht ohne Grund, denn durch den geringen Hubraum bekommt die FZR ihre Kraft erst durch hohe Drehzahlen, so dass sie erst ab etwa 6000 Upm richtig beschleunigt. Ihre Nennleistung von 91 PS liegt bei 10.500 Upm an. Wem dies nicht behagt sollte sich eventuell Gedanken um eine 1000er machen. Die Bremsen sind dagegen sehr gut! Die beiden großen Bremsscheiben liefern in Kombination mit den 4 Kolbenbremsen klasse Verzögerungen. Die FZR ist eine relativ niedrige 600er und somit auch gut für kleinere Leute geeignet. Aber auch große sollten mit ihr klar kommen, jedoch rate ich ab etwa 185 zu etwas größeren Maschinen.
~~5.~~Zuverlässigkeit/Macken~~ Die FZR 600 ist relativ zuverlässig. Anfangs hatte ich große Probleme sie jeden Morgen zum laufen zu bringen. Sie soff einfach liebend gern ab, was nicht gerade angenehm ist und zur Folge hat, dass man a) wartet bis die Zündkerzen wieder trocken sind b) die Batterie leer juckelt (ohne Erfolg) c) die Seitenverkleidung entfernt, die Zündkerzen rausfriemelt (SEHR unangenehme Arbeit!) und trocken putzt. Dies Problem haben viele FZRs bei mir hat es sich zum Glück nach einer Überarbeitung der Zündkabel erledigt. Wohl die größte Macke ist der Laderegler, der die Batteriespannung auf einem erträglichen Niveau halten soll. Dieser geht sehr gern kaputt, so dass die Batterie entladen wird bzw. durch zu hoher Spannung einige Elektrikteile mit in Leidenschaft zieht. Einen neuen (sehr robusten) gibt es von der Firma Barth für "schlappe" 120 Euro. Weiterer Schwachpunkt ist der Reservetank. Diesen schaltet man durch den Benzinhahn an, dadurch nutzt man etwa 5 Liter Tankreserve. Das Problem bei der Sache ist nur, dass sich der dazugehörige Schlauch sehr gern löst und im Tank rumbaumelt. Der Nebeneffekt davon ist, dass man etwas dumm aus der Wäsche guckt, wenn man nach einer längeren Tour auf Reserve schalten möchte.
Laufleistungen von 60.- 70.000 sind keine Seltenheit. Je nach Vorbesitzer könnten sich dann jedoch Getriebeprobleme prognostisieren. Der Motor sollte aber länger halten, ansonsten gibt es viele günstige Motoren bei online Autionen. Der Ölverbrauch hält sich anders als bei der 1000er im Rahmen und sollte bei regelmäßigen Ölwechseln gar nicht ins Gewicht fallen. ~~6.~~Sonstiges~~ Der Tank der FZR ist unter einer Plastiktankattrappe versteckt. Dies hat zur Folge, dass herkömmliche Tankrucksäcke mit Magnethalterung bei ihr keinen Halt finden. Hier hilft nur ein Tankrucksack den man mit Gurten befestigen kann. Vorteil der Plastikattrappe ist, dass der Schwerpunkt der FZR niedriger liegt, da unter der Attrappe größtenteils der leichte Luftfilter zu finden ist. Generell ist sie im Vergleich zur CBR deutlich leichter und handlicher. Das Cockpit ist sehr übersichtlich, bietet allerdings nur die allernötigsten Informationen. Zu finden ist neben dem Tacho und dem Drehzahlmesser ein Tageskilometerzähler und eine Temperaturanzeige. Jedoch lässt das Cockpit viel Platz für eigene Initiative (Fahrradtacho, Ganganzeige, etc.)
~~7.~~Alternativen~~ Im selben Preisniveau (1500 bis 2500 Euro) und in derselben Motorradsparte (Supersportler) fallen mir spontan nur die alten Modelle der Honda CBR und Suzuki GSX-R ein, die (meiner Meinung nach) optisch allerdings weitaus älter ausschauen als die FZR. Dafür ist die CBR bekannt für ihre Zuverlässigkeit. Für Leute mit einem etwas größeren Etat rate ich zu der Nachfolgemaschine der FZR 600R, welche man schon für 2500 €uro in einem guten Zustand bekommt. Wer auf mehr Leistung bei geringeren Drehzahlen steht kann sich auch mal die zur FZR 600R optisch ähnlichen YZF 750 anschauen. Oder auch gleich die FZR 1000 kaufen. Die hat allerdings die Angewohnheit liebend gern Öl zu schlucken (1 Liter auf 1000 km sind "normal"!)
~~8.~~Fazit~~ Die FZR ist ein grundsolides Motorrad und besonders für Fahranfänger (gute Fahreigenschaften, günstiger Preis) und Frauen (geringe Sitzhöhe) zu empfehlen, aber auch nahezu jeder andere sollte hier seinen Spaß finden. Empfehlen kann ich beide Modelle, die 89er ebenso wie die ab 91 erhältliche FZR mit Trapezscheinwerfer. Hier kann jeder persönlich entscheiden, was ihm besser gefällt. Die technischen Änderungen fallen dabei weniger ins Gewicht. Bei der Zuverlässigkeit wird einem bewusst, dass es sich hier nicht um ein herkömmliches Motorrad handelt sondern viel mehr um eine Straßenzugelassene (leicht veraltete) Rennmaschine. Ich finde es, trockenes Wetter vorausgesetzt, immer toll mich auf meine FZR zu schwingen und ein paar km zu fahren und kann mich mit ihren Schwächen ganz gut abfinden.
Grüße Simon
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geiles Bike, aber ist ja auch von Yamaha *ggg* LG Ann
25.08.2004 14:22
Bisschen wenig Hubraum... und ich lasse mir lieber den Wind um die Nase wehen als miczh hinter ner Verkleidung zu verstecken...grins... Glückwunsch zum Brilli... Bikergruß Martin