YAMAHA YZF-R6
20.07.2004
Pro:
leichtes Handling und viel Power
Kontra:
das im oberen Drehzahlbereich sehr hart zu schaltende Getriebe
Empfehlenswert:
Ja
 beneearly
Über sich:
Mitglied seit:25.09.2003
Erfahrungsberichte:9
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 30 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Motor Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, zwei oben liegende, kettengetriebene Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, Tassenstößel, asssumpfschmierung, Einspritzung, Ø 38 mm, ungeregelter Katalysator mit Sekundärluftsystem, Drehstromlichtmaschine 300 W, Batterie 12 V/8 Ah, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette. Bohrung x Hub 65,5 x 44,5 mm Hubraum 600 cm3 Verdichtungsverhältnis 12,4:1 Nennleistung 86 kW (117 PS) bei 13 000/min Max. Drehmoment 66 Nm bei 12 000/min Schadstoffwerte (Homologation) in g/km CO 1,567 / HC 0,600 / NOx 0107 Fahrwerk Brückenrahmen aus Aluminium, Motor mittragend, geschraubtes Rahmenheck aus Aluminium, Telegabel, Ø 43 mm, verstellbare Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein mit Hebelsystem, verstellbare Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 298 mm, Vierkolben- Festsättel, Scheibenbremse hinten, Ø 220 mm, Doppelkolben-Schwimmsattel. Alu-Gussräder 3.50 x 17; 5.50 x 17 Reifen 120/60 ZR 17; 180/55 ZR 17
Bereifung bei Testfahrt Michelin Pilot Sport „N“, „B“ Maße und Gewichte Radstand 1380 mm, Lenkkopfwinkel 66 Grad, Nachlauf 81 mm, Federweg v/h 120/120 mm, Sitzhöhe* 800 mm, Gewicht vollgetankt* 189 kg, Zuladung* 186 kg, Tankinhalt/Reserve 17/3,5 Liter. Garantie: zwei Jahre Service-Intervalle: alle 10 000 km Farben: Blau, Rot, Grau Preis: 9830 Euro Nebenkosten 165 Euro
In diesem Frühjahr war es endlich soweit. Ich ging zum Yamaha Händler bei mir in der Nähe um mich mit ihm zu treffen. Grund des Treffens war eine Testfahrt mit der neuen R6. Dort angekommen sah ich diese Höllenmaschiene auch gleich. Die R 6 strahlt schon im Stand ihre Leichtigkeit aus. 189 kg vollgetanktes Leergewicht sind schon ein Wort. Schon die alte R 6 war ja ein leichtgewichtiger Renner. Der Druck auf den Startknopf lässt den Vierzylinder sofort anspringen und rundlaufen. Keine Kaltstartmucken trotz leidlicher 8° C Außentemperatur. Sie nimmt sofort und direkt das Gas an. Im LCD-Display wird die Wassertemperatur angezeigt, die relativ schnell ansteigt in Richtung Betriebstemperatur. Daneben erhält man Auskunft über die Geschwindigkeit, Gesamtfahrleistung und zweier Tageskilometerstrecken. Beeindruckend der weiße Drehzahlmesser, dessen roter Bereich bei 15500 Umin beginnt. Beim Aufsitzen bin ich ob der für so einen Sportler entspannten Sitzposition überrascht. Die Handgelenke sind wenig belastet, die Knie nicht bis zum Anschlag abgeknickt. Das passte ja schon mal für die heutigen Testkilometer. Ich lasse die Kupplung knapp über Standgas kommen und bin darauf eingestellt, jetzt gleich mehr Gas geben zu müssen, um die 600er in Fahrt zu bringen. Brauche ich jedoch nicht. Die drückt schon bei diesen niedrigen Drehzahlen Leistung ans 180er Hinterrad und zeigt an, dass von unten raus schon verwertbare Leistung vorhanden ist. Die R 6 hängt sehr sauber am Gas und setzt samtweich mit ihrer Leistungsabgabe ein. Sicherlich ein Verdienst der neuen Einspritzanlage. Die Leistung ist nun wesentlich besser kontrollierbar und setzt dann ein, wenn ich das auch wirklich will. Die ältere Vergaser-Schwester überraschte da schon so manchen mit dem plötzlichen und unverminderten Abdrücken ihrer massiven Leistung. Sechs Kilo Lebendgewicht verlor die neue R 6 gegenüber der alten. Einen wesentlichen Beitrag dazu lieferte der komplett neu konstruierte Rahmen, der schon himself vier Kilo abspeckte. Zudem verbaute man leichtere Felgen. Es ist die Leichtigkeit des Seins, die man auf der R 6 zu spüren bekommt. Sie ist einfach immer und überall leicht zu bewegen und setzt jede Art von Richtungsänderung spielerisch um. Ich bin unterwegs auf meiner Hausstrecke. Es ist der von Wellen und Flicken gespickte Teil, der mir recht schnell aufzeigen kann, ob und vor allem wie ein Fahrwerk im Grenzbereich damit zurecht kommt. Die R 6 zeigt sich dort als überaus gutmütig und rückenschonend. Es ist richtig traumhaft, wie sie kleine Wellen eliminiert ohne auch nur für einen Moment schwammig zu wirken. Das zeugt von stabiler und durchdachter Fahrwerksabstimmung. Dabei ist offenbar die Werkseinstellung schon sehr sauber gelungen. Die Drehzahlen bewegen sich mittlerweile nicht mehr unter 8000 Umin. Es ist jedesmal - und immer öfter - ein Erlebnis, die Maschine ab 10000 Umin aufwärts aus den Kurven heraussprinten zu lassen. Nicht selten steigt dabei die neuartige Ram-Air-Nase in Richtung Himmel und lässt das Vorderrad leicht werden. Ist schon beeindruckend, wie dieser kleine Motor schließlich so drücken kann. Da geht es dann richtig zur Sache mit schreiendem Ansauggeräusch, das bei der neuen R 6 lauter wurde, um den Soundwünschen der Kundschaft etwas entgegenzukommen. Das modifizierte Federbein bleibt auch bei diesen harten Gas-Attacken standhaft und lässt die Yamaha auf ihrer vorgewählten Linie rollen. Dank der Einspritzanlage und der kurzen Übersetzung hat diese 600er schon im unteren und mittleren Drehzahlbereich soviel Druck, dass ein lockeres, dabei aber flottes Mitschwimmen im Verkehr im sechsten Gang ebenso möglich ist.
Fazit: Mit der neuen R 6 ist Yamaha fast schon ein Allroundbike gelungen. Die angenehme Sitzposition, die komfortable Fahrwerksauslegung, aber auch die ohne jeden Zweifel vorhandenen sportlichen Möglichkeiten lassen eine Masse an Einsatzmöglichkeiten zu. Die Veränderungen, vor allem aber die Einspritzanlage, haben eine spürbare Verbesserung herbeigeführt. Zeitgemäß sind U-Kat, Warnblinker und Diodenrücklicht. Neu zudem die aus dem derzeitigen Böse-Blick-Einerlei herausstechende Verkleidungsfront. Da bekommt man für 9990.- Euro schon sehr viel Motorrad inklusive richtig Angas- und Wedelspaß geliefert.
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18.03.2005 20:06
Super Bericht! Vielleicht kannst du mir ja noch ne kurze info geben wieviel sie auf 100km verbraucht! Greetz Chozen
12.09.2004 21:36
Der lange Text hätte noch untergliedert werden können, aber ansonsten war´s schon recht gut! Aber der Besitz des Produktes ist meiner Meinung nach wichtig! Deswegen nur ein seeehr knappes "sehr hilfreich"... LG insider88
20.07.2004 21:25
Den Motor hast Du gut beschrieben. Jedoch ist eine Testfahrt nicht so aussagekräftig, wie wenn Du das Moped selbst besitzen würdest. Daher nur ein gutes "h". Gruß, Andreas