Flour oder Fluorid gegen Karies (Upd. 5/2001)

5  11.12.2000 (09.05.2001)

Pro:
vermeidet Bohren

Kontra:
aus meiner Sicht nichts !

Empfehlenswert: Ja 

Mozart60

Über sich: z.Zt. Sendepause, versuche aber ab und zu wenigsten etwas zu lesen.....

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Kürzlich wurde ich in eine Diskussion um die Gabe von „Fluor“ bei Kindern verwickelt, die z.T. sehr emotional geführt wurde, sodaß ich mich in der Folge etwas mehr mit dem Thema beschäftigte. Also mal die Fakten aus meiner (subjektiv gefärbten) Sicht:

Das, was Kinder im Rahmen der Kariesprophylaxe bekommen (Säuglinge mit Vitamin D als z.B. D-Flouretten® oder Zymafluor®, größere Kinder z.B. als Fluoretten®) ist kein Fluor, sondern Fluorid. Der Unterschied für Interessierte: Fluor ist giftig und gehört in die gleiche chemische Gruppe wie z.B. Chlor (was ebenfalls giftig ist). Fluorid (Fl-) ist eine Salzverbindung, ebenso wie Chlorid (Cl-), letzteres z.B. in Verbindung von NaCl als Kochsalz allen bekannt. Diese Salzverbindungen sind nur in Überdosis gefährlich.

Die Gegner der Fluor-Prophylaxe meinen, dass
1. Fluorid in der allgemeinen Nahrung vorhanden sei und deswegen nicht zugeführt werden müsse.
2. Die Gabe von Fluorid verursache Krebs, Allergien und Neurodermitis, Zahnschäden (!) und Osteoporose.
3. Man könne mit der Verwendung von fluoridiertem Salz oder Gabe von Mineralwasser sich die Gabe von Fluoretten ersparen.
ad.1.) In nennenswertem Umfang ist Flourid lediglich in Seefisch enthalten, in Dorsch z.B. aber nur, wenn ihn mit Gräten ißt! Innerhalb von Deutschland liegt ein Nord-Süd-Gefälle im Bereich der Trinkwasserflouridierung vor, im weitaus größten Teil der Bundesrepublik dürfte sie nicht ausreichend sein. In der benachbarten Schweiz hat dies im Kanton Basel dazu geführt, dass die Trinkwasserflouridierung nachträglich durchgeführt wird.
ad 2.) Für die Auslösung von Krebs, Allergien und Neurodermitis durch Fluoridgabe gibt es weder Hinweise noch Beweise.Was die Osteoporose angeht, so wird Fluorid in der Therapie der Altersosteoporose (in der Verbindung mit anderen Medikamenten) eingesetzt. Was die Zahnschäden betrifft, so treten diese in der Regel durch Überdosierungen auf. Das Auftreten von weißen Flecken (sog. „White spots“) ist eher ein kosmetisches Problem, sie schauen zwar unschön aus, kennzeichnen aber die Punkte des härtesten Zahnschmelzes. Vermieden werden sollen solche „spots“ durch altersabhängige Dosis der Fluorid-Gabe.
ad 3.) Man muß relativ viel fluoridiertes Salz geben, um den Tagesbedarf an Fl- zu decken, zu viel Salz ist aber nicht nur bei Kindern wenig gesundheitsförderlich. In der Schweiz werden 95% des verwendeten Salzes (private Haushalte und kommerzielle Verwendung in Restaurants, Kantinen etc.) fluoridiert, in Deutschland sind es gerade mal 5-10%.
Es gibt zwar Mineralwasser mit hohem Fluoridgehalt (ich wollte meinen Kindern eines davon geben, denen war es aber zu salzig), die meisten bei uns üblichen Mineralwasser (Bsp.: Krombacher, Cascada, Alwa) haben einen Fluoridgehalt von 0,1 mg/l, d.h. ein 6-jähriger müßte ca. 10 Liter (Nicht Flaschen!!Liter!!!) am Tag davon trinken.

Aus meiner Sicht ist im süddeutschen Raum (über den regionalen Fluorid-Gehalt erteilen die Wasserwerke oder die Stadt-/Kreisverwaltungen Auskunft) eine altersabgestufte Gabe von Fluorid sinnvoll:
bis zum Ende des 3.Lebensjahres 0,25 mg/Tag
von 3- Ende des 6. Lebensjahres 0,5 mg/Tag
ab 6 1,0 mg/Tag.

Sehr unterschiedlich sind die Empfehlungen über die Dauer der Fluoridgabe:
Während die Zahnärzte, die es empfehlen (sind aber bei weitem nicht alle) es bis ca. 6 oder 7 Jahre geben lassen, empfehlen die Kinderärzte (die, die es empfehlen,sind aber ebenfalls nicht alle) die Gabe bis zum 12.-14.Lebensjahr. Und die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die Kosten für die Gabe von Fluorid-Tabletten (ca. DM 14.-/Jahr) bis zum 19.Lebensjahr.

Natürlich ersetzen die Fluoretten nicht das Zähneputzen und regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt. Meinen Kindern werde ich auf alle Fälle ihre „Zahn-Gutties“ bis auf weiteres geben. Vielleicht kann ich ihnen derart die Erfahrungen, die ich als Kind mit Zahnärzten machte, ersparen....

Update 5/2001
seit neuestem empfehlen die Zahnärzte (zumindest deren Berufsverband)ab 6 Mon. keine Fl-Gaben mehr, sondern den Kindern ab diesem Alter die Zähne mit Fluorid-haltiger Zahncreme zu putzen. Ja haben die denn keine eigenen Kinder?? Oder können deren Kinder in diesem zarten Alter schon gurgeln bzw. Mund spülen??? Und was an Zusatz-/Geschmacks-/Konservierungs- und sonstigen Stoffen ist, macht die Zahncreme aus meiner Sicht eher zu einem KOSMETIK-Artikel und nicht zu etwas MEDIZINISCH Notwendigem...


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CourtJester

CourtJester

01.06.2001 19:51

Naja, um nicht gleich mit Fluorid anzufangen haben wir statt dem Kombi einfach nur Vitamin D in Tropfenform (Vigantol-Öl) gegeben. Das mit dem Zähneputzen ist natürlich mit einigem Gemoser verbunden, jedoch mit so einer Fingerzahnbürste lässt mein Sohn sich das ganz gut gefallen. Von DAHER denke ich, daß er über die Kinderzahncreme ganz gut mit Fluoriden versorgt ist. Empfehlungen ändern sich sowieso alle Naslang und etliche Generationen Kinder sind TROTZ der guten Empfehlungen ;-) ganz gesund aufgewachsen. Noch etwas was gegen Fluor zur Zahnhärtung spricht: Fluor ist ein Gas, allerdings nie besonders lange ;-) ... wer schonmal gesehen hat mit welcher Freude und welchem Feuerwerk sich Flour mit Wasserstoff verbindet, verwechselt das nicht so schnell.

Jamita

Jamita

17.05.2001 15:52

Endlich mal einer der Fluorid honoriert. Ich habe es bis zu meinem 12. Lebensjahr bekommen und keine weißen Flecken oder sonstiges davon. Mein Daddy nimmt diese Tabletten bis dato jeden Tag und er wird ja wohl wissen was er tut. Meine Schwester gibt Ihren Kindern kein zusätzliches Fluorid, weil bei Ihnen das Wasser einen sehr hohen Fluoridgehalt hat. Aber ich bin auch der Meinung, dass Fluorid mit ein Grund für gesunde Zähne sein kann. Wirklich sehr guter und informativer Bericht! Gruß Jamita

bavariangirl

bavariangirl

15.05.2001 14:38

Diese Zahnmediziner haben keine Kinder...mit 6 Monaten. Das hört sich an wie die Stories meiner Oma, da werden die Kids auch immer jünger als ie sauber waren, alleine Essen konnten und sprechen lernten könnte alles in diesen Zeitraum passen ;-)) , mein Neffe ist jetzt 2 und der betrachtet Zahncreme eher als Nahrungsergänzung, ich finde Fluor in jedem Fall wichtig meine haben es alle bekommen und keiner hat auch nur eine Loch!. Gruesse Susanne

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