Ziemlich Beste Freunde

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Beschönigt - aber humorvoll

4  08.04.2012

Pro:
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Kontra:
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Empfehlenswert: Ja 

templerthomas

Über sich: Nordkorea - eine Diktatur die weitaus brutaler ist als viele denken, Bericht dazu ist online

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 108 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ziemlich Beste Freunde handelt von der außergewöhnlichen Freundschaft zwischen dem querschnittsgelähmten Millionär Philippe (François Cluzet) und dem vorbestraften, arbeitslosen Driss (Omar Sy). Philippe stellt den respektlosen Driss als Pfleger ein. Als Grund nennt er dafür das Dris kein MItleid kenne. Er ist sich aber selbst nicht sicher ob das Experiment klappt. Dris schon gar nicht. Der wollte eigentlich nur eine Vorstellungsbestätigung für das Arbeitslosengeld.

Die Gegensätze könnten nicht grösser sein - weiss, reich, aristokratisch auf der einen Seite, schwarz, arm, Ghettobildung auf der anderen Seite.

Allerdings haben beide etwas gemeinsam - sie sind bereit Risiken einzugehen und das ist für mich eine Hauptunterscheidung bei Menschen. Die ängstlichen, konformistischen und die risikobereiten. Da spielt reich oder arm, schwarz oder weiß, Religion, Nationalität keine Rolle. Auch Reiche führen ein furchtbar langweiliges Leben wenn sie sich in ihre Luxuskokons zurückziehen. Da gibts ja sogar eigene Reiseberater die verhindern das gewisse Reiche mit Normalos in Kontakt kommen. Philippe ist da ein anderer Typ.

Die Freundschaft der Zwei geht mir allerdings etwas zu glatt vonstatten. Sogar der Diebstahl eines sündteuren Schmuckeis ist da kein Streitpunkt. Über Philippe findet Driss sogar zur Kunst und malt ein Bild. Das verkauft Philippe dann um 11 000 Euro.

Driss ist durch und durch sympathisch. Philippe nicht mal im Ansatz der Kotzbrocken als der er zuerst von anderen Angestellten beschrieben wird. Die Freunschaft entwickelt sich schnell und problemlos. Das geht im Film sehr einfach vonstatten.

Driss hat mit dem wahren Pfleger von Philippe nichts gemeinsam. Was auch gut ist. Ansonsten hätte der Film als Komödie nicht funtioniert. Driss ist machohaft (und fällt dabei bei der Sekretärin von Philippe köstlich auf die Nase) aber Abdel der wahre Pfleger ist ein bekennender Vergewaltiger.

Auch der Wechsel zum Schwarzen hat mir gut gefallen. Die Geschichte wird eben stark vorhersehbar auf ein gutes GEfühl bei den ZuschauerInnen getrimmt. Wie mit der Pflege von Philippe umgegangen wird ist allerdings grossartig. Dazu kommen zwei grossartige schauspielerische Leistungen. Auf der anderen Seite sind die Gegensätze immer wieder nur auf lustig gemacht. Eine wirkliche Kritik an gegenwärtigen Zuständen fehlt vollkommen.

Dafür hat der Film sehr viele lustige Szenen zu bieten (mein Favorit- die Parklektion von Driss an die Schmalzlocke) und zeigt das ein Mensch mit Behinderung auch einfach Spaß im Leben braucht. Eine einfache Botschaft die aber oft vergessen wird.

Im Endeffekt ein feel good Movie ohne wirklichen Tiefgang.

3,5 Sterne - jedoch mit klarer Empfehlung zum Ansehen für alle die einen amüsanten Film sehen wollen.

Hintergrund:
Philippe Pozzo di Borgo, um den es im Film geht, stürzte am 27. Juni 1993 beim Paragliding ab und wurde dadurch vom Hals abwärts querschnittgelähmt. Nach dem Tod seiner Frau Béatrice wird er depressiv. Tatsächlich gewann er seine Lebensfreude über die Beziehung mit seinem Pfleger Abdel wieder. Der ist aber ein ganz anderer Typ als Driss. So war Abdel laut eigener Aussage bei einer Massenvergewaltigung dabei, hat eine sehr bedenkliche Einstellung gegenüber Frauen und ist alles andere als ein Sympathieträger. Da hätte dann auch das Flirten mit der Sekretärin nicht geklappt (war in der Realität auch Belästigung einer >Hausangestellten). Nun ich korrigere mich - er ist ein Kotzbrocken. Vergewaltiger sind Abschaum, basta.
Er brachte allerdings Philippe wieder ins Leben zurück. Beide leben derzeit mit ihren Familien in Marokko.

Ziemlich beste Freunde ist das seltene Beispiel wie ein Film ein Buch um Längen übertrifft. Das Buch ist schrecklich langweilig, jedoch gefiel allen "Buchhassern" - inklusvie meiner Wenigkeit - der Film! Der Film ist voller Optimismus und Humor. Das Buch hat davon wenig zu bieten und auch die zwei Hauptfiguren sind im Film weitaus sympathischer.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
acertainromance

acertainromance

23.04.2012 21:00

Ich fand den Film auch schön.

ciao2002

ciao2002

18.04.2012 14:17

Ich fand den Film wunderschön.

Dr.Ed

Dr.Ed

15.04.2012 14:34

Auch wenn der Film einige fiktive Elemente hatte und Abdel im wirklichen Leben ein völlig anderer Typ wie Driss ist, so fand ich den Film einfach nur klasse, weil man hinterher definitiv mit einem guten Gefühl wieder herausgeht!

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