Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
kultig, lange Lebensdauer |
| Kontra: |
siehe Text |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Die Deutschen sagen Zippo mit einem "Z" wie in Zucker, die Amerikaner sprechen es aus mit einem "S" wie in Suppe.
Die Rede ist vom Zippo-Feuerzeug. Seinen Namen erhielt es von seinem Erfinder Geroge G. Blaisdell im Jahre 1932. Blaisdell fand den Namen des damals erfundenen Reissverschlusses (auf Englisch Zipper u.ä.) so gut, dass er sich für sein neu erfundenes Produkt einen ähnlich klingenden Namen aussuchte.
Inspiriert wurde Blaisdell durch ein österreichisches Sturmfeuerzeug, welches er kurz zuvor gesehen hatte. Weniger das klobige Aussehen, als vielmehr die absolut zuverlässige Funktion veranlassten ihn, die Lizenz für den amerikanischen Markt zu erwerben.
Allerdings baute er diese Sturmfeuerzeuge nicht nach, sondern entwickelte das heute weltbekannte Zippo-Feuerzeug.
Zippo-Feuerzeuge sind im Prinzip quaderförmig. 5,5 cm hoch, 3,5 cm breit und etwas mehr als 1 cm dick. Sie bestehen aus 22 Teilen. Zunächst einmal sieht man, dass das Feuerzeug einen aufklappbaren Deckel hat, der mit einem Scharnier am Unterteil befestigt ist.
Klappt man diesen Deckel auf, sieht man den sogenannten "Kamin", einen durchlöcherten Windschutz, der einen Docht umschliesst. Seitlich davon befindet sich das Reibrad. Betätigt man dieses, springt ein Funke in Richtung des Dochtes und entzündet an diesem die aufsteigenden Benzindämpfe.
Beim Zippo handelt es sich nämlich um ein klassisches Benzinfeuerzeug. Das Benzin befindet sich im sogenannten Zippo-Einsatz. Dieser besteht aus einem Blechgehäuse mit dem aufgesetzen Kamin und dem Reibrad und steckt passgenau im unteren Teil des Zippo Gehäuses.
Zum Befüllen muss man diesen Einsatz herausnehmen, eine Abeckplatte aus Filz am Boden umklappen und dann Benzin auf die Watte im Inneren des Zippo-Einsatzes träufeln.
Unten im Einsatz befindet sich auch eine Schraube, mit der die Feder befestigt wird, die den Zündstein in einem kleinen Röhrchen von unten an das Reibrad drückt.
Der Docht ragt nach unten in den "Tank" und leitet die Benzindämpfe nach oben, wo sie dann entzündet werden.
Eine geniale und einfache Konstruktion, die sich bis heute bewährt hat.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass Blaisdell, der Erfinder des Zippos zwei Grundsätze bereits im ersten Produktionsjahr festschrieb:
1. Niemals soll das Konstruktionsprinzip des Zippos verändert werden.
2. Wann immer ein Zippo, egal wodurch, kaputt geht, wird es lebenslang kostenlos instandgesetzt.
Bis auf einige geringfügige Anpassungen des Gehäuses und Verbesserungen am Reibrad hat sich die Firma Zippo in Bradford Pennsylvania/USA stets an diese Grundsätze gehalten.
Bis heute wurden weit über 330 Millionen Zippo-Feuerzeuge hergestellt. Täglich verlassen rund 60.000 Zippos die Fabrik. Rund 10.000 Zippos kommen im Monat zurück in die Fabrik um nach jahrelangem oder jahrzehntelangem Gebrauch in der sogenannten "Zippo-Klinik" kostenlos instand gesetzt zu werden.
Kostete das erste Zippo 1932 noch 1,95 Dollar, so beginnt der Abverkauf heute bei etwa 20 Euro. Je nach Gehäuseausführungen (hiervon gibt es über 500.000 verschiedene Designs!) können die Preise aber auch wesentlich höher liegen. Zippos mit interessanten Motiven kosten oft um 30 Euro, die rein kupferne Ausführung etwa 42 Euro. In Silber (massiv) muss man schon etwa 300 Euro hinlegen und das absolute Luxusmodell in 24 Karat Gold wird für rund 15.000 Euro gehandelt.
Aber das muss nicht sein! Absolut tolle Feuerzeuge, eben nicht aus Gold, gibt es schon für kleines Geld.
Abgesehen, von der Luxusreihe aus massiven Edelmetallen, bestehen Zippo-Gehäuse immer aus Messing. Entweder blank, gebürstet oder mit anderen Metallen überzogen.
Wer kein passendes Zippo für sich findet, der ist selbst Schuld.
Meine persönlichen Erfahrungen mit Zippo-Feuerzeugen sind sehr gut!
Die Feuerzeuge sind absolut langlebig und robust. Egal wir rabiat ich auch damit umgegangen bin, sie sind nie kaputt gegangen. Außerdem zünden sie immer und unter allen Witterungsumständen zuverlässig und prompt.
Die Bedienung ist kinderleicht und selbst das Befüllen mit Benzin ist in meinen Augen praktischer als das Hantieren mit Gasflaschen, die sowieso nie den wirklich passenden Adapter dabei haben.
Einige Tipps aus meiner persönlichen Erfahrung:
1. Das Feuerzeug nicht zu voll machen. Man nehme es verkehrt herum, biege die Filzplatte um und fülle nur soviel Benzin vorsichtig ein, bis unten am Docht ein Tropfen austritt.
Zuviel Benzin hat gerne das Verlangen, in der Hosentasche auszutreten :-)
2. Den Doch nicht zu lang lassen. An ihm muss man überhaupt erst herumwerkeln, wenn er ganz scharz verrußt und verkümmert ist. Dann vorsichtig ein kleines Stück herausziehen.
3. Nur Originaldochte verwenden! Sie enthalten als Katalysator und zur Stabilisierung einen eingelegten Kupferdraht.
4. Nur das Originalbenzin verwenden. Eigentlich ist es ein Petrolium-Derivat. Es funktioniert zuverlässiger als Billigbenzine (kostet aber auch nur etwa 3,50 Euro pro 125 ml Flasche) und enthält noch reinigende Zusatzstoffe.
5. Einen Ersatzzündstein kann man entweder in das kleine Loch in der Filzbodenplatte stecken oder einfach unter die Platte auf die Watte legen.
Ich habe auch schon den Reparaturservice in Anspruch genommen. Keine Angst! Man muss kaputte Zippos nicht erst in die USA senden, sondern einfach an die Adresse der deutschen Niederlassung in Emmerich. (Näheres unter www.zippo.de).
Sie werden dann von dort in die Zippo-Klinik nach Bradford/USA gesandt. Es dauert etwa 4-8 Wochen bis das Feuerzeug repariert wieder zurück kommt.
Anders, als in einem anderen Bericht bei ciao beschrieben, haben nicht alle Zippo-Feuerzeuge den gleichen Schriftzug am Boden. Über die Jahre hat man hier immer mal wieder andere Kennzeichnungen angebracht.
Und das ist auch ganz gut so. Denn besonders alte Zippos erzielen unter Liebhabern sehr gute Preise!
Besonders beliebt sind die rund 200.000 Zippos die den Weg nach Vietnam und wieder zurück geschafft haben. Oft wurden sie in Vietnam mit teilweise sehr sexistischen oder martialischen bzw. patriotischen Sprüchen graviert.
Die Kenner wissen, an welchen Merkmalen man ein altes Original erkennen kann. Auf Zippo-Fanseiten findet man Datierungshilfen.
Seit 1957 sind die Feuerzeuge mit unterschiedlichen Jahresmakierungen verschlüsselt ausgestattet. Anhand von Strichen, Punkten oder Zahlen/Buchstaben-Kombinationen kann man feststellen, ob es sich um ein Original oder eine plumpe Alterung eines neuen Modells handelt.
Vorsicht auch beim Zippo-Kauf im Urlaub! Besonders in der Türkei und in Tunesien usw. werden billige Fälschungen angeboten. Die taugen keinen Schuß Pulver!
Noch ein Tipp: Für diejenigen, die den Benzinduft nicht mögen, bieten die Zippo-Depots, die Zippos und Zubehör verkaufen, auch einen Gaseinsatz des Herstellers Tristar an. Ist zwar nicht ganz stilecht, aber man sieht es dem Zippo nach dem Austausch des Einsatzes nicht an, dass jetzt Gas die Flamme speist.
Ich persönlich kann Zippo-Feuerzeuge nur empfehlen. Sie sind langlebig, robust, wertbeständig und haben absoluten Kultcharakter.
Außerdem wird man sein Zippo bald so lieben, dass man wesentlich besser darauf aufpasst, als auf die vielen Plastik-Feuerzeuge, die komischerweise immer Beine kriegen und spurlos verschwinden.
Passend dazu gibt es auch ein Zippo mit dem Spruch:
"Wenn Du Dein Leben so liebst,
wie ich mein ZIPPO,
dann lass es liegen!"
Viel Spaß beim Lesen!
Peter774
7/2003 (c)
zu den Kommentaren:
1. Natürlich gibt es für den Zippo-Fan auch zahlreiche Zusatz-Accessoires. Das fängt bei Gürteltaschen an und ist bei Sammlervitrinen aus Rosenholz noch nicht zu Ende.
2. Neben der aktuellen Standard-Ausführung gibt es derzeit noch Retro-Exemplare mit dem geringfügig anderen Gehäuse von vor 1941. Außerdem gibt es eine Variante mit besonders starkem und widerstandsfähigem Gehäuse. Desweiteren produziert die Firma seit Jahren eine schmalere Variante, die rund 1/3 schmaler ist und auch als "Lady-Zippo" bezeichnet wird. Hierüber gehen die Meinungen auseinander. Während einige gerade diese schmalen Teile besonders chic finden, gelten die bei anderen nichtmals als "echte" Zippos.
3. Sammeln? Ja und? Man könnte ein neues Buch schreiben: Warum Männer sowas wie Zippos sammeln und Frauen immer Schuhe kaufen.... Wenn ich bedenke, dass manche sogar den Nippes aus den Überraschungseiern und sogar Kotztüten aus Flugzeugen sammeln, warum dann keine Zippos? :-)
4. Zippos und Flugzeuge:
Weil die Zippos nicht wirklich dicht sind und unter verändertem Luftdruck u.U. Benzindämpfe austreten können, sind laut Luftfahrtbundesamt Zippos nicht als Kabinen- oder sonstiges Gepäck in Flugzeugen zugelassen. Ich selbst nehme mein Zippo seit Jahren mit und hatte noch nie Probleme. Wer aber solche befürchtet, der sollte einen trockenen, bezinfreien Einsatz mitnehmen und das Zippo erst im Reiseland mit dort erworbenem Benzin befüllen. Eine Alternative bietet der optional erhältliche Gas-Einsatz von "Tristar". Mit ihm dürfen Zippos mitgenommen werden.
5. Langlebigkeit: Mir ist noch nie ein Zippo kaputtgegangen. Die die ich zur Reparatur geschickt hatte, habe ich schon kaputt und gebraucht bekommen. Es ist völlig egal, woher man das Zippo hat. Bei einer "Lifetime-Warranty" kann man die Teile immer kostenlos reparieren lassen, egal woher sie stammen.
Reparaturen sind immer kostenlos. Wurde ein Zippo beispielsweise total geschreddert oder vom Bulldozer überfahren, behält die Firma es sich vor, die Teile ins Zippo-Museum zu stellen und schickt einem ein gleichwertiges Feuerzeug aus der aktuellen Serie.
6. Schwachpunkte:
Einziger Schwachpunkt wenn überhaupt ist das Scharnier, welches Deckel und Gehäuse zusammenhält. Laut Zippo hält er normalerweise eine halbe Million Öffnungsvorgänge aus. Das entspricht einer Lebensdauer, von rund 50-60 Jahren und länger.
Wer allerdings viele Spielchen mit seinem Zippo macht, etwa den Deckel an der Tischkante aufschlägt um irgendwie schwungvoll zu zünden usw. der ruiniert das Scharnier evtl. auch schon früher.
Weitere Infos u.a. auch www.zipposammler.de
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(19.01.2003)
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Ich hoffe, ich kann das Bild hinzufügen, bei Euch sieht da ...
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07.07.2004
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11.12.2000
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