Hallo! Als ich vor langer Zeit einen Brief vom Bundesheer (Österreich) bekam, hoffte ich darauf, dass ich bei der Musterung untauglich sein würde. Leider war ich anfangs nur vorübergehend untauglich, weil ich einen Kreuzbandeinriss habe. Nach ein, zwei Jahren musste ich zur Nachmusterung. Dieses Mal hatte ich kein Glück – ich war beeinschränkt tauglich. Wenn ich das Bundesheer gewählt hätte, hätte ich bei einigen Übungen aussetzen müssen (dürfen). Aber ich habe mich letztendlich für den Zivildienst entschieden, weil ich das Bundesheer in Österreich für unnötig halte. Außerdem muss ich das nicht unbedingt haben, dass ich mich von diesen Vorgesetzten rumkommandieren bzw. anschreien lasse.
Das waren eben Gründe, warum ich mich für den Zivildienst entschieden habe und mich somit bei dem Bundesministerium für Inneres (BMI) gemeldet habe, um meine Entscheidung für den Zivildienst gültig zu machen.
Somit habe ich einen Antrag für den Zivildienst ausgefüllt, wo ich unter anderem meine Wünsche angeben konnte, welche Art von Zivildienst ich mir für mich vorstellen könnte. Ich suchte mir 3 Kategorien aus, die da wären:
Sicherheit im Verkehr (Schülerlotse)
Straßenreinigung (MA 48)
Forstwirtschaft (bin mir nicht sicher, ob das der richtige Name ist)
Im Endeffekt kam heraus, dass ich als Schülerlotse tätig sein werde. Sprich seit 1. Oktober stehe ich auf der Straße und bringe Volksschulkinder gefahrlos über die Kreuzung.Wie schon erwähnt, hab ich am 1.10.2003 begonnen. Der Zivildienst dauert normalerweise ein Jahr lang (das Bundesheer nur acht oder neun Monate).
Ich habe mich also am 1.Okt bei der „Plattform Sicherer Schulweg“ in der Marokkanerkaserne im 3.Bezirk melden müssen, um zu erfahren, in welchem Kommissariat ich tätig sein werde. In der Kaserne erfuhr ich weiters, dass in den nächsten zwei Tagen eine Einschulung stattfinden würde. In dieser wurden wir unter anderem darüber informiert wie man sich bei Krankheit verhalten soll (ab wann man eine ärztliche Bestätigung benötigt,...).
Wie man die Kinder dann sicher über die Strasse bringt wurde jedem einzeln direkt bei der jeweiligen Kreuzung bei der man Dienst hat von einem Polizisten gezeigt.
ARBEITSZEITEN:
Jeweils von Montag - Freitag
In der Ferienzeit von 7.30 – 15.30 Uhr
In der Schulzeit von 7.00 – 15.00 Uhr
URLAUB: (10 Tage)
Nach 7 Monaten darf ich mir erst eine Woche Urlaub nehmen (einzelne Tage müssen mit dem Chef ausgemacht werden). Insgesamt habe ich zwei Wochen Urlaub. Günstig wäre es natürlich, wenn ich ihn mir dann nehme, wenn keine Schule ist, weil es dann voraussichtlich wahrscheinlicher ist ihn zu bekommen (vor allem wenn es eine durchgehende Woche ist).Es gibt noch eine Art „Sonderurlaub“. Dieser wird dann erteilt, wenn zum Beispiel ein Begräbnis oder ein anderer wichtiger familiärer Grund besteht. Dieser „Sonderurlaub“ kann 5 Tage lang sein. Wobei man aber nicht wegen einem Begräbnis 5 Tage frei bekommt, sondern nur einen.
KRANKENSTAND:Wenn jemand krank wird muss er am ersten oder spätestens am zweiten Tag zum Arzt gehen, wobei jeder Tag ärztlich Entschuldigt werden muss. Man muss weiters am ersten Tag der Krankheit noch vor 7.00 Uhr bei der Wache anrufen, damit diese einen Polizisten noch rechtzeitig auf die Kreuzung schicken kann wo man stehen würde. Wenn man sich während des Weges zur Kreuzung (in der Arbeitszeit) ein Bein bricht hat man (ich glaube) 24 Tage Zeit sich zu regenerieren. Nach dieser Zeit bekommt man einen Brief von der Plattform wo man sich aussuchen kann, ob man weiterhin im Krankenstand bleibt, oder ob man mit dem Zivildienst aufhört. Wenn man aufhören würde, müsste man den Dienst nach der Heilung erneut beginnen (also ein Jahr lang, egal wie lang man schon dabei war).
Geschieht das alles jetzt außerhalb der Arbeitszeit ist es anders. Man wird nach diesen 24 Tagen befreit und man muss dann den Dienst von neuem beginnen.
BEZAHLUNG: (monatlich)Als Zivildiener bekommt man ca. 180 Euro Gehalt. Zusätzlich bekommt man noch Essensgeld (ca. 300 Euro). Es kann jedoch auch sein, dass man statt dem Essensgeld Essensmarken bekommt, die man dann einlösen kann. Es ist aber nicht möglich sich die Marken in Bargeld umwechseln zu lassen.
Ich bekomme aber immer das Geld (also ca. 500 Euro) jeden Monatsanfang auf mein Konto überwiesen.
VORTEILE/NACHTEILE:
VorteileAls Zivildiener hat man eine Menge Vorteile...
- Ermäßigung im Kino, Schwimmbad,...
- man bekommt eine Jahresnetzkarte für Wien
- Förderung vom Staat für die Familie (Kinder, Frau)
die Wohnung,
das Telefon,...
NachteileDer einzige Nachteil der mir einfällt ist eigentlich nur, dass der Zivildienst eben ein Jahr lang dauert und nicht so kurz wie das Bundesheer.
FAZIT:Ich bin bis jetzt mit dem Zivildienst eigentlich recht zufrieden. Spaß macht er mir auch noch!
Ich hoffe ihr hattet Spaß beim lesen meines Berichtes!!
08.02.2006 16:32
Sehr interessant. Allerdings find ich es schon hart, dass man nach längerer Krankheit wieder von vorn anfangen muss. LG, Christa
14.01.2006 15:11
Sehr humane Arbeitszeiten, finde ich. Aber als Frau muß ich mir über so was gottseidank keine Gedanken machen ;-) Lg Julia
09.01.2004 17:58
Für mich wäre die Bundeswehr auch nichts. Aber zum Glück brauchte ich keins von beiden abzuleisten.