Zeit der Eisblüten / Sewel, Kitty

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Zeit der Eisblüten / Sewel, Kitty

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Vater werden ist nicht schwer...

5 25. Apr 2007

Pro:
Schöner Schreibstil, ansprechende Story, super Beschreibung der Natur etc .

Kontra:
-  -

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau:

Unterhaltungswert:

Spannung:

Humor:

Aufmachung:

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Babbel

Über sich: Das Leben ist schön... lalala

Mitglied seit:05.04.2000

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Vertrauende:62

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 50 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ich habe dieses Buch im Zuge einer Aktion von Der Club gekauft, bei der ich beim Kauf von drei Büchern nur zwei bezahlen musste. Das Buch umfasst 448 Seiten im Hardcover.

Cover:

Der Einband ist in einem schönen hellen blau gehalten, der sofort irgendwie an Eis erinnert. Ein Inuit-Mädchen ist zu sehen, dass an einem gefrorenen Nadelzweig riecht. Darunter sieht man eine schneebedeckte Landschaft, durch die ein Fluss zieht.

Die Story:

Dr. Dafydd Woodruff lebt in Cardiff ein ruhiges und beschauliches Leben als Chirurg. Er und seine Frau Isabel haben derzeit eigentlich nur eine Sorge: Sie wünschen sich ein Kind, was angesichts ihres Alters allerdings schwer ist. Eines Tages flattert plötzlich ein Brief ins Haus und stürzt Dafydd in einen Alptraum: Angeblich hat er in Moose Creek, Kanada, eine Frau mit Zwillingen zurückge-lassen. Das verrückte an der Sache ist nur, dass er diese Frau niemals auch nur angefasst hat! Trotz aller Unschuldsbeteuerungen beweißt ein DNA-Test, dass er der Vater der Zwillinge ist. Ge-schockt verlässt ihn Isabel und Dafydd reist zurück nach Kanada, um dort dem Geheimnis auf die Spur zu kommen und endlich mit seiner Vergangenheit aufzuräumen.

Mehr sollte man hierzu nicht schreiben, da jedes weitere Wort dem Leser viel zu viel verraten würde. Dafür gibt es hier eine kleine

Leseprobe:

Vor allem die Erinnerung daran,warum er überhaupt dorthin gereist war, schien er verdrängen zu wollen - das Ereignis, das ihn dazu getrieben hatte, seine in all den Jahren zuvor erfolgreich auf-gebaute Karriere als Chirurg abzubrechen und an jenen gottverlassenen Außenposten zu reisen, an den sich kein normaler Mensch, geschweige denn ein Arzt, auch nur im Traum freiwillig bege-ben würde. Aber die Wucht der Katastrophe war nie ganz von ihm gewichen. Die Erinnerung war stets da und schlich lauernd in den verborgenen Winkeln seines Bewusstseins herum. Das war einer von vielen Gründen,warum er nie über sein Jahr in der kanadischen Wildnis sprach.
Naiverweise hatte er gehofft, Moose Creek werde ihn von seiner Schande erlösen. Er war so ver-zweifelt bemüht gewesen wegzukommen, dass er keinerlei Ahnung hatte,was ihm bevorstand. Sein einziges Ziel war es gewesen, so weit wie möglich fortzukommen; an den entlegensten Ort der Welt, der sich finden ließ.
Sheila Hailey ... Das war verrückt ... unmöglich.
»Hey!« Isabels von oben kommende Stimme ließ ihn hochschrecken. »Der Kaffee riecht gut.« »Ich komme«, rief er zurück. Er steckte den Brief in die Tasche seines Bademantels und kehrte zu sei-ner morgendlichen Routine zurück. Isabel lächelte versöhnlich, als er ihr einen Becher mit Kaffee reichte, aber er nahm ihren reumütigen Gesichtsausdruck nicht wahr. Seine Gedanken waren bei dem Brief. Sie rasten und überflogen eine Unzahl nur noch halb erinnerter Details. Sheila Hailey ... Das war verrückt ... unmöglich. »Hör mal, Schatz. Ich weiß, ich war ...«, begann Isabel und hielt inne. »Was ist?«
Seine Vergangenheit war das eine, aber er war außerstande, ihr Dinge in der Gegenwart zu ver-heimlichen. »Ich habe einen Brief bekommen. Es scheint, dass man mich verwechselt hat.« Er ließ sich neben sie aufs Bett fallen, reichte ihr den Brief und beobachtete ihr Gesicht,während sie rasch den Brief las. Sie schwieg kurz, starrte nur das Papier an, und eine Sekunde fragte er sich, ob sie ihn selbst geschrieben hatte. Eine Art Scherz. Oder ein Test. Aber sie war blass, ihre Lippen blutleer. Unvermittelt warf sie ihm den Brief in den Schoß. »Was ist das?« »Was hab ich dir ge-sagt?« Sie musterten einander einen Moment lang.»Wer ist diese Person?« Dafydd zuckte hilflos mit den Schultern. »Du hast eine schwangere Geliebte in Kanada zurückgelassen?«

Autorin:

Kitty Sewell wurde in Schweden geboren und spricht vier Sprachen. Sie lebte abwechselnd in Spanien, Canada, England und Wales. Nachdem sie eine Immobilienagentur im Norden Kanadas geführt hatte, bildete sich zur Psychotherapeutin und Bildhauerin weiter. Seit 1991 hat sie eine recht populäre Kummerkastenkolumne, die in verschiedenen Zeitschriften in ganz Großbritannien veröffentlicht wird. Ihr erstes Buch: "What took you so long", eine Biographie erschien 1995 bei Penguin. Kitty liebt Abenteuer und Reisen und trampte während ihrer späten Jugend durch Süd-amerika. Sie hat mehrere lange Motorradreisen, einschließlich einer Solofahrt anlässlich ihres 50. Geburtstags durch Europa unternommen. Sie ist Gründermitglied von "Catwomen form Hell", einer Frauenmotorradgang aus Swansea. Ihr Debüt-Roman Ice Trap (Zeit der Eisblüten; Honno 2005) spielt in Cardiff, wo Kitty zur Zeit mit Ehemann lebt und in der kandischen Arktis.

Fazit:

Zeit der Eisblüten ist ein Roman, der anfangs recht seicht klingt, doch je tiefer man in die Vergan-genheit von Dafydd eindringt und über ihn erfährt, desto mehr wird man von der Art und Weise gefesselt, wie Kitty Sewell das Land und die Leute beschreibt. Ein Flecken Erde, abgeschottet von der Außenwelt, ein Ort der Einsamkeit, an dem man Freunde, aber auch Feinde finden kann. Mit jeder Seite, die man liest, bekommt man ein tieferes Gefühl von Verständnis. Ich kann nicht umhin zu erwähnen, dass ich bei der Beschreibung der eisigen Temperaturen (sowohl in menschlicher als auch natürlicher Hinsicht) mehrfach frösteln musste, obwohl es draußen sommerliche Tempe-raturen hatte. Wer jedoch einen Roman, ähnlich eines Liebesromanes erwartet, dürfte enttäuscht werden. Auch wenn einige Szenen darauf schließen lassen, kann man durchaus von diesem Gen-re wegkommen. In Wirklichkeit ist Zeit der Eisblüten ein Roman, den auch ein Abenteurer erlebt haben könnte und ein bisschen Thrill ist auch vorhanden, immerhin ist es sonst kaum erklärlich, wie man DNA-Spuren fälschen kann, oder? Wer das Rätsel um Dafydd lösen möchte, sollte sich dieses Buch unbedingt kaufen, denn es lohnt sich wirklich.  


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Pessoa

Pessoa

04.06.2007 10:52

Sei gegrüßt. Nun, Wales ist ein wunderschönes Land und Cardif eine sehenswerte Stadt... ich mag die Menschen dort. Wenn das Buch etwas davon vermittelt, kann es gar nicht schlecht sein... In diesem Sinne - Pessoa Ach übrigens: Danke für Dein Interesse an meinen Rezensionen... leider bin ich beruflich arg eingespannt und kann hier leider nicht so oft lesen.

Keks500

Keks500

30.04.2007 13:17

Wäre was für mich. LG

jaxen

jaxen

25.04.2007 19:30

Liebchen, du hast eine interessante Art die Wörter zu trennen. Tempe-raturen würde ich beispielsweise als ein Wort schreiben. XU jaXen, der eigentlich keine Deutsch kann (aber das weißt du ja schon längst)

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