Youth For Understanding, YfU

Youth For Understanding, YfU

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... Kurzerhand entschied ich mich für Youth for Understanding (YFU), der weltweit größten Austauschorganisation, die das alles anbietet. PROGRAMMPREISE + AUSTAUSCHLÄNDER °*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°* Die Preise, die ich euch nennen werde, werden euch wahrscheinlich erst einmal abschrecken, ... Bericht lesen





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1-6 von 23 Erfahrungsberichten    
> Alle 23 Youth For Understanding, YfU Erfahrungsberichte anzeigen
Das schönste Jahr meines Lebens - PART I
Erfahrungsbericht von alpia über Youth For Understanding, YfU
04.07.2003


Produktbewertung des Autors:   

Betreuung Vorbereitung: ausgezeichnet 
Betreuung vor Ort: gut 
Kosten des Austauschprogrammes: teuer 

Pro: tolle Vor -  und Nachbereitung; nette Betreuer; Vergabe von Stipendien; auch nach dem Austauschjahr besteht noch Kontakt mit der Organisation etc .
Kontra: etwas teuer; das lange Warten auf die Gastfamilie; die Chance, einen Platz zu bekommen, ist relativ gering .  .

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

HALLO, IHR LIEBEN!!!
°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°
Einige von euch haben sicherlich mitbekommen, dass ich das letzte Schuljahr (2001/02) in den USA verbracht habe. Viele von euch haben nicht verstanden, warum ich bis heute keinen Bericht über mein Austauschjahr verfasst habe, was ich hiermit nachholen werde.
An dieser Stelle möchte ich dem User Lars_Richter danken, der mich ermutigt hat diesen Bericht zu schreiben. Auch er hat nämlich nicht verstanden, warum ich nie über solch einen wichtigen Teil meines bisherigen Lebens geschrieben habe. Ich kann euch erklären, woran das gelegen hat. Nach meiner Rückkehr war ich zunächst damit beschäftigt, Abstand von Amerika zu bekommen...der Abschied von Amerika und die Eingewöhnung in Deutschland war so unglaublich schwer. Ich habe versucht, Amerika ein wenig zu vergessen, da wäre ein Bericht darüber wohl nicht förderlich gewesen. Nun –ein Jahr nach meiner Rückkehr- war ich der Meinung, dass es einfach zu ‚spät‘ für solch einen Bericht ist. Lars hat mich aber vom Gegenteil überzeugt...danke.. :o) *knuddel*
Diesen Berichte schreibe ich in allererster Linie wohl für mich, nun aber wirklich um meine Erinnerungen ein wenig aufzufrischen und mich auf meinen bevorstehenden Aufenthalt in Amerika einzustellen. Am 13. Juli fliege ich nämlich für vier Wochen in die USA, um meine Gastfamilie und Freunde zu besuchen. Zudem möchte ich euch in diesem Bericht die Austauschorganisation vorstellen, mit der ich in Amerika war.
Viel Spaß beim Lesen...


WIE ALLES BEGANN..
°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*
Eigentlich weiß ich gar nicht mehr so genau, wie ich mich letztendlich dazu entschieden habe, ein Jahr im Ausland zu verbringen. Ich weiß noch ganz genau, dass meine beste Freundin schon seit vielen Jahren davon überzeugt war, dass sie ein Jahr in Amerika verbringen würde. Ich hingegen war viel zu schüchtern und hätte nie gedacht, dass ich mich so etwas trauen würde.. ;-)
Im September 2000 bewarb sich dann meine beste Freundin bei der Austauschorganisation AFS (American Field Service) und ich tat spontan dasselbe.. *g* Eigentlich wollte ich mir nur mal das Auswahlwochenende und die Atmosphäre anschauen. Dass ich auch ins Ausland gehen würde, war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht klar.. *lach* Doch als ich von diesem Wochenende kam, war mir klar: ICH WOLLTE NACH AMERIKA! :-) Die Unterhaltungen mit den ehemaligen Austauschschülern, die bei diesem Wochenende anwesend waren, hatten mich einfach soooo fasziniert und neugierig gemacht.. :o)
Nun ja...bei AFS sollten von 25 Bewerbern nur drei einen Platz für die USA bekommen, ich war leider nicht dabei.. :o/ Zwar bekam ich einen Platz mit Südamerika, aber damit war meine Mutter dann beim besten Willen nicht überzeugt..
Tja...da hatte mich das Austauschfieber gepackt..


DIE SUCHE NACH EINER AUSTAUSCHORGANISATION
°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°
Dann fing die Suche von Informationen an. In Deutschland gibt es nun mal mehr als 50 Austauschorganisationen, da ist es nicht unbedingt einfach sich zu entscheiden. Austauschorganisationen unterscheiden sich zwischen kommerziellen und gemeinnützigen Organisationen. Die Bezeichnung spricht wohl für sich, oder? Kommerzielle Organisationen beschäftigen Angestellte, die bezahlt werden, bei den gemeinnützigen werden nur die Angestellten in den Hauptbüros bezahlt, alle anderen arbeiten auf ehrenamtlicher Basis mit. Zudem haben kommerzielle Organisationen oft den Ruf, die Austauschschüler vor Ort (also im Austauschland) nicht genügend zu betreuen. Und auch die Vorbereitung auf das Austauschjahr ist oft gar nicht vorhanden.
Ich war also auf der Suche nach einer gemeinnützigen Organisation. Mir war wichtig, dass es Workshops zur Vorbereitung des Austauschjahres geben würde, eine Betreuung vor Ort und auch eine Nachbereitung. Kurzerhand entschied ich mich für Youth for Understanding (YFU), der weltweit größten Austauschorganisation, die das alles anbietet.


PROGRAMMPREISE + AUSTAUSCHLÄNDER
°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*
Die Preise, die ich euch nennen werde, werden euch wahrscheinlich erst einmal abschrecken, aber man bekommt auch ne Menge für das Geld.. ;-)
Nun ja, für das Jahr in den USA habe ich damals 11.600,-DM (also etwa 5800,-€) bezahlt. Austauschjahre in anderen Ländern sind aber zum Teil um einiges günstiger. Ein Jahr in Osteuropa hat damals zum Beispiel nur so um die 5.000,-DM gekostet, Australien, Neuseeland, Kanada waren aber zB noch teurer als die USA. Man muss aber bedenken, dass Vorbereitungswoche, Nachbereitung, Versicherung, Flug etc. alles ihm Preis mit inbegriffen sind.
Zudem vergibt YFU Stipendien von unterschiedlicher Höhe. Auch ich war einer der Glücklichen, die solch ein Stipendium bekommen hat.. :-)
YFU bietet den Austausch mit mehr als 30 Ländern überall in der Welt an. Das Angebot ändert sich aber von Jahr zu Jahr. Ich kenne Menschen, die ihr Jahr in Japan, Thailand, Südafrika, Polen, Brasilien, Chile und viiiiiiiieeeeelen anderen Ländern verbracht haben, der Phantasie sind wirklich keine Grenzen gesetzt..


DIE BEWERBUNG
°*°*°*°*°*°*°*
Zuerst schrieb ich eine schriftliche Bewerbung an YFU (im Herbst vor Abreise) und wurde bald danach zu einem Auswahlgespräch nach Hannover eingeladen. Bei diesem Gespräch handelte es sich um eine lockere Diskussionsrunde, in der ich mit drei weiteren Bewerberinnen um verschiedene Themen diskutieren musste (über Anpassung etc.). Wir wurden von vier ehemaligen Austauschschülern ‚beobachtet‘, die allesamt einen sehr netten Eindruck machten. Insgesamt war die Atmosphäre eher locker, obwohl wir natürlich alle scharf auf einen Platz bei YFU waren.. ;-) Zu der Zeit lag die Chance, aufgenommen zu werden bei 25%, also machte ich mir nicht allzu große Hoffnungen.. Wäre ich aber nicht aufgenommen worden, wäre eine Welt für mich zusammengebrochen.. :o/
Und dann ging das Warten los....10 lange Tage, die schlimmsten 10 Tage überhaupt.. *seufz* Nun ja, nach 10 Tagen hielt ich einen Brief in Händen und ich wusste, dass ich ANGENOMMEN war.. Ich war wirklich der glücklichste Mensch überhaupt.. :-)


ERSTER BRIEF AN DIE GASTFAMILIE, UNTERLAGEN...ETC
°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*
Nachdem ich angenommen wurde, ging für mich die Arbeit erst los. Tonnen von Unterlagen mussten ausgefüllt werden. Schließlich will YFU die perfekte Gastfamilie für einen finden.. :o) Nun ja...in den nächsten Wochen erstellte ich ein Fotoalbum für meine zukünftige Gastfamile, schrieb einen Brief an die noch unbekannte Familie, und musste einen Haufen Fragen über mich selbst beantworten...natürlich alles auf englisch.. ;-) Das alles war zwar viel Arbeit, hat mir aber irgendwie auch eine Menge Spaß gemacht..


DIE VBT
°*°*°*°*
An meine VBT (~Vorbereitungstagung) erinnere ich mich besonders gern! Jeder Austauschschüler ist verpflichtet an solch einer Woche teilzunehmen. Meine VBT war im Mai (ich war sogar von der Schule beurlaubt.. *hihi*). Zusammen mit etwa 30 anderen zukünftigen Austauschschülern habe ich in dieser einen Woche viel über mich selbst und meine Kultur gelernt. Wirklich beschreiben kann man eine VBT nicht, man muss sie einfach erleben.. :o) Wenn ihr denkt, wir wären dort gewesen, um über Amerika und die amerikanischen Sprache zu lernen, habt ihr Unrecht.. *lach*
Meine VBT bestand aus unglaublich vielen Diskussionen in Kleingruppen, in denen wir über unsere Wertvorstellungen, Kommunikation etc. philosophiert haben. Das mag sich schrecklich trocken anhören, war es aber garantiert nicht!! Diese Woche hat mich wirklich sehr fasziniert und nur noch neugieriger auf mein Austauschjahr gemacht. YFU ist die einzige Organisation, die solch eine Vorbereitungswoche anbietet, was ich als sehr positiv empfinde.
Organisiert wird die VBT von jungen ehemaligen Austauschschülerin, die selbst erst vor ein paar Jahren im Ausland waren. Alle waren wirklich nett und haben unsere tausend Fragen bereitwillig beantwortet.. ;o)


DAS WARTEN AUF DIE GASTFAMILIE
°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°
Das lange Warten auf die Gastfamilie war echt schlimm. Jeden Tag lief ich voller Hoffnung zum Briefkasten und war dann immer sehr, sehr traurig, als mal wieder keine Nachricht von YFU da war.. :o/ Nun ja...ich hatte leider –wie viele andere auch- das Pech, dass sich für mich nicht so schnell eine Gastfamlie finden ließ (da ich mich ja auch relativ spät beworben habe). So bekam ich also zwei Wochen vor Abflug die Nachricht, dass ich vorerst in einer ‚Welcome Family‘ wohnen würde...eine Familie, die mich also nur vorerst aufnehmen würde, bis YFU ein richtige Familie für mich haben würde. Tja, natürlich war ich ein wenig enttäuscht, aber ich freute mich auch auf meine Welcome Family.. :-)


DER FLUG
°*°*°*°*°
Am Tag des Abfluges waren dann viele Freiwillige von YFU am Flughafen, um noch letzte Fragen zu klären, Eltern zu trösten und uns nervöse Hühner zu beruhigen.. ;o) Auch während des Fluges waren immer ein paar Ehemalige in der Nähe, die sich um einen gekümmert haben und einen über den Anschlussflug informiert haben. Wirklich toll! :-)


DER ERSTE WORKSHOP
°*°*°*°*°*°*°*°*°*°
Als ich in Chicago ankam, wurde ich gleich von Mitarbeitern von YFU-USA unter deren Fittiche genommen und zu einem Hotel gebracht, wo ich dann mit etwa 40 anderen Austauschschülern aus aller Welt ein Wochenende verbrachte.. :-)
Ich finde es toll, dass ich noch ein bisschen Zeit gehabt habe, um mich vom Flug zu erholen und an das neuen Klima, die neue Sprache etc. zu gewöhnen. Zudem war es echt schön, so viele Jugendlich aus so vielen Ländern kennen zu lernen.
Auf diesem Wochenende habe ich zudem meinen ‚area representative‘ kennen gelernt, meine persönliche Betreuerin von YFU, die wirklich einen netten Eindruck auf mich machte.


MEINE GASTFAMILIE
°*°*°*°*°*°*°*°*°*
Während meines Fluges hatte sich dann zu meiner Überraschung doch noch spontan eine Familie entschieden, mich für ein Jahr (bzw. elf Monate) aufzunehmen. Ich hatte endlich eine ‚permanent family‘! Ich war so unendlich glücklich!
Meine Gastfamilie bestand aus einem jungen Ehepaar mit fünf kleinen Kindern, die nur etwa eine halbe Stunde von Chicago entfernt wohnen. Erst schien alles so perfekt, doch dann ergaben sich erste Probleme. Es ‚klickte‘ einfach nicht....
Nach drei Monate wechselte ich also meine Gastfamilie, wobei mir YFU auch mit Rat & Tat zur Hilfe stand.


DIE BETREUUNG VOR ORT
°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*
Während des Austauschjahres habe ich mich immer mal wieder mit meinem ‚area rep‘ getroffen, einmal haben wir einen Nachmittag am Pool verbracht, einmal waren wir in Chicago....war immer wirklich lustig.. :o)
Zudem konnte ich meine Betreuerin natürlich bei Problemen immer anrufen und auch sie rief mich auf regelmäßiger Basis an.
Auch während der Zeit um den 11. September 2001 (der Terroranschlag) hatte der Mann meiner Betreuerin immer ein offenes Ohr für mich und hat mir zu dieser Zeit wirklich sehr geholfen, wofür ich ihm wirklich sehr dankbar gewesen bin.


DIE REISE NACH CALIFORNIEN
°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°
Für das Ende des Schuljahres gab es von YFU das tolle Angebot, für zwei Wochen in die westlichen Staaten der USA zu reisen. Das war das erste, das nun nicht im Preis inbegriffen war.. ;-) Für die zwei Wochen habe ich $1200,- bezahlt, was zugegebenermaßen eine Menge Geld ist. Allerdings war die Reise wirklich einmalig schön! Mit drei Bussen voller Austauschschüler ging es nach Californien und in weitere Staaten und es war wirklich unvergesslich für mich..


DER RÜCKFLUG
°*°*°*°*°*°*°
Auch der Rückflug war mal wieder toll betreut! :-) Zudem sind wir wirklich alle sehr lieb von YFU in Deutschland begrüßt worden...


DIE NBT
°*°*°*°*
Etwa zwei Monate nach meiner Rückkehr fand dann die Nachbereitungstagung (ein Wochenende lang) statt. Mit etwa 30 anderen gerade Zurückgekehrten habe ich viel über mein Austauschjahr geredet und ich habe mich endlich mal wieder verstanden gefühlt.. *seufz* Mit Austauschschülern verstehe ich mich nun mal echt gut.. :-)
Zudem gab es –wie auf der Vorbereitungstagung auch- viele Gruppendiskussionen, die mir sehr geholfen haben, mich wieder ein bisschen mehr in Deutschland einzufinden.
Dass YFU im Gegensatz zu vielen anderen Austauschorganisationen solch eine Nachberitungstagung organisiert, finde ich echt toll!!


MEIN MOMENTANER KONTAKT MIT YFU
°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*°*
Noch heute, ein Jahr nach meiner Rückkehr, bekomme ich etwa zwei Mal wöchentlich e-mails mit den neusten Updates von YFU. Es werden viele Treffen organisiert, wie zum Beispiel die Orts- oder Landesgruppentreffen, wo man sich dann immer super mit den vieeelen lieben Leuten unterhalten kann.. *lächel*
Auch nach einem Jahr ist mein Austauschjahr also noch nicht ganz zu Ende.. :o) Bei vielen anderen Austauschorganisationen ist das leider nicht so...


FAZIT
°*°*°
Ich kann YFU wirklich jedem empfehlen, der an einem Auslandsaufenthalt interessiert ist. YFU bietet wirklich eine Menge rund um das Austauschjahr und ist einfach toll!! :-)


MEIN NACHWORT
°*°*°*°*°*°*°*
Nun...ich habe mich nun entschieden, diesen Bericht hiermit enden zu lassen (da er sonst viel zu lang werden würde). Ich verspreche euch aber, dass ich euch in den nächsten Tagen auch noch ausführlich über mein Austauschjahr berichten werde, deshalb sind meine persönlichen Erfahrungen in diesem Bericht ein wenig kurz gekommen...
Also, freut euch auf die Fortsetzung.. :o)


Liebste Grüße,
eure Claudia


© by alpia, 4. Juli 2003 (Independence Day... *gg*), für Ciao.com   
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