Chapeau!
23.01.2012
Pro:
Wunderbare Kinounterhaltung in so ziemlich jeder Hinsicht
Kontra:
. . .
Empfehlenswert:
Ja
 Schlucke
Über sich:
With forgiveness as our torch and imagination our sword - We'll untie the ropes of hate and slash op...
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MissVega hat oft Recht. Nicht nur, weil sie die wohl lesenswertesten Filmrezis auf dieser Plattform verfasst, sondern auch, weil man ihrem Urteil oft trauen kann. Gewiss, Ziemlich beste Freunde wollte ich ohnehin sehen, doch es war ihr famoser Bericht, der mich endgültig zum Kinobesuch animiert hat.
Der Inhalt in wenigen Sätzen Erzählt wird in dieser französischen Produktion eine wahre Begebenheit: Der reiche, aber vom Hals abwärts gelähmte Philippe (François Cluzet) sucht eine neue Pflegekraft. Obgleich sich einige Bewerber mit den besten Referenzen bei ihm vorstellen, wählt Philippe den jungen Driss (Omar Sy) aus. Der hat gerade eine sechsmonatige Haftstrafe wegen Raubes abgesessen und taucht eigentlich nur in Philippes Haus auf, um eine Unterschrift zu erhalten, damit er diese dem Arbeitsamt vorlegen und weiter Arbeitslosengeld beziehen kann. Driss zögert zunächst, doch da ihm in Philippes Haus ein eigener Wohnbereich zur Verfügung gestellt wird, sagt er zu. Recht schnell entwickelt sich zwischen den beiden völlig unterschiedlichen Männern eine ungewöhnliche Beziehung: Während Philippe seinen neuen Pfleger an Kunst und klassische Musik heranführt, krempelt Driss alle Gewohnheiten in der riesigen Villa um und gewinnt mit seiner unbekümmerten Art schnell das Herz des behinderten Mannes. Doch schließlich holt ihn seine eigene Vergangenheit ein und Driss muss sich entscheiden...
Kritik Es passiert mir relativ selten, dass ich wirklich begeistert aus dem Kino komme. Diesmal war ich jedoch nicht nur begeistert, sondern auch glücklich, so dass mich auch der starke Regen, der mich im Freien empfing, nicht im geringsten stören konnte. Den Regisseuren Olivier Nakache und Éric Toledano ist mit Ziemlich beste Freunde eine wunderbare Komödie gelungen, die in jeder Sekunde der knapp zweistündigen Spielzeit zu unterhalten vermag und sowohl in den humorvollen als auch den ernsten Szenen vollends überzeugt.Die herausragende Qualität des Filmes hat mehrere Gründe, fußt aber zunächst einmal am Spiel der beiden Hauptdarsteller, deren Chemie einfach stimmt und die ihre Rollen geradezu perfekt spielen. Vor allem Omar Sy hat mich überzeugt. Ganz gleich, ob er sich als arbeitsloser Ex-Knacki die Nächte um die Ohren schlägt, sich wie ein kleines Kind über den Luxus in seinen Privatgemächern in Philippes Haus freut, sich langsam, aber sicher mit Philippe anfreundet oder aber sich um seine Geschwister sorgt: In jeder Szene begeistert Sy mit einer Natürlichkeit und Spielfreude, dass allein seine Darstellung das Eintrittsgeld wert ist. François Cluzet spielt eine anspruchsvollere Rolle, da er sich auf Grund der Querschnittslähmung seiner Figur nur auf sein Mienenspiel verlassen kann und diese Aufgabe mit Bravour meistert. Man nimmt ihm als Zuschauer in jeder Sekunde ab, dass er trotz seiner Behinderung den Spaß und den Mut am Leben nicht verloren hat.
Durch das Aufeinandertreffen dieser beiden ungleichen Figuren entfaltet der Film seinen ganz besonderen Humor; ganz gleich, ob dieser herzlich oder bisweilen böse ausfällt (so rasiert und frisiert Driss den hilflosen Philippe einmal so, dass dieser Adolf Hitler ähnlich sieht), praktisch alle Witze sitzen und sorgen dafür, dass die Zuschauer sehr häufig laut lachen können. Zumeist ergeben sich die Späße aus der für Driss neuen Welt, in der er alle Konventionen über einen Haufen wirft - sei es in der Oper oder im Museum. Besonders schön ist der Umgang des Films mit Philippes Behinderung. Wer befürchtet, dass Ziemlich beste Freunde ein vor Pathos triefendes Machwerk sei, in dem ständig mit dem erhobenen Zeigefinger gewunken wird, sieht sich zum Glück getäuscht. In einer Szene des Films sagt Philippe auch dementsprechend, dass er Driss ausgewählt hat, weil dieser ihm kein Mitleid entgegenbringen würde. Und wenn dieser Driss beispielsweise in einer Filmszene Philippe das klingelnde Handy entgegenhält, um dann sofort zu bemerken, dass Philippe auf Grund seiner Lähmung das Gerät nicht greifen kann, wird dies mehr als deutlich. Szenen dieser Art machen den Film sehr menschlich und glaubwürdig.
Was soll ich noch sagen? Eigentlich gibt es nur noch sehr wenig hinzuzufügen. In keiner Sekunde des Filmes habe ich mich gelangweilt und auch die ernsten Szenen wirken niemals aufgesetzt, sondern fügen sich hervorragend ins Gesamtbild ein.
Fazit Ohne Zweifel ist Ziemlich beste Freunde der beste französische Film, den ich je gesehen habe. Er unterhält und begeistert das Publikum mit einer entwaffnenden Mischung aus Natürlichkeit, Wärme und Humor, wird angetrieben von zwei unglaublichen guten Hauptdarstellern und vermeidet sowohl die schlimmsten Klischees als auch die Tränendrüse.
Soll heißen: Jeder, der in dieser tristen Jahreszeit Zerstreuung und Unterhaltung sucht, sollte ins Kino seines Vertrauens stürmen und Tickets für diesen Film kaufen...und vorher natürlich noch den wunderbaren und deutlich besseren Bericht der sehr geehrten MissVega lesen. Beides lohnt sich!
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17.04.2012 18:27
klingt sehenswert. Dass auch heute immer wieder versucht wird, Hitler zur Witzfigur zu machen, finde ich allerdings gar nicht lustig.
31.03.2012 10:57
Bei französischen Filme bin ich immer sehr skeptisch ....
23.02.2012 18:47
der beste Film, den ich je gesehen habe!