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Das Los eines angehenden Supersportlers

1  25.02.2005

Pro:
es geht meist recht schnell wieder vorbei

Kontra:
scherzhaft

Empfehlenswert: Nein 

Sylviane

Über sich: ***beLIEve *** "When ever I accept my own doubt & insecurity, I´m more open to other people. Th...

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Kinder haben viele Berufswünsche, die auch oft wechseln. Im Moment erzählt uns unser 10 jähriger Sohn Freude strahlend, dass er Supersportler werden möchte. Nun denn, dass seine Fähigkeiten im sportlichen Bereich liegen, hat er uns längst gezeigt, denn aus dem Klettermaxen, der er als Kleinkind war, wurde ein guter Sportler in der Schule. Doch nicht nur da steht er sportlich auf der Note eins, sondern er schwimmt mit Erfolg im Verein, machte Karate und hat sein Herz fürs Geräteturnen entdeckt. Dafür musste Karate (leider) zurückstecken, da das Training am gleichen Tag zur gleichen Zeit stattfindet. So musste Kevin Prioritäten setzen und seine Wahl fiel aufs Geräteturnen.

Doch wenn man intensiv Sport treibt, dann geht nicht immer alles gut. Es kann zu kleineren oder größeren Verletzungen kommen. Und dieses war vor ein paar Wochen der Fall. Ich holte meinen Sohn wie gehabt vom Training ab und er kam nicht angerannt wie sonst, denn normaler weise kann ihn nichts in seinem Schwung bremsen, nicht einmal das lange Training im Moment vor den Kreismeisterschaften im Geräteturnen. Da dachte ich mir, meine Güte, Kevin ist heute ja richtig kaputt vom Trainieren. Doch als er sich dann zu mir ins Auto setzte, erzählte er mir von seinem Missgeschick beim Flickflack. Er war dabei so unglücklich auf den Kopf gestützt, dass ihm nun der ganze Hals- und Nackenbereich schmerzte. Er mochte seinen Kopf nicht bewegen und hielt ihn ganz schief.
Ich tippte gleich auf eine Zerrung der Halsmuskulatur, war mir aber da ich kein Mediziner bin, nicht ganz schlüssig und fuhr mit Kevin ins Krankenhaus. Hier bei uns gibt es jeden Tag ab 19 Uhr einen hausärztlichen Notdienst im Krankenhaus, der solche Fälle dann betreut und den suchten wir auf. Denn unseren eigenen Hausarzt hätten wir nach 19 Uhr nicht mehr erreicht und so war er gleich in guten Händen.

Die Untersuchung:
Der Arzt untersuchte Kevins Hals und Nacken. Er tastete ab und dreht den Kopf in bestimmte Stellungen, um zu sehen, wo es Kevin denn weh tat. Äußerlich war ja nichts zu sehen von seiner Verletzung. Es gab keine blauen Flecken noch sonstiges.
Er beruhigte uns auch gleich rasch, dass es sich um eine Zerrung der Halsmuskulatur handelt. Wir sollten uns keine Gedanken machen, in ein paar Tagen wäre Kevin wieder fit.
Doch zur Sicherheit wurden wir an einen dienst habenden Arzt im Krankenhaus überwiesen, der ein Röntgenbild veranlassen sollte. Dazu war der hausärztliche Notdienst nicht bevollmächtig. So kamen wir in einen anderen Raum, wo ein anderer Arzt dieselben Handgriffe an Kevins Kopf verübte. Dann wurden wir zum Röntgen geschickt und eine Aufnahme von Kevins Halswirbelsäule gemacht, um dort eventuelle Schäden auszuschließen. Doch hier war alles in Ordnung und wir konnten wieder unseren nun behandelnden Arzt aufsuchen. Dieser schickte uns nach Hause mit der Maßgabe, eine Sportsalbe zu kaufen und die Zerrung zu kühlen, sowie einige Zeit mit dem Sport auszusetzen. Mehr müsste man nicht tun und alles würde von selbst wieder ins Lot kommen.

Andere Erfahrungen mit Zerrungen:
Ich denke, jeden erwischt einmal eine Zerrung. Sei es beim Sport, sei es bei irgendeiner anderen Tätigkeit. Man kann sich immer mal einen Muskel zerren. Ab und an reicht schon eine unbedachte Bewegung aus. Der so genannte steife Nacken ist auch nichts anderes als eine Muskelzerrung.
Ich selbst habe mir beim Sport auch ab und an mal eine Zerrung zugezogen und weiß daher, dass es zwar sehr schmerzhaft ist, aber nicht besonders gefährlich.

Was sollte man als erstes tun?
Als erstes sollte man versuchen, die Zerrung durch Kühlen zu behandeln und dann eine Sportsalbe auftragen. Es kann auch helfen, wenn man den Muskel mit etwas Japanischem Minzöl einreibt. Damit habe ich auch schon gute Erfolge erzielt, wenn es bei mir mal wieder der Fall war.
Danach sollte man eine Sportpause betreiben, bis die Schmerzen vergangen sind. Bei meinem Sohn war es nach ein paar Tagen schon wieder soweit, dass er wieder zum Sport wollte, denn lange hält er es ohne sportliche Betätigung nicht aus und da ich sicher war, dass er auch inzwischen schmerzfrei war, ließ ich ihn dann auch wieder los gehen. Das konnte man übrigens an seinen Bewegungen sehen. So lange er noch Schmerzen hatte, hielt er den Kopf schief, was natürlich nicht gut ist, da man dann die gesunde Seite mehr beansprucht und dann dort eine Verletzung riskiert durch die Überanstrengung. Doch bald war das alles für Kevin vergessen und er trainierte leidenschaftlich weiter.
Der Arzt hätte Kevin übrigens auch eine Halskrause verschreiben können, damit er den Kopf ruhig hält. Das war einer der Vorschläge des hausärztlichen Notdienstes, doch der letztlich behandelnde Arzt sah dafür keine Notwendigkeit. Es wäre aber durchaus noch eine Maßnahme gewesen.

Was passiert bei einer Zerrung im Muskel?
Man kann eine Zerrung im Muskel als einen kleinen Riss im Muskel bezeichnen. Durch die unkoordinierte Bewegung beim Sturz im Flickflack ist sie bei meinem Sohn entstanden. Das Gewebe und die Muskelfaser wurden dabei überdehnt und es kam zu einem kleinen winzigen Riss. Das ist die Zerrung.

Wie fühlt sich das an?
Es entsteht ein stechender Schmerz in diesem Bereich und der Muskel verhärtet sich. Das hat sicherlich jeder schon einmal beobachtet, der sich gezerrt hat. Man wird in seiner Bewegung eingeschränkt und genau das ist ja bei Kevin passiert, als er den Kopf nicht mehr drehen mochte.

Gründe?
Eventuell hat man sich nicht gut genug vor dem Sport aufgewärmt, so dass die Muskeln nicht warm genug waren oder aber wie in Kevins Fall durch die ruckartige Bewegung beim Sturz.

Weitere Möglichkeiten einer Zerrung:
Man kann sich natürlich nicht nur den Muskel zerren.
Vielmehr gibt es auch die Möglichkeit, sich die Kapsel-Bandanteile eines Gelenkes oder die Sehnen zu zerren. Dieses entsteht durch eine Überdehnung. Es gibt eine Anschwellung und oft auch einen Bluterguss (also es gibt einen blauen Fleck), aber die Bänder halten ihre Stabilität. Es entsteht kein Riss im Band oder der Sehne. Die Beschwerden sind ähnlich, es entsteht ein Schmerz und man wird unbeweglich.


Gründe:
Auch hier können wieder die Gründe im schlechten Aufwärmen oder aber im Bereich von unkoordinierten Bewegungen (Sturz oder auch ein Schlag) zu suchen sein. Manchmal genügt auch schon ein Umknicken des Fußes, um sich eine Zerrung zuzuziehen. Das ist gerade bei uns Frauen mit unseren Absatzschuhen die häufigste Ursache.

Maßnahmen:
Am besten kühlen und dann ruhig stellen und mit einer Sportsalbe behandeln. In unsicheren Fällen wie bei Kevins Zerrung im Kopfbereich aus Sicherheitsgründen zum Arzt gehen und untersuchen lassen. Eventuell eine Röntgenaufnahme machen lassen, damit auch keine Verletzung des Skelettes unbeachtet bleibt.

Übrigens:
Auch das Schleudertrauma, das man oft nach Autounfällen inne hat, ist eine Art der Zerrung. Und da bekommt man ja als Unterstützung auch eine Halskrause und Ruhe verordnet.

Fazit:
Eine Zerrung ist etwas sehr unangenehmes. Doch meistens hat sie keine schwerwiegenden Folgen. Mit ein wenig Kühlung, einer Sportsalbe und Ruhe ist man meistens rasch wieder hergestellt. Wir werden wohl mit unserem Supersportler in der Familie und gelegentlichen kleinen Verletzungen durch den Sport leben müssen. Doch hoffen wir, dass Kevin seine Laufbahn als Sportler mit möglichst wenigen Blessuren durchleben kann und mehr positiven Ereignissen. Kevin ist nun übrigens wieder topfit und hat heute einen Wettkampf in der Schule und morgen dann seine ersten Kreismeisterschaften!


Bilder von Zerrungen
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Mein Supersportler im gelben T-Shirt
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
andreasloy

andreasloy

06.03.2005 08:51

Ich glaube, außer einem BH ist da nichts hinzuzufügen ;-)

RainingNaninka

RainingNaninka

05.03.2005 00:07

Zerrungen massieren tut auch sehr gut, finde ich

anne66

anne66

27.02.2005 13:50

Wenn ein Kind krank ist finde ich schlimm, Sylvia da hast Du ja nun alles veranlaßt was nötig war. LG Anne

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